Gwen Stefani im Heidiland

Anscheinend hat Gwen Stefani den real swiss lifestyle entdeckt. Auf ihrem neuen Track “Wind it up” von ihrem im Dezember erscheinenden neuen Album, jodelt sie sich gekonnt von Hollywood ins Heidiland. Hoffentlich haben die das mit den Copyright-Inhabern von Johanna Spyri geregelt. Bezeichnenderweise hat sie (Stefani nicht Spyri) für ihr neues Album mit dem Hip Hop-Produzenten Swizz Beatz zusammengearbeitet. Hört selbst wie Heidi…ä…Gwen Stefani den Geissenpeter schwindlig rapt:

“Wind it Up”

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This Isis

“Isis” ist vieles. Unter anderem auch eine Band aus LA. Isis die Band macht Avantgarde-Metal der gehobeneren Sorte. Post-Metal könnte man auch sagen. Mit gutem Recht sind sie deshalb für die Veröffentlichung ihres neuen Albums “In the Absence of Truth” (Ipecac/Irascible) auf Mike Pattons Label Ipecac gezügelt, das Gütesiegel für kultivierten Lärm. Die neue Isis-Platte ist im Grunde nicht gross zu unterscheiden von ihren Vorgängern, ausser dass sie etwas mehr elektronische Element durchscheinen lässt und etwas weniger gegrunzt wird. Für Bands, die von Album zu Album eine sehr hohe Gangart anschlagen, sprich Qualität bringen, ist Stillstand keine schlechte Sache.

Von Stillstand kann bei Isis sowieso nicht die Rede sind. Neben dem regulären neuen Album “In the Absence of Truth” veröffentlichten die Nordamerikaner unlängst eine 3-Track-CD mit Aerogramme (“In the Fishtank“) und eine DVD “Clearing the Eye“. Wer Isis noch nicht kennt, kann sich hier an einem Album-Stream laben, der einem einen Überblick über die vergangenen Veröffentlichungen erlaubt. Eine sehr schicke Einrichtung. Für Fans von Tool, und davon gibt’s ja mittlerweile ein ganzes Hallenstadion voll, eine unverzichtbare Band. A propos Tool: Isis begleiteten Tool im September auf ihrer Nordamerika-Tour. Seither ist ihr MySpace-Gästebuch regelrecht explodiert. Endlich mal wieder eine Band, die es verdient hat.


40 Schtutz für einen Club-Gig!?

Ja, das könnt ihr euch nun reinziehen. Denn die beste Indie-Dance-Band Phoenix spielt am 12. November nicht mehr im X-Tra, sondern neu im Abart. Und weil da die Decke jetzt so schön hoch oben ist, zahlt man da natürlich äussert freigiebig die 40 Schtutz, auch für eine Indie-Band. Viel Spass!


Autos hinterherjagen – wie romantisch

Ok, neu ist der Song nicht. Aber noch immer einer der besten, um ein Herbstwochenende einzuläuten. Und um die hierzulande meistunterschätzte Popband der Welt in Erinnerung zu rufen. Bitte, vergesst Keane. Hört mehr Snow Patrol. Zum Beispiel “Chasing Cars” (obwohl ich sagen muss, dass ich Low-Budget-Lookalike Musikvideos nicht mag von Bands, die Kohle haben). Aber der Song schlägt vieles. Deshalb dasselbe nochmals live aus Toronto. Und: Ja, liebe Frauen, das ist der Song aus Grey’s Anatomy.


Neue Plodden

The Skygreen Leopard – Disciples of California (Irascible)
Isis – In the Absence of Truth (Irascible)
The Evens – Get Evens (Irascible)
The Curtains – Calamity (Irascible)
Saosin – Saosin (EMI)
Naturally 7 – Ready 2 Fly (EMI)
Dierks Bentley – Long Trip Alone (EMI)
June Christy – The Intimate (EMI)
Cheb Mami – Layali (EMI)
Archive – Noise/Unplugged/All Look the Same (Warner)
Black Bomb A – One Sund Bit to React (Warner)
My Chemical Romance – The Black Parade (Limited Edition) (Warner)
The Who – Endless Wire (Universal)
Children of Bodom – Live (Universal)
I am Ghost – Lovers Requiem (Phonag)
Converge – No Heroes (Phonag)
Funky Brotherhood – Try it (MV)
Union of Knives – Violence and Birdsongs (MV)
Pet – Rewind the Sofa Lady (MV)
The Residents – Tweedless (MV)
Europe – Secret Society (MV)
Miho Hatori – Ecdysis (MV)


Shakermaker aus Basel

Zwei Schweizer erobern New York und Paris: Alex Gloor und Sasha Crnobrnja (ich habe noch nie so viele Anläufe benötigt, um einen Namen richtig zu schreiben) alias In Flagranti (MySpace) sind die neuen Shakermakers. Zum “hypnotic blend of electro-disco-afro-rock-funk-dub” gesellen sich Gloors Trash-Clips, die man als eine Mischung aus italienischen Semi-Soft-Pornos und Paparazzi-Shootings bezeichnen könnte. Die ganze DIY-Romantik wird damit abgerundet, dass sie mit Codek Records ein eigenes Label haben. Chapeau, hier ist etwas ganz Besonderes gereift. Ihr neues Album “Wronger than Anyone Else” (Codek/Discograph) ist im September erschienen. Am 16. und 17. November kommen die beiden Basler nach Zürich in die Zukunft.

http://www.youtube.com/watch?v=AI_yU8M_4wc

Dank an P


Nicht aus dem Handgelenk geschüttelt

Die Deftones sind sowas wie die letzten Überlebenden von New Metal. Zumindest wenn man sich die Bands dieses Genres anschaut, die auch heute noch als zeitgemäss gelten. Und dazu gehören …. nur die Deftones. Die Karriere der Sacramento-Jungs liess sich bis zum neuen Album “Saturday Night Wrist” (Warner) in zwei Phasen gliedern. Die erste Phase betiteln wir als “HC-Phase”, da sie sich auf ihrem Debüt-Album “Adrenaline” und “Around the Fur” noch der harten Gangart widmeten: New Metal mit HC-Einflüssen. “Around the Fur” gilt für viele zurecht immer noch als bestes Deftones-Album. Danach kam die “Larmoyanz-Phase”: Sänger Chino Moreno schrie zwar immer noch, allerdings nicht mehr zu ca. 80 Prozent, sondern nur noch zu 50 Prozent. Die andere Hälfte überzog er mit Stöhnen, Schmauchen und Hächeln. Die Songs waren aber auf White Pony und zum Teil auch noch auf dem selbst betitelten letzten Album, immer noch grosse Klasse und hatten Stil und Format.

“Saturday Night Wrist” hat nun eine neue Phase eingeläutet: Die Songs sind praktisch inexistent. Ausser der Album-Single “Hole in the Earth”, die vieles retten kann, aber leider nicht die ganze Platte, bringen die Kalifornier nicht mehr viel auf die Reihe. Die Melodien verstecken sich hinter noch grösserem Hächeln und Stöhnen von Chino Moreno, die Gitarrenarbeit wirkt uninspiriert, die kickenden Melodien fehlen fast gänzlich. Einige Songs deuten ihr Potential an, doch verlieren sich dann in der Belanglosigkeit. Ein möglicher Grund: die Band habe sich aufgrund der harzigen Produktion beinahe aufgelöst. (Quelle) Das vorliegende Endprodukt kann ein Zeichen für den Zwist innerhalb der Band sein. Fazit: Die Deftones konnten sich nach “Around the Fur” auf sehr hohem Niveau halten. Irgedwann musste der Absturz kommen.

“Hole in the Earth” (mp3)

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“Hole in the Earth” (Video)
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Blogger aller Kantone vereinigt euch

Das finden wir eine gute Idee: Swissblogpress vereinigt etablierte unabhängige Schweizer Blogs zum Wissensaustausch und der gegenseitigen Förderung der Professionalität. Das schreiben die Macher heute in einer Pressemitteilung. Swissblogpress dürfte dazu beitragen, dass Blogs in der Schweiz a) überhaupt mehr und b) als ernstzunehmende Alternative zu klassischen Medien wahrgenommen werden. Gründungsmitglieder sind 13 der bekanntesten Schweizer Blogs, die zu lesen sich lohnt. Wenn es nach uns geht, ist 78s bald auch bei Swissblogpress dabei.


Basel – de Räp isch für Dii!

Knapp 15 Jahre nachdem Black Tiger als erster MC überhaupt Baseldeutsche Reime kickte (“Murder By Dialect” mit P-27) wird die Schweiz seit Anfang Herbst regelmässig mit starken HipHop-Produktionen aus den beiden Halbkantonen Stadt und Landschaft bombardiert. Auf dem Konzeptalbum “Beton Melancholie” von Rap-Pionier Black Tiger rappen gleich 14 MCs aus dem Basler Umfeld und repräsentieren die Stadt in sechs verschiedenen Sprachen. “De Tigrr” reflektiert dazu trocken und stets mit melancholischem Unterton die Widrigkeiten auf und neben den Strassen. Kompromisslos und ignorant wie kein anderen Schweizer Rapper widerspiegelt dagegen Griot (ehemals Mory) “de harti Strosseshit” Basels. Wenn er im gepimpten Schlitten vorfährt und den Sound von “Strossegold” aufdreht, vibriert nicht nur der Asphalt. Das lang erwartete Major-Debüt pumpt wie der Clubshit von 50Cent mit noch dickeren Muskeln.

Weniger Muckis dafür mehr tiefgründigere Reime zeigt Tafs-Rapper Taz auf seinem zweiten Solo-Album “Zum Glück” und hält dabei mit Seelenverwandten wie Greis und Curse die Fahne sehr hoch. Wenige Wochen zuvor hatte bereits Aman, Partner in Rhyme und zweites Drittel der Tafs, sein Debüt “Juli/November” veröffentlicht. Das Trio (mit DJ Flink) ist definitiv “zrugg für d’Lüt” und jetzt auf grosser Tournee. Mit der feuchtfröhlichen Plattentaufe von “New & Improved” in der Kaserne Basel zurückgemeldet hat sich zudem auch die legendäre Latino-Combo Delinquent Habits aus Los Angeles. Das fünfte Album der Tres Delinquentes ist exklusiv auf dem Basler Independet-Label PW Records erschienen, das Management und Vertrieb der Tequila-Rapper in Europa übernommen hat!


Po(m)p

“Marie Antoinette” kam in Cannes schlecht weg, die Pressekonferenz zeigte eine niedergeschlagene Sophia Coppola. Einen Monat bevor der Film anläuft, steht nun der Soundtrack in den Läden. New Wave heisst das Programm – Siouxie & The Banshees, New Order, The Cure, Gang Of Four und Bow Wow Wow die Bands. Gelingt mit dieser Kontextualisierung der 80er im Frankreich des späten 18. Jahrhunderts eine Subversion des Kostümfilms oder werden wir uns mit einem Material Girl im dekadenten Po(m)p langweilen?

On verra…


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