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  • Der musikalische Zeitgeist aka temporär beste Band der Welt Part II (NEU: Mit Grundsatzdiskussion UND Suche nach dem Sinn des Lebens UND ist 78s nur PR?)

    Von    |   15. April 2009   |   75 Kommentare

    Die Silversun Pickups können ihr grandioses Debüt-Album mehr als bestätigen. „Swoon“ ist eine Hommage an Nostalgie und Zeitgeist zugleich.

    Eine kurze Rückblende: Silversun Pickups sind 2006 mit dem grandiosen Debüt „Carnavas“ auf den Plan getreten und haben vor allem in den USA einigen den Kopf verdreht. In Europa hat sich die Begeisterung in Grenzen gehalten (bis auf diese Werbespot-Kampagne). Unverständlicherweise, denn „Carnavas“ bestand flächendeckend aus astreinen, schnörkellosen Hit-Songs. Suchen andere Bands verzweifelt nach einer einzigen Hookline, so gelingt es Silversun Pickups, in einem Song mehrere davon zu versorgen. Man könnte meinen, sie müssten sie entsorgen, so sorglos gehen sie damit um.

    Diese Woche erscheint nun der Zweitling „Swoon“. Und der beweist mehr Tiefgang, wirkt nicht so straight, hat aber gerade deswegen nicht weniger Substanz. Es ist nahezu unmöglich, in einer Silversun Pickups-Besprechung die Smashing Pumpkins nicht zu erwähnen. Damit wollen wir’s aber auch schon belassen, denn die musikalischen Vergleiche mit den Pilzköpfen [autsch] Kürbisköpfen wurden schon zu oft bemüht. Klar, die Kalifornier haben deftig viel 90er Jahre-Sound in sich, aber Grunge ist das nicht, sondern ein Amalgam aus Shoegaze, Noise, Lo-Fi, Indie- und Post-Rock. Und damit wären wir auch schon beim Zeitgeist, denn was bitteschön ist angesagter als Shoegaze und Lo-Fi?

    Der Sound der Pickups ist aber vielmehr, um noch eine Plattitüde zu bemühen, viel mehr als eine nackte Definition bestehend aus Genre-Aufzählungen je aussagen könnte. Da wären die warm-wuscheligen Gitarren-Sounds, die versteckten Keyboards und Streicher, der männliche Sirenengesang von Brian Aubert, der ihre Musik so unverkennbar macht, der dumpf-scheppernde Schlagzeug-Anschlag, alles vereint sich zu einem turmhohen Soundgebilde, das so schön und kraftvoll erstrahlt wie die ersten warmen Sonnenstrahlen an einem Sommermorgen.

    Zwei Platten alt ist die Band erst, aber eines kann schon gesagt werden, diese zwei Platten ragen wie zwei Findlinge aus dem Gros von Veröffentlichungen mehr oder minder überflüssiger Bands heraus, deren Platten man vielleicht einmal hört, danach aber schneller vergisst als der letzte Atemzug. Die Silversun Pickups sind nicht Hype, nicht Retro, sondern aufrichtig und verdammt gut. Ihr Sound ist nachhaltig, hat enorme Kraft und wirkt wie ein gut dosiertes Psychopharmaka.

    Ihr ahnt es, es ist schon eine Weile her, seit wir auf 78s die letzte temporär beste Band der Welt angekündigt haben. Here you go.

    75 Reaktionen

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    1. #1 CerpinTaxt

      08:26 Uhr, 15.4.2009, Link

      „[…] denn die musikalischen Vergleiche mit den Pilzköpfen wurden schon zu oft bemüht.“ das sind dann wohl eher die kürbisköpfe gewesen.
      „In Europa hat sich die Begeisterung in Grenzen gehalten“. bei VISIONS waren sie glaube ich ca. #12 der besten platten des jahres.
      „…und wirkt wie ein gut dosiertes Psychopharmaka“. von solchen vergleichen sollte man besser die finger lassen. weil nur menschen mit psychischen störungen gut dosierte psychopharmaka brauchen.
      „Die Silversun Pickups sind nicht Hype…“. zum glück nicht. leider aber dieser text.

    2. #2 cerco

      08:59 Uhr, 15.4.2009, Link

      danke für den tipp ;-)

    3. #3 jdw

      09:08 Uhr, 15.4.2009, Link

      @cerpintaxt

      diese „hype-vorwürfe“ sind langsam lächerlich. hier bringt jemand seine begeisterung für ein neues album zum ausdruck und macht damit vielleicht andere musikinteressierte darauf aufmerksam. was gibt’s daran auszusetzen???

    4. #4 CerpinTaxt

      09:20 Uhr, 15.4.2009, Link

      @jdw
      stimmt eigentlich. ich vergesse halt immer, dass 78s ein wohlfühl-blog ist und nicht etwa musikjournalismus.

    5. #5 David Bauer

      09:42 Uhr, 15.4.2009, Link

      Oh, speaking of which, was ist eigentlich Musikjournalismus?

    6. #6 Mathias

      09:50 Uhr, 15.4.2009, Link

      CerpinTaxt weiss es. wir bieten dir gerne eine kolumne an, damit 78s etwas journalistischer wird. okay? btw: was hältst du vom album?

    7. #7 CerpinTaxt

      10:47 Uhr, 15.4.2009, Link

      der musikjournalist ist in erster linie kein geschützter berufstitel. von daher ist die frage tatsächlich nicht ganz objektiv zu beantworten. ansonsten kann man sich gerne an frank zappa orientieren (v.a. wenn man selber musik macht) oder einfach behaupten, john peel höchstpersönlich sei musikjournalismus. so simpel ist es natürlich nicht.

      aber fragt doch den dr.pop. der weiss es nicht nur, der weiss es besser. btw: nach dem ersten höreindruck gefällt mir das album sehr gut. aber hey, wenn wir schon dabei sind: macht es nicht mehr sinn platten dann zu besprechen, wenn sie auch im laden erhältlich sind?

    8. #8 David Bauer

      11:36 Uhr, 15.4.2009, Link

      Hey, CerpinTaxt, das war jetzt aber eine, um deine Worte zu verwenden, Wohlfühl-Definition.

      Aber wenn wir schon bei Peel sind: Er wusste, dass Musik nicht objektiv beurteilt werden kann und hat offen für gewisse Bands geschwärmt. Peel hätte 78s bestimmt gemocht.

    9. #9 isidor wachtelmann

      11:42 Uhr, 15.4.2009, Link

      Pumpkins = Pilzköpfe ?
      Pumpkins = Grunge ?
      gute Musik = wie gut dosierte Psychopharmaka?

      auweia, tolle Rezi!!

    10. #10 Le Troubadour

      11:53 Uhr, 15.4.2009, Link

      die pickups sind doch viel zu gut, als hier über blöde inhalte zu diskutieren. deshalb bitte wieder fokus auf die band: ich bin damals durch 78s auf canvas aufmerksam geworden. und liebe die platte. von a bis z. da stimmt einfach alles. und wenn jemand den perfekten song geschrieben hat, dann muss es little lover’s so polite sein.

    11. #11 jdw

      12:38 Uhr, 15.4.2009, Link

      @cerpintext:
      bei cede.ch ist die platte seit dem 14.4. erhältlich…

    12. #12 starttomelt

      12:46 Uhr, 15.4.2009, Link

      Grausame Band. It’s the 1990ies again!

    13. #13 Mathias

      12:48 Uhr, 15.4.2009, Link

      @CerpinTaxt: du bist in der pflicht bursche! Komm schon, gib uns stoff, wenn du schon so schön kritisieren kannst, solltest du auch schön liefern können. denn was bitteschön hat john peel anders gemacht als wir? aus fanperspektive musik beurteilt. ob mans gut oder schlecht macht ist eine andere frage, wenn du dich aber schon hier tummeslt und sogar kommentare abgibst können wir unseren job so schlecht auch wieder nicht machen.
      @Isidor: danke fürs Kompliment. Ich nehme es so wie es gemeint ist ;)

    14. #14 CerpinTaxt

      13:45 Uhr, 15.4.2009, Link

      @David und Mathias
      Na ja, auch ein Geschmackstaliban sehnt sich nach Geborgenheit.
      Klar, Peel war nie und nimmer objektiv. Er war ein Fan. Und Fans sind wir alle, sonst würden wir uns hier nicht tummeln. Die Frage ist, ab wann man den Fan vom Musikjournalisten unterscheiden muss (also den Leser vom Autor). Und diesen Unterschied erkenne ich oft nicht. Weil ich vom Musikjournalismus erwarte, dass er nicht blosse Meinungs- oder Stimmungsmache (bzw. Meinungsbildung) ist, sondern die paar objektiven Krümelchen in der Musikwelt mitberücksichtigt. Denn selbst in der Musik gibt es objektive Standpunkte. Was ihr pointiert nennt, lässt mich eine gewisse Sachlichkeit und Neutralität (oft sogar eine gewisse Fairness) vermissen. Und dann muss man sich nicht wundern, dass man bald nur noch ausschliesslich auf seine eigene Meinung reduziert wird und nicht etwa auch auf sein Fachwissen oder seine Fähigkeiten als Journalist. Aber ja, das ist keine Definition von Musikjournalismus – und deshalb auch nur eine Meinung. Zeilen wie „wirkt wie ein gut dosiertes Psychopharmaka“ sind dann einfach handwerklich ungeschickt. Das kann aber auch mal passieren.

    15. #15 isidor wachtelmann

      14:06 Uhr, 15.4.2009, Link

      Wer selber schon mal damit in Berührung kam, könnte es sogar als geschmacklos empfinden. Klar, Psychopharmaka sind ein weites Feld, es fallen darunter aber einige, die sich wohl kaum als Metapher für das angenehme Empfinden von Musik aufdrängen.

    16. #16 Mathias

      14:18 Uhr, 15.4.2009, Link

      okay. wenn ihr mich am „wohl dosierten psychopharmaka“ aufhängen wollt, dann tut dies. wenn man will, findet man überall ein haar in der suppe. wenn ihr dann auch noch ein paar nette worte zu SP habt, herzlichen willkomen. ihr könnt mir auch musikalisches fachwissen absprechen, denn auch das besitze ich nur zu einem begrenzten rahmen, wie übrigens das gros der sogenannten musikjournalisten in diesem land übrigens auch, wenn man sich deren bands anschaut, dann wird einem schummrig. ich beurteile musik aus der perspektive eines musik-hörenden und versuche in form von buchstabenreihen darzulegen, was ich wie wahrnehme. wenn ihr damit ein problem habt und da muss ich mich alle sechs monate wiederholen – wobei ich dies natürlich sehr gerne tue, denn das zeigt, dass ihr nich von uns lassen könnt – dann müsst ihr uns/mich nicht lesen. aber anscheinend sind wir mit unserem subjektiven gesülze schon zu revlevant. was wiederum eure argumentationsgrundlage schwinden lässt. ausserdem: was (musik)journalismus ist und nicht ist, sollte nicht hier beantwortet werden, dafür gibts fachmagazine und seminare. und nun noch was zum schluss (was ich eigentlich nie schreiben wollte): irgendwie haben wir es ja sehr gern, wenn sich solche threads entwickeln. dass wir mit einer zugespitzten art und weise der berichterstattung das auch herauskitzeln, sollte euch ja bewusst sein.

    17. #17 Mathias

      14:38 Uhr, 15.4.2009, Link

      was mir jetzt grad noch auffällt an deinem kommentar CerpinTaxt: du schreibst: „Was ihr pointiert nennt, lässt mich eine gewisse Sachlichkeit und Neutralität (oft sogar eine gewisse Fairness) vermissen.“

      Pha. Wieso sollen wir neutral sein? wir sind ein weblog, nicht DRS 3 oder sonst ein schüchternes mainstream-medium. wir haben quasi den auftrag unfair und parteiisch zu sein!

      „Und dann muss man sich nicht wundern, dass man bald nur noch ausschliesslich auf seine eigene Meinung reduziert wird und nicht etwa auch auf sein Fachwissen oder seine Fähigkeiten als Journalist.“

      Bitteschön: reduziere mich auf meine eigene Meinung, denn dazu stehe ich! Wir treten hier nicht an um einen wertungsfreien journalismus-stil zu vertreten, sondern wir machen hier meinungen über musik. dass du das so wahrnimmst stimmt mich überaus glücklich. wenn bei dir das als weniger seriös rüberkommt, dann ist das nicht unser problem, sondern m.E. deines.

    18. #18 David Bauer

      14:39 Uhr, 15.4.2009, Link

      Wenn wir Musikjournalismus=John Peel definieren, sind wir ja schon sehr nahe beisammen. Es geht darum, die Freude an Musik weiterzugeben. Hochsubjektiv, grundehrlich und immer mit einem Augenzwinkern.

      Dass uns das als Journalisten nicht davon entbindet, gewisse Standards einzuhalten, ist klar. Wir geben uns alle Mühe, genau dies zu erfüllen. Klappt meistens.

    19. #19 Tommy

      15:42 Uhr, 15.4.2009, Link

      warum sollte menzl auch musikalisches fachwissen haben müssen um über musik zu schreiben. es sei denn, der „musiker“ da oben, macht ausschliesslich mukke für mukker… was wiederum heissen würde nur musiker dürfen beurteilen, was gut und schlecht ist. und ausserdem ist das ja nicht seine platte, sonder die von musikern, die evt. durchaus gerne musik für leute schrieben, die so garnix davon verstehen, sondern eben ganz plakativ platten einfach geil finden. so wie ich übrigens auch…

    20. #20 CerpinTaxt

      16:25 Uhr, 15.4.2009, Link

      @mathias
      ich hänge dich nicht an den psychopharmaka auf. sowas kann passieren.
      wenn ich das richtig interpretiere, dann siehst du dich selbst nicht unbedingt als musikjournalist. ok, das ist in ordnung. und das hier ist ein blog, kein fachmagazin („sondern wir machen hier meinungen über musik“). auch akzeptiert. dann werde ich es in zukunft nur noch als solches wahrnehmen. pass aber ein bisschen auf, dass man euch nicht arroganz vorwirft, von wegen aussagen wie „wir sind schon zu relevant“.

    21. #21 David Bauer

      16:40 Uhr, 15.4.2009, Link

      Wir machen schon Musikjournalismus, einfach nicht den verstaubten, steifen, pseudointellektuellen wie er an viel zu vielen Orten gedruckt und über den Äther gesendet wird. Musikjournalismus im Netz, zumindest wie wir ihn verstehen, ist lebendig, direkt, unverkrampft. Und Musikjournalismus im Netz ist es vor allem egal, ob er nun so genannt wird oder nicht. Hauptsache er wird gelesen und löst bei den Lesern etwas aus.

    22. #22 el pablo

      16:50 Uhr, 15.4.2009, Link

      dem autor gefällt die platte offenbar super und deshalb kam er ins schwärmen. was gibt es daran auszusetzen? nichts, finde ich. um im gegensatz zu den nachplappernden armleuchten im tagi/bund/weltwoche/.. sind die 78s schreiberlinge wenigstens entdeckungsfreudig.

    23. #23 Tom

      17:04 Uhr, 15.4.2009, Link

      @David, Matias: Genau eure beiden letzten Posts (edit: Davids vorletzter, postet halt nicht so schnell!) bringen’s meines Erachtens auf den Punkt – Musikjournalismus kann nie objektiv und objektfern sein.

      (Man kann ja allgemein anzweifeln, ob Journalismus nicht grundsätzlich subjektiv gefärbt ist, Themenwahl, Interviewpartnerwahl, alles legt ja bereits eine Richtung fest)

      Und Blogs sollen imho nicht objektiv sein, das wäre langweilig und wenig interessant.

      Interessant finde ich Mathias‘ Punkt mit dem Fachwissen: Gibt es solche Gestalten überhaupt noch? Peel war sicher einer, in bestimmten Redaktionen gibt es solche Leute auf alle Fälle auch (die dann meist einen sehr breiten Hintergrund haben und „laufende Lexika“ sind). Doch sowas sollte man nicht erwarten (nicht falsch verstehen: allgemein, per se nicht erwarten).

      Macht weiter euer Ding, subjektive Reviews fördern ja auch die Gegenmeinung – und genau von diesem Wechselspiel leben eigentlich Blogs (außer meins ^^)

    24. #24 el pablo

      17:08 Uhr, 15.4.2009, Link

      gut, eine etwas kritischere betrachtungsweise tu ich zwar schon machmal etwas vermissen auf 78s. aber nicht in einem text wie diesem hier. obwohl mir die band überhaupt nicht gefällt.

    25. #25 David Bauer

      17:12 Uhr, 15.4.2009, Link

      @Tom
      Konstruktivismus ist das Stichwort. Nein, Journalismus ist nie objektiv, kann es gar nicht sein.

    26. #26 Phil

      22:34 Uhr, 15.4.2009, Link

      @Mathias: Schwach reagiert da offenbar persönlich getroffen und dies überdeutlich zeigend. Unsouverän.

      Ich habe die Beiträge von CarpinTaxt als durchaus anregende und konstruktive Kritik verstanden. Sie scheinen mir auch ausreichend fundiert, aber in keiner Art und Weise rechthaberisch oder endgültig.

      Meiner Meinung nach dürfte eine solche „Kritik“ am Verfasser sprich seinem Text keine „Sinn-des-Lebens“-Diskussion nach sich ziehen. Obwohl ich sie zugegebenermassen eigentlich recht spannend finde.

    27. #27 stubi

      22:48 Uhr, 15.4.2009, Link

      super! „NEU mit grundsatzdiskussion“. Bei euch kriegt man noch was für’s geld :D

    28. #28 David Bauer

      23:14 Uhr, 15.4.2009, Link

      @stubi
      Fürs Geld? Das wär ja noch besser…:-)

    29. #29 Mathias

      23:15 Uhr, 15.4.2009, Link

      @cerpintaxt: ja, wir sind arrogant.
      @phil: wenn es den anschein gemacht hat, dass mich die kommentare von cerpintaxt persönlich getroffen hätten, dann trügt der schein. so dermassen ernst nehme ich mich nämlich nicht (zauberwort/eigenschaft: selbstironie) – aber ich bin total arrogant, denn ich halte 78s für seeehr relevant in der D-CH. Zum Sinn des Lebens (omg): von sinn des lebens-diskussion soll keine rede sein ausser du vergleichst „definition von blog/musik-journalismus“ mit dem „sinn des lebens“. ich hoffe doch nicht! wir haben diese diskussion, wie sie von cerpintaxt neuerlich vom zaun gerissen wurde, alle sechs monate auf 78s. das ist für mich nur noch routine ;).

    30. #30 Mathias

      23:16 Uhr, 15.4.2009, Link

      @david: zahlt uns stubi geld?

    31. #31 Gabriel

      01:15 Uhr, 16.4.2009, Link

      also abgesehen davon, dass die rolling stones jeden tag des jahres die aktuell beste band sind, gibt es an dieser aktuell besten band nicht viel auszusetzen. ausser, man trinkt zu wenig bier, hat zu wenig sex oder ist als straight edger zu wenig im ying und yang, wenn man hier so infantil rumnölt. gefällt die bänd – oder nicht? alles andere ist ätzend galore. get a life. oder macht es besser als 78s.ch – dürfte nicht leicht sein. g’night.

    32. #32 timo

      03:01 Uhr, 16.4.2009, Link

      kommt für mich zwar nicht ganz an den unglaublichen vorgänger ran, aber trotzdem ein hammeralbum, stimme voll und ganz zu. ups, merke gerade dass das ein ziemlicher off-topic beitrag ist, sorry ;)

    33. #33 timo

      03:03 Uhr, 16.4.2009, Link

      und um doch noch etwas zum thema beizusteuern: wenn hier jemand tatsächlich eine objektive methode gefunden hat, musik zu beurteilen, dann gratuliere!

    34. #34 David Bauer

      07:34 Uhr, 16.4.2009, Link

      @timo
      Ja, bitte keine unpassenden Beiträge zur Musik. Lassen wir gerade nochmal durchgehen, weil du dein Vergehen selber bemerkt hast.

      @alle
      Also irgendwie sind solche Grundsatzdiskussionen ja immer wieder lustig und interessant. Passt auf, irgendwann finden wir hier tatsächlich noch den Sinn des Lebens, wenn nicht gleich die Weltformel.

    35. #35 Ralph Hofbauer

      08:23 Uhr, 16.4.2009, Link

      Eid ma clack shaw.

    36. #36 CerpinTaxt

      08:59 Uhr, 16.4.2009, Link

      Als Anregung (und nur als solche):
      http://www.stefan-niggemeier.de/blog/schlechter-online/

    37. #37 stubi

      09:34 Uhr, 16.4.2009, Link

      yehaaa: „…UND suche nach dem sinn des lebens“. Wow, das ist ja wie mit den waschmittelpackungen mit „neu 30% mehr inhalt“, halleluja.
      @CerpinTaxt
      was hat das monstrum von artikel das du gepostet hast mit 78s zu tun? Meiner meinung nach nichts. Ich wage mal zu behaupten dass 78s mehr journalismus betreibt als viele onlinemedien, denn sie können nicht einfach abgespeckte agenturmeldungen ins netz stellen. Ich finde man merkt, dass sich 78s mit der musik auseinander setzt die hier gepostet wird. Da steckt wohl doch ein stück arbeit dahinter. Nur weil der gestandene journalismus versucht seine meinung zu verbergen und auf riskante formulierungen verzichtet ist er noch lange nicht „besser“.
      @Mathias & David
      Klar bezahle ich euch (ich weiss zwar nicht wie viel). Aufmerksamkeit ist bares. :)

    38. #38 stubi

      09:37 Uhr, 16.4.2009, Link

      ps: wo bleibt tschino? Ich vermisse ihn irgendwie. Oder hat der seinen namen geändert?

    39. #39 CerpinTaxt

      09:44 Uhr, 16.4.2009, Link

      @stubi
      Welcher Teil des Wortes „Anregung“ ist denn missverständlich? Ich denke Vieles davon hat nicht mit 78s zu tun, das eine oder andere aber sicherlich. Vor allem aber das Thema Online-Journalismus. Und am interessantesten finde ich:
      „Die Gefahr, wenn die Medien im Internet als Reaktion auf die noch geringen Einnahmemöglichkeiten die journalistischen Standards senken, ist, dass das Publikum sich daran gewöhnen könnte.“ Oder: „Aus irgendeinem Grund, den ich nicht genau festmachen kann, liegt dieser Strategie die Annahme zugrunde, dass es das Publikum im Internet nicht so genau nimmt.“ Aber wie gesagt, ich habe dies als Anregung verlinkt, nicht als Wertung.

    40. #40 stubi

      09:58 Uhr, 16.4.2009, Link

      im artickel geht es um zeitungen die es verpassen eine anständige webseite zu betreiben um die leser bei stange zu halten. Was machen die zeitungen, sie stellen schlechten inhalt ins netz, da mit sinkenden leserzahlen sowieso schon viel geld flöten geht und sie sich keine guten inhalte „leisten können“. Die artikel sind meist umgeschriebene agenturmeldungen. Bei 78s ist die situation doch eine ganz andere? Drum finde ich trifft der artikel auch als „anregung“ nicht.
      egal, will mich hier nicht verstricken, muss arbeiten :))

    41. #41 David Bauer

      10:45 Uhr, 16.4.2009, Link

      @Cerpin Taxt
      Kann man als Anregung durchaus stehen lassen, zumal es ein interessanter Artikel ist.

      Mit 78s hat er m.E. dennoch kaum zu tun. Senken wir mit unserer Art der Berichterstattung journalistische Standards? Kaum. Erstens muss 78s keine journalistischen Standards erfüllen, anders etwa als die Onlineausgaben renommierter Medien. Zweitens finde ich unsere Berichterstattung gut genug, um nicht als Senkung journalistischer Standards gelten zu müssen.

    42. #42 CerpinTaxt

      11:02 Uhr, 16.4.2009, Link

      @David
      Ja, der Artikel schiesst hier übers Ziel hinaus. Ein paar grundsätzliche Fragen wirft er für mich trotzdem auf. Das tangiert euch aber nur am Rande, einverstanden. Ich weiss nicht, ob 78s journalistische Standards erfüllen muss. Ich frage mich gerade, wer das am Ende entscheidet. Ihr, der Leser generell oder eure Leser im speziellen?

    43. #43 David Bauer

      11:23 Uhr, 16.4.2009, Link

      @CerpinTaxt
      Wir entscheiden das. Und unsere Leser, ob sie es goutieren. Eigentlich ganz einfach.

    44. #44 CerpinTaxt

      11:46 Uhr, 16.4.2009, Link

      Genau das ist ein Zirkulärschluss. Weil die Macher von DSDS auch selber entscheiden, welche Standards sie anwenden wollen. Und solange sie genügend Zuschauer haben, die das goutieren, reicht das. Wirklich ganz einfach. Aber bevor ich hier gelyncht werde: Ich vergleiche 78s selbstverständlich nicht mit DSDS. Ihr macht vieles hier richtig. Ich wollte nur den Gedanken zu ende denken. Was ich damit sagen will ist: Ich empfinde Standards als eine Grundhaltung. Darüber entscheidet in erster Linie ihr selbst. Alles andere gleicht einer selbsterfüllenden Prophezeiung (nach dem Motto: der Erfolg gibt uns recht). Wenn eure Grundhaltung „wir müssen keine journalistischen Standards erfüllen“ ist, dann werdet ihr selbstverständlich vor allem die Leute ansprechen, die das auch nicht erwarten. Und damit wären wir glaube ich auch am Ende der Diskussion, oder?

    45. #45 Mathias

      11:52 Uhr, 16.4.2009, Link

      voll und ganz stubis meinung. Im Niggermeyer-Text gehts darum wie Print mit Online umgeht, nicht umgeht oder umzugehen hätte. Wir sind Online-Only und dann noch Blog-Mag und nicht eine Internet-Seite einer Tageszeitung, das ist eine total andere Ausgangslage. Inwiefern sich Blogs/Online-Mags an journalistische Standards zu halten haben, halten können ist eine andere Frage. Gewisse Standards, wie zum Beispiel die Sorgfalstpflicht werden bestimmt gedehnt. Alleine die Berufung auf meistens bloss eine Quelle wäre eine Verletzung der journalistischen Standards. Aber auch die Betrachtung eines Themas aus rein-subjektiver Sicht kann sich bezüglich Einhaltung der journ. Standards schnell in einem Grau-Bereich bewegen, da wir unsere Artikel nicht klar kennzeichnen als Kommentar, Glosse oder reiner NachrichtenText wie es andere tun. Gewisse Standards gelten m.E. darum für Blogs/Online-Mags nicht mehr, weil sie dem Medium nicht entsprechen. Was allerdings sicherlich noch gelten muss, sind die ethischen Standards. Doch daran halten wir uns soweit ich das beurteilen kann immer. Das tangiert wohlgemerkt auch das Thema Fairness. Aber auch hier: es gibt kein Schwarz/Weiss, sondern eher verschiedene Grauabstufungen. Generell aber geht der Dank an CerpinTaxt für die Anregungen. In der Beurteilung haben wir wohl unterschiedliche Meinungen. Ich denke, wenn wir gewisse journal. Standards streng gemäss Def. einhalten würden, wären wir kein gutes Online-Mag. Diese Diskussion müssten mit Verlaub aber auch weit grössere Online-Medien führen, wie zum Beispiel das Newsnetz, das journ. Standards am Laufmeter verletzt. Und auf deine Frage, wer entscheidet ob 78s journalistische Standards einhalten muss, muss ich leider sagen: du kannst dich gerne an den Presserat wenden, wir haben leider keinen Ombudsmann.

    46. #46 Mathias

      12:08 Uhr, 16.4.2009, Link

      @cerpintaxt: sorry, wir haben glaubs fast gleichzeitig kommentiert: ja, damit haben wir wohl das Ende der Diskussion erreicht ;)…

    47. #47 David Bauer

      13:10 Uhr, 16.4.2009, Link

      @cerpintaxt
      Ich muss glaub meine knappe Aussage von vorhin leicht präzisieren. Es läge mir fern, etwas zu behaupten wie „der Erfolg gibt uns recht“. Denn die Quote alleine ist nie ein zuverlässiges Kriterium für die Qualität eines Angebots.

      Was ich meine ist: Wir verfolgen bei 78s gewisse Standards, die wir für (journalistisch) vertretbar und dem Medium sowie der Thematik angemessen halten. Wer 78s regelmässig liest, kennt unseren Stil. Und natürlich enttäuschen wir damit Leute, die von uns maximal ausgewogene, maximal objektive Musikkritik erwarten, genauso wie diejenigen, die einen aggressiveren, kompromisloseren Stil erwarten (eine zu angepasste Haltung wurde uns ja auch schon vorgeworfen). Beides gibt es an anderen Orten, die nur einen Klick entfernt sind.

      Deshalb meine Aussage: Wir verfolgen eine gewisse Linie und jeder muss für sich entscheiden, ob er uns lesen möchte oder nicht.

      Having said that: Auch 78s ist wandelbar, wir schreiben nicht mehr gleich wie zu Beginn vor knapp drei Jahren. Es gibt also Hoffnung für alle, die 78s gerne anders hätten als es jetzt ist…

    48. #48 CerpinTaxt

      13:46 Uhr, 16.4.2009, Link

      @David, Mathias
      Ich stand in der Pflicht, also habe ich versucht Stoff zu geben. Am Ende ist ja sogar was raus gekommen, finde ich. Daher danke ich für die ehrlichen Ausführungen. Man weiss, woran man ist. Auch wenns alle 6 Monate sein muss.

    49. #49 David Bauer

      14:46 Uhr, 16.4.2009, Link

      „Man weiss, woran man ist.“ — Dann haben wir unser Ziel erreicht.

    50. #50 Marco Durrer

      14:51 Uhr, 16.4.2009, Link

      Um David’s stichwort des konstruktivismus noch kurz aufzunehmen: dieser besagt, dass es keine objektivität gibt (weder im journalismus noch in der wissenschaft), sondern lediglich intersubjektivität, die sich in gesellschaftlichen (für manche fraglichen) konventionen oder in gefühlsmässiger, gegenseitiger identifikation und akzeptanz äussert. dies zeigt sich m.E. besonders in der Kunst bzw. Musik: einer macht’s und manche fühlen sich aufgrund ihres eigenen lebenswandels oder ihrer gefühlswelt davon angesprochen, andere halt nicht. Und das selbe gilt beim darüber schreiben.
      Was mir in diesen (mindestens) halbjährlichen diskussionen manchmal vergessen zu gehen scheint ist die tatsache, dass sämtliche beiträge auf 78s ehrenamtlich entstehen. Nicht, dass ambitionierter und eine möglichst breite intersubjektivität anstrebender journalismus von der bezahlung abhängen würde, aber natürlich fallen die berichte eher positiv als kritisch aus, da man sich die wenige, unbezahlte freizeit lieber mit persönlich für gut empfundener musik vertreibt als mit schrott.
      Und der schrott findet bereits durch seine nicht-erwähnung seine verdiente kritik – abgesehen vom übersehenen und der schlichtweg nicht abdeckbaren fülle an gutem. 78s soll ja letztlich einfach ein wegweiser sein zu von den schreiberlingen persönlich als gute bzw. besser eigestufter musik, die man gleichgesinnten gerne ans herz legen würde. Nun kann man diesen unvertrampelten weg abseits des touristenstroms mit-entlanggehen und atemberaubende, unberührte landschaften, einsame buchten oder abgelegene gässchen entdecken oder aber sich auf den ‚offiziellen’ wanderwegen die touristischen sehenswürdigkeiten ansehen und sich in der masse gegenseitig auf die füsse treten. Wir empfehlen ersteres, die wahl trifft jeder für sich. und die entscheidung kann durchaus auswirkungen auf den persönlichen sinn des lebens haben…

    51. #51 Mathias

      15:31 Uhr, 16.4.2009, Link

      @marco: germanist du! ;)… ne, schön beschrieben, das mit den gässchen und so ;) meine derzeitige lieblingsgasse, oder eher lieblings-bach oder wasserfall, um hier vielleicht eine abrundung zu finden, heisst silversun pickups ;)

    52. #52 chris rosencreuz

      08:57 Uhr, 17.4.2009, Link

      Ist das nicht schlicht eine PR-Seite hier (aber eine gute!)? Schon, oder? War von Anfang an doch auch immer also solche erkennbar (Anzeigen, News raushauen, Gadgets verlosen)? Verstehe nicht, wieso jetzt da einer mit dem Journalismus-Stempel kommen will.

    53. #53 David Bauer

      10:23 Uhr, 17.4.2009, Link

      @chris rosencreuz
      Willst du das tatsächlich diskutieren oder findest du’s einfach lustig, nochmals ein bisschen zu provozieren. Falls ersteres, liefere doch bitte eine etwas fundiertere Argumentation. Oder erklär zumindest mal, was du unter PR verstehst.

    54. #54 Mathias

      12:44 Uhr, 17.4.2009, Link

      PR für gute Musik, genau.

    55. #55 chris rosencreuz

      15:05 Uhr, 18.4.2009, Link

      Naja, viel mehr gibts da ja nicht zu diskutieren. 78s macht Meinungen aufgrund der (zumeist lobenden) Präsentierung von Neuheiten, ob nun ganze Bands oder schlicht deren Platten. Um die Aufmerksamkeit auf diese Topics noch etwas zu verschärfen, werden dann und wann Preise verlost. Und dann gibts noch etwas Bannerwerbung von cede.ch und iTunes. Schon alles sehr „nahe am Produkt“.

      Dass die Autoren hinter dieser Seite in ihren anderen Leben alles fähige (Musik-)journalisten sind, will ich mit keiner Silbe in Zweifel ziehen. 78s ist aber nicht das Portal, wo dies gemacht wird. Hier werden, wie gesagt, selektive Entdeckungen öffentlich gemacht und Meinungen gebildet, und davon profitier ich als Musikhörer immer wieder ganz gerne davon. Um dies aber als den „anderen, frischen, neuen“ oder wie auch immer gearteten Musikjournalismus wahrnehmen zu können, fehlt mir doch noch einiges. Das gilt aber für jeden „Journalismus“, der seine Aufgabe mit der Publikation von News erledigt glaubt.

    56. #56 David Bauer

      15:48 Uhr, 18.4.2009, Link

      Okay, damit lässt sich schon mehr anfangen. Dann sag ich dir mal, was ich unter PR verstehe und weshalb ich der Meinung bin, dass wir hier genau dies nicht machen.

      Wenn 78s eine PR-Seite wäre, dann würden wir uns dafür bezahlen lassen, bestimmte Bands, Künstler, Produkte zu loben. Wir würden das kritisieren, wofür wir nichts bekommen, und das loben, wofür wir Geld einstreichen. Das ist nicht der Fall. Ich möchte gar behaupten, dass wir Werbung und Inhalte deutlich strenger trennen als dies gewisse Gratiszeitungen oder grosse Onlineportale tun. Ich rufe auch gerne wieder mal in Erinnerung, dass Stereogum über eine Ecke Universal Music gehört. Das geht dann schon eher in Richtung PR-Blog.

      Dass in der Tendenz eher positiv berichtet wird, liegt an der Selektion der Inhalte. Wenn etwas eher unbekannt ist und wir es nicht gut finden, berichten wir nicht darüber. Das wäre etwa so sinnvoll, wie wenn ich dir an einer Party jemanden vorstelle und sage: Das hier ist XX, er ist langweilig, arrogant und wird dich die meiste Zeit nerven. Wenn wir also neues, eher unbekanntes vorstellen, dann mit positiver Kritik. Sogenannter Pflichtstoff, also beispielsweise Alben, über die ohnehin gesprochen wird, wird bei uns keinesfalls immer lobend behandelt.

      Verlosungen, da gebe ich dir recht, sind ein Grenzbereich. Wir machen das, weil es für uns ein gutes Werbeinstrument ist und weil wir unseren Lesern damit etwas handfestes bieten können. Um unsere Unabhängigkeit zu wahren, gehen i.d.R. wir auf die Veranstalter und Labels zu für Verlosungen und lehnen auch immer wieder uns angebotene Verlosungen ab (weil wir uns eben nicht diktieren lassen wollen, worüber wir schreiben).

    57. #57 Dominique Marcel Iten

      14:17 Uhr, 19.4.2009, Link

      Musik soll in erster Linie Spass machen. Das zeigt mir auch Mathias‘ Artikel auf. Er hat weder die Pflicht noch den Auftrag, diesen Artikel über eine Band, welche ihm wichtig ist, zu schreiben.
      Es macht ihm einfach Spass.
      Hat er nur 5 weitere Menschen auf diese Band aufmerksam gemacht, und finden auch nur 3 davon die Band wirklich toll, hat es sich bereits gelohnt.
      Im Weiteren gibt es auch einen Grund, warum Leute wie ich und auch viele Andere immer wieder auf 78s vorbeischauen: Es macht einfach Spass.
      Ich habe schon einige Acts dank Beiträge von 78s entdeckt. Ich finde auch nicht jede Band spannend, die hier vorgestellt wird.
      Aber das ist ja doch das genialste am Internet: Man kann selektieren, was einem gefällt.
      Objektiver Musikjournalismus ist für mich nicht nur eine beängstigende Vorstellung, es ist beinahe schon ein Fluchwort, welches nur von elitären Rolling Stone Magazine Fans und NZZ Puristen verwendet wird…

    58. #58 danII

      16:19 Uhr, 19.4.2009, Link

      Apropos NZZ, PR und Objektiver Musikjournalismus – schaut Euch die 3 Beiträge von der Freitags-Ausgabe (17.4.09) an!
      Ein kleiner Gingg ans Bein von Stress, ein spannender Artikel zu Kenny Andersons „Fence Collective“ und seinem Umgang mit Begehrlichkeiten von Major-Labels, sowie eine Rezension eines neuen Albums einer mir nicht geläufigen, offenbar aber höchst erfolgreichen Zürcher Folk-Metal-Band:

      http://www.nzz.ch/nachrichten/kultur/pop_und_jazz

    59. #59 chris rosencreuz

      21:01 Uhr, 19.4.2009, Link

      guter beitrag von danII. genau das meine ich. und genau so sehr ist dominique marcel iten auf dem holzweg. musik soll spass machen? na klar – und noch viel mehr als das. und genauso das verbreiten von musik. darum gehts ja nun wirklich nicht. wenn man „objektiven musikjournalismus“ als kritik von kulturprodukten nach objektiven standards verstanden haben will, ist tatsächlich etwas schief. aber das behauptet ausser d.m. iten ja auch keiner. und anstatt nur darüber zu schnöden, täte die lektüre von 20minuten und rockstar auch z.b. die nzz gut, um zu merken, in welche richtung es gehen könnte: nicht nur meinungsbildung zu neuheiten (dazu gibt es blogs oder foren oder den stammtisch oder wasweissich), sondern eben: einbettung, reflexion, nachdenken über den teller- bzw. plattenrand hinaus. eben das, was guter journalismus auch leistet ausserhalb der sparte musik und was ihn von newsportalen, ob das nun 20min.ch oder – in einem anderen sektor – 78s unterscheidet. das soll ja auch nicht deren auftrag sein.

      @david bauer: nun, das ist klar. bezahlte PR wollte ich euch keinesfalls unterstellen. aber ob etwas in der sache PR ist, hängt ja nicht vom gehaltsscheck ab.
      selbstverständlich äussert ihr euch nicht nur lobend. aber eben: musikjournalismus muss meiner meinung nach mehr sein als nur platten zu bewerten und news aus der branche zu verkünden (mögen sie auch selektioniert sein). der musikjournalismus sollte – ich mag mich wiederholen – auch kontexte berücksichtigen wie jede form von gutem journalismus. das sind dinge, die ein blog meiner meinung nach nicht leisten kann und auch nicht leisten muss. hier gehts um subjektivität, news, meinungsbildung. also um die aktivitäten eines forums, wie sie sich substanziell seit dem alten athen nicht verändert haben.

    60. #60 Dominique Marcel Iten

      22:37 Uhr, 19.4.2009, Link

      @Chris: Vielen Dank, aber Dominique reicht völlig aus.
      Ich wage jetzt mal zu behaupten, dass du nicht wirklich verstanden hast, was ich sagen wollte.
      Ich denke nicht, dass ich auf dem Holzweg bin, da sich meine Aussage einzig auf das Thema bezog, ob Mathias‘ Artikel und sein Lob auf diese Band nun berechtigt sind (was ja der Meinung einiger Leute nicht so ist).
      Meiner Meinung nach hat Mathias vollkommen Recht, wenn er in einem Indie Musik Blog eine Band anpreist, welche aus seiner Sicht grossartig ist.
      Es ist auch ein Paradebeispiel dafür, dass Musikjournalismus nicht objektiv sein KANN und das auch nicht sein MUSS, weder auf 78s, in einem Visions oder in einem Rolling Stone.
      Soviel dazu.
      .
      Ich stimme dir voll und ganz zu, dass ein Blick über den Tellerrand sehr gut tun kann.
      Genausosehr belächle ich z.B. auch eine 20min, finde das Rockstar eher ein Blatt voller verschenkter Möglichkeiten…und ganz nebenbei lese ich regelmässig die NZZ (und manchmal auch das Rolling Stone…trotz ihrer Bob Dylan Vernarrtheit…soviel zu Objektivität).
      Hättest du genau gelesen, würdest du verstehen, dass sich meine Aufzählung nicht auf die genannten Blätter bezieht, sondern auf die Leute, welche diese lesen, und bei anderen Blättern dann meckern, wenn etwas nicht nach ihren gewünschten Standards gerichtet ist.
      Musikjournalismus war schon seit jeher eine Mischform des Journalismus.
      Ich habe schon grossartige wie tiefgründige und zum Teil auch kritische Reportagen gelesen, welche sich auf eine Band oder Einzelkünstler bezogen und in meinen Augen sehr guter Journalismus waren.
      Etwas, was auf einem Blog wie 78s in jener Form auch gar nicht möglich wäre.
      Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass viele Leute den Aufwand zur Besprechung einer Platte völlig unterschätzen.
      Plattenrezensionen, News und zu einem gewissen Teil auch Meinungsbildung…das sind Aufträge, welche aus deiner Sicht 78s erfüllt. Finde ich auch. Und sie tun das meiner Meinung nach gut.
      Und wie du ja selbst sagst: das ist nicht der Auftrag eines Blogs, denselben Journalismus zu betreiben wie eine NZZ oder eine Visions.
      Ich persönlich habe auch nichts gegen die von mir erwähnten Blätter, denn wie bereits erwähnt: Man darf und soll ja selektieren.
      Mich persönlich stört die Sache, dass gewisse Leute sich mit der Form dieses Blogs nicht abfinden können, und dies laufend Kund tun müssen…
      So unterschiedlich sind unsere Meinungen nicht, mein Lieber =)

    61. #61 David Bauer

      22:43 Uhr, 19.4.2009, Link

      Langsam versteh ich, was du meinst, Chris. Und natürlich hast du in gewissen Punkten recht. Letztlich ist das, was wir hier machen, die mit den vorhandenen Ressourcen bestmögliche Annäherung an ein Ideal (wobei unser Ideal von Musikjournalismus eher nicht mit dem der NZZ übereinstimmt). Wir würden anders schreiben, wenn wir uns 100% 78s widmen könnten.

      Wenn du mir aber erklärst, dass 20min und Rockstar mehr Einordnung und Reflexion bieten als 78s, dann leben wir in zwei komplett verschiedenen Welten (oder versteh ich den Satz einfach falsch?).

    62. #62 Mathias

      09:50 Uhr, 20.4.2009, Link

      http://www.zeit.de/online/2009/16/echolot?page=all

    63. #63 chris rosencreuz

      18:52 Uhr, 20.4.2009, Link

      @ david: natürlich verstehst du das falsch, geht gar nicht anders: habe in der schreibe geschludert. „anstatt nur darüber zu schnöden, täte neben der lektüre von 20minuten und rockstar auch z.b. die nzz gut, um…“, so war es natürlich gemeint, pardon. insfern gibts auch @dominique nicht viel mehr zu sagen, ausser nochmals auf den (meiner meinung nach) schon bedeutsamen unterschied zwischen blog und journalismus hinzuweisen, ob nun in der sparte musik oder sonst wo. das hat eher mit der form des mediums und weniger mit den topics zu tun. dass musikjournalismus, wo er wie in den oben erwähnten medien (und, so er denn einer sein soll, auch hier) eher mangelhaft ausgeübt wird, dazu dient der link von mathias als schöner beleg. ohne recherche und ohne historisches wie generell kontextuelles bewusstsein gehts halt im j. nimmer.

    64. #64 David Bauer

      19:29 Uhr, 20.4.2009, Link

      Dass du uns die Lektüre des RockStar unterstellst, beleidigt mich jetzt aber…

      Ausserdem schnöde ich lieber gegen die Texte von 20Minuten als die der NZZ. Die NZZ finden wir super: http://www.78s.ch/2008/06/03/die-internetperlen-itunes-lastfm-78s/ und http://www.78s.ch/2008/02/14/78s-in-der-nzz/.

    65. #65 Tschino

      20:35 Uhr, 20.4.2009, Link

      ui David – beiss‘ ja die hand nicht zu fest, die dich füttert..;o) ..a propos – passt ja gut hierher: http://www.sonntagszeitung.ch/multimedia/artikel-detailseite/?newsid=76040

    66. #66 chris rosencreuz

      09:06 Uhr, 21.4.2009, Link

      na was, ich schau mir das rockstar ja auch an.

    67. #67 Mathias

      10:27 Uhr, 21.4.2009, Link

      pfui. wir lassen uns ja viele vorwerfen, aber rockstar lesen, da müssen wir uns also vehement wehren. das grenzt an diffammierung

    68. #68 chris rosencreuz

      11:40 Uhr, 21.4.2009, Link

      ich sag ja auch nicht „lesen“.

    69. #69 stubi

      12:22 Uhr, 21.4.2009, Link

      who’s back?
      Tschino!

    70. #70 Mathias

      12:33 Uhr, 21.4.2009, Link

      @chris rosencreuz: ;)… okay. ich komme jeweils nicht drumrum, dass das Titelbild jeweils schemenhaft in den peripheren Blickbereich eindringt.

    71. #71 David Bauer

      13:15 Uhr, 21.4.2009, Link

      @chris rosencreuz
      Doch, du hast „Lektüre“ geschrieben. Unsere Rechtsabteilung prüft gerade, ob das für eine Ehrverletzungsklage reicht.

    72. #72 Mathias

      09:46 Uhr, 22.4.2009, Link

      http://www.de-bug.de/mag/6307.html

    73. #73 Mirko die Welle

      13:50 Uhr, 27.7.2011, Link

      Sinn des Lebens 42 ! Ech hat das von euch noch niemand gemerkt?! Was seid ihr alles für Banausen!

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