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Russische Föderation: Mузыка zwischen Untergrund und Kommerz

Von Marco Durrer

Guter Fussball ist wie gute Musik: leidenschaftlich, druckvoll und treffsicher. 78s präsentiert die Teilnehmerländer der Fussball-Europameisterschaft von ihrer musikalischen Seite. Heute: Russland.

RusslandAusser den Pseudolesben T.A.T.U. oder die nur mit reichlich Wodka erträgliche Russendisko (und die klassischen Klassiker natürlich) hat es kaum etwas Musikalisches aus Russland in den fernen Westen geschafft. Dennoch müssig zu erwähnen, dass trotz schwieriger politischer Umstände auch in der ehemaligen Sowjetunion neben einer ausgeprägten Folklore sämtliche, aus dem Westen hinübergeschwappten Stile Nährboden fanden – wenn vielleicht auch mit 10 bis 15 Jahren Verspätung.

Beim Blick auf die Geschichte stechen einige Schlüsselfiguren heraus: Alla Pugatcheva beispielsweise, die Mutter des Russenpop, welcher mit schmalzigen Retortenbands wie Diskoteka Avaria, Britney-Abklatsch Alsu oder dem Enrique-Verschnitt Dima Bilan mittlerweile ebenso stark schwach ist wie der globale Mainstream-Pop.

In den 1980er Jahren wurde aber auch die Untergrundszene des Rock und Punk immer grösser und der Kopf der wohl kultigsten russischen Band Kino, Viktor Tsoi, zur Galionsfigur erklärt. Mit seinen regimekritischen Texten sprach er der jungen Generation aus dem Herzen – so sehr, dass sich nach seinem Autounfalltod 1990 Dutzende Jugendliche das Leben nahmen.

Mit dem Selbstmord des grossen Gitarrenpoeten Alexander Bashlachev ‘88, dem Alkoholtod von Mike Naumenko (der Rock’n'Roller Zoopark) und dem Angriffsflächenverlust wegen dem Zerfall der Sowjetunion ‘91 verlor die klassische Rockwelle aber ihren subversiven Drive. Dennoch haben sie alle (plus Akvarium, Noll u.v.m.) wesentlich dazu beigetragen, dass Rock in den 90er Jahren – begünstigt durch Glasnost – mit bspw. Leningrad an die kommerzielle Öffentlichkeit rollte und durch Aria selbst dem russischen Metal internationale Bekanntheit bescherte.

Fazit: Da sich fussballmetaphorisch der musikalisch potentere Sturm des weltgrössten Landes vorallem zentralistisch um Moskau und St. Petersburg schart, schaffen es die Schweizer vielleicht durch besseres Stellungspiel zum 1:1 und Elfmeterschiessen, in dem sie allerdings – durch eine stabilere Geschichte verweichlicht und nervenschwach – (wieder) kläglich versagen.

Gute Musik aus Russland jenseits von Balalaika und Popkitsch:

Volgadetinushka (experimenteller ElectroFolk):

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Umka i Brodone and out (hippie’esker FolkRock):

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Zooparkunentzifferbar… (BoogieWoogie)

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Bisher erschienen in der 78s-Euro-08-Serie:
> Schweden
> Holland

Die Illustration stammt aus dem Euro 08-Sammelalbum des Tschuttiheftli, dem einzig wahren Fussballbildli-Album: > Mehr Infos.


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  1. Björn Bauer

    10:05 Uhr 19.4.2008

    http://www.myspace.com/verticals
    http://www.myspace.com/musicpunktv

    …mehr fällt mir zu Russland aber auch nich ein.

  2. Ralph Hofbauer

    10:37 Uhr 19.4.2008

    Vladimir Visotsky:
    http://www.78s.ch/2007/04/29/obskuradio-vol-9-lyricheskaya/

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