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  • The bianca Story. Anfang der Diskussion.

    Von    |   31. Januar 2012   |   23 Kommentare

    The bianca Story sind nichts anderes als ein artsy Schauermärchen. Die Gründe dafür sind so vielfältig wie die kreativen Ergüsse der Band.

    „Bä!“, ruft die Geschmackselite, wenn Lady Gaga Gesprächsthema wird. Rasch wird über die Amerikanerin getuschelt und schnell ist das Urteil gefällt: Lady Gaga verfügt zwar über eine prächtige Garderobe, Talent ist bei ihr aber Mangelware.

    Grosse Verpackung, wenig Inhalt: Damit entzückte auch Lana del Rey kurzfristig. Spätestens seit der Veröffentlichung des Debüts relativieren jedoch viele ihre vorherigen Liebesschwüre, kratzen sich leicht verlegen am Kopf und murmeln: „Video Games bleibt toll!“

    Trotzdem sind die beiden Damen immer noch Dauergäste auf Hitlisten und in Blogs. Ähnlich wie The bianca Story. 2008 begrüssten mich die Basler mit „Hi Society!“. Ich winkte freudig zurück. Ahnungslos, dass die Band mit ihrer Dauerpräsenz bald eine drittklassige Ex-Miss vor Neid erblonden lässt.

    Denn wie Lady Gaga und Lana del Rey sind The bianca Story Meister der Inszenierung. Sie rücken sich nicht mit dämlichen Outfits oder hirnrissigen Lebensläufen in den Mittelpunkt. Sie grabschen subtiler nach mehr.

    Es gab „ein theatrales Konzept in elf Songs“ und eine Elektro-Oper. Es gab Applaus und nette Presse. Der Gesellschaft wurde vor lauter geteilter Kreativität schwindlig und sie rief eifrig: „Kunst!“. The bianca Story waren deshalb bald nicht mehr irgendeine erfolgreiche Band aus der Schweiz. Sie waren Künstler und die Schweiz atmete erleichtert auf. Endlich! Endlich ist die Schweiz nicht mehr das Bünzliland. Vielleicht kündigte deshalb die liebste Pendlerzeitung das neue Album so freudig an: „The Bianca Story entdecken Heimatgefühl“.

    Doch das Album ist nicht sehr erfreulich. Zwar wurde der Zweitling verheissungsvoll „Coming Home“ genannt, ihren Platz haben The bianca Story aber trotzdem nicht gefunden. Auf dem Album lösen sich seichte Mainstream-Hymnen ab. Ähnlich dem, was bereits jetzt in besseren Stunden aus dem Radio dudelt. Das macht das Album erträglich und zugänglich. Aber es macht aus The bianca Story eine Popband und das passt nur bedingt zu ihrem gierigen Anspruch auf künstlerische Einzigartigkeit.

    The bianca Story scheinen mehr Hülle als Fülle zu sein. Mit ihrem Album entthronen sich die selbst ernannten Künst-Könige. Denn wie bei Lana del Rey und Lady Gaga überdecken die Schweizer ihr Talent mit zu grossen Gesten. Leider nicht in der Musik, sondern auf Nebenschauplätzen. Somit ist die schillernde Bianca-Blase endgültig geplatzt. Zurück bleibt ein Album von irgendeiner Band aus dem Bünzliland.

    Das Ende der Diskussion wurde bereits am 15. Januar 2012 veröffentlicht.

    23 Reaktionen

    1. #1 flo

      19:11 Uhr, 31.1.2012, Link

      Let’s Get Ready To Rumble!

    2. #2 ThinkMorchel

      20:32 Uhr, 31.1.2012, Link

      Cooler Blog! Gute Schreibe (was nicht häufig ist). Gefällt uns!

      Herzlich Eure bloghuette

    3. #3 Andreas

      21:44 Uhr, 31.1.2012, Link

      Der Blog hat einen Fehler: Das Album ist grossartig. Lustigerweise finden dies alle, ausser diese Bloggerin. Wer Probleme mit Pop hat, der muss sich halt nach einem neuen heissen Indie Scheiss umsehen.

    4. #4 Frank

      22:03 Uhr, 31.1.2012, Link

      Gut gut, auch mir ist das Album zu glatt, etwas zu gefällig – mehr Extreme in den Arrangements oder im Songwriting hätten mehr bei mir ausgelöst.

      Dennoch fing ich an, mir Gedanken zu machen: als Vielreisender fühle ich, dass kein Land es besser versteht grosse Gesten zu missbilligen, als die Schweiz.
      Auch wird einem immer nur eine einzige Chance zugestanden – wer diese verschenkt, seine Erwartungen nicht erfüllt, der muss Platz machen, umsatteln, künftig die Finger davon lassen. Der künstlerische oder musikalische Kampf um persönliche Ausdrucksfindung oder dessen Neuerfindung wird in der doch recht abgesicherten Schweizer Gesellschaft immer wieder von Neuem erstickt. Auch ist in der engen Schweiz der Druck sehr gross, wenn etwas als suspekt, zu intellektuell, zu laut oder gar zu leise oder zu melancholisch wahrgenommen wird. Der Künstler darf hier seine Bühne nie zu hoch bauen, er darf sich nie zu weit von Seinesgleichen entfernen, egal, ob das nun gebildete Studenten oder Hausfrauen sind. Und viele Künstler gelten durch die kleine Medienlandschaft bereits als arriviert, bevor sie überhaupt ihr erstes Werk veröffentlicht oder irgendeinen Rappen eingenommen haben. Schon rümpft der Doch-nicht-Hipster sein wählerisches Näschen und kanzelt jeden Schweizer Künstler, der nach draussen greift, als Möchtegern ab. Denn die Schweizer Künstler kommen ja am Ende doch auch aus Aarau, aus St. Gallen, Basel oder Biel – wie er selbst.
      Natürlich sind dies Mechanismen, die in diesem Bereich in fast allen Ländern anzutreffen sind. Aber die Dichte und Enge in der Schweiz empfinde ich zu oft als erstickend und maliziös.

      Die Biancas sollen weiter pushen, nerven, machen, erfinden. Und vielleicht gibt es irgendwann einen Schweizer Künstler, der auf dem schliesslich doch ersehnten grossen Niveau träumen und rätseln lässt.

    5. #5 Fred

      22:34 Uhr, 31.1.2012, Link

      78s.ch zeigt wie man bloggen muss! Danke.

    6. #6 fisch

      10:14 Uhr, 1.2.2012, Link

      Lady Gaga ist nicht talentlos! Zu ihrer Musik kann man schon gespaltener Meinung sein, aber dass sie was kann, ist unbestritten. Ich meine, sie hat ziemlich viele Fäden von dem was sie macht, in den eigenen Händen!

    7. #7 zotto

      10:51 Uhr, 1.2.2012, Link

      @frank: weisst du was? ich empfinde die schweiz ebenfalls als hartes pflaster was das künstlerische angeht, aber fuck it, ich mache mir gar keine gedanken als band oder musiker ob ich nun zu laut/leise/melancholisch bin. ist mir einfach egal. man sollte sich gar keine gedanken machen, und ich glaube the bianca story interessiert dieses blog-geschreibsel hier herzlich wenig, was ja auch gut ist. ich glaube einfach, dass die schweiz als land gut ist für diejenigen, die arbeiten und ihr geld in ein einfamilienhaus investieren, danach kinder kriegen und auf ihre rente warten . künstler und artists sollen sich gefälligst aus diesem land verpissen, hier wirst du nur belächelt, wenn du dich als musiker ausgibst (als erfolgloser, versteht sich…als erfolgreicher aber auch….).

    8. #8 domi

      12:27 Uhr, 1.2.2012, Link

      „Denn wie bei Lana del Rey und Lady Gaga überdecken die Schweizer ihr Talent mit zu grossen Gesten.“ finde ich sehr treffend ausgedrückt. zieht sich meiner Ansicht nach durch einiges an aktueller schweizer musik & filme und wirkt auf mich etwas ungeschickt.

    9. #9 Dan

      17:46 Uhr, 1.2.2012, Link

      schaut mal über die grenzen ihr super bünzli ich weiss was gut ist blogger, das sagen die deutschen:
      http://www.cdstarts.de/kritiken/109234-The-Bianca-Story-Coming-Home.html
      http://www.just4fun-magazin.de/news/die-schweiz-hat-viel-zu-bieten-.html
      http://www.alternativmusik.de/rezensionen/the-bianca-story-coming-home/##
      http://www.motor.de/motormeinung/motor.de/the_bianca_story_coming_home.html

      einiges differenziertes. Vor allem wisst ihr was? Die schreiben über die Musik! und zwar mehr als 3 uninspirierte sätze…
      das soll ein guter blog über ein album sein? ist das hier eigentlich ein musikblog oder lasst ihr euch alle von nem bisschen kunstfirlefanz, heimat-was-weiss-ich-schweiz-irgendwas blenden? who cares? ein guter song ist ein guter song und da kann leider aktuell niemand dieser band das wasser reichen.

    10. #10 Reto

      18:36 Uhr, 1.2.2012, Link

      Der Schlusssatz dieser Kritik trifft es auf den Punkt:
      http://burnermagazin.tumblr.com/post/16826380552/albumkritik-the-bianca-story-coming-home

    11. #11 Michael

      20:43 Uhr, 1.2.2012, Link

      Klassisch. Warum genau ist es weniger bünzlig, die „Deutschen“ als Entkräftungswettschreiben ins Feld zu schicken?

    12. #12 zotto

      00:35 Uhr, 2.2.2012, Link

      @dan: wäre noch die frage, was genau ein guter song ist. weisst du’s?

    13. #13 Dan

      16:20 Uhr, 2.2.2012, Link

      Bin kein schreiberling, oder willst du jetzt ne anleitung? ein guter song muss man hören. Ich kann dir aber viele beispiele geben und einige davon befinden sich auf dem neuen bianca story album.
      Coming home, high&low, lazy boy…

    14. #14 starttomelt

      18:34 Uhr, 2.2.2012, Link

      Die Ausrede, dass, wer ihre Musik nicht mag, einfach Mühe mit Pop-Musik hat bzw. ein „Indiespiesser“ ist, benutzen Band und Fans ja schon lange. Das macht die Musik leider keinen Deut spannender.

    15. #15 zotto

      21:27 Uhr, 2.2.2012, Link

      @dan: ein guter song muss man hören. mhh, da ist was dran. vielleicht müsstest du mal was anderes „gutes“ hören, dann würdest du feststellen, das TBS-songs eben nicht gut sind, sondern so naja. bilde dich mal ein bisschen weiter! es gibt sooooviel andere gute musik (oder noch bessere). und ja, auch popmusik…

    16. #16 Dan

      21:44 Uhr, 2.2.2012, Link

      Hey danke für den tip zotto. Das wollte ich schon lange mal machen. Ich hab drum bis anhin erst diese eine platte gehört und jetzt aber zum glück grad erfahren dass es da draussen sooooo viel bessere andere musik gibt. Danke, wirklich you saved my life!
      Morgen besuch ich ein weiterbildungskurs bei der indiepolizei

    17. #17 Thom

      21:55 Uhr, 2.2.2012, Link

      „Du Bianca Story, warum heisst euer neues album eigentlich „coming home“? Wart ihr denn überhaupt weg?“
      „Ja wir waren in England beim aufnehmen, weisch! Da wo auch die beatles aufgenommen haben!“
      „SOOO COOL!“

    18. #18 zotto

      01:02 Uhr, 3.2.2012, Link

      @dan: gerne geschehen. das indie-volk kam mir schon des öfteren recht ungebildet vor. viel spass beim kurs.

    19. #19 Roman

      00:20 Uhr, 5.2.2012, Link

      herzliche gratulation – gut gemacht mit eurem charts einstieg!
      von wegen die schweizer hitparade wird nur von majors gesteuert..

    20. #20 Johnny Rotten

      18:09 Uhr, 20.2.2012, Link

      Danke Eva. Endlich mal jemand auf 78s der/die sich kritisch mit diesen aufgeblasenen CH-Pop Grüseln auseinandersetzt.

      “You’ll find that empty vessels make the most sound.” Johnny R.

      @Dan: Besuch besser mal einen Grammatik-Kurs. Dort lernt man unter anderem auch den Nominativ vom Akkusativ zu unterscheiden.

    21. #21 Regi

      10:27 Uhr, 12.3.2012, Link

      Liebe Eva!
      LIVE sind die eine unbeschreibliche Wucht! und bitte schreib doch erstmals den Bandnamen richtig…
      Hier spürt man das die Schreiberin unbedingt schreiben will. Schade!
      Denn die Platte ist wirklich grosse Klasse!

    22. #22 Regi

      10:29 Uhr, 12.3.2012, Link

      Johnny Rotten, du eiferstüchtiger Musiker du…

    23. #23 lüku

      13:07 Uhr, 20.3.2012, Link

      „Aber es macht aus The bianca Story eine Popband und das passt nur bedingt zu ihrem gierigen Anspruch auf künstlerische Einzigartigkeit.“ besser kann mans nicht sagen!

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