Alle 1729 Artikel von David Bauer
(Not) a-muse-d?
über: “Black Holes & Revelations” von Muse (Warner Music)
Also Mathias, dann nehm ich dir gleich den Wind aus den Segeln: Du willst sicher kritisieren, dass Muse völlig Mainstream geworden sind und tönen wie Coldplay im Vaterschaftsurlaub. Ich sage: Na und? Wenn Muse Mainstream werden, schliessen 5 andere gute Indie-Bands die Lücke, der Mainstream ist um eine wirklich gute Band reicher und ein DJ Bobo mehr wird in Rente geschickt.
Muse wehrten sich immer gegen Stillstand. Auf “Black Holes and Revelations” versuchen sie es mit mehr Streichern, etwas Akkustikgitarren und elektronischen Stilmitteln. Das ist ja durchaus legitim. Allerdings: Muse haben sich zu sehr verbogen, um nicht wieder dasselbe Album zu machen wie zuvor. Nur drei Beispiele: “Supermassive Black Hole” (Mischung aus Smashing Pumpkins zu Adore-Zeiten und Christina Aguillera) kommt auf die nächste Ibiza-Compilation, “Hoodoo” (Wüstengitarre und Larmoyanz) ist wohl der schlechteste Muse-Song ever, und “Soldier’s Poem” ist etwas viel Freddy Mercury auf ein Mal.
Ich glaube, Muse wehren sich weiterhin erfolgreich gegen den Stillstand. Dieses Album muss als Übergangsphase verstanden werden. Die ersten drei Alben waren stilprägend und ragten aus der Musiklandschaft Britanniens heraus. Muse sind nun auf der Suche nach neuen Ufern und wagen die Odyssee. Daher die teils seltsamen Stilkombinationen. Und doch sind da Songs für die Ewigkeit: Invincible etwa, eine Ballade, wie sie Keane im Leben nie hinbekommen werden. Assassin, möglicherweise der beste Muse-Song ever. Oder Exo-Politics, das die Gespenster von Stockholm Syndrome zurückruft. So klingt Perfektion.
Von Umschreibungen wie “Perfektion” oder “beste(r) Muse-Song ever” würde ich im Rahmen dieser Album-Besprechung einen sehr grossen Bogen machen. Wenn deine These stimmt, und dies ein sogenanntes Übergangsalbum ist, dann wird es wohl im Rückblick als “schlechtestes Muse-Album ever” abgekanzelt werden. Mit “Assassin” geb ich dir Recht. Früher gab’s ein Dutzend solcher Kracher, jetzt noch einen. Das macht den Braten nicht feiss.
Von David Bauer | 2. Juli 2006 | 0 Kommentare
Basler poppen besser
Als “elektronisches Rockalbum” ist es vom Label angekündigt worden, das neue Album der Basler Lovebugs. Das ist es natürlich nicht geworden, sondern ein “Nachtalbum”, wie die Band jetzt selber sagt, ein melancholisches Liebesalbum gewissermassen, mit Avalon als Highlight. Misst man die Lovebugs endlich nicht mehr an ihrer Vergangenheit, so muss man sagen: “In Every Waking Moment” (Gadget/Phonag) ist ein hervorragendes Pop-Album. Und Pop ist ja so schlecht nicht.
Von David Bauer | 30. Juni 2006 | 1 Kommentar
Erinnert ihr euch: Der blonde von N’SYNC?
[hier sollte ein Bild sein von Justin, habe aber kein schönes gefunden, dafür ist dies hier schön doppeldeutig]
Grosse Ereignisse werfen ihren Schatten voraus – grossgemachte Künstler (oder vielleicht hier besser: Acts) werfen ihre Marketingmaschinerie voraus. So wird bereits jetzt per Pressemeldung angekündigt: Am 8. September kommt Justin Timberlakes neues Album, ab dem 7. Juli wird die erste Single im Radio zu hören sein. Produziert haben das Album u.a. Rick Rubin und Timbaland. Da kann nichts schief gehen, die beiden würden wohl sogar mit mir ein gutes Album produzieren.
Von David Bauer | 19. Juni 2006 | 0 Kommentare
Bikini Test
Wer Phoenix mag, wird sich in Rhesus in sekundenschnelle verlieben. Das Trio aus Grenoble macht denselben luftigen Indie-Pop wie Phoenix, mit Melodien aus einer anderen Galaxie. Ihr Debutalbum “Sad Disco” ist bei PIAS erschienen (das alleine ist Garantie genug für hohe musikalische Qualität) und, da lege ich mich spontan fest, “Bikini Test” wird der Indie-Sommerhit des Jahres (so es denn einen Sommer gibt). Rheses, das ist Wohlfühlpop mit extra Gänsehautfeeling dank der Stimme Aurélien Marie, die wie eine etwas glücklichere Version von Jeff Buckleys Organ klingt.
Wer hier nicht reinhört, ist selber schuld – oder ein abgrundtiefer Sommerhasser. Songs gibt es wie immer auf MySpace.
Am 18. Juli sind Rhesus am Paléo Festival zu sehen.
Von David Bauer | 3. Juni 2006 | 0 Kommentare
The Delilahs bitten zum Tanz
Sie sind und bleiben die Lieblinge der Deutschweizer Presse: The Delilahs, aufgehende Musiksterne aus Zug. Am 5.6. erscheint ihre zweite Single, “Let’s Tango”. Wie schon bei der ersten Single “This Is It” liefern die drei jungen Frauen einen schönen Remix des eigenen Songs mit (The Delilahs go Disco-Pop). Dazu gibt es, rechtzeitig zur Fussball-WM, den Song “One Nil At Home”. Durchaus WM-Hymnen-tauglich.
Alle genannten Songs gibt es auf MySpace.
Von David Bauer | 31. Mai 2006 | 0 Kommentare
Goldfish
Bevor der Mai zu Ende geht, muss ich noch etwas über die beste Schweizer Platte des Monats schreiben. Luzerns talentierteste und dem Vernehmen nach auch faulste Rockband hat es endlich geschafft: Highfish präsentieren nach zwei EPs ihr Debutalbum “Suck Push Bang Blow” (Little Jig/Irascible). Und die Luzerner Haudegen schöpfen hier das ganze Potential aus, das sie damals mit “Rip Tide” angedeutet haben. Das ist Stoner Rock von der ganz dreckigen Sorte. Hut ab. Wetten dass Albert Kuhn sie in der Weltwoche zum Anlass nimmt, um wieder mal über Basel herzuziehen?
Hörproben hier.
Von David Bauer | 29. Mai 2006 | 2 Kommentare
Kirchenlieder der Neuzeit
Ich will ja niemandem zu nahe treten…
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Hier gibt’s noch das Video zur Single.
Von David Bauer | 23. Mai 2006 | 2 Kommentare
Wochenende mit Phoenix
Wenn ein Wochenende so beginnt, dass der Schädel brummt, der Himmel weint und die Arbeit wartet, dann ist das nicht wirklich erquickend. Ein wenig Abhilfe, immerhin, schafft Musik von Phoenix. Schwungvoll, erfrischend, frühlingshaft – das ist “It’s Never Been Like That” (Virgin/EMI). Im Gegensatz zu ihren englischen Counterparts sind die Franzosen mit ihrem Indie-Rock weniger aufdringlich, weniger affektiert und machen gerade deshalb doppelt Freude. Damit lässt sich ein Wochenende verbringen.
Von David Bauer | 20. Mai 2006 | 0 Kommentare




