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  • 78s-Motel: Irrungen um die Popmusik in Basel

    Von    |   27. Februar 2008   |   10 Kommentare

    Die Kaserne Basel hat letzte Woche für Schlagzeilen gesorgt. Die Babyshambles boten ein berauschendes Konzert. Kurz darauf wurde den beiden Musikverantwortlichen gekündigt.

    Die neue Chefin des Dreispartenhauses will „neue Strukturen“. Das bewährte Booking-Team Nic Plésel und Heinz Darr wird deshalb vor die Türe gesetzt. Basel macht sich nun Sorgen um seine wichtigste Konzertlocation. Tobit Schäfer* nimmt Stellung.

    „Die Vorgaben sind klar. Die Kaserne Basel ist Spiel- und Produktionsstätte für die gleichberechtigten Sparten Populärmusik, Freies Theater und Zeitgenössischen Tanz. Die Kaserne Basel ist in der Kulturszene der Region verankert. Die Kaserne Basel präsentiert ein Programm von hoher Qualität am Nerv der Zeit, das den drei Kunstformen angemessen Rechnung trägt.

    So steht es in den von Vertretern aus allen drei Sparten mitgetragenen Richtlinien für Programm und Betrieb. So wurde es den Grossrätinnen und Grossräten, welche der Subventionsverlängerung für die Kaserne Basel zugestimmt haben, präsentiert. Und daran hat sich die Musikleitung in den vergangenen Monaten gehalten: Die Programmvielfalt und die Zuschauerzahlen im Musikbereich sprechen für sich.

    Völlig unklar ist, wie die Kasernenleitung und der Vorstand diese Vorgaben umsetzen wollen, nachdem sie die Musikleitung – völlig überraschend und ohne konkrete Alternativen für die Zukunft aufzuzeigen – entlassen haben. In einem Betrieb mit drei gleichberechtigten Sparten sollten neben einem ausgeglichenen Einsatz der verfügbaren Ressourcen vor allem auch die Bedürfnisse der jeweiligen Szenen und des Publikums berücksichtigt werden. Die Musikleitung und ihr Programm wurden diesen Bedürfnissen gerecht und genossen die entsprechende Akzeptanz bei Szene und Publikum.

    Von Theater und Tanz kann man das nicht behaupten. Nun sollen gemäss dem Geschäftsführer jedoch Tanz und Theater zusätzlich gestärkt werden. Wie das von statten gehen soll, ohne die Populärmusik zu schwächen, darauf bleibt man die Antwort schuldig.

    Entweder haben Leitung und Vorstand bereits ein taugliches Konzept mit einer neuen Musikleitung in der Hinterhand und es wurde nur einmal mehr misslungen kommuniziert. Oder man ist sich trotz den Diskussionen in den vergangenen Jahren noch immer nicht bewusst, dass die Populärmusik ernsthaft eingebunden werden muss, um die Kaserne Basel langfristig zu sichern. Möglich ist beides, wahrscheinlich letzteres.“

    *Tobit Schäfer ist Co-Geschäftsführer des Rockfördervereins Basel und Grossrat in Kanton Basel-Stadt.

    > Illustration: Sarah von Blumenthal

    10 Reaktionen

    1. Mirjam Ballmer :: Grossrätin :: Junges Grünes Bündnis Basel.
    1. #1 mehlkelm

      19:34 Uhr, 27.2.2008, Link

      „Von Theater und Tanz kann man das nicht behaupten.“ -> Gibt es (Besucher-) Zahlen dazu? Ich meine, die Kaserne ist ja subventoniert und daher soll man durchaus auch Randgruppen unterhalten. Aber interessiert sich überhaupt jemand für Theater und Tanz in der Kaserne?

    2. #2 David Bauer

      19:44 Uhr, 27.2.2008, Link

      Besucherzahlen für Theater und Tanz kenne ich nicht, vielleicht kann Tobit die nachliefern. Es ist eigentlich unbestritten, dass Theater und Tanz in der Kaserne ihren Platz haben sollen (siehe Richtlinien). Die Tendenz in den letzten Jahren war jedoch stets, Theater und Tanz, die in der Kaserne ein Nischendasein fristen (nicht gemessen am Budget, sondern an der Aufmerksamkeit des Publikums), eher bevorzugt zu behandeln. Das ist seit Jahren ein Politikum. Und ein Ärgernis für all diejenigen, die sich eine respektable Konzertagenda in Basel wünschen.

    3. #3 JaWa

      19:55 Uhr, 27.2.2008, Link

      …was ja zu befürchten war, nachdem man wusste an wen die neue leitungsstelle ging!

    4. #4 mehlkelm

      19:55 Uhr, 27.2.2008, Link

      Wer hat eigentlich die neue Chefin eingesetzt?

    5. #5 JaWa

      20:01 Uhr, 27.2.2008, Link

      eine Findungskommission.

    6. #6 fischyou

      23:26 Uhr, 27.2.2008, Link

      wie lange lässt sich basel noch theaterohrfeigen verpassen?
      grosskotz aus berlin kann machen was sie will?

      entweder die strasse reagiert – oder basel hats nicht anders verdient.

      scheiss auf theater.
      scheiss auf kulturpolitik.

      und wenn nix passiert: scheiss auf basel.

    7. #7 frau holle

      23:35 Uhr, 27.2.2008, Link

      politik und kultur hat noch nie funktioniert!

      das theater hat in basel schon eine (zu) grosse spielwiese die nur ungenügend genutzt wird!
      ich bin für subventionen kürzen im bereich theater basel..

    8. #8 David Bauer

      09:53 Uhr, 28.2.2008, Link

      Ich würde nicht sagen, dass Politik und Kultur nie zusammen funktionieren können. Die Subventionen für die Kaserne sind gut und wichtig. Aber es läuft einfach etwas falsch, wenn konstant versucht wird, etwas zu pushen, das angeblich „kulturell wertvoll“ ist, wofür es aber offenbar nur eine beschränkte Nachfrage gibt, und auf der anderen Seite zu vernachlässigen, was gut läuft und einem unbedingten Bedürfnis entspricht (wer die Musikszene Basel kennt, der weiss, wie unersetzbar die Kaserne als Location ist).
      Das Musikbüro hat in meinen Augen einen guten Job gemacht. Die beiden Herren jetzt vor die Türe zu setzen, ist nicht verständlich, aber vielleicht gibt es ja Gründe. Vollkommen nicht nachzuvollziehen ist aber, dass gleichzeitig Stellenprozente gestrichen werden. Ach Basel, manchmal ist’s zum Verzweifeln mit dir…

    9. #9 Lukas

      11:53 Uhr, 9.3.2010, Link

      Jetzt ist ja was passiert. Holdrio!

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