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  • Liars: Vorsprung durch Technik

    Von    |   14. Juni 2012   |   1 Kommentar

    Liars stellen für „WIXIW“ die Gitarren in die Ecke. Das neue Album des US-Trios steht ganz im Zeichen elektronischer Klänge.

    Auf der Bühne sind sie von greifbarer Präsenz, doch ab Konserve treten Liars eher diffus in Erscheinung. 2001, bei der Veröffentlichung ihres Debüts, hat die Presse die Band in der Dance-Punk-Szene New Yorks verordnet. Wirklich greifbar wurde der nur bedingt tanzbare Sound des Trios dadurch jedoch nicht. Die folgenden Alben zeigten, dass das stilistische Korsett für die drei Freigeister zu eng geschnitten war. Zur musikalischen Beweglichkeit passt, dass die Band in der Zwischenzeit von New York nach Berlin und schliesslich nach Los Angeles umgezogen ist.

    Liars-Alben sind immer ein Stück weit Konzeptalben. Ein solches ist „WIXIW“ insofern, dass die Band diesmal fast gänzlich auf Gitarren verzichtet. Hatten Liars in der Vergangenheit bereits mit zaghaft mit Elektronik experimentiert, machen sie diese nun zu ihrem Hauptwerkzeug. Mit Synthesizer und Drum-Maschinen erschaffen sie eine synthetische Zwischenwelt. Co-produziert wurde das Album vom Mute-Labelchef Daniel Miller, der sich bekanntlich bestens mit Elektronik auskennt.

    Das neue Konzept der Liars geht auf, obwohl nicht alle Songs von gleicher Intensität sind. Während das skizzenhafte „III Valley Prodigies“ nach einem müden Kid A-Abklatsch klingt, befindet sich das folgende Titelstück beflügelt von einem Motorik-Beat auf Augenhöhe mit Radiohead. Sänger Angus Andrew, der sich das Songwriting mit seinem Sideman Aaron Hemphill teilt, erspart uns die Thom Yorke’sche Larmoyanz und übt sich stattdessen in sinistrer Zurückhaltung.

    Musik, so zeigt sich einmal mehr, ist für diese Band das Echolot des Unterbewusstseins. Die beklemmende Ästhetik macht „WIXIW“ zu einem typischen Liars-Album. Die Zweifel und Ängste, die in den Texten zum Ausdruck kommen, lösen sich diesmal jedoch in psychelischer Lieblichkeit auf. Die elf Stücke klingen ungewohnt sanfmütig und experimenteller als die direkten Songs des Vorgängers „Sisterworld“. Zwischen krautigen Drones findet sich Club-taugliches: „His And Mine Sensations“ überrascht mit einem Housebeat und „Flood To The Flood“ liebäugelt mit Dubstep.

    Der kryptische Albumtitel steht laut Band für „wish you“. „WIXIW“ lässt jedoch wenig zu wünschen übrig. Ähnlich experimentierfreudig wie The Flaming Lips auf ihren jüngsten Veröffentlichungen machen sich Liars an ihr Spätwerk.

    Eine Reaktion

    1. Video des Tages: Liars – WIXIW - 78s – bessere Musik!

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