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  • Mit Haruko ins Land der Träume

    Von    |   31. Dezember 2009   |   4 Kommentare

    Hinter Haruko verbirgt sich nicht etwa ein japanischer Experimentalmusiker, sondern ein deutsches Frühlingskind, das mit märchenhaften Folkklängen zu abenteuerlichen Träumen animiert.

    Bei all den Jahresbestenlisten kriegt man das Gefühl, dass für die mehr und weniger exquisiten Kompilationen sämtliche Songs der Welt gehört wurden. Dabei bräuchte man noch mindestens das nächste Jahr, um all die Veröffentlichungen des vergangenen Jahres zu orten, geschweige denn zu verdauen – und dies noch ohne über die bevorzugten Genregrenzen hinauszulauschen.

    So hat der weihnachtliche Föhnsturm gerade recht zu besinnlicher Zeit eine faszinierende Stimme herbeigetragen, deren Echo schon seit dem Frühjahr durch die Blogosphäre hallt. Haruko (japanisch: Frühlingskind) ist Susanne Stanglow, gerade mal 20 und aus Bremen. Ja, aus Deutschland. Und überrascht mit traditionellem, reduziertem Gitarren-Folk ganz eigener Note, dem sie in ihrem Debüt „Wild Geese“ kindlichen Märchenzauber einhaucht.

    „Close your eyes and take my hand / follow me to a place where night has no end“ – Nimmt man Harukos Einladung an, findet man sich unvermittelt in traumhaftem Wunderland wieder. Wo die Liebe zu ihrem Freund über die Gefahren des Albtraums obsiegt. Wo sie sich Flügel basteln und vom Wind an einen besseren Ort tragen lassen will, allerdings bloss die Federn weggeblasen werden und ihr nur das Weiterträumen bleibt. Wo sie mit ihrer Katze und den Sternen durch die Nacht tanzt und sich danach selbst in den Schlaf singt. Wo sie sich mit verlorenem Herzen einsam ins Gebirge aufmacht, 100 hungrige Wölfe beschwichtigt und in der Stille den Bergen ein Lied singt. Wo sie auf der Suche nach Sonne gegen die Dunkelheit im Herzen 1000 Meilen durch die Wüste geht und einen weinenden Drachen tröstet.

    Zu guter Letzt aber muss die Gute einsehen, dass das Leben nicht auf sie wartet und es nicht verträumt werden sollte, und so macht sie sich wehmütig auf den Weg zurück nach Hause zur wartenden Familie.

    Auch wenn sich die Tonfarbe über die 10 Songs kaum verändert, die junge, stark an Mariee Sioux erinnernde Deutsche bezaubert mit simpler, sehnsüchtig-träumerischer Songwriterkunst. Ein Album in ständigem Widerspiel von Licht und Dunkel, voller Bewunderung für Flora und Fauna und abenteuerlicher Fantasie und Herzlichkeit.

    Live ist sie oft mit ihrem ebenfalls musizierenden Freund Hlynur Gudjonsson unterwegs. Ihre gemeinsame Stable-Session (je einen Song) bieten sie hier zum kostenlosen Download an.

    Man In The Moon (via)
    [audio:http://slowcoustic.com/wp-content/uploads/2009/12/Man-In-The-Moon.mp3]

    Goodbye My Love, Goodbye

    Wake Up Little Sparrow (Devendra Banhart Cover)

    (Fotocredits: Hlynur Gudjonsson)

    4 Reaktionen

    1. #1 Ryan

      20:22 Uhr, 31.12.2009, Link

      Diese „sehnsüchtig-träumerischen“ Singer/Songwriterinnen klingen für mich alle irgendwie gleich. I don’t get it.

    2. #2 orange

      02:45 Uhr, 2.1.2010, Link

      sehr schöner post! auch eines der besten folk alben für mich aus 2009. wahnsinnig gut!
      -orange

    3. #3 Marco Durrer

      02:22 Uhr, 3.1.2010, Link

      @ Ryan: naja, da gibt es also schon ziemliche unterschiede… aber letztlich läuft’s darauf hinaus, dass gewisse stimmen und arrangements einfach mehr ansprechen als andere. schade natürlich, wenn du dich von keiner angesprochen fühlst. kann man wohl nix machen.
      @ orange: bin selber überrascht, dass mich das album so reinzieht… aber schön, wenn’s andern ähnlich ergeht.

    4. #4 samudra

      21:51 Uhr, 11.1.2010, Link

      I thought I heard a fairy sing into my ear…
      Danke für den tollen Artikel, hab ein neues Klangjuwel entdeckt!

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