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  • 78s has left the building. ¯\_(ツ)_/¯

  • kickass lyrics
  • Alles zu ‘Motel’

    78s-Motel: Bastien Girod präsentiert seinen ersten Song

    Zugegeben: Ich bin nicht sehr musikalisch. Als Kind musste ich aber ein Instrument spielen. Ich dachte mir, wenn schon, dann mein Namensinstrument, nämlich (Kontra-)Bass(-tien). Doch dazu war ich zu klein, deshalb musste ich mich vorerst mit einem Cello begnügen. Alle die da zuhören mussten, tun mir jetzt noch leid. Zum (Kontra-)Bass kam es gar nicht erst. Meine Eltern haben irgendwann auch begriffen, dass Musik spielen nicht wirklich meine Stärke ist.

    Auch meine heutige CD-Sammlung lässt etwas zu wünschen übrig. Nichts desto trotz liebe ich Musik. Musik gibt mir Energie und gute Stimmung. Wenn ich schlecht drauf bin oder nicht genug Energie habe, um meine politischen Arbeiten anzupacken, höre ich einfach etwas Musik. Das motiviert mich meistens. Wohl die einzige unerschöpfliche Energiequelle.

    Ein Lied kann für tausende Menschen Energie liefern, immer und immer wieder. Könnte man damit auch Heizen, Autos und Flugzeuge antreiben wäre das Klimaproblem gelöst. Aber so einfach geht das leider nicht, um das Klimaproblem zu lösen braucht es ein Umdenken in den Köpfen. Dazu kann die Musik aber einen Beitrag leisten. Umweltsongs, welche zum Schutz der Umwelt aufrufen und aufrütteln. Wie beispielsweise „wänn lärnemer“ von phenomden aus Zürich Wiedikon. Aus diesem Gedanken heraus ist auch „mein erster Song“ entstanden. Wobei eigentlich nur Text und Melodie des Refrains von mir stammen. Musikalisch umgesetzt und gesungen wurde er von Peche (Sänger von „les chevalier d’amours“). Die CD mit dem Song kann übrigens bei den Jungen Grünen bezogen werden. Im Song wird die aktuelle politische Lethargie beklagt und die Schweiz aufgefordert und motiviert endlich eine umweltfreundliche und sozialverträgliche Entwicklung einzuschlagen.

    Klar, Musikexperten werden diesen Song sicher auseinander nehmen, doch mir gefällt er. Der Song kann als Filmmusik zu meinem Youtoube-Aktionen-Movie angehört werden.

    > Bastien Girod kandidiert für die Grüne Partei in Zürich für den Nationalrat. Um dieses Ziel zu erreichen, posiert er auch gerne mal nackt vor Polizeiautos.

    Illustration: Sarah von Blumenthal

    78s-Motel: Samuel Burri träumt von gutem CH-Radio

    Nach der anstrengenden letzten Woche, technischen Turbulenzen und dem Sendestart vor drei Stunden will ich nur noch schlafen. Und nun fragt mir der Nachtportier, wieso ich eigentlich diese Radiostation gegründet habe. Auf diese Frage habe ich immer noch keine gute Antwort bereit.

    Die einfachste Antwort ist: ich mache Radio Casablanca, weil es das Radio meiner Träume nicht gibt in der Schweiz. Damit suggeriere ich dummerweise, dass wir nun ein traumhaft gutes Radio machen werden, was so auch wieder nicht stimmt. Ein solches Radio würde ja länger senden als bloss einen Monat.

    Aber nun bin ich nicht mehr zu halten, werfe dem Nachtportier, der eigentlich bloss noch kurz smalltalken wollte, mein ganzes Arsenal an Gründen an den Kopf, wieso es in der Schweiz keinen traumhaft guten Radiosender gibt.

    1. Konzessionen für neue Sender gibt es kaum (ausser bald in Winterthur).

    2. Die SRG ist hat zuviel Macht und schaut zu sehr auf Quoten und Altersgruppen, statt auf Musikgeschmack. Tut mir leid, Mutti!

    3. Die Privaten haben wenige Freiheiten, zu kleine Sendegebiete (= wenig Geld), sind aber auch nicht besonders originell.

    4. Die Alternativen sind zu alternativ, haben kein klares Profil und werden darum kaum gehört. (Braucht es eigentlich noch Programme für ethnische Minderheiten, wenn man per Satellit und Internet das Heimatland bei sich in der Stube hat?)

    5. DAB hat keine Empfänger und ist zum Senden zu teuer.

    6. Internetradio ist Spartenradio, schwer zu finden und richtet sich an wenige Leute.

    7. Die Vorstellungen über einen traumhaft guten Radiosender divergieren. Auch in der Radio Casablanca-Redaktion.

    Das war jetzt etwas viel, für den armen Nachtportier. Sorry! Ich sollte jetzt sowieso schleunigst in die Federn. Hoffentlich träume ich diese Nacht nicht vom Radio.

    > Sämi Burri (29) war fünf Jahre Moderator bei DRS 1. Nun hat er mit Radio Casablanca sein eigenes Radio gestartet, auch wenn’s nur einen Monat geht.

    Illustration: Sarah von Blumenthal

    78s-Motel: Iron & Wine geben Jonathan ein Ständchen

    Der Ventilator surrt wieder, Moritz‘ Büchsenwurf war wohl nicht besonders nachhaltig. Ich kann nicht einschlafen, also hör ich noch etwas Musik. Der Shuffle-Modus entscheidet sich für „Muddy Hymnal“ von Iron And Wine. Nicht die Version die auf dem Album „Creek Drank The Cradle“ (Sub Pop, 2003) zu finden ist, sondern eine, zu der ich ein ganz besonderes Verhältnis habe. Eine von der ich behaupten kann, dass es sie ohne mich nicht gäbe. Hier die Geschichte dazu:

    Am 13. Mai 2006 waren Iron And Wine – ein Sub Pop-Act und somit eine „meiner“ Bands – mit Calexico im Zürcher Volkshaus zu Gast, um die gemeinsam eingespielte EP „In The Reins“ vorzustellen. Am Nachmittag war ein Studiobesuch bei DRS3 vorgesehen, für Sounds! sollten ein Interview und ein paar Songs aufgezeichnet werden. Leider wurde Moderator Simon Steuri kurzfristig krank, das Interview musste abgesagt werden. Um nicht mit leeren Händen da zu stehen, fragte ich Iron And Wine-Kopf Sam Beam ob er nicht statt im Studio in den Katakomben des Volkshauses einen Song aufnehmen wolle. Am Vorabend hatte ich in der Luzerner Boa beim Gespräch mit Iron And Wine-Bassist EJ erfahren, dass dieser als Tontechniker bei Pixar („Finding Nemo“ etc.) arbeitet. Mein Kalkül: Ein Tontechniker geht nicht ohne mobiles recording equipment auf Tour, ergo sollten wir in der Lage sein, backstage eine brauchbare Aufnahme zu produzieren. EJ war tatsächlich bestens ausgerüstet und Sam, der lieber musiziert als Interviews zu geben, war von der Idee begeistert.

    Noch während ich draussen mit Tourmanager Howard Greynolds plauderte, wurde drinnen in Windeseile dieses wunderschöne Stückchen Musik eingespielt. Als besonderes Schmankerl hatte sich Joey Burns von Calexico am Akkordeon dazu gesellt. Als die beiden am Abend dann noch „meinen“ Song spontan auf die Setlist setzten, war ich einen Moment lang der glücklichste Mensch der Welt.

    Die Aufnahme will ich euch natürlich nicht vorenthalten:

    [audio:http://www.78s.ch/wp-content/uploads/2007/08/muddy-hymnal-acoustic.mp3]

    Jonathan Winkler ist als jdw unser zuverlässigster Kommentator sowie unser externes Korrektorat und ausserdem Gitarrist bei Flink und Promomensch bei Irascible.

    Illustration: Sarah von Blumenthal

    78s Motel: Betriebsferien

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    78s-Motel: Die CH-Musikszene saugt. Ein Pamphlet.

    Die Schweizer Musikszene ist geprägt von Durchschnittlichkeit und Konsensmusik, zu der sich gegebenenfalls sogar Doris Leuthart bekennen könnte. Die letzte Single der Lovebugs: woran hat sie Euch erinnert? Coldplay, Keane und Konsorten? Die Lovebugs verfügen über das zweifelhafte Talent, England konsequent ein paar Jahre hinterher zu hinken. Produziert wird eine Britpopsauce der übelsten Art; musikalisch etwa so gewagt wie ein Sprung vom Beckenrand ins Nichtschwimmerbecken.

    Eine weitere Band, die sich seit ihrer Gründung vehement und äusserst erfolgreich gegen den Zeitgeist zu sträuben vermag und sich weder um Trends noch um Qualität schert, ist Gotthard. Zugegeben, ein leichtes Opfer! Fast könnten sie einem Leid tun, wie sie dümmlich in die Kameras linsen und grenzdebile Sätzli in die Mikrophone stottern.

    Aber was hacke ich hier auf den Lovebugs und Gotthard herum? Die wollen von ihrer Musik leben und da muss man in der Schweiz halt den einen oder anderen Kompromiss eingehen. Zu viele, wie ich meine.

    Die genannten Bands stehen hier stellvertretend für die Durchschnittlichkeit, welche sich in der Schweiz schon lange als Qualitätsstandard etabliert hat. Die Deutschschweizer Musikszene ist im Allgemeinen ja auch kaum der Rede wert. Ein paar löbliche Exponenten gilt es jedoch ehrenhalber zu erwähnen: Die Arbeitstiere von den Peacocks, Admiral James T. oder die Indienerds von Disco Doom. Sie alle machen Musik mit Substanz und hohem Qualitätsanspruch.

    Alle anderen Bands, die ständig irgendwelchen anderen Bands hinterher rennen und dabei jede erkennbare Spur von Originalität vermissen lassen, kann man getrost überhören. Sie verschwenden ihre und letztlich auch unsere Zeit. Aber immer schön wichtig tun; einen dicken Myspace-Auftritt mit professionellen Fotos und Millionen von Freunden. Dabei fehlt es an allen Ecken und Enden; an Talent, an Originalität, und an Qualität.

    Ein Highlight der Schweizer Musikszene – man könnte fast schon sagen „das Fieberbarometer der Schweizer Musikszene“ – ist Weekend Music auf SF DRS. Moderationstalent Dani Beck lädt Woche für Woche unnötige Bands zu sich ins äusserst stilvoll eingerichtete Studio ein, um ihnen aufschlussreiche Sätze wie: „Ou ja, isch lässig gsi am Gurte letscht Jahr“ zu entlocken.

    Erbärmlich das alles, isn’t it?

    Patrik spielt, ebenfalls erbärmlich, Gitarre in der unbedeutenden und überbewerteten Instrumental-Band Kid Ikarus. Er ist Mitbegründer des unspektakulären und finanzschwachen Indielabels Ikarus Records.

    Illustration: Sarah von Blumenthal

    78s-Motel: Musikpirat M. sagt den Majors den Kampf an

    Meine Tanz-Reise in die Musik begann vor etwa vier Jahren. Bis dahin hin war ich ein gescheiterter Schlagzeuger, R.E.M.- und & Beatles-Hörer, Informatiker und Internet-Junkie der ersten Generation. In dieser Zeit wurde Napster von den Plattenbossen geschlachtet. Ich glaube seit ich tauschen kann, glaube ich an die Kraft und die Möglichkeiten der Tauschbörsen, bin ich doch selber ein Kind der Softwarepiraterie, und im Zug der öffentlichen Verteufelung der Tauschkultur wurde ich auf die Missstände in der Musikindustrie aufmerksam gemacht. Mein Interesse an der mächtigen und faszinierenden Industrie war geweckt.

    Zusammen mit meinem Freund Germi, der wusste was gute Musik ist und wo sie zu finden war, machten wir uns ans Werk. Mit der fixen Idee, den Majors zu beweisen, dass es auch anders geht, haben wir uns in die Schlacht geworfen. Heute weiss auch ich mehr über gute Musik, sitze in diesem Motelzimmer und tanze noch immer mit der Musik.

    Bevor ich das Motel betrat, war ich mit einem unserer Mentoren zum Abendessen verabredet. Zu einem aufschlussreichen. Er ist zwar nicht aus der Musikbranche, doch die Macher der bewegten Bilder wissen ziemlich gut, wie man als Indie etwas Beständiges aufbauen kann. Ist der Schweizer Film der Musik nicht um Jahre voraus? Wird wohl so sein. Ich wünsche mir deshalb noch mehr gute Bands und Labels. Wünsche mir umso mehr, dass kantonale sowie regionale Grenzen ein für alle mal abgeschafft werden. Und noch etwas, da bin ich mir ganz sicher, es gibt eine ganze Menge Hörerinnen und Hörer, die wir mit unserer Musik beglücken können! Es gibt nur eins: Packt jetzt zu – die Grossen schwanken!

    Wenn ich die Beiträge meiner Vorgänger lese, wundert es mich dass sich niemand über den total nervigen und laut surrenden Ventilator genervt hat. Mein gezielter Wurf mir der vollen Bierdose bringt das Monster zum Schweigen und mir eine riesen Sauerei! Mal schauen was der Room-Service in diesem Motel taugt.

    > Moritz Zumbühl ist Co-Gründer von Künschtli.ch und Managing Clown bei Feinheit.

    Illustration: Sarah von Blumenthal

    Marco Fritsche schläft im 78s-Motel seinen Rausch aus

    Ich werde mich heute Samstag, oder eher morgen Sonntag ganz früh, selig in einem Zimmer des 78s-Motel niederlassen, denn Auto fahren ist nicht mehr nach dem Postplatz Openair in Appenzell! Aber schön der Reihe nach…

    Es gibt Openairs, die sind berühmt für ihre im Preis inbegriffenen Regengüsse samt anschliessendem Schlammtreten. Andere dafür, dass nicht lang gefackelt wird – zumindest nicht mit parkierten Autos. Ganz anders ist das (ähnlich wie bei den nationalen Abstimmungsresultaten) beim Mini-Openair in Appenzell Innerrhoden. Es dauert nur von Samstag Mittag bis nachts um circa zwei Uhr in der früh. Wobei natürlich nach der letzten Band noch lang nicht Schluss ist. Denn schliesslich muss der Kanton mit eigener Brauerei Locher und Schnapsbrennerei seinem Namen alle Ehre machen. Das heisst: die anwesende Dorfbevölkerung säuft sich kollektiv ins Nirwana der glückseligen Melancholie. Allen voran der «Speaker» der putzigen Veranstaltung. So kam es denn auch, dass dieser letztes Jahr kurz nach Mitternacht, von der Bühne getragen werden musste. Weder seine beschwingt lallenden Worte zur letzten Band, noch seinen sauglatten Versuch eine Welle anzureissen, wurden wirklich geschätzt und verstanden!

    Das soll sich nicht wiederholen: Der Speaker selbst hat sich im Vorfeld einer einmonatigen Alkohol-Entziehungskur gewidmet. Lohnen würde sich der Erhalt eines auditiv aufnahmefähigen Zustandes allemal. Denn neben den Ostschweizer Indie-Helden «The Shell» die zwecks CD-Produktion gerade in Berlin im Exil sind, spielen auch «The BossHoss» ihren Country-Rock vom Gröberen. In Appenzell, welches musikalisch nicht gerade als avantgardistisch verschrien ist, freut man sich aber vor allem auch auf die UK-Blueser «Ten Years After». Diese 1967 in Nottinghamshire gegründete Combo hat zwar schon einige Mitgliederwechsel hinter sich, aber sein Auto bringt man ja auch in den Service!

    P.S. Wem ein Openair mit zirka 1’500 Besuchern zu gross ist, der soll am 31. Juli ans «Schlössli Openair» in Steinegg bei Appenzell pilgern. Da gibt’s eine mindestens so gute Stimmung wie am Gurten, aber nur etwa 500 gesellige Menschen. Also auch für Massen-Phobiker das reinste Vergnügen!

    Wenn Marco Fritsche nicht säuft, dann moderiert er, und zwar hier.

    Illustration: Sarah von Blumenthal

    78s-Motel: Exklusiv! Pete’s & Kate’s Knatsch am Telefon

    Nachdem wir unseren alten Concierge letzte Woche wegen schlechtem Musikgeschmack fristlos entlassen mussten, staunte der neue nicht schlecht über seinen ersten prominenten Gast: Pete Doherty hat seinen Wohnwagen unter der Westway-Bridge verlassen und klingelte gestern Abend an der Reception des 78s-Motels. Der arme Junge sah ziemlich fertig aus, wie unser Concierge fand. Trotz allem Mitleid liess er es sich nicht nehmen, Dohertys Telefon abzuhören. Für uns definitiv kein Kündigungsgrund.

    Kate: Hello?
    Pete: Kate, it’s me.
    Kate: Leave me alone, you fucking bastard!
    Pete: Kate, listen! There was nothing between Lindy and me! It was the media that –
    Kate: And what about the zillions of other girls you fucked backstage, Mr. Doherty?! I’m tired of your excuses, Pete! Those two years with you have been a mess. You’ve had your chance, we’re through.
    Pete: But Kate, there’s been beautiful moments too. Do you remember when we –
    Kate: Played Pirates of the Carribean high on an infinite number of drugs and you puked sushi all over me?! Yeah, that was wonderful.
    Pete: C’mon Kate, you know the times I mean…
    Kate: When I wanted to introduce you to my parents and you just made those animal sounds all the time?!
    Pete: Please Kate, stop it. Take me back. I’ll change!
    Kate: „I’ll change“ – How many times have I heard this? It’s too late, Pete. I’ve burned all your letters and poems, even the paintings…
    Pete (schluchzt): But didn’t those things show you how much you mean to me? You are the only love I’ve had and those paparazzi-arseholes destroyed it. (wimmert) I’ve never been so low. I want to die.
    Kate (besorgt): Where are you now, Pete?
    Pete: In a motel. I couldn’t stand that trailer anymore. Please Kate, I love you! You’ll buy me this thing to quit the drugs, we’ll marry, have kids and everything’s gonna be allright.
    Kate
    : It isn’t that easy. I can’t solve your problems, Pete. You’re the only one who can. Start writing some songs for a change. Aren’t you tired of all those drugs?
    Pete: Hold on. (schnieft)
    Kate: Are you sniffing coke?
    Pete: No, I’m just snorting because I’m crying.
    Kate: I know you are.
    Pete: But you sniff lines all the time too!
    Kate: But I don’t fucking lie all the time! I’m sick of you, you junkie! I’ll find me a doctor, a lawyer, whatever, someone who’s reliable. Someone who cares. Someone who doesn’t fuck up all the time.
    Pete (von Heulkrämpfen geschüttelt): Go find yourself some square blockhead! You’re gonna miss me, baby.
    Kate: No, I won’t! (Hängt auf)

    Illustration: Sarah Von Blumenthal

    78s-Motel: Carlo Pozzi über die Schattenmänner des Pop

    Als ich im 78s-Motel einchecke, läuft im Radio an der Rezeption gerade P!nk’s „U + Ur Hand“. Cooler Song, finde ich. Anschliessend sagt der Moderator die neue Single „When You’re Gone“ von Avril Lavigne an. „It’s My Life“ von Bon Jovi folgt, das nahtlos zu Backstreet Boys‘ „Shape Of My Heart“ übergeht. Dieser wird von Celine Dion’s „That’s The Way It Is“ abgelöst. Und so reiht sich Hit an Hit. Doch diese Hits haben eins gemeinsam: Sie alle wurden von Rockern, die ihre Wurzeln in den 80ern haben, komponiert und produziert.

    Viele Interpreten der grossen Pop-Hits schreiben ihre Songs nicht selber. Natürlich kann man sich darüber streiten, ob sie’s könnten oder ob sie lieber auf Nummer sicher gehen wollen und auf die Dienste erfahrener Songwriter zurückgreifen. Zwei der erfolgreichsten Hitlieferanten der heutigen Zeit hören auf die relativ unspektakulären Namen Max Martin und Butch Walker.

    Max Martin ist die männliche Hitfabrik der heutigen Zeit. Nachdem er seine Gesangskarriere bei der Glam-Funk Band Its Alive 1994 an den Nagel gehängt hat, wurde Martin White, wie er sich damals nannte, von Denniz Pop entdeckt, der eigentliche kompositorische Vater der Backstreet Boys und N Sync. Eine steile Karriere nahm ihren Lauf. Es folgten neben Backstreet Boys und Nsync unzählige Hits für Rednex, Ace Of Base, Britney Spears, Bryan Adams, Kelly Clarkson usw.

    Ein weiterer erfolgreicher Songwriter und Hitproduzent ist Butch Walker. Er gründete in den frühen 90ern die Glamrock Band Southgang, die zwei Alben veröffentlichten. Später übernahm Butch Walker selber den Job am Mikro und taufte die Band in Marvellous 3 um. Seit ein paar Jahren fliegen ihm die Aufträge nur so zu. Alle klopfen bei ihm für potenzielle Hits an: P!nk, Avril Lavigne, Lindsay Lohan, Simple Plan etc.

    Ich will ja nicht behaupten, dass die Musik früher besser war, aber es ist schon erstaunlich, woher die ganz grossen Hits stammen. So muss jetzt wieder auschecken

    > Carlo Pozzi ist Head of Promotion bei EMI Music

    Illustration: Sarah Von Blumenthal

    78s-Motel: Betriebsferien


    Illustration: Sarah Von Blumenthal. Nächste Woche im Motel: Mona Vetsch

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