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  • 78s has left the building. ¯\_(ツ)_/¯

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  • Alle 1727 Artikel von David Bauer

    Als The Clash noch wie Blur klangen

    Vorgestern am Open Air Lumnezia mit einem Ohr mitgehört:

    Er (ca. 17): Hey, geiles T-Shirt, was ist das für eine Band?
    Sie (ca. 20): (schaut nach) T-h-e C-l-a-s-h, keine Ahnung, ich finde halt das Shirt cool.
    Er: Ah, The Clash. Hip-Hop? Ah, nein, die kenne ich. (Wissend klingend) Die machen Britpop so im Stile von Blur.

    Wer sich fragt, wo die Pointe ist: Hier ist sie in dem Fall.

    Wer will schon nach Jena?

    nevissNeviss werden langsam zum Hitlieferanten aus der britischen Enklave Luzern. „Nach Kings On The Run“ kommt nun: „Never Wanted To Go To Jena“, schonmal ein super Songtitel, besser noch ist der Song: Very Bloc Party zu Beginn, Kaiser Chiefish in den Stophen und der Refrain ist The Others in noch dreckiger. Diesen Song müsste man in einer Londoner U-Bahn-Station uraufführen – tätsächlich ist die Premiere inkl. Video am Funk am See. Immerhin.

    Frühstücken mit Razorlight

    Du wolltest schon immer mal mit echten Rockstars Speck braten und Eier kochen? Kein Problem, der NME macht’s möglich: Das Megaphon der britischen Musikszene verlost ein English Breakfast mit Razorlight, deren aktuelle Single passenderweise „In The Morning“ (Vertigo Records/Universal) heisst. Also nichts wie mitmachen an der Verlosung. Aber Achtung: Razorlight singen: „In the morning, you won’t remember a thing…“.

    That’s city life.

    Mit ihrer Hommage an ihre Heimatstadt London („LDN“) hat Lily Allen den Sommerhit dieses Jahres gelandet. Jetzt da ihr Album („Alright, Still“, EMI) veröffentlicht ist, ist klar: Lily Allen ist der Sommerhit des Jahres. Wie es sich für einen Hit gehört, ist das Album sofort an die Spitze der Charts gestürmt, dank tatkräftiger Unterstützung des Bekanntheitsmulitiplikators MySpace. Dort wurden die Vorabhits „LDN“ und „Smile“ bereits millionenfach angehört. Und weil Lily Allen und ihr Management von EMI wissen, wie man MySpace nutzt (was niemanden stört ausser dem FACTS), steht nun das ganze Album zum Anhören bereit.

    Der Vergleich mit Mike Skinner alias The Streets drängt sich auf. Unbekümmert, unverblühmt und unglaublich schwungvoll erzählt Allen aus dem Leben einer 20-jährigen Britin – ähnliches kennt man von Skinner aus männlicher Perspektive. Genüsslich erzählt Allen in „Smile“, wie sie sich an einem Ex rächt: „When I see you cry, yeah it makes me smile“. Auch wer Nachhilfe darin braucht, wie man lästige Pubbekanntschaften los wird, ist bei Allen richtig („Knock ‚Em Out“): „Du kannst meine Nummer nicht haben, ich habe mein Telefon verloren“, „Aus uns wird nichts, ich bin schwanger“, „Ich muss jetzt los, mein Haus brennt ab und ich habe Herpes, ehm, nein, Syphilis“. Unterlegt sind diese klaren Worte mit einem poppigen Gemisch aus Reggae, 2-step/Garage, Hiphop mit stark in den Vordergrund gemischten Beats. So fetzt der Grossstadtsommer. Ja, die Grossstadt. Lily Allen liebt sie und besingt sie wunderbar in „LDN“: London als ein Ort, wo auf den ersten Blick alles schön nice aussieht und dahinter sich lauter Lügen verbergen. „Life, that’s city life“, trällert Allen, so dass wir ihr honigsüsses Lächeln förmlich hören können.

    Nach den drei Knallern zu Beginn flacht das Album etwas ab, allerdings kaum störend. Wie würde Allen sagen: „That’s city life“.

    Für alles zu haben

    Laut Pressemitteilung, die hier gestern eingetrudelt ist, ist Myrto, Ex-Frontfrau von Subzonic selig, die ein neues Soloalbum veröffentlicht („Die mit O“, Sony BMG, 11. August), „für Interviews und alles andere zu haben“. Das ist nett, aber nein, danke.

    Being Thom Yorke

    Hier gibt es kurze Einblicke in das „Troubled Mind“ eines Genies. Könnte bitte Spike Jonze oder Martin Scorsese mal einen Film über Thom Yorke drehen.

    Big City Life im Bündnerland

    Wenn Mattafix zu ihrem grossen Hit ansetzen werden, dann werden sie meilenweit daneben liegen. „Big City Life“ ist vom Open Air Lumnezia etwa so weit entfernt wie Trinidad & Tobago vom Weltmeistertitel. Und doch werden die Städter in grosser Zahl ins Bündner Hinterland strömen. Wegen Mattafix, Kosheen, Saybia, Skin, Silbermond, Breitbild und anderen. Vor allem aber wegen der einzigartigen Bergkulisse, wie sie kein anderen Schweizer Open Air bieten kann.

    Das komplette Programm gibt es hier.

    Gorillaz bei den Pinguinen

    Neulich vom Literaturprofessor gelernt: „Non-Fiction is the new fiction“. Will heissen: Im 21. Jahrhundert hätten Shakespeare, Hemingway und Mark Twain erstmal eine Autobiografie geschrieben. Wie Dieter Bohlen zum Beispiel, dessen Autobiografie in etwa so interessant ist wie…Dieter Bohlen. Es geht auch anders, ist jedenfalls zu hoffen: Im Oktober soll die Autobiografie der Gorillaz erscheinen, und zwar beim renommierten Verlag Penguin Books. Damit schreibt die famose Antiband ein nächstes Kapitel Musikgeschichte, das wir gerne aufschlagen werden.

    Äpfel und Birnen

    artist -jpg.jpegDer Vergleich mit Mogwai ist unumgänglich, wenn man von Mono spricht. Aber Japaner mit Schotten zu vergleichen, da passen ja Äpfel und Birnen besser zusammen. Beides Post-Rock, ok. Doch während Mogwai immer zugänglicher werden, streben Mono nach der Perfektionierung ihrer rustikalen Konzeptkunst. Manche (=Menzl) finden sie deshalb sterbenslangweilig, manche (=ich) umso spannender. Am 11. Juli in der Roten Fabrik zu bestaunen. Vorband ist das beste an Chewy’s Trennung: Sigurd. Zum ersten Mal ausserhalb Lausannes zu sehen.

    (Not) a-muse-d?

    Es streiten: David Bauer und Mathias Menzl
    über: „Black Holes & Revelations“ von Muse (Warner Music)

    Also Mathias, dann nehm ich dir gleich den Wind aus den Segeln: Du willst sicher kritisieren, dass Muse völlig Mainstream geworden sind und tönen wie Coldplay im Vaterschaftsurlaub. Ich sage: Na und? Wenn Muse Mainstream werden, schliessen 5 andere gute Indie-Bands die Lücke, der Mainstream ist um eine wirklich gute Band reicher und ein DJ Bobo mehr wird in Rente geschickt.

    Muse wehrten sich immer gegen Stillstand. Auf „Black Holes and Revelations“ versuchen sie es mit mehr Streichern, etwas Akkustikgitarren und elektronischen Stilmitteln. Das ist ja durchaus legitim. Allerdings: Muse haben sich zu sehr verbogen, um nicht wieder dasselbe Album zu machen wie zuvor. Nur drei Beispiele: „Supermassive Black Hole“ (Mischung aus Smashing Pumpkins zu Adore-Zeiten und Christina Aguillera) kommt auf die nächste Ibiza-Compilation, „Hoodoo“ (Wüstengitarre und Larmoyanz) ist wohl der schlechteste Muse-Song ever, und „Soldier’s Poem“ ist etwas viel Freddy Mercury auf ein Mal.

    Ich glaube, Muse wehren sich weiterhin erfolgreich gegen den Stillstand. Dieses Album muss als Übergangsphase verstanden werden. Die ersten drei Alben waren stilprägend und ragten aus der Musiklandschaft Britanniens heraus. Muse sind nun auf der Suche nach neuen Ufern und wagen die Odyssee. Daher die teils seltsamen Stilkombinationen. Und doch sind da Songs für die Ewigkeit: Invincible etwa, eine Ballade, wie sie Keane im Leben nie hinbekommen werden. Assassin, möglicherweise der beste Muse-Song ever. Oder Exo-Politics, das die Gespenster von Stockholm Syndrome zurückruft. So klingt Perfektion.

    Von Umschreibungen wie „Perfektion“ oder „beste(r) Muse-Song ever“ würde ich im Rahmen dieser Album-Besprechung einen sehr grossen Bogen machen. Wenn deine These stimmt, und dies ein sogenanntes Übergangsalbum ist, dann wird es wohl im Rückblick als „schlechtestes Muse-Album ever“ abgekanzelt werden. Mit „Assassin“ geb ich dir Recht. Früher gab’s ein Dutzend solcher Kracher, jetzt noch einen. Das macht den Braten nicht feiss.

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