78s has left the building. ¯\_(ツ)_/¯

Flaschengeist Billy Corgan

Von    |   7. Juli 2007   |   19 Kommentare

Billy Corgan ist wie ein Flaschengeist. Seine Flasche heisst Smashing Pumpkins und da kommt er nicht mehr raus. Nicht einmal mehr mit den Smashing Pumpkins selber.

Die erste Smashing Pumpkins-Ära, die im Jahr 2000 zu Ende ging, war geprägt durch eine Reihe grandioser Platten, allen voran „Mellon Collie and the Infinite Sadness“. Danach folgten trockene Jahre. Billy formte eine neue Band namens Zwan und veröffentlichte ein Soloalbum, das zurecht grausam floppte. Der Mann musste also etwas ändern, denn sonst wäre sein musikalisches Curriculum trotz der Pumpkins sehr dünn ausgefallen. Also reanimierte er die Smashing Pumpkins. Leider waren Zweiviertel der Urbesetzung nicht bereit, wieder mitzumachen. Die Apologeten schrien: „Ohne D’Arcy und Iha wird das nie was!“.

Leider sollten sie Recht behalten. Die neue Platte lässt so ziemlich alles vermissen, was man von früheren Pumpkins-Platten gewohnt war. Sie wirkt leblos, hat fast keine Tempowechsel, sie ist eine einzige 52-Minuten-lange Orgie an fetten Gitarren-Wänden ohne richtige Songs. Es bleibt nahezu nichts hängen. Was bleibt ist die Show. Bezeichnenderweise hat Roy Thomas Baker, der ehemalige Queen- und The Darkness-Produzent, federführend. Auch Billys und Jimmys Danksagungen an Gott, Mutter Maria und alle Engel dieser Erde nützen da wohl wenig. Zeitgeist (Warner) ist ein schlechtes Album geworden, ein sehr schlechtes Album.

Und Billy ist nun das arme Schwein. Denn seine letzte Chance hat er nun verspielt. Er wird wohl ewig in der Flasche „Smashing Pumpkins Ära 1“ gefangen bleiben. Was das bedeutet? Niemand will an den Konzerten die neuen Songs hören, sondern die Klassiker von früher. Vielleicht aber ist er damit auch schon zufrieden. Ich war es auf jeden Fall.