78s has left the building. ¯\_(ツ)_/¯

Solide Österreicher

Von    |   20. Januar 2007   |   0 Kommentare

Bekömmlich: Naked Lunch„This Atom Heart of Ours“ (Louisville Records/Universal), das neue Album von Naked Lunch, ist mit Bestimmtheit besser als so manches anderes Album, das dieses Jahr noch auf den Markt kommen wird. Trotzdem klingt im ersten Moment eine leise Enttäuschung mit. Im Vergleich zum ausgezeichneten Vorgänger „Songs for the Exhausted“ ist das neue Album der Österreicher sehr brav ausgefallen. Gleichzeitig muss man festhalten, dass es Naked Lunch mehr denn je gelungen ist, sich aus dem Fahrwasser von The Notwist wegzubewegen und ihren eigenen Weg zu gehen.

Nach mehrmaligem Durchhören des Albums scheint anstatt „brav“ die Qualifizierung „reduziert“ angebrachter. This Atom Heart of Ours ist ein sehr reduziertes Album geworden, es wird mehr mit Stimmen gespielt als mit Instrumenten. Im Gesang schwingt eine tröstende, am Rande zum Kitsch stehende Larmoyanz mit und bevor man sich überlegen kann, ob einem dies gefällt oder nicht, ist man schon gefangen. Gefesselt. Eingenommen von Songs, die diesen Namen wirklich verdienen. Songs mit einem festen Rückgrat und sanften Kurven.

Nach zig-maligem Durchhören dringt das Anfangsurteil doch wieder durch: Das Album ist insgesamt doch eine Spur zu brav ausgefallen. Die wirklich prägenden Momente sind zu selten. Die Single „Military of the Heart“ ist einer, das epische „In The Dark“ ist einer, auch wenn Oliver Welter mit zartschmelzender Stimme singt: „I shoot your lover with a smile…“. Das reicht aber nicht, um den richtig grossen Eindruck zu machen. Schade. Und so erhält das Album das Attribut, das nicht nur schmeichelt: solide.

Naked Lunch live: 25.1. Hafenkneipe Zürich, 28.1. Tamstheater München

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