Schneidet Robbie vorne was weg, dann kommt’s gut

Als Hauspsychologen von Robbie (aka Elektrobbie) aufspielen sollen sich die Musikredakteure der etablierten Printmedien und in aller Breite und Länge Abhandlungen darüber schreiben, wie sich Mr Williams’ Seelenleben in seiner neuen Platte “Rudebox” (EMI) manifestiert. Wir beschränken uns auf den einen wesentlichen Tip: Überspringt sofort die ersten vier Songs der Platte, danach werdet ihr ein gewitztes, abwechslungsreiches und schönes Album vorfinden. Das meine ich ernst.

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Weggefickt! (Text trotzdem absolut jugendfrei)

Bierhübeli, Bern (13.10.06)

Wegen technischen Problemen hat es ein wenig länger gedauert, bis dieser Bericht fertig wurde. Das System total abgesägt und im Leerlauf. Kann noch ein Weilchen dauern, ich tu mal Neustart drücken, eine Banane essen und dann sehn wir uns vielleicht wieder…(und wenn ihr findet eine Woche sei lang, dann ist das ungefähr gar nichts im Vergleich zur gefühlten Zeit auf einer Bühne, wenn’s beim ersten Song die gesamte Anlage wegfickt und man da steht mit abgesägten Long-Johns. Kann nicht mal “Hallo” sagen, weil das Mikrophon ja auch mausetot ist, die Zigaretten sind weit weg und mit jeder Sekunde saugt irgendwer den Schwung für die nächsten 90 Minuten aus den Instrumenten während man wartet und wartet und wartet…). Die Banane immerhin ist von Max Havelaar, ziemlich reif und lecker…


Goldvreneli

Früher, als ich noch Weihnachtsgeschenke bekam, schenkten mir meine Grosseltern jeweils ein Goldvreneli. Jedes Jahr eines. Liebe Grosseltern dieser Welt: von nun an, können Sie sich diese mühsam-repetitive Geschenkprozedur sparen. Schenken Sie ihren Enkelkindern die neue Marygold-Platte “Dare, Dare… Surrender” (Little Jig/Irascible). Da hat’s nämlich zehn Goldvreneli auf einen Schlag drauf. Das Weihnachtsgeschäft ist damit lanciert. Für alle, die keine Enkelkinder haben: ihr könnt euch die Platte natürlich auch selber schenken. Es ist sogar sehr empfehlenswert, denn die CD ist ganz nebenbei bemerkt die beste Produktion einer Schweizer Band in diesem Jahr.

“Dare, Dare… Surrender” ist ein Epos an dichten und aufwändig-verspielten Rock-Arrangements, wie man sie in ähnlicher Art von der dänischen Band Kashmir her kennt und liebt. Es sind Steigerungsläufe, Klangteppiche, Wall of Sounds, die das Innerschweizer Quartett auf die Ohren loslässt. Es ist ein Album zum träumen und schwelgen, ein Album bei dem man offensichtlich ins Schwärmen gerät. Power Pop sagt man dem für gewöhnlich. Doch der diesem Genre innewohnende Pomp, wird bei Marygold mit Indietronic- Shoegaze- und Singer/Songwriter-Elementen gekonnt übertüncht, reduziert und angereichert. Muse hüpfen mit Chokebore und Kashmir ins Bett, wo ein flotter Dreier nicht nur angedacht wird.

Marygold haben mit “Dare, Dare… Surrender” ein Album geschaffen, das die ganz grosse Beachtung verdient hat. Interessant ist nun, welchen Weg das Album noch gehen wird. Andere Bands dieser Spielart, wie Kashmir, The Frames, Mew oder die New Acoustic Movement-Verästelung mit Elbow und Turin Brakes schielen bei Marygold nicht nur um die Ecke, sondern treffen sich auf “Dare, Dare… Surrender” zum grossen Stelldichein, zum Teil auch unter Marygolds Augenhöhe. Womöglich haben wir es hier mit der Platte zu tun, welche die Luzern Rock City auch im Ausland auf die grosse Musiklandkarte buggsiert.


Bright Eyes für lau

Über “Noise Floor” haben wir gerade erst hier berichtet und nun kann diese Bright Eyes-CD auch schon euch gehören. Wir verlosen drei Exemplare dieser Raritätensammlung, die aufzeigt, wie aus dem Wunderkind Conor Oberst ein Songwriter von Posterformat wurde. Wer weiss, wie das Label Saddle Creek damals bei seiner Gründung hiess und uns dies in einem Mail an gewinnen[ät]78s.ch mitteilt, hat auch schon fast gewonnen.

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78s kompakt

Listen sind etwas wunderbares: darum gibt’s 78s kompakt. 78s kompakt MP3 mit neuen Songs von Art Brut und Samiam, mit Under Byen, der dänischen Björk, und einer schönen Trouvaille namens aMute. 78s kompakt Videos wird angeführt von Portugal, the Man, die diese Woche am Dienstag im Zürcher Abart spielen werden. Bon ap!


Hoffnung, Licht, schwarze Löcher, offene Fragen…

…Verzerrung, Zweifel, Albinis und Lärm auf der Suche nach Stille. Dies und mehr sind Duara laut ihrer Website. File under: Postrock, aber bitte nicht im Ordner 08/15. Das neue Album der Thurgauer “We Have Only 10 Songs To Save The Earth” wurde bereits andernorts gelobt. Zu Recht: Grösser sind kleine Bands selten. Bestellen kann man die exquisit verpackte CD bei Ikarus Records, einem basisdemokratischen Kleinlabel, das mit sechs Bands zwischen Frauenfeld und Zürich klammklang-heimlich einen Qualitätsstandard für ausufernde Musik etabliert hat. Gentlemen, you better watch out!


iTunes wird zerzwitschert

Die Internetgemeinde frohlockt. Songbird, die erste Open-Source-Alternative (also gratis) zu iTunes ist der Grund dafür. Songbird ist aber eigentlich viel mehr als iTunes. Songbird funktioniert wie eine Mischung aus iTunes und Firefox, ist also ein Hybrid zwischen Webbrowser und Musikdatenbank. Der kleine Vogel macht es möglich, dass man von nun an mit dem gleichen Programm durchs Internet surfen, sich auf Blogs, Musikwebseiten und MP3-Shops die coolsten Tracks holen und direkt in die persönliche Musikdatenbank kopieren kann. Und das alles mit dem gleichen Programm. Für einige wohl eine überflüssige Spielerei. Für Musikfreaks aber ein schampar lässiges, neues Gimmick! Wer jetzt nur Bahnhof verstanden hat, kann sich hier ein kleines Vorzeigefilmchen ankucken.
Songbrid war in seiner Alpha-Version nur Windows-kompatibel. Die zweite Version lässt jetzt aber auch Mac-User-Herzen höher schlagen. Downloaden kann man das Zwitscherding hier.


Gruselkabinett der Posen

Coverart wurde in den 60ern zur Kunstform erhoben, doch Albumcovers sind vor allem auch Archive der Geschmacklosigkeiten. In den Wühlkisten quadratischer Widerlichkeiten stösst man auf Fashion Victims in anzüglichen Posen, Metalbands von titanischer Lächerlichkeit, amateurhafte Collagen und latent sexistische Bildaussagen. Hat das, was in der Retrospektive grotesk erscheint, damals wirklich gut ausgesehen? Thematisch geordnete Paradebeispiele mit geistreichen Kommentaren zu solchen illustratorischen Sünden gibts da, chaotisches Jekami dort. Doch Vorsicht: Augenkrebs, Pupillenverätzung und andere Nebenwirkungen sind nicht auszuschliessen!


Oioioi: hoite Noi

Bright Eyes – Noise Floor Rarities (Irascible)
Sophia – Technology Won’t Save us (Irascible)
Sunno/Boris – Altar (Irascible)
Deftones – Saturday Night Wrist (Warner)
My Chemical Romance – The Black Parade (Warner)
Mypollux – Contraire (Warner)
Meat Loaf – Bat out of Hell III – The Monster ist Loose (Universal)
Milburn – Well Well Well (Universal)
Eddy Mitchell – Jambalaya (Universal)
Pet Shop Boys - Live (EMI)
Robbie Williams – Rudebaox (EMI)
Roxette – Roxette Hits (EMI)
Solomon Burke – Nashville (Phonag)
Duke Special – Songs From the Deep Forest (TBA)
Isobel Campbell – Milkwhite Sheet (TBA)
Dustin O’Halloran – Piano Solos 2 (TBA)
Santiago Cortes - First Class (TBA)
Laurance Revey – dito (MV)
Laibach – Volk (MV)
James Yorkston (MV)
Clinic - Visitations (MV)
Gus Black – Autumn Days Official Bootleg (MV)
M.A.N.D.Y. – At the Controls (MV)
Nightmares on Wax – My Definition (MV)


Patchwork aus dem Hause Saddle Creek

Conor Oberst präsentiert mit “Noise Floor” (Saddle Creek/Irascible VÖ 20.10) Raritäten für Liebhaber und Kenner. Zu hören sind Auskopplungen, unveröffentlichte Songs sowie Kollaborationen und Covers – aufgenommen zwischen 1998 und 2005. Die Tracks wurden aus verschiedenen Datenträgern (minidisc, real-to-real tape, Computer u.v.) destilliert und zu einem ansehnlichen Patchwork zusammen gebastelt: “These songs trace Bright Eyes’ evolution from basement project to band of international repute”, wirbt Coners Saddle Creek in eigener Sache. Im Frühjahr 2007 folgt sodann eine weitere Bright Eyes-Scheibe; mit an Bord: Sleater Kinney und Matt Ward. Wir bleiben dran! In the meantime take that.


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