Yo! Will Oldham

Landauf landab wird Will Oldham alias Bonnie Prince Billy als Singer/Songwriter der Stunde bejubelt. Das reicht. Wir machen da nicht mit. (Muss ja niemand wissen, dass wir die Platte einfach irgendwie verpasst haben). Ins Yo la Tengo- Vivat stimmen wir dagegen liebend gerne mitein. Die Indie Rock Band, die wahrscheinlich jeder schon abgeschrieben hat, ist im September mit “I’m not Afraid of You and I Will Beat Your Ass” (Musikvertrieb) zurückgekommen. Und wie die zurückgekommen sind. Jeder dachte, na ja, ein weiteres Yo la Tengo-Album halt, wie die unzähligen zuvor auch schon. Aber nein, falsch gewickelt! Das Album ist so abwechslungsreich wie Beck es gerne wäre. Es rockt, groovt, swingt, popt, funkt. Abwechslungsreich waren Yo la Tengo schon immer, aber so stimmig hat das selten zusammengepasst.

Einzeln für sich haben wir also Yo la Tengo und Bonnie “Prince” Billy verpennt. Ihre Kollaboration aber nicht. Die steht nämlich erst noch an, zumindest in unseren Breitengraden. Will Oldham hat nämlich einen neuen Film gedreht und Yo la Tengo haben dazu den Soundtrack geliefert. “Old Joy” heisst das Teil und läuft derzeit in den US-amerikanischen Theatern. Wann er bei uns gezeigt wird ist noch nicht klar. Er soll aber saugut sein. So eine alternative Wandervogel-Version im Brokeback Mountain-Stil.


Was macht eigentlich…Carmen Fenk?

Erinnert ihr euch? Carmen Fenk hat die erste Staffel von Musicstar gewonnen (also nicht die Coiffeuse, die war bei der zweiten Staffel und hiess Sina Salome Clausen). Während ihr damaliger (unterlegener) Mitsteiter Baschi bereits zwei Alben veröffentlicht hat und goldene Schallplatten sammelt, hört man von Fenk nichts mehr (honni soit…). Was macht sie? Sie buchstabiert zurück und lernt das Musik ABC wieder von vorne. Für Hausverwalter: Hier finden Sie Fahrstuhlmusik vom feinsten.


Pönk!

Heute Donnerstag läuft im Kino RiffRaffPunkcocktail” an. “Punkcocktail” ist der Film zum Buch zur CD. Oder anders gesagt wir erleben derzeit den schweizerischen Punker-Frühling auf medialer (Aufarbeitungs)Basis. “Die Zeit als Punk noch wirklich Punk war” würden wohl jene sagen, die dabei waren. Auf jeden Fall versuchen diesen Herbst die CD von Rudolph “Hillary” Dietrich, die letzte Woche erschienen ist, das Buch “Hot Love, Swiss Punk&Wave 1976 – 1980“, das ab 4. November in den Läden steht und eben der heute Premiere feiernde Film “Punkcocktail” aufzuzeigen, was Punk wirklich war, bevor er politisch unterwandert wurde und starb oder so. Der Film soll allerdings keine Doku sein, sondern ist eher eine Abfolge von Clips und künstlerischen Animationen.

Foto: Pietro Mattiolo 1.10. 1977


Big in Japan

Es gibt ja immer wieder Bands, die sind auf dem Binnenmarkt mässig erfolgreich, behaupten aber in exotischen Ländern Superstars zu sein. Ausverkaufte Stadien in Japan, Massenaufläufe in Brasilien - wir kennen diese Stories. Warum sind wir eigentlich immer darauf hereingefallen? Diese Konzerte hat es nie gegeben, sie sind Marketingluftschlösser und Promotionsluftblasen. Oder wieso sollten es ausgerechnet Lunatica in die japanischen Top 10 schaffen? Weil sie “musikalisch (sic!) als eine der originellsten Bands der Schweiz gelten”? 


Elektrohusten

Namosh ist etwas vom heissesten und verrücktesten, das Berlin derzeit zu bieten hat. So heiss, dass sogar die verstaubte Frankfurter Allgemeine voll des Lobes ist über den kurdisch-deutschen Elektrotüftler. Nach einigen Achtungserfolgen ist nun sein Debutalbum erschienen, “Moccatongue” (Bungalow Records). Wir geben der FAZ recht, die Songs fetzen ohne Ende. Besonders speziell ist “Cold Cream”, das ein gelooptes Husten über scharfe Elektrobeats legt und scheinbar Björks Lieblingslied des letzten Jahres war. Reinhören ist Pflicht.


Wir rocken das Grosi-TV

Unser Aufruf schlägt Wellen: Wir zeigen dem Grosi-TV, welches die wirklich guten Schweizer Songs der letzten Jahre sind. Die ersten Kommentare zeigen, dass wir nicht die einzigen sind, die mit dem Voting bei Grosi-TV nicht einverstanden sind. Besonders stolz macht uns, dass unsere Leserschaft einen so exquisiten Musikgeschmack an den Tag legt. So soll es sein. Und jetzt fleissig weiter Songs zusammentragen!


Lasst euch einen blasen

The Blow heisst das Electro-Pop-Duo, das euch nicht mehr loslassen wird (sagen wir hier mal so). Warum das so ist, das testet Ralph zurzeit. Damit ihr aber die Testphase auch quasi-miterleben könnt, wollten wir euch das einfach unverblümt mal so mitteilen. The Blow veröffentlichen am 24. Oktober ihr neues Album “Paper Television”. Auf der Webseite ihres Labels kann man zur Überbrückung ihre EP “Poor Aim:Love Songs” gratis downloaden! (bis 24.10.) Auf MySpace gibt’s den neuen Song “Paranthese”. Hören!

“Pile of Gold”

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Die schönsten Weihnachten seit 1984 stehen an

Last Christmas” von Wham!. Wer kennt diesen Hammersong nicht. Alle Jahre wieder, wird er zu Weihnachten mit Vorliebe über Äther und Sender gejagt. Und wir goutieren es mit einem “ach wie schön”. Nun kommt’s dieses Jahr zur Reunion von Wham!! Kiffer-George und Andrew Ridgeley werden zusammen an Weihnachten auf der Bühne der Wembley-Arena in London stehen. (via) Wetten, dass sie dies nun bis sie 65 Jahre alt sind, jedes Jahr wiederholen. Damit sind unsere Weihnachten bis 2028 gerettet!


Der arme Albert

Albert Hammond Jr. Was für ein Name. Alleine der Name verpflichtet zu einem eigenen Album. Nun ist der eigentliche Strokes-Gitarrist mit “Yours to Keep” (Rough Trade/Phonag) seinen Genen gerecht geworden. Der eigentliche Grund für dieses Album, scheint aber nicht unbändiger Arbeitseifer gewesen zu sein, sondern die Nichtberücksichtigung von Hammonds Songs bei den Strokes. “Ich habe meine Songs den anderen vorgeschlagen, die jedoch winkten ab. Es war aber nicht Julian Casablancas, der mein Material nicht mochte, sondern die anderen Mitglieder”, so der enttäuschte Albert gegenüber dem Rolling Stone. “Na ja, Julian schreibt die Songs und wir spielen sie halt.” Da musste einer aber schwer unten durch könnte man meinen. Dass es da nicht zur Trennung kam, kann wohl lediglich der gutschweizerischen Erziehung der beiden zugeschrieben werden, mit Grundpfeilern wie Kompromiss, Konkordanz und Kollegialität. Nichts dergleichen. Hammond sagte gegenüber dem Rolling Stone weiter, dass er nicht enttäuscht sei über die Ablehnung der Songs. Dass es Alberts Songs nicht auf die Strokes-Platten schafften, ist auch durchaus nachvollziehbar. Sie sind ruhiger, relaxter, entspannter, intimer. Mehr Singer/Songwriter, etwas verschrobener, weniger Pomp. Könnte dem einen oder anderen noch sehr gut gefallen.

Back to the 101” (Windows Media Player)

Everyone Gets a Star” (Windows Media Player)

Hard to Love in the City” (Windows Media Player)


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