Blonde rocken besser

Wir freuen uns unbändig, euch die hippste Band seit langem vorstellen zu können: The Long Blondes aus England. The Long Blondes – zwei Jungs und drei Frauen – veröffentlichen am 10. November ihr Debüt “Someone to Drive you Home” (Rough Trade/Phonag). Sie bewegen sich musikalisch irgendwo zwischen dem Fun-Indie-Punk von CSS und dem Grünschnabel-Pop von The Pipettes (das hier von den Pipettes sollte jede(r) kennen). Ihre Eigenständigkeit geben sie damit aber nicht an der Garderobe ab. Unter dem Strich lässt sich ihr Sound als tanzbare Ernsthaftigkeit zusammenfassen. Das macht sie sowohl auf der Tanzfläche, wie auch in den heimischen vier Wänden sehr beliebt. Lange Zeit galten sie als heisseste Band ohne Plattenvertrag. Das behaupteten auf jeden Fall der Guardian und die Vogue. Der NME verlieh ihnen zu Beginn dieses Jahres den Radar Award, der in den Jahren zuvor an so illustre Namen wie Kaiser Chiefs oder Franz Ferdinand ging. Und um die Werbetrommel noch zu Ende zu rühren: die Frontfrau Kate Jackson gilt auf der Insel angeblich jetzt schon als Stilikone. Und so tönt die neue Sensation namens The Long Blondes:

“Once and Never Again”

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“Weekend Without Makeup”

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Das soll Musik sein?

Das wabert ja nur so n’bisschen rum. Wem solche Bemerkungen schon untergekommen sind, weil er den Fehler gemacht hat popverstopften Ohren Deaf Center oder Fennesz vorzuspielen, wird sich über die neuen statischen Experimente von Tim Hecker freuen. “Harmonies In Ultraviolet” (Kranky) heisst die Klangkathedrale, die der Kanadier mit seiner bislang erhabensten Störgeräuschsymphonie flutet. Titel wie “Chimera” oder “Radiospiricom” weisen darauf hin, dass hier Vexierspiele gespielt und Geister beschworen werden. Unheimlich dieses Ding. Tief wie das Meer, weit wie der Himmel.


Feuer und Flamme

Nach dem Lärmschutz-Umbau 2003 waren die Ämter bekanntlich noch nicht zufrieden, und das Restaurant Hirscheneck musste sein Konzertkeller auch noch “feuertauglich machen”. Neue Treppe, bessere Fluchtwege, so Zeugs halt. Das Hirschi und seine Freunde haben Geld zusammen und noch einmal die Kurve gekratzt: Der Umbau ist fertig und vom Bauinspektorat und der Feuerpolizei abgesegnet. Die Wieder-Eröffnung wird am Samstag gefeiert. Mit Freinacht, Bands und DJ’s.

Die Highlights des Wochenendes:
Freitag, 20.10 ¡Forward, Russia! / New Young Pony Club, La Laiterie, Strasbourg
Samstag, 21.10 Amnesty Rock’n’Rights mit The Delilahs, The Paces, Zhivago & DJ Pop B. Sessen, Das Schiff, Basel
Samstag, 21.10 Hirscheneck-Konzertkeller-Wiedereröffnung mit Watchmaking Metropolis Orchestra, Kalles Kaviar und mehr, Restaurant Hirscheneck, Basel
Samstag, 21.10 The Monks / The Monsters, Mascotte, Zürich

Mehr interessante Konzertdaten findest du hier.


Grosi-TV zieht weiter seine Kreise

Die Sendung “Die grössten Schweizer Hits” wird bei uns weiterhin kontrovers diskutiert. Heute meldet nun der Blick, dass die Compilation zu Sendung bereits über 25’000 Mal verkauft und damit vergoldet wurde – und zitiert den Verkaufschef des zuständigen Vertriebs Universal: “Die oft schon tot gesagte Cd lebt!”. Naja. Notabene 1: Die Cd wurde von einem der grössten Musikvertriebe der Welt lanciert, gemeinsam mit dem Schweizer Fernsehen aka Grosi-TV und dem Blick. Notabene 2: Das Durchschnittsalter der ZuschauerInnen von Grosi-TV liegt bei knapp 60 Jahren, bei besagter Show wahrscheinlich auch in etwa. Frage: Wie sensationell ist es, dass 25’000 rund 60 Jahre alte Menschen sich eine Cd kaufen, die ihnen vom Schweizer Fernsehen und dem Blick ans Herz gelegt wird, mit Songs, die sie zum Teil selber ausgewählt haben? Die tot gesagte Cd wäre allerdings sowas von mausemässig tot, wenn sogar diese Leute diese Songs plötzlich als MP3 schwarz tauschen würden.


Das 78s Reisebüro empfiehlt

In Spanien muss eine kleine aber feine Szene von Musik-Connaisseuren existieren. Anders lässt es sich nicht erklären, dass am Tanned Tin-Festival (9.-11.11.) im wunderschönen Teatre Principal von Castellón (Valencia) folgende Grössen des Untergrunds auftreten: Lisa Germano, Manyfingers, Okkervil River, M. Ward, Matt Elliot, His Name Is Alive undundund. Die MySpace-Links hab ich mal weggelassen, denn wer keinen dieser Namen kennt, legt dafür auch nicht 1000km zurück, weiss eigentlich gar nicht worum es hier geht und hat schon lange aufgehört zu lesen. Hallo? Noch wer hier? Gehen wir?


Serge Gainsbourg unflätig

http://www.youtube.com/watch?v=LMAHstZ565w


Döwnlöd quelques fronsösische Söngs

Zwei Mal Frankreich. Zwei Mal Hurra! und Bravo!. Anlass für solche Begeisterung bieten Toy Fight und Mina Tindle. Erstere lassen Indietronic-Herzen höher schlagen. Mindestens 100bpm. Und noch grösser ist die Freude, weil sich alle vier MySpace-Songs auch downloaden lassen. Dasselbe bei Mina Tindle aus Paris. Sie watet in den Trampelpfaden von Cocorosie oder Jaymay.


Sieht so künstliche Intelligenz aus?

Es scheint, als könnten diese vier niedlichen Roböterchen keiner Fliege was zu Leide tun. Oder müssen wir den ersten und hoffentlich auch letzten Song von Robot Attack “You’re All Going To Die” doch als unmissverständliche Ankündigung eines Roboteraufstands auffassen?

Bessere Musik und Kostüme hat My Robot Friend zu bieten. Die Robotermusik erfunden haben übrigens die hier.

Noch mehr Roboter gibts hier oder hier. Wenn ich genug von Platten habe, werde ich Roboter sammeln. Allfällige Sammlungsauflösungen bitte umgehend melden.


Für hartnäckige Liebhaber und im Bauch eines Cellos

Du bist ein lustiger Kauz, Du “Badly Drawn Boy”, ganz schön anstrengend. Da schieb ich Deine “Born In The U.K.” (EMI) in meinen gierigen Player, warte bis Du mich betörst und dann, ja dann… Kommt es einfach nicht, das Betörende. Nervös haste ich von einem zum nächsten Song. Und dann… “Promises” ich wusste es, das würde es sein – Klavier, das kannst Du gut. “It’s a different day everyday / Don’t want you to walk alone”, nein, nein, nein. Zu platt – unpoetisch. Wie eine welkende Liebe fermentierst Du, wirst schlabbrig, stinkst. Weiter, weiter… “Without a Kiss”: “All the songs have been sung / You’re too old then you’re too young / Did you leave your mark on the world? / One as deep as true love / Let’s sing Hosanna”. Endlich, Du bist zurück – noch nicht ganz – ich brauche mehr. Suchen, suchen, suche! Auf einmal sitzt Du da in meinem Kopf – ein wunderschöner Akkord, dann Streicher, ich wusste es: “The Time of Times”. Deine sanfte Stimme bezirzt meine Synapsen, Dein makelloses Piano berauscht meine Gehörgänge. “Born In The U.K” – für Liebhaber und Hartnäckige, oder hartnäckige Liebhaber.

Eine andere Geschichte erzählt uns Isobel Campbell in “Milkwhite Sheets” (V2/Rough Trade, VÖ 20.10). Man stelle sich die lieblich-zarte Isobel eingeschlossen im Bauch eines Cellos vor. Nie hätte sie das Licht der Welt erblickt. Wie ein ungeborenes Kind summte sie im bauchigen Tannholz. Zu ihr gesellten sich klitzekleine Violinen, schwingende Saiten, lustige Pauken, und feine Banjos. Drückte man sein Ohr auf des Cellos Bauch, so horchte man der Campbells samtenen Klangfarbe. Schlösse man die Augen, so schwänge man mit den Saiten, wippte mit den Trömmelchen und verlöre ob dem Hauchen des ungeborenen Stimmchens vollends das Bewusstsein. Isobel Campbell übersetzt alten Folk in erschreckend dunkle Lullabys, erhebt das Suhlen in Melancholie zum Dogma. Aus dem Mutterleib haucht ein Fötus – die betörende Isobel Campbell.


Résumé England no.2

Heisses neues Hörfutter von der Insel Nummero zwei (part 1). Heute beginnen wir mit Fun-Indie-Rock von den Good Shoes. Die sind schon “all in my head”. Die aktuelle Jahreszeit lechzt jedoch nach etwas düsterem: Gérard Le Cain bietet die melancholische Alternative und trotzdem hat’s noch den nötigen Pop im “Füdli”. Zu düster? Da haben wir ‘ne abgrehdete Ausweichsvariante mit Comanechi zum einen und zum anderen etwas relaxteres mit The Black Neon. Hier dreht die Discokugel in Slow-Mo.


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