Rennen für X-Tina

Bei diesem Song schläft mir zwar das Gesicht ein, aber Marilyn Monroe Christina Aguilera hat ja bekanntlich auch andere Qualitäten bessere Songs. Am 14. Dezember kommt sie im Rahmen ihrer “Back to Basics” Tour ins Hallenstadion nach Zürich. Wer dabei sein will, sollte sich rechtzeitig um Tickets kümmern, allzu lange wird es wohl nicht dauern, bis das Konzert ausverkauft sein wird. Der Vorverkauf wird morgen Freitag eröffnet, Tickets kosten 80.- (Stehplatz) beziehungsweise 99.- (Sitzplatz).


Erklärungsnotstand mit The Rapture

The Rapture? The Rapture! Irgendwie hat man die Band fast schon abgeschrieben, trotz ihres Überhits “House of Jealous Lovers” von vor drei Jahren. Das neue Album “Pieces of the People we Love” (Universal) ist ein (heisses) Disco-Funk-Album geworden. Stellvertrend dafür steht der Nachfolge-Hit zu “House of Jealous Lovers”, “Get Myself Into It“. Der macht durchaus Spass, lässt aber auch etwas wehmütige Gefühle aufkommen, da sie sich damit definitiv von ihren Punk-Wurzeln verabschiedet haben. Was durchaus Sinn ergibt: der Produzent James Murphy von DFA zeigte ihnen Ende der 90er Jahre wie sie ihren New Wave-Punk tanzbarer gestalten könnten. Mit ihrer ersten EP “Mirror”, offenbarten sich diese Einflüsse noch weitaus deutlicher. Mit dem Debüt “Echoes” 2003 zeichnete sich die Entwicklung aber schon ab, wie sie nun mit “Pieces of the People We Love” offensichtlich zutage tritt. Zwar werden The Rapture nach wie vor in Rock-Discos wie auch in Electro- und Technoschuppen gespielt werden. Die Rock-Discos werden aber wohl in einen grösseren Erklärungsnotstand geraten als die Electro-Discos.


Konzerttipps fürs Wochenende von Pop B. Sessen

Wer dieses Wochenende die Konzerte von On Trial, The Automatic, Spearmint, oder ¡Forward, Russia! besuchen wollte, hat Pech gehabt, alle diese Konzerte sind abgesagt bzw. verschoben.
Doch es gibt Alternativen:

15.09 Inox Kapell, Wagenmeister, Basel
16.09 Sometree, Merkker, Baden
17.09 Optimist Club / They Died Too Young, Hirscheneck im Exil, Basel
17.09 Dabrye, Reitschule, Bern

Und dann werf ich euch noch diesen Knochen hin. Ich habe keine Ahnung, was das für ein Festli ist, bin aber überzeugt, das wird spitzenmässig! Die Veranstalter teilen folgendes mit:

15.09, bei fuss!, soussol, grubenstrasse 11, züri
frauchen und herrchen aufgepasst!
p.bell und dada trollen sich im amüsbusch, leinenlos im freien auslauf.

amüsbusch sockenclub an der grubenstrasse 11, drei velominuten von der schmiede wiedikon, fünf von der langstrasse.
ab 3:00 einlass nur noch jede viertelstunde – der türsteher will schliesslich auch mal tanzen.

Eine ausführliche Konzertagenda findest du hier


Jungtalente der klassischen Musik

Wer die Schnauze gestrichen voll hat, auf irgendwelche verkoksten, nie auftauchenden Pseudo-Poeten-Rocker zu warten, um sich dann selbst benebelt im Bierdunst irgendeines Etablissements wieder zu finden, dem sei hier abgeholfen: An den Orpheum-Musikfesttagen darf man die neuen Jahrhundert-Talente der klassischen Musik bestaunen. Zehn Solistinnen und Solisten haben die Möglichkeit mit renommierten Orchestern wie dem Tschaikowsky-Sinfonieorchester des Moskauer Rundfunks unter meisterlicher Stabführung (Vladimir Fedoseyev) aufzutreten. Die Orpheum-Musikfesttage finden vom 12.-19. September in der Tonhalle Zürich sowie im Casino Basel statt.


Pete, bleib wo du bist!

Mal ehrlich, langsam wird es langweilig mit angekündigten und dann abgesagten Konzerten der Babyshambles. Durchaus clever ist darum das Angebot der Kaserne Basel. Für 17. Oktober ist die Band um Pete Doherty angekündigt, 35 Stutz kostet der Eintritt. Sollte Pete an diesem Tag anstatt in der Kaserne im Knast stecken oder sonstwie den Weg nach Basel nicht finden, kann man zum reduzierten Preis von 15.- die grossartige Vorband The Veils sehen. Ein guter Deal, fürwahr.


Schmetterlinge prêt á manger

Wie schmecken wohl die Schmetterlinge im Bauch, wenn man in sie reinbeissen könnte? Kitschig, mmh. Aber Sorry Gilberto aus Berlin zaubern so federleichte verträumte Melodien, dass man den Kitsch vergisst, mitsummt, und sich an den letzten Regentag erinnert, den man so schön fand. Und wenn die Texte zum elfenhaften Indiefolk die Welt nicht neu erfinden…über gewisse Dinge der Welt kann nie genug gesungen werden.


Mogwai: “Das was wir machen, ist Kunst!”

Ende September veröffentlichen Mogwai ihren Soundtrack zum Film “Zidane – A 21st Century Portait”. Wir haben Frontmann Stuart Braithwaite in Basel dazu befragt.

Habt ihr Zinedine Zidane mal getroffen?
Leider nicht. Aber immerhin wurde uns ausgerichtet, dass ihm der Film sehr gut gefalle.

Ihr habt den spielenden Zinedine Zidane vertont. Kann man als Band von ihm lernen?
Ich denke schon. Von Leuten, die in ihrer Sache sehr gut sind, kannst du immer lernen. Zidane ist ehrgeizig, arbeitet hart an sich und spielt mit viel Hingabe. Wenn du diese Eigenschaften als Band umsetzt, dann kannst du – ein wenig musikalisches Talent vorausgesetzt – ziemlich weit kommen.

Wie ist die Zusammenarbeit für den Film zu Stande gekommen?
Der Regisseur des Films, Douglas Gordon, hat uns angefragt. Er hatte das Filmmaterial probeweise mit alten Songs von uns unterlegt. So haben wir gesehen, dass es passt und haben uns ohne grosses Zögern an die Arbeit gemacht.

War es schwieriger, für einen bestehenden Film Musik zu schreiben, als wenn ihr Songs für ein Mogwai-Album schreibt?
Es wäre wahrscheinlich schwieriger gewesen, wenn es ein Film mit einer richtigen Handlung gewesen wäre. Das würde uns irgendwann auch reizen. So war es eher einfacher als sonst. Bei deinem eigenen Album hast du die Verantwortung dafür, etwas Interessantes zu schaffen. Bei diesem Film stehen andere im Vordergrund.

Der Film hatte an der ART Basel seine Premiere. Ihr habt quasi erstmals etwas geschaffen, das offiziell “Kunst” ist.
Ich würde sagen, dass wir als Musiker ohnehin immer etwas Künstlerisches produzieren.

Das stimmt. Allerdings wird Rockmusik gemeinhin weniger schnell als Kunst akzeptiert als etwa Skulpturen oder Bilder.
Damit bin ich nicht einverstanden. Ich glaube, viele Leute sind skeptisch gegenüber all den Dingen, die als Kunst bezeichnet werden und die Musik genauso sehr als Kunst ansehen wie etwas anderes. Für mich ist das, was Mogwai machen, Kunst.


Plattenvertrag oder Haare schneiden?

3+, der neue Privatsender der Schweiz, legt sich weiter mit dem Schweizer Fernsehen an. Der erste Streich, der Slogan “Das junge Schweizer Fernsehen” war eher plump. Der zweite Streich gefällt besser: 3+ hat sich die Webadresse musicstar.ch gesichert und nutzt sie, um die eigene Castingshow Namens “Superstar” zu vermarkten, die “Musicstar” von SF Konkurrenz machen soll. Wie macht 3+ das? So. SF nimmt die Provokation offenbar kommentarlos hin und wir fragen uns: Superstar oder Musicstar – who cares?


Fresh

Es hat sich inzwischen herumgesprochen, dass bei Anticon emsig an alternativen Entwürfen zum gängigen HipHop gearbeitet wird. “Music For The Advancement Of HipHop” hiess der erste Anicon Label-Sampler und dieses Credo haben verschiedenste MCs und Musiker aus dem Umkreis der San Francisco Bay Area in die erstaunlichsten Resultate umgesetzt.

Die umtriebigsten Exponenten von Anticon kumulieren sich in Subtle gewissermassen zu einer Supergroup. Die prominentesten der sechs Mitglieder sind Adam “Doseone” Ducker, Poet, Sänger und Rapper, sowie Jeffrey “Jel” Logan, Beattüftler und Produzent. Zusammen agieren die Beiden zudem im Duo Themselves und wirken an der Seite von Notwist bei 13 & God mit, während Doseone hat mit cLOUDDEAD noch ein eigenes Projekt hat. Alles in allem vielbeschäftigte Leute also.

Eine einschneidende Tragödie überschattet die Karriere von Subtle. Auf ihrer ersten Nordamerikatour geriet der Bandbus von der Fahrbahn und Keyboarder Dax Pierson verletzte sich so schwer, dass er noch heute im Rollsstuhl sitzt. Es war Pierson der Subtle ins Leben gerufen hatte und an Keyboard-Spielen war für ihn vorerst nicht zu denken. Die Zukunft der Band war ungewiss und man veröffentlichte als Übergangslösung ein Remix- und Kollaborations-Album (u.a. mit Mike Patton und Beck).

Inzwischen ist Pierson weitgehend genesen und Subtle werden sich am 10. Oktober wie Phönix aus der Asche erheben. Für ihr zweites Album “For Hero: For Fool” (Lex/EMI) konnten Subtle sich einen Major-Vertriebsdeal angeln und so werden hoffentlich möglichst viele Menschen erfahren, wie surreal HipHop jenseits von Goldketten und Räuberpistolen klingen kann. Intelligente Inhalte werden in einer Achterbahn der Ideen durch Jazz und Electronica transportiert. Rhymes treffen auf Rockriffs und Falsett-Gesang. Zwischen elektifiziertem Folk lassen GROSSE Beats die Wände erzittern.

Wer behauptet HipHop sei tot, muss sich das nochmal überlegen. Er hat sich nur verändert, um nicht länger der Gefangene seines eigenen Klischees zu sein.

 


Die Nationalhymne des ICE

Das ist der Soundtrack zu einsamen Hochgeschwindigkeits-Zugfahrten, bei denen die Landschaft vor den Augen verschwimmt und die Gedanken abschweifen. Serene Lakes aus San Francisco habe ich soeben in meine persönliche Entourrage für die nahe Zukunft aufgenommen. Anspieltip Nr. 1: Fucking Liar, rein musikalisch gesprochen die inoffizielle Nationalhymne des ICE.


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