DJ ist ein Gott

Dass Gott ein DJ sein, ist die älteste Leier der Welt und als Spruch in etwa so gehaltvoll wie eine Bauernregel. Das Gegenteil, der DJ als Gott, ist dagegen ganz sehenswert (via Melville).

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Alte Musikvideos können verregnete Sonntage retten.

Doch irgendwann gehen einem die Ideen aus und die Vorschläge, die youtube generiert, langweilen. 1500 of your favourite 80’s Videos kam mir (via Popnutten) deshalb heute gerade recht. Ach, die 80er… Auch wenn die Frisuren besser geworden sind – vieles ist heute noch da: 

Lollipop-Pop: B-52s vgl. The Pipettes

Visual-Scratching: Bomb The Bass vgl. Coldcut

Synthie-Spastis: Devo vgl. Hot Chip

Ihr merkt, ich bin erst bis D gekommen. Bin also noch bis zum Abendessen unterhalten.


Lost

Davids Frage “was ist eigentlich los mit…” kommt nicht von ungefähr. Denn das Jahr neigt sich dem Ende zu, und da macht man sich so Gedanken über die besten Platten des ablaufenden Jahres. Bei diesem Gedankenspiel stolpert man nicht nur über Bands, die keinen Ton von sich gaben, sondern auch über Bands, die sich mit neuen Platten gemeldet haben, aber irgendwie doch nicht mehr so da sind. Dabei stechen zwei besonders hervor: Sparta und Incubus.

Sparta haben im Oktober ihr neues Album “Threes” veröffentlicht. Auch wenn die Band jetzt nicht zu den ganz grossen Playern im Musikgeschäft gehört, hätte man etwas mehr Anteilnahme erwartet. Trotz enormem Werbeaufwand hat es die Welt aber nicht so richtig bemerkt. Kein Wunder, der Sound ist irgendwie passée.

Incubus können sich da etwas mehr Aufmerksamkeit erhoffen. Zumal sie auch zwei, drei Nummern grösser sind als Sparta. Dennoch, das kribelige und gespannte Warten alias Vorfreude auf ein neues Album will sich nicht so wirklich einstellen, obwohl das Album “Light Grenades” am 28.11 in die Läden kommt. Irgendwie haben sie den Reiz verloren.

Es gibt Bands, die mit der Zeit einfach nich mehr attraktiv wirken. Die spannende Frage dabei ist, warum?


Was ist eigentlich los mit…

Institute? Vor etwas mehr als einem Jahr hat sich Ex-Bush-Frontmann/Rock-Beau/Mr. Gwen Stefani, Gavin Rossdale, mit neuer Band zurückgemeldet. Das Album “Distort Yourself” klang vielversprechend und auch in einem Interview, das ich mit ihm führen konnte, strahlte Rossdale grossen Tatendrang aus. Ausser ein paar Konzerten in den USA ist seitdem nicht viel passiert, auf der offiziellen Website sind keine Konzertdaten aufgeführt, die deutsche Seite ist seit Monaten verwaist. Ist da der Ofen etwa schon wieder aus? Schade wär’s.


Netlabels zum Anfassen

Netlabels haben in den letzten Jahren ganz legal das verwirklicht, wogegen die herkömmliche Musikindustrie ankämpft: Gratisdownloads. Abseits von Urheberrechts-Diskussionen sind durch die Obsoleszenz von physischen Tonträgern eine Fülle von Plattformen entstanden, die MP3s gratis – und dank Creative Common-Lizenz trotzdem legal – zur Verfügung stellen, weil Label und Künstler dies so wollen.

Das netlabelfestival.ch, das erstmals am 17. und 18. November in der Roten Fabrik stattfindet, will den Diskurs über Netlabels fördern und Einblicke in Theorie und Praxis der digitalen Musikdistribution geben. Neben Talk-Runden mit Netlabel-Betreibern, Musikern und Software-Entwicklern, gibt’s natürlich auch Live-Musik. Wer wissen will, was ihn erwartet, kann den Festival-Sampler – wie sollte es anders sein – gratis downloaden.  “Broken Friday” und “Electronic Saturday” heissen die Mottos der beiden Abende, das Programm geht von Frickelclicks über Bigbeats bis hin zu knarzigem Minimal. Musik elektronischer Machart also, wie sie auf Netlabels vorwiegend vertrieben wird.

Während Bands, die Gesang und Instrumenten fröhnen – wie wir dank Menzl wissen -immer häufiger auf Blog-Labeln vertrieben werden, die auf kostenpflichtige CDs setzen, sind auf Netlabels Indie-Gitarren kaum vertreten. Doch es gibt Ausnahmen: Allen Indiefreunden sei Go Jukebox! empfohlen. Wer hingegen Beats und Bleeps bevorzugt, sieht schnell mal vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr. Für Orientierung im ClickHopGlitchTekDubStep-Dschungel sorgt der Netlabel Catalogue mittels praktischer Wiki-Navigation.

Zwar bieten viele Netlabels austauschbare Musik an, für die wohl niemand Geld bezahlen würde, doch der Netlabel-Kosmos ist ohne Frage von faszinierender Unendlichkeit, in der sich auch so manches Talent versteckt. Und da dem digitalen Musikdistributionsmodell die Zukunft gehört, stehen die Chancen gut, dass das netlabelfestival.ch zu einer Institution wird.


Tropfsteinhöhlen und Schlachthöfe

Elektronische Musik findet in der Regel auf Tanzflächen statt. Die Compilation “Expedition” zeigte letztes Jahr, wie ausserhalb des Klubkontexts mit Elektronica experimentiert wird. Mit “Expedition 2″ begibt sich das Berner Label Everestrecords erneut auf Entdeckungsreise an Unorte, an denen eher Kopf- als Körpermusik gespielt wird. Fast ausschliesslich unter 100bpm, oft auch in Beat-loser Schwebe, oszillieren diese 15 Stücke zwischen lieblichem Ambient und ungemütlichem Illbient, denn der einstündige Klangrundgang beinhaltet sowohl die Besichtigung von stillen Tropfsteinhöhlen, als auch von lärmigen Schlachthöfen.


Nag! Nag! Nag! Nag!

Manchmal ist der Zufall die beste Muse. Als Art Brut im Sommer ans Eurockéennes-Festival nach Belfort flogen, ging ihr gesamtes Gepäck bei British Airways verloren. Ohne Equipment und ohne frische Unterhosen warteten die Londoner am Flughafen – und schrieben einen Song über ihre missliche Situation. Entstanden ist “Nag! Nag! Nag! Nag!”, ein Wirbelsturm von einem Song, der jetzt als Single veröffentlicht wird (EMI).


…And we are looking very much forward to “So Divided”

...And You Will Know Us By The Trail Of Dead veröffentlichen am 14. November ihr neues Album “So Divided” (Universal) Und gerade jetzt ist es wieder ein wahrhaftiger Segen, dieses MySpace. Denn dort wird das ganze Album bereits im Stream zum Geniessen angeboten. Enjoy!

Nachtrag:
“Wasted State of Mind”


Der beste Film der Filmgeschichte

Tenacious D, die auch schon den Greatest and Best Song in the World besungen haben, frönen wieder einmal ihrer zweiten Leidenschaft, der Schauspielerei. Jack Black und Kyle Gass alias Tenacious D kündigen diesmal den “most important film in the history of films” an. Wer sich den Trailer zu “Pick of Desitiny” anschaut, der weiss schnell, dass es sich wohl auch hier nur um ein Tribute zum wichtigsten Film der Filmgeschichte handelt.


Ab heute im Plattenladen

Ab heute stehen die folgenden Platten im Regal und wollen gekauft werden:

The Magic Numbers – Those The Brokes (EMI)
Robbie Williams – And Through It All (Live 1997-2006) (EMI)
Herman Dune – Giant (EMI)
Laura Pausini – Io Canto (Warner)
Paul McCartney – The Space Within Us (Warner)
Damien Rice – 9 (Warner) Joanna Newsom – Y’s (RecRec)
Camp – Talking Cure (RecRec)
Saalschutz – Saalschutz macht’s möglich (RecRec)
Third Eye Blind – Collected Works (Musikvertrieb)
Christina Aguilera – Hurt (SonyBMG)
Der Kleine Nils – Ich will doch nur spielen (SonyBMG)
Manic Street Preachers – Everything Must Go 10th Anniversary Edition (SonyBMG)

>Alle diese Cds gibt’s auch bei Cede.ch