Hoffnung, Licht, schwarze Löcher, offene Fragen…

…Verzerrung, Zweifel, Albinis und Lärm auf der Suche nach Stille. Dies und mehr sind Duara laut ihrer Website. File under: Postrock, aber bitte nicht im Ordner 08/15. Das neue Album der Thurgauer “We Have Only 10 Songs To Save The Earth” wurde bereits andernorts gelobt. Zu Recht: Grösser sind kleine Bands selten. Bestellen kann man die exquisit verpackte CD bei Ikarus Records, einem basisdemokratischen Kleinlabel, das mit sechs Bands zwischen Frauenfeld und Zürich klammklang-heimlich einen Qualitätsstandard für ausufernde Musik etabliert hat. Gentlemen, you better watch out!


iTunes wird zerzwitschert

Die Internetgemeinde frohlockt. Songbird, die erste Open-Source-Alternative (also gratis) zu iTunes ist der Grund dafür. Songbird ist aber eigentlich viel mehr als iTunes. Songbird funktioniert wie eine Mischung aus iTunes und Firefox, ist also ein Hybrid zwischen Webbrowser und Musikdatenbank. Der kleine Vogel macht es möglich, dass man von nun an mit dem gleichen Programm durchs Internet surfen, sich auf Blogs, Musikwebseiten und MP3-Shops die coolsten Tracks holen und direkt in die persönliche Musikdatenbank kopieren kann. Und das alles mit dem gleichen Programm. Für einige wohl eine überflüssige Spielerei. Für Musikfreaks aber ein schampar lässiges, neues Gimmick! Wer jetzt nur Bahnhof verstanden hat, kann sich hier ein kleines Vorzeigefilmchen ankucken.
Songbrid war in seiner Alpha-Version nur Windows-kompatibel. Die zweite Version lässt jetzt aber auch Mac-User-Herzen höher schlagen. Downloaden kann man das Zwitscherding hier.


Gruselkabinett der Posen

Coverart wurde in den 60ern zur Kunstform erhoben, doch Albumcovers sind vor allem auch Archive der Geschmacklosigkeiten. In den Wühlkisten quadratischer Widerlichkeiten stösst man auf Fashion Victims in anzüglichen Posen, Metalbands von titanischer Lächerlichkeit, amateurhafte Collagen und latent sexistische Bildaussagen. Hat das, was in der Retrospektive grotesk erscheint, damals wirklich gut ausgesehen? Thematisch geordnete Paradebeispiele mit geistreichen Kommentaren zu solchen illustratorischen Sünden gibts da, chaotisches Jekami dort. Doch Vorsicht: Augenkrebs, Pupillenverätzung und andere Nebenwirkungen sind nicht auszuschliessen!


Oioioi: hoite Noi

Bright Eyes – Noise Floor Rarities (Irascible)
Sophia – Technology Won’t Save us (Irascible)
Sunno/Boris – Altar (Irascible)
Deftones – Saturday Night Wrist (Warner)
My Chemical Romance – The Black Parade (Warner)
Mypollux – Contraire (Warner)
Meat Loaf – Bat out of Hell III – The Monster ist Loose (Universal)
Milburn – Well Well Well (Universal)
Eddy Mitchell – Jambalaya (Universal)
Pet Shop Boys - Live (EMI)
Robbie Williams – Rudebaox (EMI)
Roxette – Roxette Hits (EMI)
Solomon Burke – Nashville (Phonag)
Duke Special – Songs From the Deep Forest (TBA)
Isobel Campbell – Milkwhite Sheet (TBA)
Dustin O’Halloran – Piano Solos 2 (TBA)
Santiago Cortes - First Class (TBA)
Laurance Revey – dito (MV)
Laibach – Volk (MV)
James Yorkston (MV)
Clinic - Visitations (MV)
Gus Black – Autumn Days Official Bootleg (MV)
M.A.N.D.Y. – At the Controls (MV)
Nightmares on Wax – My Definition (MV)


Patchwork aus dem Hause Saddle Creek

Conor Oberst präsentiert mit “Noise Floor” (Saddle Creek/Irascible VÖ 20.10) Raritäten für Liebhaber und Kenner. Zu hören sind Auskopplungen, unveröffentlichte Songs sowie Kollaborationen und Covers – aufgenommen zwischen 1998 und 2005. Die Tracks wurden aus verschiedenen Datenträgern (minidisc, real-to-real tape, Computer u.v.) destilliert und zu einem ansehnlichen Patchwork zusammen gebastelt: “These songs trace Bright Eyes’ evolution from basement project to band of international repute”, wirbt Coners Saddle Creek in eigener Sache. Im Frühjahr 2007 folgt sodann eine weitere Bright Eyes-Scheibe; mit an Bord: Sleater Kinney und Matt Ward. Wir bleiben dran! In the meantime take that.


Mit Bravour gescheitert

Wenn die Nacht allmählich die Macht über den Tag gewinnt, hat auch dunkle Musik wieder ihre Berechtigung. Matt Elliott macht solche Musik, denn er ist ein schwermütiger Mensch. Er weiss, wie es sich anfühlt, wenn das Ideal an der Wirklichkeit zerbricht. Er kennt das bittere Gefühl des Scheiterns, ein Begriff, der auf das Vokabular der Seefahrt zurückgeht: “Scheitern” bezeichnet das Zerschellen des Schiffs an der felsiger Küste – ein adäqutes Bild für die Musik von Matt Elliott. “We will be gone”, der Donner grollt, die Wellen brechen über die Reling. Und da wir alle im gleichen Boot sitzen, treiben wir mit Matt Elliott auf die Klippen zu, denn über das private Scheitern hinaus implizieren seine Texte immer auch einen politischen oder gesellschaftlichen Schiffbruch. Insofern hat der Wahl-Franzose mit T.S. Eliot mehr gemein als nur den Nachnamen.

Mit “Failing Songs” (V.Ö: 7.11./Domino/Hörprobe) ist Matt Elliott einmal mehr bravourös gescheitert. Sein ungewöhnlicher Werdegang vom Gothic-Drum’n’Bass-Serientäter alias Third Eye Foundation zum in östlichen Folktraditionen verwurzelten Barden findet mit seinem dritten Album unter bürgerlichem Namen eine konsequente Fortsetzung. Es finden sich darauf herzerwärmende Seefahrerlieder, Zigeunerweisen und Lagerfeuertangos mit prä-industriellem Charme. Treuere Freunde für Schiffbrüche in langen dunklen Nächten sind nur schwer zu finden.  


Aus 5 Dollars mach 300 Euro

Von der Bandvermittlungsplattform Sonicbids hatten wir es ja kürzlich schonmal. Jetzt gibt’s ein neues interessantes Angebot, endlich mit Auftrittsmöglichkeit in der Schweiz. Sonicbids vermittelt fünf Bands an die BScene, das Basler Clubfestival (30.-31.3.07). Ab sofort können sich alle interessierten Bands elektronisch bewerben, zum Preis von 5$. Die Bands, die den Bookern der BScene am besten gefallen, erhalten einen Auftritt am etablierten und beliebten Festival in Basel, Gage zwischen 200 und 300 Euro.


Von Freienbach über LA ins Mascotte

Henchman haben genau diesen Weg gemacht. Sie sind in die USA gegangen, um den Durchbruch zu schaffen und stehen nun heute Freitag Abend auf der Mascotte-Bühne und taufen ihre Debüt-Platte “Unmistaken” (N-Gage/Musikvertrieb). Wir gratulieren und empfehlen sie weiter. Wer mehr wissen will, kann sich hier ein kleines Filmchen ankucken.


LCD Sportsystem

Die Marketingstrategen der Global Player entdecken subkulturelle Klänge als Soundtracks für ihre Brands. Microsoft stopft den Zune mit Indie voll und nun haben wir auch schon den ersten Fall, wo ein chartunerfahrener Künstler für ein Kleiderlabel Musik massschneidert. James Murphy vom LCD Soundsystem hat für Nike einen superlangen Song aufgenommen, der als Workoutsoundtrack dienen soll. “45:33″ gibts exklusiv bei iTunes, passend zum Nike-iPod, mit dem man joggen geht und danach ein Coci trinkt. Willkommen in der schönen neuen Welt von Nikolapple.


Tokio Hotel – wir haben euch entlarvt!

Endlich sind wir hinter das Geheimnis von Tokio Hotel gekommen. Die ganze Schose ist von diesem Japanischen Musiker namens Miyavi (Webseite) schaamlos abgekupfert. Wobei man sagen muss, zum Glück haben sich Tokio Hotel im Vergleich zu Miyavi etwas zurückgehalten. Eins zu eins kopiert, wäre das ja kaum aufgegangen.
(via Pyrrhula)
http://www.youtube.com/watch?v=-YHBQ6_zc3g


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