Was ist eigentlich los mit…

Institute? Vor etwas mehr als einem Jahr hat sich Ex-Bush-Frontmann/Rock-Beau/Mr. Gwen Stefani, Gavin Rossdale, mit neuer Band zurückgemeldet. Das Album “Distort Yourself” klang vielversprechend und auch in einem Interview, das ich mit ihm führen konnte, strahlte Rossdale grossen Tatendrang aus. Ausser ein paar Konzerten in den USA ist seitdem nicht viel passiert, auf der offiziellen Website sind keine Konzertdaten aufgeführt, die deutsche Seite ist seit Monaten verwaist. Ist da der Ofen etwa schon wieder aus? Schade wär’s.


Netlabels zum Anfassen

Netlabels haben in den letzten Jahren ganz legal das verwirklicht, wogegen die herkömmliche Musikindustrie ankämpft: Gratisdownloads. Abseits von Urheberrechts-Diskussionen sind durch die Obsoleszenz von physischen Tonträgern eine Fülle von Plattformen entstanden, die MP3s gratis – und dank Creative Common-Lizenz trotzdem legal – zur Verfügung stellen, weil Label und Künstler dies so wollen.

Das netlabelfestival.ch, das erstmals am 17. und 18. November in der Roten Fabrik stattfindet, will den Diskurs über Netlabels fördern und Einblicke in Theorie und Praxis der digitalen Musikdistribution geben. Neben Talk-Runden mit Netlabel-Betreibern, Musikern und Software-Entwicklern, gibt’s natürlich auch Live-Musik. Wer wissen will, was ihn erwartet, kann den Festival-Sampler – wie sollte es anders sein – gratis downloaden.  “Broken Friday” und “Electronic Saturday” heissen die Mottos der beiden Abende, das Programm geht von Frickelclicks über Bigbeats bis hin zu knarzigem Minimal. Musik elektronischer Machart also, wie sie auf Netlabels vorwiegend vertrieben wird.

Während Bands, die Gesang und Instrumenten fröhnen – wie wir dank Menzl wissen -immer häufiger auf Blog-Labeln vertrieben werden, die auf kostenpflichtige CDs setzen, sind auf Netlabels Indie-Gitarren kaum vertreten. Doch es gibt Ausnahmen: Allen Indiefreunden sei Go Jukebox! empfohlen. Wer hingegen Beats und Bleeps bevorzugt, sieht schnell mal vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr. Für Orientierung im ClickHopGlitchTekDubStep-Dschungel sorgt der Netlabel Catalogue mittels praktischer Wiki-Navigation.

Zwar bieten viele Netlabels austauschbare Musik an, für die wohl niemand Geld bezahlen würde, doch der Netlabel-Kosmos ist ohne Frage von faszinierender Unendlichkeit, in der sich auch so manches Talent versteckt. Und da dem digitalen Musikdistributionsmodell die Zukunft gehört, stehen die Chancen gut, dass das netlabelfestival.ch zu einer Institution wird.


Tropfsteinhöhlen und Schlachthöfe

Elektronische Musik findet in der Regel auf Tanzflächen statt. Die Compilation “Expedition” zeigte letztes Jahr, wie ausserhalb des Klubkontexts mit Elektronica experimentiert wird. Mit “Expedition 2″ begibt sich das Berner Label Everestrecords erneut auf Entdeckungsreise an Unorte, an denen eher Kopf- als Körpermusik gespielt wird. Fast ausschliesslich unter 100bpm, oft auch in Beat-loser Schwebe, oszillieren diese 15 Stücke zwischen lieblichem Ambient und ungemütlichem Illbient, denn der einstündige Klangrundgang beinhaltet sowohl die Besichtigung von stillen Tropfsteinhöhlen, als auch von lärmigen Schlachthöfen.


Nag! Nag! Nag! Nag!

Manchmal ist der Zufall die beste Muse. Als Art Brut im Sommer ans Eurockéennes-Festival nach Belfort flogen, ging ihr gesamtes Gepäck bei British Airways verloren. Ohne Equipment und ohne frische Unterhosen warteten die Londoner am Flughafen – und schrieben einen Song über ihre missliche Situation. Entstanden ist “Nag! Nag! Nag! Nag!”, ein Wirbelsturm von einem Song, der jetzt als Single veröffentlicht wird (EMI).


…And we are looking very much forward to “So Divided”

...And You Will Know Us By The Trail Of Dead veröffentlichen am 14. November ihr neues Album “So Divided” (Universal) Und gerade jetzt ist es wieder ein wahrhaftiger Segen, dieses MySpace. Denn dort wird das ganze Album bereits im Stream zum Geniessen angeboten. Enjoy!

Nachtrag:
“Wasted State of Mind”

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.


Der beste Film der Filmgeschichte

Tenacious D, die auch schon den Greatest and Best Song in the World besungen haben, frönen wieder einmal ihrer zweiten Leidenschaft, der Schauspielerei. Jack Black und Kyle Gass alias Tenacious D kündigen diesmal den “most important film in the history of films” an. Wer sich den Trailer zu “Pick of Desitiny” anschaut, der weiss schnell, dass es sich wohl auch hier nur um ein Tribute zum wichtigsten Film der Filmgeschichte handelt.


Ab heute im Plattenladen

Ab heute stehen die folgenden Platten im Regal und wollen gekauft werden:

The Magic Numbers – Those The Brokes (EMI)
Robbie Williams – And Through It All (Live 1997-2006) (EMI)
Herman Dune – Giant (EMI)
Laura Pausini - Io Canto (Warner)
Paul McCartney – The Space Within Us (Warner)
Damien Rice – 9 (Warner) Joanna Newsom – Y’s (RecRec)
Camp - Talking Cure (RecRec)
Saalschutz - Saalschutz macht’s möglich (RecRec)
Third Eye Blind – Collected Works (Musikvertrieb)
Christina Aguilera – Hurt (SonyBMG)
Der Kleine Nils – Ich will doch nur spielen (SonyBMG)
Manic Street Preachers – Everything Must Go 10th Anniversary Edition (SonyBMG)

>Alle diese Cds gibt’s auch bei Cede.ch


Dunnä mit äm Zürislang

Warnung von Skycontrol: Eine Boeing747 nimmt Kurs aufs Zürcher Volkshaus! Navigiert wird die Maschine von den seit den frühen 90ern aktiven HipHoppern Ämoh und Dragon Sky aka M/O/D/S, die heute ihr Album Schlagziilä taufen. Das Debüt der beiden Gewinnern des M4Music Urban Awards 2004 gehört zu den besten Schweizer HipHop-Releases dieses Jahres. Rapper Ämoh reiht darin wie gewohnt Punchline an Punchline und spuckt provokative Lyrics auf hohem Niveau, unterstützt von Beatbastler Dragon Sky. Dunne mit äm Zürislang sind heutabend auch die Limmetstadt Bros. von Gleis Zwei sowie Rapper Semantik, der den Code der Strasse erklärt und mit Grand Theft Audio den Standard von Mixtapes neu definiert hat. Zudem gibt’s einen Vorgeschmack auf das lange erwartete Debüt von Dope-Moderator (Radio 105) Samurai und von Züri Nord’s Bilingue.


Tom Waits mit Daumenkino-Video

Tom Waits mit “Lie to me” aus “Orphans: Brawlers, Bawlers & Bastards” (Vö.: 20.11.).

http://www.youtube.com/watch?v=yWcxAXnv5to&eurl=


Chris Cornell macht den Michael Jackson

Nachdem Michael Jackson nun nach Lichtenstein oder Dubai ausgewandert ist (so genau weiss das niemand), sprich irgendwie nicht mehr da ist, trauen sich arrivierte Musiker an sein Vermächtnis (nein, Alien Ant Farms “Smooth Criminal” zählt nicht, da es sich dabei nicht um arrivierte Rocker handelt): Also. Zum einen hätten wir da Badmotorfinger Chris Cornell der sich Billy Jean angenommen hat. Etwas gar emotional sagen wir mal. Aber so ist er nun mal geworden der Chris, ein sensibler Rocker. Zum zweiten hätten wir Ben Gibbard, seines Zeichens Mitglied von Death Cab for Cutie und The Postal Service. Der Indie-Rocker legte den Thriller aufs Parkett. Last but not least Singer/Songwirter David Mead, der es mit “Human Nature” aufnahm. (via Stereogum)


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