Mark van Huisselings Sonnenbrille

Er ist gewissermassen der Last Britpopper Standing, optisch wie musikalisch: Richard Ashcroft (Diskussion hiermit eröffnet). Wer’s nicht glaubt, schaut sich sein neues Video “Why Not Nothing” an. Unglaublich, der Typ verändert sich kaum, sieht immer noch aus wie im Klassiker “Bittersweet Symphony”, sogar die Lederjacke ist noch dieselbe. Das einzig neue ist die Sonnenbrille, die er von Mark van Huisseling gestohlen hat.


3000 Hände für die Lovebugs

City Halle, Winterthur (20.10.06)

Das sah da drin ungefähr aus wie in meiner Lieblingsbar um die Ecke, und hatte Platz für ein ziemliches grosses Rudel Leute. Unser Harakiri-Mischer Andy hat seine Banane mittlerweile verdaut und am Mischpult ein paar Schrauben anziehen lassen (man kennt das ja, wenn man die Kaffeemaschine in den Laden bringt: “Oh, das hatten wir aber noch gar nie, und das ist vom Technischen her gar nicht möglich, dass jetzt da dings…), und das stimmte doch alle zuversichtlich. Ganz flott war als dann Eulen Meusengrecht und seine Paces zum Soundcheck erschienen, weil man hatte sich doch zwei Wochen nicht mehr gesehen (ausser vielleicht in eben dieser Bar um die Ecke) und das ist eine lange Zeit, wenn man noch so frisch verliebt ist wie wir alle…

Es waren wieder 1500 Leute da und absolut die Krönung! Stadioncheckmässig sind das ziemlich viele Hände und in der ersten Reihe ging’s sowieso unerhört ab heut Abend. Bei uns auf der Bühne ging’s eher drunter und drüber, aber nicht wie in Bern sondern in kleinen leicht verträglichen Dosen (quasi Bananenschnitze in einem Fruchtsalat…), und das ist ja eine Bereicherung für alle Beteiligten, weil Schadenfreude ist doch auch Freude, und bei uns rennt dann die ganze Crew so lustig im Kreis rum und niemand weiss wer jetzt was und wie tun soll und das lockert die ganze Sache mordsmässig auf für uns fünf. Wirklich ein schöner Abend, auch im Salzhaus nachher und in der Bahnhofsunterführung und am Dönerstand und alles…spitzenmässig, bis bald!


Heute gehört

Weckerfiepsen, Parkettknacksen, Urinplätschern, Spülungsrauschen, Duschwasserbrausen, Kaffeemaschinendröhnen, Zeitungsrascheln, Wasserhahntropfen, Zahnbürstenschrubben, Klingeln, Beamtenstimme, Kotplumpsen, WC-Deckelknallen, Schlossklacken, Verkehrsbrummen, Beach House, Handysurren, Elternstimmen, Radiogedudel, Miauen, Besteckgeklimper, Zahnarztwerkzeugkreischen, Münzklingeln, Verpackungsgeknister, Bonnie ‘Prince’ Billy, Auslöserklicken (nur ein Foto, nicht auf Menschen geschossen), fremde Stimmen, vertraute Stimmen, Pfannenzischen, Gläserklirren, Feuerzeugklacken, Manyfingers, Regenprasseln, Kühlschranksurren, Laptoprauschen, Tastenklicken.

Und was hört Ihr so?

(Diese süsse Ohrenmaus sieht in echt bedeutend weniger niedlich aus.)


Rock-Oper 2.0 bequem im Heimtheater geniessen

Die Hype-Maschine ist in vollem Schwung. My Chemical Romance sollen offensichtlich Green Days Rock-Oper “American Idiot” beerben. Queen standen wohl dafür Pate, zumindest fürs Intro. Das neue My Chemical Romance-Werk “The Black Parade” (Warner) ist eine Bombast-Emo-Punk Platte mit Hitparaden-Ambitionen. Ins Opernhaus muss man aber deswegen nicht. Hier könnt ihr die Platte bequem im Heim-Theater und in Wohlfühlklamotten Probehören. Dann aber auch kaufen, und zwar hier:

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Hoch soll er leben

Okay. Wir könnten uns hier anbiedern und als tausendster Blog Apple und Steve Jobs zum 5. Geburtstag ihres Steckenpferdes iPod gratulieren und dazu passenderweise die langweilige Keynote von 2001 verlinken. Stattdessen gratulieren wir mit einem “kleinen” Trommelwirbel:

http://www.youtube.com/watch?v=VNvwfJ3zuxk


Schneidet Robbie vorne was weg, dann kommt’s gut

Als Hauspsychologen von Robbie (aka Elektrobbie) aufspielen sollen sich die Musikredakteure der etablierten Printmedien und in aller Breite und Länge Abhandlungen darüber schreiben, wie sich Mr Williams’ Seelenleben in seiner neuen Platte “Rudebox” (EMI) manifestiert. Wir beschränken uns auf den einen wesentlichen Tip: Überspringt sofort die ersten vier Songs der Platte, danach werdet ihr ein gewitztes, abwechslungsreiches und schönes Album vorfinden. Das meine ich ernst.

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Weggefickt! (Text trotzdem absolut jugendfrei)

Bierhübeli, Bern (13.10.06)

Wegen technischen Problemen hat es ein wenig länger gedauert, bis dieser Bericht fertig wurde. Das System total abgesägt und im Leerlauf. Kann noch ein Weilchen dauern, ich tu mal Neustart drücken, eine Banane essen und dann sehn wir uns vielleicht wieder…(und wenn ihr findet eine Woche sei lang, dann ist das ungefähr gar nichts im Vergleich zur gefühlten Zeit auf einer Bühne, wenn’s beim ersten Song die gesamte Anlage wegfickt und man da steht mit abgesägten Long-Johns. Kann nicht mal “Hallo” sagen, weil das Mikrophon ja auch mausetot ist, die Zigaretten sind weit weg und mit jeder Sekunde saugt irgendwer den Schwung für die nächsten 90 Minuten aus den Instrumenten während man wartet und wartet und wartet…). Die Banane immerhin ist von Max Havelaar, ziemlich reif und lecker…


Goldvreneli

Früher, als ich noch Weihnachtsgeschenke bekam, schenkten mir meine Grosseltern jeweils ein Goldvreneli. Jedes Jahr eines. Liebe Grosseltern dieser Welt: von nun an, können Sie sich diese mühsam-repetitive Geschenkprozedur sparen. Schenken Sie ihren Enkelkindern die neue Marygold-Platte “Dare, Dare… Surrender” (Little Jig/Irascible). Da hat’s nämlich zehn Goldvreneli auf einen Schlag drauf. Das Weihnachtsgeschäft ist damit lanciert. Für alle, die keine Enkelkinder haben: ihr könnt euch die Platte natürlich auch selber schenken. Es ist sogar sehr empfehlenswert, denn die CD ist ganz nebenbei bemerkt die beste Produktion einer Schweizer Band in diesem Jahr.

“Dare, Dare… Surrender” ist ein Epos an dichten und aufwändig-verspielten Rock-Arrangements, wie man sie in ähnlicher Art von der dänischen Band Kashmir her kennt und liebt. Es sind Steigerungsläufe, Klangteppiche, Wall of Sounds, die das Innerschweizer Quartett auf die Ohren loslässt. Es ist ein Album zum träumen und schwelgen, ein Album bei dem man offensichtlich ins Schwärmen gerät. Power Pop sagt man dem für gewöhnlich. Doch der diesem Genre innewohnende Pomp, wird bei Marygold mit Indietronic- Shoegaze- und Singer/Songwriter-Elementen gekonnt übertüncht, reduziert und angereichert. Muse hüpfen mit Chokebore und Kashmir ins Bett, wo ein flotter Dreier nicht nur angedacht wird.

Marygold haben mit “Dare, Dare… Surrender” ein Album geschaffen, das die ganz grosse Beachtung verdient hat. Interessant ist nun, welchen Weg das Album noch gehen wird. Andere Bands dieser Spielart, wie Kashmir, The Frames, Mew oder die New Acoustic Movement-Verästelung mit Elbow und Turin Brakes schielen bei Marygold nicht nur um die Ecke, sondern treffen sich auf “Dare, Dare… Surrender” zum grossen Stelldichein, zum Teil auch unter Marygolds Augenhöhe. Womöglich haben wir es hier mit der Platte zu tun, welche die Luzern Rock City auch im Ausland auf die grosse Musiklandkarte buggsiert.


Bright Eyes für lau

Über “Noise Floor” haben wir gerade erst hier berichtet und nun kann diese Bright Eyes-CD auch schon euch gehören. Wir verlosen drei Exemplare dieser Raritätensammlung, die aufzeigt, wie aus dem Wunderkind Conor Oberst ein Songwriter von Posterformat wurde. Wer weiss, wie das Label Saddle Creek damals bei seiner Gründung hiess und uns dies in einem Mail an gewinnen[ät]78s.ch mitteilt, hat auch schon fast gewonnen.

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78s kompakt

Listen sind etwas wunderbares: darum gibt’s 78s kompakt. 78s kompakt MP3 mit neuen Songs von Art Brut und Samiam, mit Under Byen, der dänischen Björk, und einer schönen Trouvaille namens aMute. 78s kompakt Videos wird angeführt von Portugal, the Man, die diese Woche am Dienstag im Zürcher Abart spielen werden. Bon ap!


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