Bahn oder Band?

Norfolk & Western wurde Mitte des 19. Jahrhunderts gegründet und stellte 100 Jahre später als letzte amerikanische Eisenbahngesellschaft von Dampf- auf Diesellokomotiven um.

Norfolk & Western wurden Anfangs des 21. Jahrhunderts gegründet und sind die vielleicht letzte amerikanische Band mit singender Säge und Theremin.

Der Zug fährt ein, Abschied in Dampfschwaden und los geht die Reise. Destination: “The Unsung Colony” (Hush Records), wo Sufjan Stevens und Iron & Wine am Bahnhof warten.

Logisches Fazit: Musik für Zugfahrten. Pendler, entscheidet selbst:

“Terrified”  

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Das perfekte Arrangement

Dass die DVD “On/Off The Record” (Cityslang) von The Notwist schon hier zu kaufen ist, wissen wir ja bereits. Nun, warum sollte man sich diese feinsinnige Dokumentation anschaffen. Ganz einfach: weil sie das Label DOK verdient. Jörg Adolphs Visualisierung der Arbeit von The Notwist an ihrem Album “Neon Golden” (2002) ist nicht einfach eine Laudatio auf die äusserst experimentierfreudigen Bayern. Nein, denn keine pubertären Mitschnitte schreiender Groupies, keine Selbstbeweihräucherung und keine Imagepflege erwarten den neugierigen Konsumenten des vorliegenden Objekts.

Jörg Adolph beobachtet unaufdringlich die künstlerische Arbeit, die Tüfteleien, das Suchen, das Verwerfen, das Noch-Einmal, ja das Finden des perfekten Arrangements einer Band, die ständig zum Perfektionismus neigt, auf angenehm distanzierte und elegante Art. Im Vordergrund steht die Arbeit, nicht das Suhlen in Selbstlob. Somit sind wir schon zum Kern von “On/Off The Record” vorgestossen: Am Anfang war das Handwerk, nicht die Kunst. Der Leidensweg ist lang, bis ein Album im keimfreien, hermetisch abgeriegelten Raum seine Form findet. Das Schaffen eines Kunstwerks sowie der sich verändernde ontologische Zustand der Band im Arbeitsprozess stehen im Mittelpunkt, zeigen die Einsamkeit im Konglomerat von Gleichgesinnten. Eins wird klar: in der Ruhe liegt die Musik. The Notwist.


Herzliches Beileid

Gott ist tot.
Punk ist tot.
Techno ist tot.

Am 19.12. wird auch Hip Hop offiziell beerdigt: “Hip Hop’s Dead” heisst das neue Album von NAS und wenn das einer sagt, der vor 15 Jahren mit “Illmatic” einen Meilenstein dieses Genres schuf, dann wird wohl stimmen, was viele kommen sahen. Infarkt, zack und weg war er. Der gute war noch nicht mal 30. Zur Beerdigung hat NAS Kayne, Snoop, Dr. Dre und The Game eingeladen.
Ich denke mal der Sarg kommt extrabreit.


Für nach der Party – Trip Hop revitalisiert

Denk dir Aphex Twin, Massive Attack, späte Radiohead, Sneaker Pimps in ihren dunkelsten Stunden und du erhältst Union of Knives (Webseite). Was hört man, wenn man von der Rock Party nach Hause kommt? Portishead? Zu depressiv. Massive Attack? Zu viel gehört. Morcheeba? Zu schlecht geworden. Kruder und Dorfmeister? Zu popelig. Union of Knives? Genau! Das Album “Violence and Birdsong” (MV) steht seit einer Woche in den Regalen.


Ein Palast ist auch nur eine Hütte

Das Nahe liegt manchmal so fern. Ich muss eingestehen: Ich war noch nie in St. Gallen. Das hat mich nie gross belastet, denn was könnte ich dort schon verpasst haben? Den schrecklichsten Dialekt der Schweiz etwa? Noch diesem Monat wird sich dies allerdings ändern, denn kürzlich wurde das vom Kino zur Kulturbühne umfunktionierte Palace wiedereröffnet. Das nach Helsinki‘scher Anything-Goes-Manier gestaltete Programm sorgt dafür, dass ich in Olma City doch so einiges verpassen würde: Lisa Germano, Subtle und Espers. St. Gallen, ich komme!


kaufet

Hier eine Auswahl von neuen Neuerscheinungen, die ab heute neu zu kaufen sind. Redundanz inklusive. Auch bei den ab heute neu zu kaufenden CDs neuer und schon bekannter Bands.

Wir empfehlen:

Mogwai – Zidane, A 21st Century Portrait (MV)
Beirut – Gulag Orkestar (offizieller Europa Release mit Bonus EP) (MV)
Mick Harvey – Motion Picture Music 94 – 05 (MV)
Seeed – Live (Warner)
Aimee Man – One More Drifter in the Snow (TBA)
The Notwist – On/Off the Record (TBA)
The Frames – The Cost (Phonag)

Wir raten ab von:

Superstars – The Castings (TBA)

Totale Indiffirenz legen wir gegenüber folgenden Neuerscheinungen an den Tag:

Moby – The Very Best of (EMI)
XZIBIT – Full Circle (Sony/BMG)
Die Happy – No Nuts No Glory (Sony/BMG)
Cliff Richard – Two’s Company – The Duets (EMI)


Gratis Grizzlys in der Kombüse

Am Sonntag sind die formidablen Grizzly Bear zu Gast in der Kombüse vom Zürcher El Lokal. Als Einstimmung gibt’s von uns ein paar Gratislinks mit Bärenmusik: als erstes Grizzly Bear live bei The Interface. Als zweites der Grizzly Bear Audio-Player auf ihrer Webseite und zum Schluss noch ihr bestes Stück, eine Herzensangelegenheit meinerseits:

“On a Neck on a Spirit”

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Mogwai machen den Zidane

“Den Zidane machen” ist seit dem WM-Final als geflügeltes Wort weit verbreitet, der Spiegel etwa hat unlängst Angela Merkel ebendiese Taktik ans Herz gelegt. Wenn Mogwai dagegen den Zidane machen, dann gehen sie nicht mit dem Kopf durch die Wand. Sondern laufen zu künstlerischer Höchstform auf: Heute erscheint mit etwas Verspätung ihr Soundtrack zum Zidane-Film auf Cd. Im September haben wir sie dazu schon interviewt, jetzt können wir nur noch empfehlen: Holt euch die Pladde.


Und die Gewinner lauten…

Dies sind die Gewinner der diesjährigen MTV Europe Music Awards. Was soll man davon halten?

Best Male: Justin Timberlake

Best Female: Christina Aguilera

Best Group: Depeche Mode

Best Rock Act: The Killers

Best Hip Hop Act: Kanye West

Best Alternative Act: Muse

Best Song: Gnarls Barkley (“Crazy”)

Best Album: Red Hot Chili Peppers (“Stadium Arcadium”)

Best R & B Act: Rihanna

Best Pop Act: Justin Timberlake

Best Video: Justice Vs Simian (“We Are Your Friends“)


Jahrestag einer stillen Grösse

Vor einem Jahr ist ein Album erschienen, dem in etwa soviel Aufmerksamkeit geschenkt wurde, wie gegenwärtig - sagen wir mal - der WOZ. Schade eigentlich. Und damit meine ich auch ein wenig die WOZ, doch ebenso bedaure ich das Schattendasein von Nine Horses. Superlative werden “Snow Borne Sorrow” nicht gerecht, deshalb sei auf die Liebe und den Tod verwiesen. So übermächtig wie diese beiden ist diese Platte, denn beides ist da drin. Politik auch. Womit wir wieder bei der WOZ wären.

“The Day The Earth Stole Heaven” 

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