3x Badly Drawn Boy zum 500sten

Mit diesen 78 Wörtern werden wir 500 Einträge alt. Deshalb ziehen wir die Spendierhosen an und schenken Euch die neue CD von Badly Drawn Boy, die in Svens Echtzeittest unten durch musste. Wer jetzt denkt, dass es ziemlich billig ist, Dinge weiterzuverschenken, weil man nichts mit ihnen anfangen kann, hat Recht. Aber erstens müsstet Ihr eigentlich uns etwas schenken, zweitens ist es eine Limited Edition und drittens stellen wir diesmal auch keine Frage. Ein Mail an gewinnen@78s.ch genügt.


Nachtrag

Übrigens habe ich an der Plattenbörse zwei Platten gekauft, die rein gar nichts gemeinsam haben: Kraftwerk konnten sich in meiner Tasche an einer Al Green-Platte wärmen.

Inzwischen bin ich mir ziemlich sicher, dass “I’m Still In Love With You” (reinhören/kaufen) das beste Album vom vielleicht grössten Soul-Sänger aller Zeiten ist, obwohl man das so eigentlich gar nicht sagen kann, weil Green nur gute Musik gemacht hat – bis er 1974 von seiner Freundin mit heisser Grütze übergossen wurde, angeblich weil er ihren Heiratsantrag nicht angenommen hatte.


“Ich kaufe ja eigentlich nur mint.”

Ich habe mir heute wieder mal die Plattenbörse im Zürcher Volkshaus angetan, wo sich zweimal im Jahr Vinylophile treffen. Wo Spiesser im Rock’n’Roll graben, Nostalgiker in Erinnerungen schwelgen und Althippies auf der Suche nach der verlorenen Zeit sind.

Musiknormalverbraucher würden nur Bahnhof verstehen, wenn sie mitbekämen, wie hier über Raritäten, Diskografien und Preise gefachsimpelt wird: “Hast du die Originalpressung mal gesehen?” - “Die ist grün und ziemlich dickes Vinyl, gell?” – “Genau, auf Prestige. Ich hab die mal bei einem Franzosen bestellt. Furchtbarer Zustand, ich kauf ja eigentlich nur mint. Mit diesen Franzosen kann man einfach nicht geschäften.”

Bild: Der typische Plattensammler trägt Glatze, Windjacke oder Ledergilet.

Viele der rund 60 Händler haben seit Jahren ihren Stammplatz. Sie lassen sich in drei Gruppen einteilen: Die schlurfigen Junggesellen mit Nerdbrille, die sorgfältig rasierten Ehemänner mit schütteren Haaren und die ewigen Langhaarrocker mit Achselschweiss. Wenn man sich eine Platte genauer anschaut, sagen sie “Die ist gut” damit man sie nimmt. Oder sie haben dazu eine Anekdote auf Lager.

Als ich aus dem Volkshaus rauskam, habe ich mir geschworen nie so zu werden, wie die da drin. Doch jetzt, wo ich einer neuen LP beim Drehen zusehe, bin ich mir doch wieder ziemlich sicher, dass die Platte das eleganteste Ding ist, das die Maschinen des 20. Jahrhundert hervorgepresst haben. Und so bin ich wohl für immer den Rillen verfallen. Bis ich ein nostalgischer, spiessiger Glatzkopf bin.


Résumé Tschörmeni no.1

Kollege Menzls Résumés (1, 2, 3, 4) kennt ihr bereits. Heute gibt’s von mir ein paar Hinweise, was der grosse Kanton im Norden derzeit musikalisch zu bieten hat (ohne jeden Anspruch auf Vollständigkeit): Da wären Click Click Decker aus Hammurch City (Bild) mit feinem Indiepop, Erfrischendes und Rotziges von Freunde der nacht/ruhe (“Ich mag keine Lieder, die nach Mädchennamen benannt sind”) oder Bratze und nochmals feiner Indiepop von From Major To Minor. Schliesslich hätten wir noch den Jack Johnson Deutschlands: Pohlmann.


Wenn der Chirurg mit Slayer…

Musik verbreitet sich immer mehr in den Operationssälen. Und zwar nicht etwa als Ablenkung für lokal betäubte Patienten, sondern als Hintergrundmusik für ChirurgInnen, AnästhesistInnen und alle anderen, die um den OP-Tisch stehen und arbeiten. Dies schreibt die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung heute (Text online leider nicht verfügbar). Bevorzugte Genres seien Mainstream-Pop, Jazz und Lounge. Das ist einigermassen beruhigend, ich möchte im Zweifelsfall nicht unbedingt von einem Arzt operiert werden, der dazu Slayer hört.


Hot hot hot

Wir könnten behaupten, wir hätten die derzeit heissesten Videos und Tracks in einer Liste zusammengestellt und für euch kompakt präpariert. Könnten wir nicht nur, sondern tun wir auch: 78s kompakt mp3 und 78s kompakt Videos warten auf euch.


Gwen Stefani im Heidiland

Anscheinend hat Gwen Stefani den real swiss lifestyle entdeckt. Auf ihrem neuen Track “Wind it up” von ihrem im Dezember erscheinenden neuen Album, jodelt sie sich gekonnt von Hollywood ins Heidiland. Hoffentlich haben die das mit den Copyright-Inhabern von Johanna Spyri geregelt. Bezeichnenderweise hat sie (Stefani nicht Spyri) für ihr neues Album mit dem Hip Hop-Produzenten Swizz Beatz zusammengearbeitet. Hört selbst wie Heidi…ä…Gwen Stefani den Geissenpeter schwindlig rapt:

“Wind it Up”

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This Isis

“Isis” ist vieles. Unter anderem auch eine Band aus LA. Isis die Band macht Avantgarde-Metal der gehobeneren Sorte. Post-Metal könnte man auch sagen. Mit gutem Recht sind sie deshalb für die Veröffentlichung ihres neuen Albums “In the Absence of Truth” (Ipecac/Irascible) auf Mike Pattons Label Ipecac gezügelt, das Gütesiegel für kultivierten Lärm. Die neue Isis-Platte ist im Grunde nicht gross zu unterscheiden von ihren Vorgängern, ausser dass sie etwas mehr elektronische Element durchscheinen lässt und etwas weniger gegrunzt wird. Für Bands, die von Album zu Album eine sehr hohe Gangart anschlagen, sprich Qualität bringen, ist Stillstand keine schlechte Sache.

Von Stillstand kann bei Isis sowieso nicht die Rede sind. Neben dem regulären neuen Album “In the Absence of Truth” veröffentlichten die Nordamerikaner unlängst eine 3-Track-CD mit Aerogramme (“In the Fishtank“) und eine DVD “Clearing the Eye“. Wer Isis noch nicht kennt, kann sich hier an einem Album-Stream laben, der einem einen Überblick über die vergangenen Veröffentlichungen erlaubt. Eine sehr schicke Einrichtung. Für Fans von Tool, und davon gibt’s ja mittlerweile ein ganzes Hallenstadion voll, eine unverzichtbare Band. A propos Tool: Isis begleiteten Tool im September auf ihrer Nordamerika-Tour. Seither ist ihr MySpace-Gästebuch regelrecht explodiert. Endlich mal wieder eine Band, die es verdient hat.


40 Schtutz für einen Club-Gig!?

Ja, das könnt ihr euch nun reinziehen. Denn die beste Indie-Dance-Band Phoenix spielt am 12. November nicht mehr im X-Tra, sondern neu im Abart. Und weil da die Decke jetzt so schön hoch oben ist, zahlt man da natürlich äussert freigiebig die 40 Schtutz, auch für eine Indie-Band. Viel Spass!


Autos hinterherjagen – wie romantisch

Ok, neu ist der Song nicht. Aber noch immer einer der besten, um ein Herbstwochenende einzuläuten. Und um die hierzulande meistunterschätzte Popband der Welt in Erinnerung zu rufen. Bitte, vergesst Keane. Hört mehr Snow Patrol. Zum Beispiel “Chasing Cars” (obwohl ich sagen muss, dass ich Low-Budget-Lookalike Musikvideos nicht mag von Bands, die Kohle haben). Aber der Song schlägt vieles. Deshalb dasselbe nochmals live aus Toronto. Und: Ja, liebe Frauen, das ist der Song aus Grey’s Anatomy.


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