10 Songs, die Jagger & Co heute nicht spielen
Beat-Man am B-Sides: “Kennet ihr d’Rolling Stones? Die hei ja hüt Turnschue anne, aber die hei au mau gueti Musig gmacht, wo si no Läderschue anne gha hei.”
Da ist was dran. Beat-Man entschied sich mit “Playing With Fire” für einen Song, den die Stones heute in Dübendorf kaum spielen werden. An “Empty Heart” können sie sich vermutlich nicht mal mehr erinnern. An “Under My Thumb” vielleicht schon, aber dafür bleibt wohl keine Zeit. Vor lauter Hits werden sie wahrscheinlich nicht zu Songs wie “Child Of The Moon” oder “Wild Horses” kommen. “A 100 Years ago” ist lange her und für “Sister Morphine” sind sie heute einfach zu clean. Ob sie was vom unerreichten 69er-Album “Let It Bleed” spielen? “You Can’t Always Get What You Want” klingt aus dem Mund von Mick Jagger heute nicht mehr gerade glaubwürdig und “Love In Vain” oder “Monkey Man” stehen bestimmt nicht auf der Setlist. Vielleicht hat man mehr von diesem Abend und dieser Band, wenn man man sich diese 10 Songs anhört, statt im Regen zu stehen. Früher war vielleicht nicht alles besser, aber die Rolling Stones schon.
Von Ralph Hofbauer | 5. August 2006 | 0 Kommentare
Up the Irons!
Die Eisernen Jungfrauen sind zurück. Das britische Heavy Metal-Urgestein Iron Maiden wird am 28. August das neues Album “A Matter of Life and Death” (EMI) veröffentlichen. Ob die ganze Sache wirklich eine Frage von Leben und Tod ist, wird an dieser Stelle bezweifelt. Wer sich ein eigenes Bild machen will, der Clip zur ersten Single “The Reincarnation of Benjamin Breeg” gibts hier. Interessant dabei ist: “Copyright: Iron Maiden Holdings”. Das ist jetzt also eine Firma und keine Band mehr.
Von Mathias Menzl | 5. August 2006 | 0 Kommentare
Frisch ab Presse
Eizi Eiz ist wieder da. Jan Delay, schon lange nicht mehr nur absoluter Beginner, sondern mittlerweile Profi in den verschiedensten Tanzsportarten, versucht sich diesmal am Funk. Dass dabei eine dolle Pladde rauskommt, ist keine Überraschung. Nasal und légèr wie gewohnt wettert Curtis Eisfield mit viel Soul gegen Bausparverträge und andere Dinge, die nicht so funky sind in der Bundesrepublik. Seine Bigband tut das übrige und “Mercedes Dance” brächte wohl selbst James Brown ins Schwitzen. Jan Delay schreckt vor nichts zurück, auch nicht vor einem Duett mit Udo Lindenberg oder einem Rio Reiser-Cover – und dafür muss man den Eizi einfach lieben.
Diese Woche neu:
Jan Delay – “Mercedes Dance” (Universal)
Oh No – “Exodus Into Unheard Rhythms” (Stones Throw/Musikvertrieb)
Klee – “Zwischen Himmel Und Erde” (Ministry Of Sound/Musikvertrieb)
Slayer – “Christ Illusion” (Warner)
O.S.T. – “Miami Vice” (Warner)
Boozoo Bajou – “Juke Joint II” (K7/Namskeio)
Forward Russia – “Give me a Wall” (TBA)
The Russian Futurists – “Me, Myself and Rye” (TBA)
Curse – “Einblick Zurück” (Sony/BMG)
Outlandish – “Closer Than Veins” (Sony/BMG)
Von Ralph Hofbauer | 5. August 2006 | 0 Kommentare
Jetzt müssen Steine rollen
Heute ist der Tag, für den Sämu Schmid Verteidigungsminister geworden ist: Die Rolling Stones spielen auf dem Militärflugplatz Dübendorf. Von Grössenwahn und Ticketpreisen soll an dieser Stelle nicht die Rede sein, auch nicht von den durchaus erwähnenswerten Vorbands Kasabian und Lovebugs. Dafür soll auf eine wunderbare Coverversion des wohl grössten Stones-Hits hingewiesen werden. Bühne frei für PJ Harvey und Björk mit “(I Can’t Get No) Satisfaction” (Brit Awards 1994). Da sehen die Stones wahrlich alt aus.
Von David Bauer | 5. August 2006 | 2 Kommentare
Rock, Lyrik und Politik
Keine gewöhnliche Band ist das. Die Rede ist von The Weakerthans (Phonag). Der Frontmann der kanadischen Band, John K. Samson (Bild), ist auch kein alltäglicher Musiker. Samson kann nicht nur mit der Gitarre umgehen und einigermassen konsonant singen, sondern ist auch Poet, Buchverleger und Politischer Aktivist (wobei er dabei wohl nicht immer den für alle richtigen Ton trifft). Er ist Mitinitiant von Arbeiterring Publishing, einem kanadischen Buchverlag, der sich auf sozialpolitische Sachbücher spezialisiert hat. 1997 gründete er, noch mit seiner ehemaligen Band Propaghandi, das Label G7 Welcoming Committee Records. Sein Bücherwurm- und Intellektuellenimage (schöner Schal John!) unterstrich Samson kürzlich mit der Teilnahme bei “Canada Reads“, das Pendant zum Literaturclub von SF, just mit einem interessanteren und spannenderen Sendekonzept. Bei “Canada Reads” treten fünf Kandidaten mit ihren Lieblingsbüchern gegeneinander in einem Argumentationswortgefecht an, bis das eine Buch auserkoren wird, das von Kanada gelesen werden muss. Samson und seine Frau, die Folk-Sängerin Christine Fellows, gelten in Kanada als eines der originellsten und talentiertesten Künstlerpaare. Ein Weakerthans-Konzert, man kann es sich denken, ist darum mehr als ein normales Konzert; es ist Lyrik gepaart mit Rock Musik und politischen Zwischentönen. Dies kann man am nächsten Mittwoch (9. August) in der Luzerner Schüür gleich selbst erfahren.
Von Mathias Menzl | 4. August 2006 | 0 Kommentare
Cibelle und der künstliche Bach
Das waren keine Tränen der Rührung, es waren Regentropfen, welche die grosszügig verteilten blauen Regenponchos bedeckten, die wiederum Cibelle zur Aussage zwangen: “Oh, you all look so blue”. Das Wetter wollte nicht mitspielen, als Cibelle am letzten Donnerstagabend auf der Stimmen-Bühne im Rosenfeldpark zu Lörrach erschien. Begleitet wurde sie von einer dreiköpfigen Band: Gitarre, Keyboard/Laptop, Schlagzeug. Aus unerklärlichen Gründen wurde kein einziger Song ihres ersten Albums “Cibelle” (2003) gespielt. Man beschränkte sich auf die herausragend psychedelisch anmutenden Stücke ihres neuesten Langspielers “The Shine Of Dried Electric Leaves” (2006). Nicht minderer Qualität sind diese Songs, bloss verspielter und abgedrehter.
Immer wieder vermischten sich komplexe Bossa-Riffs mit knackenden und klickenden Samples. Dazu hielt Cibelle ihre Glöckchen-Kette ans Mikrofon und sang in ein zweites, das direkt am Laptop angeschlossen war, der ihre Stimme sachte hallen liess. Schliesslich sank Cibelle in die Knie und sang minutenlang ohne instrumentale Begleitung (nur der künstliche Bach hinter der Bühne plätscherte dazu, als müsste es so sein). Der Applaus hielt lange an. Er klang überrascht. Das Publikum war dennoch nur wegen Amparanoia angereist. Die spanische Sängerin Ampara Sánchez und ihre Band spielten im Anschluss einen Mix aus Salsa, Samba und Ska. Nichts Neues und auch nichts Spektakuläres. Aber dem spärlich erschienenen Publikum schien es zu gefallen. Und Petrus auch.
Ps: Das Bild zeigt zwar Cibelle, jedoch nicht am Stimmen-Festival.
Von Philipp Albrecht | 4. August 2006 | 0 Kommentare
Death From Above 1979 are dead
Traurige Neuigkeiten für Fans der gepflegten Rock ‘n Roll-Musik. Das kanadische Berserker-Duo Death From Above 1979 hat seine Trennung bekanntgegeben. Sie hätten sich auseinandergelebt und in letzter Zeit nur noch vor den Shows und während den Interviews miteinander gesprochen, meinte Jonathan F. Keeler zur Auflösung (Originalstatement). Diese hat sich in jüngster Zeit auch abgezeichnet, äusserte sich Keeler in Interviews für sein neues Projekt MSTRKRFT (lies Masterkraft) doch mehrmals ziemlich abschätzig über DFA 1979. Als Trostpflaster gibt’s diesen hier:
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Von Mathias Menzl | 4. August 2006 | 0 Kommentare
Billy Rise!
Stände man vor dem Orakel von Delphi und würde fragen was Punk Rock sei, dann kämen bestimmt Billy Talents “II” (Warner) und Rise Againsts (Bild) “The Sufferer and the Witness” (Universal) als Antwort zurück. Zurzeit bilden diese Bands die Punk-Rock-Speerspitze. Rise Against liegen mit 207’000 MySpace Freunden noch etwas vor den Kanadiern mit 129’000. Ihre aktuellen Longplayer untermauern diese Vormachtstellung. Beide gibt’s demnächst Live: Rise Against im Abart (6.9.), Billy Talent im Fri-Son (3.10.) und im Volkshaus (4.10).
Von Mathias Menzl | 4. August 2006 | 1 Kommentar
Rosaroter Frauenpop
Drei Frauen für ein Halleluja – das Konzept ist längst bekannt und derzeit gross en vogue. In der Schweiz verdrehen The Delilahs allen die Köpfe, aus Brighton/UK melden sich nun The Pipettes. Sie klingen etwa so, wie sie auf dem Bild aussehen: Niedlich. Quasi The Delilahs ohne Instrumente, dafür im Atomic Kitten-Kostüm, Indie Pop if you will. So richtig kann ich mich nicht entscheiden, ob ich hier im Publikum stehen möchte.
Von David Bauer | 4. August 2006 | 2 Kommentare
Allien am Apparat
Bald ist wieder Fasnacht. Provinzler und Zürcher malen sich bunt an, werfen sich in glimmrige Kostüme und ziehen durch die Gassen. Doch die Street-Parade hat auch ihre guten Seiten. Zumindest eine: die dreitägige Lethargy in der Roten Fabrik (11.-13.8.). Diesmal mit dem deutschen Elektro-Traumpaar Apparat und Ellen Allien, die mit ihrer CD “Orchestra Of Bubbles” Synergien genutzt und Frühlingseuphorien ausgelöst haben. Zudem sind Alter Ego (Elektro+Rock), Dirt Crew (Elektro+Oldskool) und Paul St.Hilaire (Dub+Dub), sowie diverse Schweizer Grössen zugegen.
Von Ralph Hofbauer | 3. August 2006 | 1 Kommentar






