Für nach der Party – Trip Hop revitalisiert

Denk dir Aphex Twin, Massive Attack, späte Radiohead, Sneaker Pimps in ihren dunkelsten Stunden und du erhältst Union of Knives (Webseite). Was hört man, wenn man von der Rock Party nach Hause kommt? Portishead? Zu depressiv. Massive Attack? Zu viel gehört. Morcheeba? Zu schlecht geworden. Kruder und Dorfmeister? Zu popelig. Union of Knives? Genau! Das Album “Violence and Birdsong” (MV) steht seit einer Woche in den Regalen.


Ein Palast ist auch nur eine Hütte

Das Nahe liegt manchmal so fern. Ich muss eingestehen: Ich war noch nie in St. Gallen. Das hat mich nie gross belastet, denn was könnte ich dort schon verpasst haben? Den schrecklichsten Dialekt der Schweiz etwa? Noch diesem Monat wird sich dies allerdings ändern, denn kürzlich wurde das vom Kino zur Kulturbühne umfunktionierte Palace wiedereröffnet. Das nach Helsinki‘scher Anything-Goes-Manier gestaltete Programm sorgt dafür, dass ich in Olma City doch so einiges verpassen würde: Lisa Germano, Subtle und Espers. St. Gallen, ich komme!


kaufet

Hier eine Auswahl von neuen Neuerscheinungen, die ab heute neu zu kaufen sind. Redundanz inklusive. Auch bei den ab heute neu zu kaufenden CDs neuer und schon bekannter Bands.

Wir empfehlen:

Mogwai – Zidane, A 21st Century Portrait (MV)
Beirut – Gulag Orkestar (offizieller Europa Release mit Bonus EP) (MV)
Mick Harvey – Motion Picture Music 94 – 05 (MV)
Seeed – Live (Warner)
Aimee Man – One More Drifter in the Snow (TBA)
The Notwist – On/Off the Record (TBA)
The Frames – The Cost (Phonag)

Wir raten ab von:

Superstars – The Castings (TBA)

Totale Indiffirenz legen wir gegenüber folgenden Neuerscheinungen an den Tag:

Moby – The Very Best of (EMI)
XZIBIT – Full Circle (Sony/BMG)
Die Happy – No Nuts No Glory (Sony/BMG)
Cliff Richard – Two’s Company – The Duets (EMI)


Gratis Grizzlys in der Kombüse

Am Sonntag sind die formidablen Grizzly Bear zu Gast in der Kombüse vom Zürcher El Lokal. Als Einstimmung gibt’s von uns ein paar Gratislinks mit Bärenmusik: als erstes Grizzly Bear live bei The Interface. Als zweites der Grizzly Bear Audio-Player auf ihrer Webseite und zum Schluss noch ihr bestes Stück, eine Herzensangelegenheit meinerseits:

“On a Neck on a Spirit”

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Mogwai machen den Zidane

“Den Zidane machen” ist seit dem WM-Final als geflügeltes Wort weit verbreitet, der Spiegel etwa hat unlängst Angela Merkel ebendiese Taktik ans Herz gelegt. Wenn Mogwai dagegen den Zidane machen, dann gehen sie nicht mit dem Kopf durch die Wand. Sondern laufen zu künstlerischer Höchstform auf: Heute erscheint mit etwas Verspätung ihr Soundtrack zum Zidane-Film auf Cd. Im September haben wir sie dazu schon interviewt, jetzt können wir nur noch empfehlen: Holt euch die Pladde.


Und die Gewinner lauten…

Dies sind die Gewinner der diesjährigen MTV Europe Music Awards. Was soll man davon halten?

Best Male: Justin Timberlake

Best Female: Christina Aguilera

Best Group: Depeche Mode

Best Rock Act: The Killers

Best Hip Hop Act: Kanye West

Best Alternative Act: Muse

Best Song: Gnarls Barkley (“Crazy”)

Best Album: Red Hot Chili Peppers (“Stadium Arcadium”)

Best R & B Act: Rihanna

Best Pop Act: Justin Timberlake

Best Video: Justice Vs Simian (“We Are Your Friends“)


Jahrestag einer stillen Grösse

Vor einem Jahr ist ein Album erschienen, dem in etwa soviel Aufmerksamkeit geschenkt wurde, wie gegenwärtig - sagen wir mal - der WOZ. Schade eigentlich. Und damit meine ich auch ein wenig die WOZ, doch ebenso bedaure ich das Schattendasein von Nine Horses. Superlative werden “Snow Borne Sorrow” nicht gerecht, deshalb sei auf die Liebe und den Tod verwiesen. So übermächtig wie diese beiden ist diese Platte, denn beides ist da drin. Politik auch. Womit wir wieder bei der WOZ wären.

“The Day The Earth Stole Heaven” 

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Konservativ, amerikanisch und republikanisch

…könnten böse Zungen die Kooperation von Eric Clapton und JJ Cale nennen, die heute erscheint. Die üblichen Verdächtigen sind aus den Südstaaten angereist: rustikaler Country und gut abgehangener Rhythm & Blues. Solange die Orgel gemütlich wimmert, ist man versucht dieser Altherrenmusik relaxte Coolness zu attestieren, doch sobald die grausamen Soli einsetzen, wendet man sich angewidert ab. Dire Straits-Fans werden mit Wonne auf dem “Road To Escondio” (Warner) in den Sonnenuntergang reiten, ich scheitere hier an unliebsamen Honky-Tonk-Assoziationsketten.


Schwedisches Rechenzentrum

Es gibt ja vielerlei Genre-Bezeichnungen. Math Rock ist aber bei weitem die Absurdeste. Zumindest für meine Begriffe. Ich habe Mathe stets verabscheut. Mein Sprachzentrum war schon immer leistungsfähiger als mein Rechenzentrum. Math Rock-Bands hingegen haben es mir angetan: Alarma Man ist die neuste Trouvaille. Die Schweden haben im August ihr selbst betiteltes Debüt im deutschsprachigen Gebiet (nach-)veröffentlicht (Sinnbus Records). Ein reines Instrumental-Album, lauter binomische Formeln ohne Grafiken sozusagen. Der Kopf sitzt nach dem Konsum ungefähr zwei, drei Centimeter neben dem Hals, vergleichbar dem Zustand nach der Lösung einer Vektor-Geometrie-Aufgabe. Tönt schwer nach Kopf- und Nackentraining.

Das Debütalbum ist jedoch nicht die aktuellste Veröffentlichung der Nordländer. Mit der nicht minder interessanten Electro-Rock Band Knife and Ape veröffentlichten sie kürzlich die Split-Cd “Duets”. Darauf befindet sich der formidable Song “Nature Keeps Loosing it”, inklusive Gesang:

Live kann man dieses junge Instrumental-Math-Rock-Pflänzchen am 15. November in der Kalkbreite in Zürich erleben und am 14.11. in Gossau im Kubus. Aber seid vorsichtig und kommt mit falschem Schnauz. Euer ehemaliger oder vielleicht auch aktueller Mathe-Lehrer wird womöglich auch dort anzutreffen sein und dann ein paar Mathe-Aufgaben in petto haben.


Völkerrrball.

Von Rammstein kann man ja halten, was man will. Ich werde mich jetzt auch nicht ereifern und hier für und wider der schwer greifbaren Band abzuwägen. Denn eigentlich will ich nur auf eine sehr gut gemachte E-Card (das ist das Gratismüsterli des 21. Jahrhunderts) zur demnächst erscheinenden Tour-DVD von Rammstein hinweisen. Der Name des DVD ist typisch Rammstein: “Völkerball”. Dazu kann man sich auch wieder denken, was man möchte.


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