Jahrestag einer stillen Grösse

Vor einem Jahr ist ein Album erschienen, dem in etwa soviel Aufmerksamkeit geschenkt wurde, wie gegenwärtig - sagen wir mal - der WOZ. Schade eigentlich. Und damit meine ich auch ein wenig die WOZ, doch ebenso bedaure ich das Schattendasein von Nine Horses. Superlative werden “Snow Borne Sorrow” nicht gerecht, deshalb sei auf die Liebe und den Tod verwiesen. So übermächtig wie diese beiden ist diese Platte, denn beides ist da drin. Politik auch. Womit wir wieder bei der WOZ wären.

“The Day The Earth Stole Heaven” 

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Konservativ, amerikanisch und republikanisch

…könnten böse Zungen die Kooperation von Eric Clapton und JJ Cale nennen, die heute erscheint. Die üblichen Verdächtigen sind aus den Südstaaten angereist: rustikaler Country und gut abgehangener Rhythm & Blues. Solange die Orgel gemütlich wimmert, ist man versucht dieser Altherrenmusik relaxte Coolness zu attestieren, doch sobald die grausamen Soli einsetzen, wendet man sich angewidert ab. Dire Straits-Fans werden mit Wonne auf dem “Road To Escondio” (Warner) in den Sonnenuntergang reiten, ich scheitere hier an unliebsamen Honky-Tonk-Assoziationsketten.


Schwedisches Rechenzentrum

Es gibt ja vielerlei Genre-Bezeichnungen. Math Rock ist aber bei weitem die Absurdeste. Zumindest für meine Begriffe. Ich habe Mathe stets verabscheut. Mein Sprachzentrum war schon immer leistungsfähiger als mein Rechenzentrum. Math Rock-Bands hingegen haben es mir angetan: Alarma Man ist die neuste Trouvaille. Die Schweden haben im August ihr selbst betiteltes Debüt im deutschsprachigen Gebiet (nach-)veröffentlicht (Sinnbus Records). Ein reines Instrumental-Album, lauter binomische Formeln ohne Grafiken sozusagen. Der Kopf sitzt nach dem Konsum ungefähr zwei, drei Centimeter neben dem Hals, vergleichbar dem Zustand nach der Lösung einer Vektor-Geometrie-Aufgabe. Tönt schwer nach Kopf- und Nackentraining.

Das Debütalbum ist jedoch nicht die aktuellste Veröffentlichung der Nordländer. Mit der nicht minder interessanten Electro-Rock Band Knife and Ape veröffentlichten sie kürzlich die Split-Cd “Duets”. Darauf befindet sich der formidable Song “Nature Keeps Loosing it”, inklusive Gesang:

Live kann man dieses junge Instrumental-Math-Rock-Pflänzchen am 15. November in der Kalkbreite in Zürich erleben und am 14.11. in Gossau im Kubus. Aber seid vorsichtig und kommt mit falschem Schnauz. Euer ehemaliger oder vielleicht auch aktueller Mathe-Lehrer wird womöglich auch dort anzutreffen sein und dann ein paar Mathe-Aufgaben in petto haben.


Völkerrrball.

Von Rammstein kann man ja halten, was man will. Ich werde mich jetzt auch nicht ereifern und hier für und wider der schwer greifbaren Band abzuwägen. Denn eigentlich will ich nur auf eine sehr gut gemachte E-Card (das ist das Gratismüsterli des 21. Jahrhunderts) zur demnächst erscheinenden Tour-DVD von Rammstein hinweisen. Der Name des DVD ist typisch Rammstein: “Völkerball”. Dazu kann man sich auch wieder denken, was man möchte.


Zum Schreien gut!

Wer mich heute Morgen gefragt hätte, wie mein Lieblingssong in diesem Jahr heisst, ich hätte Peter, Björn and JohnsYoung Folks” zur Antwort gegeben. Heute Abend sieht das aber ganz anders aus. Alamo Race Track, eine Band aus den Niederlanden, hat die Schweden schwupdiwups von der Pole-Position geschubst, dank Pyrrhula. Und so tönt der neue Primus:

“Black Cat John Brown”

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Nachtrag:
“Northern Territory” groovt fast noch mehr. Hört selber:

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Nachtrag 2:
Das ist jetzt kein Witz, aber “We Like to Go On” ist fast noch besser und darum jetzt auch Pflichtstoff.

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Im Pop angekommen?

RJD2 - nein, nicht der da, sondern der hier – hat sich bislang vor allem durch knistrige Funk- und Soul-Samples profiliert, die er mit dicken HipHop-Beats unterfütterte. Nun scheint er sich zu einem veritablen Songwriter entwickelt zu haben, der auf der Gitarre schrummt und am Klavier klimpert. Dies lässt zumindest der auf MySpace veröffentlichte Vorgeschmack auf das neue Album und John Krohn’s Kommentar dazu vermuten: “Maybe its kind of like if King Crimson went to a therapist”.


Ab in die virtuelle Zelle!

Heute schon raubkopiert? Dann ab in den Knast! Wer möchte, kann jetzt freiwillig im ersten Internet-Gefängnis der Welt eine virtuelle Zelle beziehen. Mit dem symbolischen Akt (übrigens ganz niedlich grafisch umgesetzt) unterstützt man die Petition “Privat kopieren ist kein Verbrechen”, mehr Infos dazu gibt es hier. Keine Angst, alleine seid ihr nicht, aktuell sitzen bereits 2835 freiwillige Häftlinge im 283-stöckigen Gefängnis. (via popnutten)


Sufjan als Santa

Wir kennen sie alle. Die unsinspirierten Weihnachts-CDs der Grossen im Musikgeschäft. Best Ofs, Very Best Ofs, Greatest Hits, Ultimate Collections et cetera. Sufjan Stevens, der Singer/Songwriter mit der gefassten Lebensaufgabe zu jedem Amerikanischen Bundesstaat eine spezielle CD zu veröffentlichen, bricht nun diese Tradition: Am 21. November veröffentlicht er eine Fünf-CD-starke Compilation, inklusive Mit-Singbuch, Weihnachts-Stickers und einem Sufjan Stevens-Familienposter. Ach ja, Musik gibt’s auch noch. Diese kann man sich schon jetzt auf der Label-Webseite als Stream anhören. Merry Christmas!


Résumé Emo

Während die jüngste Emo-Generation mit Aushängeschild My Chemical Romance Hitparadenformate produziert, bäckt die etwas ältere Emo-Generation mit Samiam und The Draft, ehemals Hot Water Music, etwas kleinere Brötchen. Ihre derzeitigen musikalischen Skizzen gleichen eher einer versuchten Reanimierung vergangener Höhepunkte. Die Klimax ist längst Vergangenheit. Dasselbe kann man vom Emo-Protagonisten schlechthin Ian McKaye (Fugazi) nicht behaupten: er glänzt einmal mehr mit seinem Familienprojekt The Evens (Bild), das er mit seiner Frau (?), Freundin (?), Lebensgefährtin (?) betreibt.


Hanoi Rocks

Damit Du’s weisst, lieber Leser: wir sind Dir ständig auf den Fersen. Dank Google Analytics wissen wir, welche Farbe Deine Unterhosen haben und was Du heute gegessen hast. Im “Landkarten Overlay” verrät uns dieses Marketingtool, dass wir – wen wunderts – nur Leser in deutschsprachigen Gebieten haben. Die grosse Ausnahme: Hanoi. Ein Klick und ich weiss: Peter Baumgartner* macht bis am 8. November Ferien in Vietnam. Nach Hanoi fährt er an den Strand. Viel Spass in den Wellen, Peter!

*) Name von der Redaktion geändert

(Zugegeben: dieses Posting hat nichts mit Musik zu tun. Es gab da zwar mal diese finnische Glamrock-Band, Hanoi Rocks. Die gibt’s genau genommen immer noch, aber die sind wohl nicht mehr der Rede wert.)


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