Die Rezession kommt – und wir sind dabei!

Die Promotions-Abteilung von Warner Music hat uns angefragt, ob wir ein Rezessionsexemplar (sic!) der neuen Platte von Damien Rice haben wollen. Klar doch! Wenn irgendwo eine Rezession stattfindet, wollen wir nicht abseits stehen. Was man beim ersten Probehören des Rezensionsexemplars zu Ohren bekommt, klingt allerdings überhaupt nicht nach wirtschaftlichem Abschwung mit sich ankündigender Depression. “9″, so heisst das Album, klingt nach Aufschwung. Nicht im Sinne von Halali-Sommerhit-Aufschwung. Sondern Aufschwung in Richtung grosse Songs. Der Thirtysomething von der grünen Insel zaubert ganz schön rum auf seinem zweiten Album, erinnert teilweise stark an den frühen David Gray (vom Aussehen her gleicht er eher Thom Yorke, abzüglich dessen eigenartige Entrücktheit). Er lässt seiner Stimme viel Raum, oft wird sie nur dezent von einem Piano und einer akkustischen Gitarre begleitet, und schafft es, mit durchwegs melancholischen Melodien eine unglaublich positive Stimmung auszustrahlen.Sowas kann man dann durchaus mal kaufen, und sei es nur, damit der nächste Rotwein besser schmeckt. Ab Freitag steht das Album in den Läden.

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Eine Bigband zum Abschluss

Lötschbergsaal, Spiez (04.09.06)

Im Backstage fühlten wir uns als alte Zivilschützer natürlich sofort zuhause und genossen die gute Luft, die Wohlfühlatmosphäre und das heimelige warme Licht der Neonröhren. Wir spielten im Lötschbergsaal. Der war wie gestern in Zofingen sehr fett und man konnte sich schon vorstellen, dass das gut kommen könnte heute. Es musste eh, weil es war so was wie die letzte Show mit The Paces (eine gibt’s noch als Weihnachtsbescherung). Und Tourabschluss ist wie der letzte Schultag und da muss was gehen und überhaupt…

Manch einer der Band ging sich am Nachmittag als Vorbereitung ins hoteleigene Wellness eine Sauna und Blubberpool gönnen, während die frisch wiedereingestellte Crew vor der Halle ein paar Runden Strafexerzieren mit einem Vox AC30 durchführte…

Der Schlusssong von den Paces wurde dann aufgestockt auf zwei Schlagzeuge, Bass, vier Gitarren, und Hammondorgel und es war eine Freude für alle Beteiligten, und der Herr Schröter ist vor Freude sogar fast von der Bühne geplumpst. Das war ein netter Auftakt zu einem netten Lovebugskonzert mit viel Wellness in den Knochen; sehr relaxed und mit offenen Poren.

Nacher musste natürlich klassisch alles besprochen und begossen werden und der nette Nachtportier vom Spitzenhotel machte sogar noch eine Weiterbildung als Barkeeper für uns. Das waren ein paar gute Wochen mit guten Jungs und gut viel Menschen in den Schweizer Clubs und Hallen. Fühlte sich irgendwie nach Tourschluss an, ist aber eigentlich erst die Mittelstation für uns. Byebye The Paces, das war sehr, sehr geilo!!!


Très chaud

Wir könnten behaupten, wir hätten die derzeit heissesten Videos und Tracks in einer Liste zusammengestellt und für euch kompakt präpariert. Könnten wir nicht nur, sondern tun wir auch: 78s kompakt mp3 und 78s kompakt Videos warten auf euch.


Exquisites Säftchen im Moods

Geht nämlich so: Ein bisschen Joni Mitchell, ein Schuss Annette Peacock, eine Prise Chrissie Hynde (The Pretenders) – gut rühren, jahhh nicht schütteln. Zur Intensivierung des Geschmacks (wenn vorhanden) mit Antony and The Johnsons verfeinern, und ein paar Neo-Folk-Jahre in Dusty Springfield Fässern ruhen lassen. Abzapfen et Voilá: Joan As Police Woman – ein exquisites Säftchen. Heute Abend mit seinen Liebsten zu geniessen. Im Moods. Für 35.- Franken – inklusive. Cheers.


20 FUCKING YEARS OF TRASH & ROCK’N’ROLL

BE THERE OR BE SQUARE… WE CELEBRATE WITH OUR FRIENDS AND DOING KINDA ENYCLOPDIE GIG WITH ALL MEMBERS THE MONSTERS HAD TROU THE YEARS PEPPI, YVES, TIGER , ROBERT.. WITH OUR VAVE DJ TEAM JIM KNOPF AND KISSMY ASS AND OUR FRIENDS THE FAILED TEACHERS FROM LUZERN DOING THE SUPORT

WE PLAY SONGS WE NORMALY NEVER PLAYED AGAIN SUCH AS THE CREATURE FROM THE BLACK LAGOON, WICHED WANDA, NIGHTMARES, TEENAGE WEREWOLF AND AND AND.. WITH STANDUP BASS AND WITHOUT GONNA BE LOTS OF FUN.. BE THERE OR BE SQUARE
Reverend Beat-Man

Weitere Highlights des Wochenendes:
16.11 hey willpower (+ dj high heels on speed), das schiff, basel
17.11 nick cave, kongresshaus, zürich
17.11 reverend beat-man, helsinki, zürich
17.11 tortoise, taktlos festival, bern
18.11 vincent vincent and the villains, hafenkneipe, zürich
18.11 Tea-Time feat. The Strivers – unique indie tunes, finest british guitars, güterschuppen bhf. wollishofen
18.11 the monsters (20th anniversary party!), reitschule, bern
18.11 woven hand, la romandie, lausanne
19.11 woven hand, kiff, aarau

Mehr Konzertdaten findest du hier.


Heute Pasta, morgen Taliban

Stadthalle, Zofingen (3.09.06)

Ein Museum ist das, wenn man da in Zofingen bisschen rumlatscht; Wahnsinn. Wie damals wo der Typ dem Buben seinen Apfel vom Kopf weg gegessen hat, und wo sich die begabten Verrenkungskünstler auf einem Pfahl beim Dorfplatz in ein Wagenrad einflechten liessen. Oder vielleicht auch etwas später. Jedenfalls alles Tipp-top rausgepützelt und alt und Pflastersteine soweit das Auge dingst. Wenn irgendwo mal wieder die Revolution vom Zaun brechen sollte und es fehlt allgemein und im speziellen an Pflastersteinen zum rumschmeissen, dann ist Zofingen, ein mittelgrosser Kipplaster und ein Pflastersteinpflückgerät sicher eine gute Option…

Wir durften in einer brandneuen hochtechnisierten Turnhalle spielen, mit verschiedenen Bodenniveaus (je nach Körpergrösse automatisch justiert via Behaglichkeitssteuerung) und mit warmer Pasta auch nach dem Gig. Sogar mit Reibkäse. Ist doch schön, wenn die Technik für einen arbeitet und da braucht man selber fast nichts mehr zu tun, damit die Leude durchdrehen. Die Stimmung war nicht ganz so explosiv und geschüttelt wie gestern, dafür sehr gerührt.Kaum auf der Bühne stellte sich allerdings einer der Gitarrenverstärker tot und musste schon beim ersten Song und ausgewechselt werden: Besten Dank an The Paces für den Vox Nr.3. Die Crew wurde umgehend gefeuert und somit war dann die Pasta auch ein bisschen ein Abschiedsessen…

Ja und an’s Abschied nehmen musste man sich ja sowieso langsam gewöhnen, weil das war jetzt das zweitletzte Konzert mit the Paces und Morgen ist dann wirklich Ende!!! Es werden Pläne für einen talibanmässigen Bühnenüberfall (Bild unten) vorbereitet, und wir üben schon mal den Schlussteil von ihrem letzten Song…


Gwen Stefani als jodelnde Nonne

Dass Gwen Stefani Gefallen an Schweizer Kulturgut gefunden hat, darüber haben wir ja schon berichtet. Nun noch die folgerichtige Berichterstattung über die visuelle Umsetzung des Liedgutes. Wir hätten lieber darauf verzichtet, aber die Bloggerethik gebietet es.

http://www.youtube.com/watch?v=qnE5-Ul7fV0&mode=related&search=


David, der Jimi Hendrix des Alten Testaments

Generation Golf, Generation Praktikum, Generation Bachelor. Kennen wir alles. Haben wir alles zur Kenntnis genommen. Jetzt aber wird’s dreist: Jetzt werden schon die Namen unbescholtener Musikblogger zu solchen Wortklaubereien missbraucht. “David Generation”, neulich in Form einer Cd des Projekts “Zeichen der Zeit” von Sony BMG ins Haus geflattert. Hinter dem Projekt steht Xavier Naidoo, mit von der Partie sind unter andere Patrick Nuo, Cassandra Steen und Danny Fresh (Yvonne Catterfeld, die bei der ersten Platte des Projekts mit von der Partie war, ist nicht mehr dabei). Natürlich ist Bedeutungsschwangeres drin, wo Naidoo drauf steht. Könnte man nicht mal Naidoos Stimme ohne Text dazu haben? A propos Text: Natürlich muss die Titelwahl “David Generation” erklärt werden. Selten dümmlich führt die Pressemitteilung aus:

“David. So hiess der Outdoortyp, der erstmals den Terminator Goliath mit einer Steinschleuder niederstreckte. Das wissen die meisten. Dass David aber auch so etwas wie der Jimi Hendrix des Alten Testaments war, ist nur Insidern bekannt: Der spätere König eckte gerne mal an, trug sein Herz auf den Lippen, war ein begnadeter Sänger und suchte vor allem die Nähe Gottes”.

Wetten, Naidoo hat das getextet?


Von einem Unding namens Jazz-Pop

Neulich am jazznojazz: Eine Sängerin changiert mit ausdrucksstarker Stimme zwischen Katzenjammer und Engelszungen. “Das isch doch kei Jäzz, das isch e Zuemuetig”, murmelt das Publikum. Entrüstet verlassen viele ältere Zuschauer das Gratis-Konzert. Hätte Diana Krall gespielt, wär’s bestimmt nicht gratis gewesen, aber sie wären geblieben, nicht nur weil sie bezahlt haben, nein, weil sie die Darbeitung fantastisch gefunden hätten. Dabei degeneriert Vocal-Jazz doch gerade bei Diana Krall zum unerträglichen Kitsch: musikalischer Anspruch als Statussymbol und leeres Versprechen. Wie ich ihn verachte, diesen grausligen, diamantbesetzten Jazz-Pop, zu dem sich die amerikanische Oberschicht am Kaminfeuer in Seidenstoffe kuschelt! Egal. Worauf ich eigentlich hinaus will: Jazz-Pop könnte man auch nennen, was Madeleine Peyroux macht – und in diesem Fall könnte ich mich mit diesem Begriff fast schon versöhnen.

Peyroux bietet mit “Half The Perfect World”  (Universal/probehören) Seele statt 24 Karat. Ihr Timbre erinnert entfernt an Billie Holiday und vermeidet elegant, ehrlich und samtig übersteigerte Fortissimi. Doch da Peyroux nicht über den Rand des Jazz- und Blues-Lexikons hinausschaut, drohen ihre Songs bisweilen im Jazz-Klassizismus zu erstarren. Und dies bedeutet immer auch Kitsch, wie wir dank obigem Beispiel wissen. Wenn dann gar klebrige Easy-Listening-Sax-Solos aufgetischt werden, stellen sich für Momente leider doch noch die befürchteten Krall-Assoziationen ein, die auf Peyroux’ bisherigen zwei Alben rarer waren. Ihrer Stimme und dem Charme von Songs wie “Blue Alert” kann man trotzdem nur schwer wiederstehen.

Sollte die CD sich als Fehlkauf entpuppen, könnt ihr sie immer noch euren Eltern zu Weihnachten schenken. Diana Krall Norah Jones haben sie ja schon.

Madeleine Peyroux spielt am 5.12. im Kaufleuten. 


Blutkoller

Stadtkoller kennt jeder (Landkoller vielleicht auch). Kennt jemand Musikkoller? The Blood Brothers machen es einem einfach, einen solchen zu bekommen. Seit nunmehr fünf Platten treiben sie den spastischen, tobsüchtigen, vertrackten, psychotischen Post-HC auf die Spitze des Ertragbaren. Allerdings taten sie dies immer auf eine sehr innovative Art und Weise. Deshalb hat man sie auch gerne “ertragen”, verstanden haben sie wohl die wenigsten.

“Burn Piano Island, Burn” im Jahr 2003 war die Offenbarung, “Crimes” ein Jahr später die Perfektion. Beim neusten Gemetzel “Young Machetes” (V2/TBA), ist die Sättigungsgrenze bei der Hälfte der Songs aber erreicht. Irgendwie haben sie sich ad absurdum geführt. Der einzige Song, der dieses Album rechtfertigt ist “Laser Life”. Die anderen Stücke sind eine Repetition dessen, was sie schon seit vier Alben machen. Die Blood Brothers als ihre eigene Cover-Band? Zweifellos gibt es andere Meinungen. Bei mir sind die Indianer aus Seattle nun aber ein Mal zu viel um den Marterpfahl getanzt.

> Bei den netten Niederländern von 3voor12 gibt’s das ganze Album im Stream.


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