R.O.C.K. II

Und soll auch keiner mehr sagen, Tony Blair könnte nicht rocken, ok? (Grüsse an The Clash)

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Danke an Spreeblick.


R.O.C.K.

Soll keiner mehr sagen, Schweizer könnten nicht rocken, ok?

[flash]http://www.youtube.com/watch?v=-v5g_q48bYY&eurl=[/flash]


Aller guten Dinge sind…

Nach der Replik von Kollege Bauer, die HipHop-Hose hinge hier noch nicht tief genug, bin ich gestern nach Los Angeles geflogen; just an dem Tag also als die drei meistdiskutierten Rap-Scheiben des Jahres in den USA (bei uns seit Freitag im Laden) erschienen sind: “Kingdom Come” von Jiggaman Jay-Z, “The Blue Carpet Treatment” von Pimp Snoop Dogg (Bild) sowie “Doctor’s Advocate” von Gangsta The Game. “Jay-Z’s Album is da Shit”, so Taxifahrer Richard als er mich durch die Stadt der Engel faehrt (whatta fuck: no umlaut-letters here!) und gerade der neuste Hova-Track aus dem Radio pumpt. Gerade mal vier Tage brauchte der Def-Jam-Labelboss um die Songs zu schreiben, sprich um sie einzurappen, denn der Freund und Beschuetzer von Beyonce behaelt alle Lyrics im Kopf! Wir fahren Richtung Long Beach California, “That’s where Snoop is from: LBC, nigga!” Der “Crip” hat den blauen Teppich ausgerollt und posierte letztes Jahr mit “Blood” The Game auf dem Cover des US-HipHop-Magazins XXL, um damit zu zeigen, dass die Westkueste nur dann wieder goldene Zeiten erleben wird, wenn die verfeindeten Gangs sich nicht selber zerstoeren.

The Game verzichtet beim zweiten Album nach dem medienwirksamen Streit mit 50Cent auf die Mithilfe von Mentor und Ex-NiggaWithAttitude-Legende (Straight Outta Compton, Bitch!) Dr.Dre, der beim Debuet an den Reglern sass, das schon heute ein gottverdammter Klassiker ist. Ob The Game auch ohne Dre die Klasse besitzt Jay und Snoop in die Schranken zu weisen, wird sich zeigen. Ich habe die drei Scheiben leider noch nicht durchhoeren koennen, da die Swiss im Flugzeug keinen Rap anbietet. Aber Gewinner ist in jedem Fall der Fan. “Fuer mich gibt’s ohnehin keinen besseren als Ice Cube”, so HipHop-Experte Richard. Und der stammt schliesslich auch aus Compton wie The Game, war ebenfalls Mitglied der legendaeren NWA-Crew und ist erst noch der bessere Schauspieler als Jay-Z.


“Megaknackiger Abgeh-Rock”

LiZA Li ist Dynamit! Sebstbewusst, jung und mit rotzig-frechen Songs am Start.” In anbiedernder Jugendsprache zeichnet die 4-seitige Pressebroschüre auf farbigem A4-Glanzpapier das Bild von einem Bad Girl worse than bad. Eine kleine Kostprobe dieser köstlichen Bravo-Lyrik: “Liebe und Romantik müssen nicht immer voller Geigen hängen. Sex bringt mit rasanten Rockgitarren ein menschliches Bedürfnis auf den Punkt und schmilzt erst dann dahin.” Nein danke.

Doch es ist nun mal so: “LiZA Li ist da und keiner wird ihr entkommen!” Also auch ich nicht. Gut, ich schieb die CD rein und das Befürchtete trifft ein: Eine scheussliche Mixtur aus Tokio Hotel, Nena und den Toten Hosen in ihrem ersten Proberaum. Die Gesangsstunden, die LiZA angeblich bei einem Opernsänger genommen haben soll, konnten bei so wenig Talent scheinbar auch nicht mehr viel ausrichten:

[flash]http://www.youtube.com/watch?v=Gp5Agr8rrXo[/flash]

LiZA’s Markenzeichen: Ihre Kappe, die sie – wie im Video ersichtlich – auch im Bett trägt. Doch Moment mal. Hatten wir dieses Görenpower-Ding nicht schon mal? Tic Tac Toe, wir erinnern uns. Obwohl als Einfluss dann natürlich der Name Pink fallen muss. Unerschrocken wie ihre Vorbilder geht LiZA Li auf Konfrontationskurs. Mit Tabuthemen wie Masturbation betreibt Sie Aufklärung in unschuldigen Kinderzimmern. Geht das alles nicht ein wenig zu weit? Doch LiZA lässt sich rein gar nichts vorschreiben: “Jeder der versucht hat, mir zu sagen, was ich tun oder lassen soll, hat bisher Ärger bekommen.” Hör auf Musik zu machen, LiZA – und zwar subito! Krieg ich jetzt Ärger?


Fotos-Fotos, Teil 3

Sat1 hat den Film-Film, wir haben die Fotos-Fotos. So, und was ist wohl cooler?

Um alle Fotos im Album anzusehen, hier klicken.


Alle Jahre wieder

Wie kürzlich berichtet hat Sufjan Stevens das Kunststück fertiggebracht ein erträgliches Christmas Album einzuspielen, weil es darauf eher um Musik als um Weihnachten geht. Sonst kommen diese Dinger ja immer reichlich überzuckert auf den vorweihnachtlichen Markt; in der Regel von Künstlern, die ihren Zenit überschritten haben. Dieses Jahr haben Robin Gibb (Bee Gees), Bootsy Collins (“Jingle Belz” (sic!)) und Billy Idol (!!!!!!!!!!!!!) ein Weihnachtsalbum angemeldet, Tokyo Hotel zum Glück nicht. Zudem schneit’s natürlich auch wieder Reissues von Genre-Klassikern.


Assoziationskette ausgelöst von Herman Dune

Vollbärte. Ukulelen. Selbstironie. Verschrobenheit. Akzentenglisch. Schweden. Vagabundengeschichten. Frankreich. LoFi-Vergangenheit. HiFi-Gegenwart. Major-Deal. Giant. Charme. Bescheidenheit. Sympathie. Verwandtschaft. Freundeskreise. Mehrstimmigkeit. Chöre. Lagerfeuer. Wolldecken. Hängematten. Sternbilder. Entspanntheit. Beschwingtheit. Marimbas. Strandglück. Wellenrauschen. Klangwärme. Autoradios. Landstrassen. Weltenbürger. New York. Bad Bonn. Heimatlosigkeit. Sonnenuntergänge. Longdrinks. Saxophonsolos. Weinflaschen. Erinnerungen. Barbecues. Seemövenkrächzen. Melancholie. Sehnsuchtstrompeten. Sommerkleider. Naturschönheiten. Lovestories. Grillenzirpen. Mondschein. Hunde. Katzen. Hühner. Blumen. Schunkelrefrains. Entertainment. Videoclips. Kostüme. Lächerlichkeit. Spass. Ernst. Waschsalonkonzerte. Congarhythmen. Exotik. Tagträume. Textwitz. Absurdheit. Phantasie. Harmoniebedürfnis. Sufjan. Unabhängigkeit. Wagenburgen. Heimwehsongs. Politgeschrammel. Realismus. Gespräche. Ideen. Regenbogen.


Mauey (HipHop á la Hamburgoise)

In Sachen HipHop sind wir bei 78s leider immer noch eher schwach auf der Brust (a.k.a. schmal in der Hose). Das soll sich ändern. Also habe ich heute in der Hamburger Innenstadt den jungen Mann nicht ignoriert, der sich corrismässig an mich heranschlich und fragte: “Stehst du auf HipHop?”. Eine Compilation von Hamburger HipHop Künstlern wollte er mir verkaufen, “fürn Fünfer” (Merke: Dieses Vertriebsmodell ist bei guten Cds eher unüblich). Jetzt mein Einsatz: “Ich stehe eher nicht auf HipHop”. Den Einwand scheint der Kollege zu kennen. “Neinnein, es ist nichts aggressives, so n’bisschen wie Freundeskreis” (Merke: Einer, der auf der Strasse Cds verkauft, greift mit einem Freundeskreis-Vergleich vermutlich sehr hoch). Kurzum: Die Cd ist gekauft, siehe einleitender Satz (Notiz an mich: Spesenabrechnung!).

“N’bisschen wie Freundeskreis” echot es in meinen Gedanken, als ich die Platte einlege. Das erste was ich zu hören bekomme, ist eine junge Stimme, die wiederholt von “Mauey” spricht. Mauey, wie ein Zusammenzug aus Maui und Ey. Mauey. Tatsächlich ist gemeint, frei nach Frank Sinatra: “I did it mauey“. Da spricht einer davon, wie er es auf seine Art macht. Meine Herren Hamburger, so spielt ihr euch nicht in meinen Freundeskreis.

Was folgt, tönt tatsächlich n’bisschen nach Freundeskreis, was leider nur bedingt viel bringt, da Freundeskreis vor allem durch ihre Texte und nicht durch ihre Musik bestochen haben. Die Rhymes hier holpern bedenklich, obwohl man ja meinen müsste, mit leeren Inhalten reime es sich leichter. Man kann die Silbentrennzeichen am Ende der Zeilen geradezu heraushören, als wäre Microsoft Word hier Geburtshelfer der Reime gewesen. Gefällige Beats machen leider noch keinen guten HipHop.

Wer jetzt neugierig geworden ist: “Für’s Leben” heisst das Projekt, “Da draussen” der Sampler, hier gibt’s mehr Infos dazu. Tipps, wo ich richtig guten Hamburger HipHop (den es sicher gibt) finde, nehme ich gerne entgegen.


Die famose Erfindung des Dr. Helmer

Mit Luftgitarren kann man neuerdings tatsächlich Musik machen. Ich überlasse das Wort Dr. Richard Helmer von CSIRO Textile & Fabre Technologies:

“Our air guitar consists of a wearable sensor interface embedded in a conventional shirt which uses custom software to map gestures with audio samples. It’s an easy-to-use, virtual instrument that allows real-time music making – even by players without significant musical or computing skills.”

Hier eine kurze Demonstration. “Without significant musical skills” - damit meint Dr. Helmer wohl auch sich selbst.


Dauerläufer, Schnellzünder, Rohrkreppierer

Die neue Trail of Dead-Platte zu rezensieren, ist eine ziemlich Bürde. Die Band ist kaum zu definieren, Genres prallen an ihnen ab wie Wasser an Neopren. Aber auch nur zu beurteilen, ob das Album was taugt oder eher saugt, ist ohne vertiefte Auseinandersetzung unmöglich. Schon ihre Letzte “Worlds Apart” wurde nicht auf Anhieb als das erkannt, was sie war: ein kleines Meisterwerk. Im Zentrum steht eine grosse Frage: welche Platten bestehen vor dem Herrn? Die Schnellzünder oder die Dauerläufer? Kondition hat schon immer über reine Muskelkraft gesiegt. Aber was tun, wenn der prognostizierte Dauerläufer zum Rohrkreppierer wird?

Das Urteil nach intnensivster Dauerbeschallung: “So Divided” (Universal) ist ein potentieller Dauerläufer wie er im Bilderbuch steht und schliesst nahtlos an “Worlds Apart” an. Songs wie “Wasted State of Mind“, “So Divided” und “Stand in Silence” zünden sofort. Der grosse Rest braucht Zeit. “Naked Sun” oder “Life” sind verschachtelte Monolithen. Bläser, elektronische Samples, Klavier, Akkordeon alles wie im Guss in das konservative Rock-Schema gegossen. “Eight Days of Hell”: wer in der Vergangenheit lebt, kauft sich das “neue” Beatles-Album, wer hören will wie die Beatles heute tönen würden, hört “Eight Days of Hell” rauf und runter. “Witch’s Web” beginnt mit der anmutenden Schönheit einer Singer/Songwriterin, geht so weiter und endet auch so. “Sunken Dreams”, zuerst düster wie die Seele eines Massenmörders, steigert es sich langsam zum melodischen Höhepunkt und endet in einem Wall of Sound. Und dann kommt das viel zu frühe Ende.

Trail of Dead sind besser denn je. Monieren mag man einzig, dass die punkige Urgewalt früherer Tage nahezu verschwunden ist. Pop ist Trumpf. Die Band steht aber nun mal nicht still, sondern entwickelt sich langsam aber sicher zu einem Monstrum an Kreativität und Innovation, das alles Bisherige in den Schatten stellt und sich von Platte zu Platte zu neuen Superlativen emporschraubt.

“Wasted State of Mind”

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“Stand in Silence”

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So Divided


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