Résumé England no.2

Heisses neues Hörfutter von der Insel Nummero zwei (part 1). Heute beginnen wir mit Fun-Indie-Rock von den Good Shoes. Die sind schon “all in my head”. Die aktuelle Jahreszeit lechzt jedoch nach etwas düsterem: Gérard Le Cain bietet die melancholische Alternative und trotzdem hat’s noch den nötigen Pop im “Füdli”. Zu düster? Da haben wir ‘ne abgrehdete Ausweichsvariante mit Comanechi zum einen und zum anderen etwas relaxteres mit The Black Neon. Hier dreht die Discokugel in Slow-Mo.


Rock’n’Gutmensch

Sogenannte Gutmenschen haben ja nicht erst seit kurzem einen schweren Stand. Zyniker und Neo-Liberale (oder schlicht Roger Köppel) lauern hinter jeder Ecke, kaum will man etwas für Odachlose, Drittweltländer oder Menschenrechte tun. Darum gibt’s Amnesty Rock ‘n’ Rights. Dabei vereinen sich gute Menschen und gute Musik zu einem guten Abend und alles wird gut. Auf dem Basler Schiff treffen sich am nächsten Samstag, 21.10., drei Schweizer Vorzeige-Rockacts und rocken für die Menschenrechte. Mit dabei sind Zhivago, The Paces und The Delilahs. Wer nicht hingeht wird in der nächsten Weltwoche-Ausgabe öffentlich denunziert.


Keine Angst vor schmutzigen Fingern

Ryan Adams, der sich in letzter Zeit vor allem durch Balladeskes hervorgetan hat, scheint Sehnsucht nach seinen Garage-Days zu haben. Öl, Fett, Sprit, Testosteron und andere Autopflegesubstanzen durchtränken die 36 einminütigen Rotzrocknummern, von denen man sich schon mal gratis druchschütteln lassen kann, bevor sein neues Album erscheint. Man darf gespannt sein, ob dies nun lediglich Prototypen oder bereits die fertigen Serienmodelle sind. Falls schon: Fasten your seatbelts, ladies and gents!


Korken raus, diesmal

D!Club, Lausanne (11.10.06 )

Abwechslung macht das Leben süss und Fremdsprachen wollen ja regelmässig praktiziert werden… und das geht doch eh am besten, wenn man in Not ist und gar nicht anders kann, weil man muss – und im D!Club (sprich Diiklööbb) muss man, (auch wenn man nicht kann…), wenn man nicht möchte, dass die ganze Technik sofort zu Staub zerfällt während dem Soundcheck. So kompliziert ungefähr wie dieser Satz war das dann jedenfalls für unsere Crew, die erst mal in vorbildlicher pötätre-schö-parl-de-la-francoise-manier die ganze Technik reparierte und aus ein paar Lichtschaltern und alten Boxen eine schlussendlich ziemlich tiptop helldunkel-lautleise-Anlage aus dem Discoinventar zusammenbastelte. Unsere Lieblingsvorband The Paces waren leider nicht am Start und wurden von Stevens aus Genf vertreten. Die sind sehr gut und können auch sehr gut französisch…

Adrian liess das nicht auf sich sitzen und machte ebenfalls alle Ansagen auf, naja: Französisch ist jetzt vielleicht nicht das richtige Wort, aber Frympathisch kann man sicher gelten lassen. Ich fand’s jedenfalls eines der besten Konzerte bis jetzt, vielleicht weil man nix erwartet hat und dann der Blutdruck stimmt, oder weil im Französisch auch ein Hauch von Ausland (und Limbo…) mitswingt? Ja, reim du nur, es war Zufall und der Saft! Jedenfalls war es irgendwie magisch auf der Bühne und so ein richtiger Klubgig wie’s sein muss.
Und weil wir dann alle so mordsmässig gut drauf waren nach dem Konzert und ja eben letztes Mal die Korken drin gelassen hatten, suchten wir uns in Lausanne noch einen passenden Schuppen für eine Feier. Den gab’s nicht, aber das war der Feier egal…


No(news)-Flash

Pete Doherty hat das für morgen geplante Konzert seiner Babyshambles in der Kaserne Basel abgesagt. Grund: Aufenthalt in der Entzugsklinik verlängert. Im Dezember soll das Konzert nachgeholt werden. Wer’s glaubt. Die Absage ist allerdings nur halb so schlimm: Nun kann man für läppische 15 Fränkli die wunderbaren Veils sehen und danach zu Kollege Pop B.Sessens rotierenden Plattentellern abtanzen.


Es Sheppard wieder

Sophia gehört zu den Bands, über die ich eigentlich nicht gerne schreibe. Zu sehr bewundere ich das Werk von Robin Proper-Sheppard, als dass ich mich ihm mit Worten nähern möchte. Aber bevor ich hier zu heulen beginne, steigen wir doch einfach mitten ins Geschehen ein: “Technology Won’t Save Us” (Flower Shop/Irascible, Vö 23.10.) muss jedes Herz mit Indie-Abteilung höher schlagen lassen. Sheppard und seinen zahlreichen Mitmusikern ist es einmal mehr gelungen, die schönsten Melodien dieses Universums einzufangen ohne sie in den Käfig uniformen Pops zu sperren. So flechten Sophia mühelos Elemente aus Post-Rock, Folk und klassischer Musik in ihre Songs ein. Und wenn die Musik für einmal doch etwas zu geschliffen daherkommt, dann ist da immer noch Sheppards rauchige, leicht näselnde Stimme, die dem Ganzen eine spezielle Note gibt. Langweilig wird diese Platte nur, wenn man sie aus dem Player nimmt. Darum: Pflichtkauf für alle die Sophia bereits lieben, bzw. Pflichtkauf für alle, die Musik lieben.


Gratis zu Archive in Basel

Was wir den Zürchern gönnen, wollen wir auch den Baslern nicht vorenthalten: Wir verlosen also 2×2 Tickets für das Konzert von Archive am 30. Oktober in der Kaserne Basel. Die vielleicht tollste Band Englands war hier bereits vor vier Jahren zu Gast und hat damals restlos begeistert. Wer diesmal dabei sein möchte, sage uns, bei welchem Projekt der aktuelle Sänger von Archive zuvor beteiligt war und schicke die Antwort an gewinnen[ät]78s.ch.


78s kompakt

Wie einige von euch eventuell schon bemerkt haben, könnt ihr in der Sidebar (kuckst du rechte Seite), eine wöchentlich aktualisierte Liste mit mp3- und Video-Links finden. (auf die Links dürft ihr klicken, sie tun eurer Maschine nicht weh) Diese Woche mit neuen und bisher noch unveröffentlichen Songs von Trail of Dead und M.I.A. und some hot Video Stuff zum Beispiel mit den Blood Brothers oder Justin Timberlake. Noch ein kleiner Hinweis: um die Songs oder Videos auch anhören oder sehen zu können, braucht ihr je nach Link Quicktime, Windows Media Player oder den Real Player. Einige Videos oder Mp3s sind aber auch mit YouTube verlinkt, da braucht ihr selbstverständlich keinen Player.


Eros meets Garage-Rock

“The band is sex by all means, both in sound and appearance!” Tokyo Sex Destruction haben nix mit Japan am Hut, dafür mit Spanien und 60ies-Rock angereichert mit viel Soul und Politischem Rebellentum. Tokyo Sex Destruction sind wie ein Spanischer Anarchist der hobbymässig Stierkampf betreibt sich aber gerade mit Moscatel volldröhnt: süss, hart, deftig, erotisch und auf sympathische Art und Weise übraus männlich. Wer hier nicht huldigend zu Boden geht, hat Rock-Musik nicht verstanden. Live: 17.10. Mascotte.

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Gratis-Jazz

Im Gegensatz zum überteuerten Jazzfestival Montreux, bei dem man sich fragt, warum das Ding überhaupt noch so heisst, sind beim Zürcher jazznojazz (1.-4. November) 8 der 22 Konzerte gratis und man kriegt Musik geboten, die tatsächlich etwas mit Jazz zu tun hat – was auch immer das nun ist oder mal war. Sagen wir es geht dabei um das Unvoraussehbare der Improvisation.

Unter den Gratis-Konzerten im ewz-Selnau sind auch dieses Jahr einige Geheimtipps. Ganz besonders zu empfehlen: Marie Laurette Friis (Bild). Die dänische Sängerin und Frontfrau der Band TysTys vereint die Ausdruckskraft von Björk mit der Eleganz von Billie Holiday. Auch das tangoverliebte Michael Zisman Trio aus Bern und die Schwedischen Plunge, die ihr Publikum mit Coltrane’schen Medidationen erleuchten, verlangen keinen Eintritt.

Die kostenpflichtigen Konzerte hingegen sind nicht gerade Schnäppchen, aber die Klientele, die im Jecklin in der Jazzabteilung stöbert, verfügt ja in der Regel über ein festes Einkommen (das sie bei der Zürcher Kantonalbank anlegt, die das Festival sponsert). Wer bereit ist für ein Ticket zwischen 45 und 50 Franken hinzublättern oder sich für 70 Franken einen Tagespass kauft, darf gespannt sein auf die Neuvertonungen eines Ingmar Bergmann-Films und des Klassikers “20’000 Meilen unter dem Meer” (Jules Verne), die im Filmpodium stattfinden. Oder man kehrt mit den grossen Namen des kontemporären Jazz dorthin zurück, wo vor 10 Jahren das erste jazznojazz-Festival stattgefunden hat: Im Kaufleuten kann man sich Tomasz Stanko (Trompeten-Jazz), Manu Katché (Schlagzeug-Jazz), Bugge Wesseltoft (Computer-Jazz), Raul Midón (Flamenco-Soul) oder Nik Bärtsch (Zen-Funk) zu Gemüte führen.


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