Konzerte

Was geht

Wer denkt, die Festivalsaison sei vorbei, der hat sich aber gehörig verkalkuliert. In Winterthur beginnen heute Mittwoch die 31. Winterthurer Musikfestwochen (Bild) mit Jimmy Eat World, Slut oder den Eagles of Death Metal, um nur die bekanntesten zu nennen. Zudem findet in Schwanden das Open Air Schwanden statt. Mit dabei sind Zamarro, die Teenage Kings und Dizzy by Fortune. Das nennt man dann wohl Qual der Wahl. Für jene, die sagen, Natur und so, das ist nichts für mich, ich freue mich jetzt auf die Club-Konzert-Saison, für jene gibt’s heute schon die Gelegenheit, im Zürcher Mascotte die Hüften zu MSTRKRFT (lies Masterkraft) zu schwingen. Zudem beginnt in der Luzerner Schüür mit Friday 2 Friday ein wohl jetzt schon legendärer Event – 30 Luzerner Bands werden sich innerhalb von acht Tagen die Ehre geben und die Klinke in die Hand drücken. Das hat’s noch nie gegeben.


MSTRKRFT
– 23.8. Mascotte Zürich (Essance)
Martin Moling – 23.8. Bäcki Zürich
One Self – 23.8. Kaufleuten Zürich (Plan B Electro Sessions)
Winterthurer Musikfestwochen – 23.8. – 3.9. Winterthur
The Dead 60s – 25.8. Mascotte Zürich ABGESAGT!
Friday 2 Friday – 25.8. – 1.9. Schüür Luzern
Open Air Gränichen – 25.8. – 26.8. Gränichen/Moortal
Open Air Eibeler Bachrausch . 25.8. – 26.8. Inwil (LU)
Open Air Schwanden – 26.8. Schwanden
Dekadance – 26.8.-27.8. Marbachegg (LU)


Zieht euch warm an – Muse spielen auf Eis

Muse kommen am 6. Dezember nach Winterthur in die Eishalle Deutweg. Tickets gibt’s ab morgen, also 23. August, bei den üblichen Vorverkaufsstellen. Als Kaufanreiz für die mit Sicherheit nicht preisgünstigen Einlasspapiere, hier das Video zum besten Song “Starlight” aus dem polarisierenden Album “Black Holes and Revelations” (EMI).


Gratis an 30 Konzerte

1 Festival – 8 Abende – 30 Luzerner Bands. So steht’s auf dem Plakat zur Konzertreihe Friday2Friday, die den Ruf von Luzern als Rockmekka der Schweiz untermauern soll. Der nette Luc von Little Jig schenkt euch 5×2 Festivalpässe, gültig für alle 8 Konzertabende. Schickt ein Mail an gewinnen[ät]78s.ch (wenn ihr noch nicht registriert seid bei 78s, müsst ihr das vorher noch tun).


Worauf Luzern schon lange gewartet hat

Das ist es doch, worauf Luzern gewartet hat: Vier von ihnen dürfen den Basler Lovebugs so richtig einheizen, sie herausfordern, ihnen zeigen, wo angeblich wirklich gerockt wird. The Paces werden die Lovebugs auf deren Schweiztour supporten. Wer die Paces kennt, der weiss, dass sich die Lovebugs tüchtig anstrengen müssen, um nicht plötzlich flach rauszukommen. Doch vielversprechende Vorbands sind sich die Lovebugs gewöhnt: Vor zwei Jahren haben Mañana sie auf ihrer Schweiztour begleitet.


Gott hatte keine Zeit – Drama in fünf Akten

1. Akt

—–Ursprüngliche Nachricht—–
Von: 78s.ch (Mathias Menzl)
Gesendet: Dienstag, 15. August 2006 17:00
An: Veronika Camacho
Betreff: greg dulli

hey Verónica
merci für die cd. hast du schon news wegen dem inti mit Greg Dulli von den Twilight Singers?
gruss

mathias

2. Akt 

Am 15.08.2006 um 17:05 schrieb RecRec-Veronica:

Hallo Mathias

Leider werden die Jungs keine Zeit haben für Interviews… :-(
Ich hoffe, dass ich das nächste mal bessere News habe.

Liebs Grüesslu & schöne Abig
Verónica Camacho
Marketing & Promotion

3. Akt 

Von: 78s.ch (Mathias Menzl)
Gesendet: Dienstag, 15. August 2006 17:07
An: RecRec-Veronica
Betreff: Re: AW: greg dulli

danke für die antwort. meinst du keine zeit für uns oder allgemein keine zeit? nimmt mich nur wunder…

4. Akt 

Am 15.08.2006 um 17:10 schrieb RecRec-Veronica:

nein, allgemein. Sie kommen sehr kurzfristig an.
Schöne Abig und liebi Grüess

Verónica Camacho
Marketing & Promotion

5. Akt 

Von: 78s.ch (Mathias Menzl)
Gesendet: Dienstag, 15. August 2006 17:15
An: RecRec-Veronica
Betreff: Re: AW: greg dulli

sorry, dass ich dich nerve. aber wie sähe es denn am donnerstag in basel aus? oder am donnerstag morgen in zürich? ich würde ihn auch zum zmorgen einladen ;)….ich liebe diesen mann musst du wissen….

Epilog:
Dann hat Verónica leider nichts mehr geschrieben (war sie eingeschüchtert von meinem Eifer?), und ich habe Greg Dulli nicht von Angesicht zu Angesicht sehen und sprechen können, sondern “nur” im Publikum stehend beäugen dürfen. Begeistert war ich trotzdem. Vor allem von seinem Mikrofonständer, der ausgerüstet war mit einem Bierhalter-Clip und einem Aschenbecher. Dulli war aufgedunsen (Medikamente oder nur Bier und Pasta?), seine Stimme war aber göttlich. Der Sound war mies, wie meistens auf der Sommerbühne, Mark Lanegan sang bei vier Songs mit, schuf aber nicht wirklich einen Mehrwert, dafür waren Dulli und seine Band zu dominant. Athmosphärisch und episch war es, mehr erwartet hab ich trotzdem. Aber das ist meistens so.


Nick kommt

Nick Cave spielt am 17. November im Zürcher Kongresshaus ein Solo-Konzert. Das ist schon eine Weile her, dass er ein Konzert in der Schweiz gab. Die Preise sind unverschämt. Es gibt nur Sitzplätze, die günstigsten sind 65 Franken, die teuersten 140. Die Fans des Australiers werden schulterzuckend bezahlen, alle anderen, die ihn mal sehen wollen wahrscheinlich auch.


C’est chic im Zeichen des frühen Weekends

Das Wochenende beginnt bereits heute Mittwoch. In Zürich spielen die Twilight Singers epische Rocksongs und You Say Party! We Say Die und auch Deichkind lassen die Tanzfläche beben. In Basel steht das Floss im Zeichen von Bob Dylan und im Amphitheater zu Avenches fönkt Jamiroquai. Desweiteren hält das offizielle Wochenende – also Freitag und Samstag – einige Überraschungen bereit. Zum einen sind wir gespannt, ob Pete Doherty wirklich in Avenches aufkreuzt, und wenn er dies tut, ob er sich vielleicht mit Ice T von Body Count zanken wird. Zum anderen freuen wir uns auf das Overground Festival in Genf, das vom 17.8. während zehn Tagen the finest in electro sounds präsentiert, unter anderem mit Fujiay & Miyagi und Apparat. Und zuletzt sind wir alle unheimlich “gwundrig” was Michèle Roten unter “Laptop-Electro-Punk-Poetry” versteht, den oder das sie am Carhartt Reopening Event (Bild) im Zürcher Niederdorf vollführen wird.


FSK
(play bob dylan) – 16.8. Im Fluss Basel
The Twilight Singers & Mark Lanegan – 16.8. Rote Fabrik Zürich
You Say Party! We Say Die / Must Have Been Tokyo – 16.8. Abart Zürich
Deichkind – 16.8. Kaufleuten Zürich
Philipp Fankhauser – 16.8. Bäckeranlage Zürich
The Twilight Singers & Mark Lanegan – 17.8. Das Schiff Basel
Jamie Lidell – 17.08 , Im Fluss Basel
Franz Ferdinand / Calexico / TV on the Radio / Islands – 17.8. Rock Oz Arènes Avenches
Open Air Gampel – 17.08. – 20.08. Gampel
Puts Marie – 18.8. Das Schiff
Babyshambles – 18.08. Rock Oz Arènes Avenches
Funk am See – 19.8. Luzern
Nada Surf – 19.8. Rock Oz Arènes Avenches
Carhartt Reopening Event – 19.8. Zürich (mit Michèle Roten Laptop-Electro-Punk-Poetry!)
Wuhrplatzfest – 17.-20.8. Langenthal
Bridge-Party - 18.-19.8. Emmenmatt
Overground Festival – 17.8.-27.8. Genf
Open Air Tufertschwil – 18.-20.8. Tufertschwil


Treffen mit der Stimme Gottes

Wenn man sich stark für Musik interessiert, dann laufen einem immer wieder eher unbekannte Bands und Künstler über den Weg, bei denen man sich nicht erklären kann, warum sie nicht erfolgreicher sind (erfolgreich = weltberühmt und allseits bekannt). Bei Greg Dulli ist das auch der Fall, allerdings in zehnfach potentierter Grösse. Jeder, der Greg Dulli kennt, hält ihn für die reinkarnierte Stimme Gottes. Dulli macht nächste Woche mit seinen Twilight Singers und seinem Kumpel Mark Lanegan, der eine nicht minder göttliche Stimme hat, Halt in Zürich (16.8. Rote Fabrik im Rahmen von Ziischtigmusig Sommerbühne) und Basel (17.8. Das Schiff). Opfergaben sind nicht explizit erwünscht, aber werden begrüsst. Wunder dauern bekanntlich etwas länger. Nächste Woche dauern sie an zwei Abenden ca. 90 Minuten lang. Eine Audienz zu bekommen, ist nachvollziehbarerwese sehr schwierig. 78s bemüht sich aber darum, auch wenn wir vorgeben müssen, blind zu sein.


Hat da jemand James Blunt gesagt?

Mountains of Death klingt ja schonmal nach einem sehr gemütlichen Festival (18./19.8. im Muotatal). Aber die Bandnamen erst, da läuft einem das Blut im Munde zusammen (wer Übersetzungshilfe braucht, findet sie bei LEO): Cremation, Arsebreed, Sacramental Blood, Visceral Bleeding, Skinless, Suffocate Bastard, Necrotorture, Fleshless, Cripple Bastards, Suffocation. Ein Name poetischer als der andere, den Charme von geschlachteten Jungfrauen und geköpften Fledermäusen ausstrahlend. Wem also das Funk am See zu lasch ist, weiss wohin er nächstes Wochenende gehen muss.


Warm

Es gibt Bands, die machen bloss eine CD, damit sie den Leuten nach den Konzerten noch etwas auf den Weg geben können. Die möchten gar nicht wirklich ein Album aufnehmen, weil so verloren geht, was nur live funktioniert. Das sind dann auch meistens Bands, die live warm klingen und auf CD kalt. Das gestrige Konzert der Zürcher Band Fisher auf der Bäckeranlage war sehr warm. So warm, dass man gerne die drei, vier Schichten Kleider abgeworfen hätte, die man wegen der Arschkälte anziehen musste. Sängerin Emilie Welti sang mit einer Stimme, die auf Fishers CD nur angedeutet wird. Eine Stimme, die für das Live-Mikro geschaffen wurde, so rund und (ich kanns nicht anders sagen:) saftig. Auch wenn die Band hin und wieder in die Mittelklasse zurück fiel, so wusste sie doch, die zahlreich erschienenen Menschen zu unterhalten. Zum Beispiel mit einem Posaunen-Spieler (Michael Flury) und sechs lüpfigen neuen Songs, deren Ansagen Sängerin Welti zum Runnig-Gag nutzte. Auch der gewöhnungsbedürftige Backgroundgesang von Bassist Philipp Morscher hatte seinen Reiz. Und auf Christoph Angehrns facettenreichen Umgang mit seiner Gitarre möchte ich jetzt gar nicht tiefer eingehen (hab ja nur 78 Sekunden). Eines soll noch gesagt sein: Wer spontan ist, soll doch heute Abend nach Wetzikon (ZH) zum Schlauen Bauer fahren, um dort das letzte der absehbaren Konzerte Fishers mitzuerleben. Das lohnt sich nur schon wegen des herrlich trockenen Humors der Band.


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