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  • Alle 17 Artikel von Supervania

    Mit Snitch im Kurzwaschgang

    Im Gespräch mit Sven (voc/git) bei Bier und Pasta-Salat.

    Euer Sound hat sich gewaltig verändert.
    Mit der Zeit hört man genauer hin und hat seine Stimme auch irgendwann besser unter Kontrolle. Luki hat sich gewaltig verbessert, für mich ist er der coolste und kreativste Punk-Drummer der Schweiz geworden.

    Eure langjährige Bassistin und Freundin Louise ist letzten Juni gestorben. Wie gings danach weiter?
    Am Tag als sie gestorben ist, haben Luki und ich uns plötzlich gefragt, was wir jetzt machen sollten. Zuerst dachten wir, wir hören mit allem auf, aber kurz darauf war klar, dass wir weitermachen mussten, weil Louise das so gewollt hätte.

    Heisst das, die Songs wurden noch von Louise mitgeschrieben?
    Von diesen 12 Songs hat sie leider bloss noch 5 gehört. Im Studio fühlten wir uns erleichtert. Weg zu sein, und einfach nur das zu tun, was wir lieben. Damals ist wirklich eine Welt zusammengebrochen.

    In der Schweiz gibt es kaum Labels, also kaum einen Markt. Habt ihrs hier schwerer?
    Kaum. Wo sonst bekommt man Benzingeld, warmes Essen, Bier und eine Gage? Viele Schweizer Bands haben eine merkwürdige Attitüde, letztendlich repräsentieren sie aber nur sich selbst, und bleiben unverdorben von Trends und Hypes.

    Seid ihr eigentlich schon reich?
    Klar, wir fahren weisse Benzen wie NOFX. Wir investieren alles in Aufnahmen, Bandbus, etc. Und dann werfen sie dir vor, du wärst ein Sell-Out, wenn du dir von Vans Turnschuhe schenken lässt. Die wissen doch gar nicht, was Punk bedeutet. Wenn wir Geld verdienen würden, würden wir uns auch Villen am Züriberg kaufen und trotzdem der PETA Geld schicken. Jeder der sagt, er würde sein Geld nicht für sich ausgeben, ist ein Idiot. Wer Golf spielen will, soll Golf spielen. Das ist Punk.

    Weißt du, wer den Begriff Punk als erstes verwendet hat? …Shakespeare.

    Der war ja auch ein Punk, oder?

    Die neue Snitch-Platte heisst Snitch und ist soeben erschienen. Auf der Melodic-Punk-Scheibe schnurren die Miezen wie kleine Ford-Mustangs… (video)

    Am Zürisee rocken die Elfen

    p1070401.jpgAuch wenn ihr elfenhafter Alternative sehr geschmäcklerisch ist, sind Elfish ein kleiner Fixstern in der Schweizer Musikszene, und haben ihren Sound im letzten Jahr so gewaltig weiterentwickelt und verdichtet, dass der Besuch ihrer Myspace-Seite ein Muss ist. Auf eigenen Wunsch hat Elfish Support für The Servant gemacht und sie waren so elfisch, dass alle entzückt waren. Auch die, die ihre Musik vorher eigentlich gar nicht so gut fanden.

    Humeur á l’anglaise

    p1070428.JPGThe Servant servierten letzten Freitag Entertainment auf höchstem Level. Sie bedienten das Publikum mit so viel Humor, dass sie auch Popmuffel wie mich überzeugen konnten, dass sie grossartige Musiker sind, die ein Album voller Hits produzieren und hinreissende Shows rocken können. Auch wenn der weibliche Anteil des Publikums eher auf ein Boygroup-Konzert gedeutet hätte, und die Songs radiotauglich harmlos sind, hat die Brit-Pop-Combo um Sänger Dan Black ihren ganz eigenen Stil, den sie auf wahnsinnig sympathische Art den Leuten in die Herzen und die Beine spielt. Nicht umsonst wurde Dan wegen seines komödiantischen und gesanglichen Talents von diversen Seiten mit dem jungen Freddie Mercury verglichen. Bassist Matt Fisher sagte später, er wisse, dass The Servant erst richtig verstanden werde, wenn sie live spielen. Irgendwie sei ihre Musik auf der Bühne besser und echter.

    Und nicht nur das. Auch privat haben die Jungs überzeugt. Höflichst haben sie sich für ein Plättchen hundskommunen Aufschnitt und Käse bedankt, very british den ganzen Tag sehr stylish rumgehangen um nach der Show very musician-like Aftershow zu feiern – mit französischen Verlobten, Ex-Missen und Rap-Matadoren, mit viiiiel Flüssigem und den anderen usual suspects alias Rock’n’Roll-Utensilien. Aber ohne zu unterlassen Nora, Sängerin der Zürcher Vorband Elfish, einen Hofknicks für ihre Wahnsinnsstimme zu erstatten oder mit ihrem Tontechniker am dritten Tag in Folge seinen 45. Geburtstag und die bevorstehende Midlifecrisis zu feiern.

    Alles wie gesagt very charming, sehr unterhaltsam, sympathisch und zivilisiert – so convincingly british!

    Sunny sunny cold cold day

    herman_duene_05.jpgIrgendwo zwischen Bacardi-Beach und Jack Johnsons Veranda liegt der Folkpop von Herman Düne. Mit Marimba, Ukulelen, weiblichen Hula-Stimmen und anderen Instrumenten, die Sehnsucht nach dem ewigen Sommer wecken, verführen die Brüder David-Ivar und André Herman Düne die Winterdepressiven aus dem Adventsschmerz an einen Sonne-Sand-und-Palmenstrand. Wieso ein Album wie Giant im Winter erscheint? Ist doch klar, weil zu Wein und Weihnachtskeksen der Traum von Südsee mindestens genauso gut schmeckt wie der Sommer selbst.

    Battle of Berner Bands

    container6.jpgHeute geht’s ins Finale von mobileAct, dem Mickey Mouse Club für Grosseltern. Zwei Bands kämpfen in der Toni Molkerei um den Opening Act von X-tina.

    Zur Erinnerung: Die Brienzer Container6 sind durchschnittlich 16, ihr Drummer heisst Kaspar Hösli und so sieht die Band auch aus, einfach herzig. Da Sign & the Opposite, in Elektrokreisen auch bekannt als AreYouVeda, sind die, die mit Bart, Perücke und falschem Akzent einen auf billige Touris machen. Mögen die besseren Berner gewinnen.

    Für Jäger und Sammler – Fratellis Collectors Set

    Vinylfreaks sind irgendwie suspekte Subjekte, gehören sie doch einer Kategorie von notorischen Nostalgikern an, die sammeln um des Sammelns willen (wie Briefmarken, Kafirahmdeckeli) um ihren Schätzchen dann zuzusehen wie sie im Gestell verstauben (wie Elefanten-Putten, Spielzeug-Eisen-
    bahnen) oder an den Folgen des Gebrauchs zugrunde gehen (wie Angelruten, Schuhe). Manche Exemplare lösen aber auch bei mir das Haben-Will-Syndrom und die Erkenntnis aus, dass Vinyl sich nicht mit Digitalem punkto Tonqualität und Funktionalität messen muss, weil es einfach viel schöner ist.

    fratellis.jpg

    Zwei Mal Jäger- und Sammler-Vinyl von The Fratellis.

    Ein Lächeln zum Sonntag

    marina.jpgAn Nouvelle Vague scheiden sich die Geister meiner Freunde. Die einen bekommen davon krampfartige Hühnerhaut und produzieren pathologisch Glückshormone, die anderen lässt der Mikrowellenpunk und Konserven-Bossa-Nova der Franzosen kalt wie eine Tiefkühlpizza. Jedenfalls spielten Nouvelle Vague Freitag im ausverkauften Mascotte, und für alle die nicht hingehen konnten, lächelt Sängerin Marina hier ihr bezauberndes Adventslächeln.

    Friska Viljor – Indie-Nachwuchs aus Schweden

    friska-viljor-bravo.gifAm Anfang stand das Ende. Zwei Beziehungen zerbrechen gleichzeitig, worauf sich zwei Kumpels ihrem gesegneten Freund Alkohol widmen, der die Welt bekanntermassen in neuem Glanz erstrahlen lässt. Da auch in Stockholm viele Strassen zu Übungsräumen führen, in denen Töne sich zu Akkorden formieren, und Akkorde zu Liedern, haben Daniel Johansson & Joakim Sveningsson den Weg zu einer neuen Band und einem Album freigesoffen. Bravo! klingt wie verzweifelte Rufe nach dem Unerreichbaren im Leben, wie falsches und echtes Glück, Bitterkeit und Hoffnung. Auch wenn das Album schon im Frühling erschienen ist, passen seine charmanten Schrummel-Chöre zur Adventszeit wie die Olive zum Martini. So steht der Vorsatz der Sechsertruppe um Friska Viljor fest, nie mehr nüchtern Musik zu machen.

    Im Dezember und Januar gehen die Schweden als Support von Eagle*Seagull auf Deutschland-Tour. Leider ist für Friska Viljor die Reise zu Ende, bevor Eagle*Seagull am 17.Februar ins Mascotte kommen. Jetzt sollte jedem klar werden, was er sich zu Weihnachten noch wünschen könnte.

    Lords of Rock

    Kathy von den Thermals freut sich über dichHutch von den ThermalsWie die Asis die im Tram manchmal neben einem stinken, stakst Thermals-Sänger Hutch Harris auf prolligen Turnschuhen und zu kurzen Hosen durch den Backstage. In bester Laune zerlegt er einen Apfel minutiös in kleine Scheiben, die er genüsslich schmatzend und ohne Unterlass schwatzend verspeist. Karaoke findet er super, am liebsten singt er dann „cheesy stuff“ von Sheryl Crow zum Beispiel, oder Maroon 5. In Oregon gibt’s auch Karaoke from Hell, aber ohne Live-Band. Das sei so eine Art Strip-Lokal. Wie die meisten Bars in Oregon. „Yippie! Creeeeeeeep…“ trällert er, „Radiohead können so kitschig sein.“ Er freut sich sichtlich hier zu sein und wie zu erwarten, gaben die Thermals auch eine grossartige Show. Voller Energie, jugendlich strotzend und lüpfig – eigentlich zu schade als Vorband.

    Die Lords of Altamont Jake Cavaliere in, eine sympathisch geschwätzige, Bier löschende Truppe, erholt sich noch vom Schreck, dass Sänger der vorigen Nacht fast an einem Diabetes-Anfall gestorben wäre. Spindeldürr wackelt er auf die Bühne, sein Lächeln spannt sich über die blassen Wangenknochen, aber er schwingt den Mikroständer und stampft auf seiner Orgel als gäbe es kein Morgen mehr. Leider bekommt der bandeigene Tontechniker den fehlenden Soundcheck nicht in den Griff, so dass der schmierig-heisse Garagenrock der Lords nach ein paar Songs zur langweiligen Lederschau verkommt. Dafür sind sie gut im Feiern. Besoffen zerreisst sich die Band die Kieferknochen am klassischen „Chuchichästli“ und einer Flasche Jameson, während der angeschlagene Jake schon nach Mitternacht friedlich schläft. Wie die Thermals
    auch. Wie Nerd-Rocker halt.

    ...dass er und sein Piano noch leben.

    Der Lord freut sich auch...

    Dick und Mahara

    Ex-Miss und Ex-SurferMerkwürdiger Schrammel-Greis, der Dick Dale. Spricht mit seiner Band auf Tour kaum ein Wort, sackt erst noch ihren Anteil vom Essensgeld ein und rennt nach der Show von der Bühne direkt zum Merchandise-Stand, damit bloss keiner seine T-shirts verschenkt. Dort verteilt er Autogramme wie ein Medizinmann Schwarzwurzeln und erzählt den Mädchen wie er auf seiner californischen Ranch mit Heli-Landeplatz Tiger grosszieht. Aber wehe wenn ihm die Mahara über den Weg läuft, dann erwachen seine Lebensgeister.

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