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  • Alle 70 Artikel von Sven Zaugg

    Das grosse Public Enemy Special (Part 2)

    Die ersten vier von The Bomb Squad produzierten Alben, schlugen damals ein wie eine Bombe. Das zweite Album „It Takes A Nation Of Millions To Hold Us Back“ war genreübergreifend eines der wichtigsten Alben in den 80ern und hat den Hip Hop massgeblich geprägt. 1994 wurde das Album „Muse Sick-N-Hour Mess Age“ vom Roling Stones Magazine und Source in Grund und Boden geschrieben, weil es sich stärker am Mainstream orientierte und die harten politischen Aussagen vermissen liess. Das Album stieg schlecht in die Charts ein und fand kaum Beachtung. Chuck D entschied sich noch während der Tournee auszusteigen. Public Enemy trennte sich von Def Jam und distribuierte fortan über ihr eigenen Label Slam Jamz. Ende der 90er zog sich auch The Bomb Squad als Produktionsteam von Public Enemy zurück, was den Stil der einstigen Hardcore-Combo nochmals wesentlich veränderte.

    Nun sind Public Enemy mit ihrem neuen Album zurück und mit ihnen ein Teil von The Bomb Squad (Gary G-Wiz). Thematisch und produktionstechnisch ist „How You Sell Soul to a Soulless People Who Sold Their Soul???“ die Rückkehr zum Golden Age of Hip Hop. Musikjournalist Ron Wynn bringt es in den Liner Notes auf den Punkt: Public Enemy’s been pioneers in combining verbal acumen with technological advances, performance artistry and theatricality, thematic integrity and artistic control, In an era where meganational corporations damonite the marketplace and many rappers prefer being popular to being relevant, Public Enemy remain vibrant and topical. They’ve also forged and maintained a creative legacy that has a timeless quality, yet gives listeners intricate and compelling slices of life from the various eras in which these songs were conceived. They are not entertainers or performers but scribes and commentators, providing insight and information throught rhymes and music that has uplifted and still inspires legions of fans.„

    Das grosse Public Enemy Special (Part 1)

    20 Jahre im Business und kein bisschen Müde. Mit „How You Sell to a Soulless People Who Sold Their Soul???“ (Irascible/Slam Jamz) veröffentlichen Public Enemy ihr nunmehr achtes Album. Grund genug zurückzuschauen. Ich sprach mit Sandro Grünig, Sample-Nerd und wandelndes Hip Hop Lexikon, über die Rückkehr zum Golden Age of Hip Hop. Bitte Herr Grünig:

    Ende der 80er verpasste Public Enemy dem Hip Hop eine neues Gesicht. Chuck D (Carlton Ridenhour) und Flavor Flav (William Jonathan Drayton Jr.) gaben den Afroamerikaner in den USA eine Stimme, die massentauglich durch das noch junge Format MTV über den Äther geschickt wurde. Die Kombination von politischer Aussage und die revolutionäre Art des Produktionsteams The Bomb Squad Funk- und Freejazz-Samples zu verwenden, muss aus heutiger Sicht als Meilenstein der Hip Hop Kultur verstanden werden. Für Chuck D bedeutet dies hinsichtlich der politischen Ausrichtung auch eine grosse Verantwortung. Er bezeichnet Hip Hop als das „CNN für Schwarze“ und betont, dass ihr Konzept nicht nur den „artistic aspect“ in sich trage, sondern aus Überzeugung und Notwendigkeit geschaffen wurde, um für die Rechte der afroamerikanischen Gemeinde zu kämpfen. Zu Radikal war indes Professor Griff (Richard Griffin); dieser liess sich nicht selten zu antisemitischen Äusserungen hinreissen. Infolgedessen er ausgeschlossen wurde und erst Ende der 90er in die Crew zurückkehrte.

    Chuck D studierte wie Flavor Flav 1982 an der Adelphi University in Long Island. Zudem amtete Chuck D als DJ im universitären Radio. Dort lernten sie Hank Shocklee und Bill Stephney kennen. Die Jungs waren wie Chuck D politisch affin. Hank Shocklee bastelte für Chuck D die ersten Fragmente, so entstand das Demo und so wurde Rick Rubin (Def Jam) auf die Jungs aufmerksam, nahm sie unter Vertrag, et voilá; der Rest ist Geschichte.“

    Video: „Harder Than You Think“

    Musik im Film Vol. 3: Zabriskie Point

    zabriskiepoint-poster.jpg1960 sagte Michelangelo Antonioni in einem Interview der „Cahiers du Cinéma“: „Ein Bild ist nur dann von wesentlicher Bedeutung, wenn jeder Quadratzentimeter davon ein wesentliches Bild ist.“ So bedacht der in Norditalien aufgewachsene Sohn eines Gutsbesitzers war, jeder Einstellung ihre Berechtigung im filmischen Kontext zu geben, so zurückhaltend hantierte er mit dem Einsatz von Musik.

    Seine Bilder sind fotografische Exponate, die Zeit brauchen, bis sie ihr wahres Volumen erreichen, oder um mit Marguerite Duras zu sprechen: „Die Dauer der Reise, deckte die Länge der Entfernung auf natürliche Weise ab.“ Bei Antonioni ist es die Dauer der Bilder; langsame, zögernde Bilder, die uns vergessen lassen, dass nicht wir es sind, die das Paar im Park beobachten (Blow up), dass nicht wir es sind, die mit Andacht das Näherkommen eines Kamelreiters in der Wüste verfolgen (Beruf: Reporter). Hierbei braucht es keine akustische Illusion, die uns suggeriert, wie wir ein Bild empfangen und empfinden sollten. Also keine Filmmusik? Doch.

    Antonionis Zabriskie Point, ein Hommage an die US-Amerikanische Studentenbewegung, erzählt in visionären Bildern vom Mythos eines Wunderlandes, von der Faszination seiner unbegrenzten Möglichkeiten, aber auch von den Symptomen seines Zerfalls, wobei utopische Wunschträume unvermittelt in tödliche Alpträume umschlagen. Wie auch in Blow up spielt der Regisseur hier brillant mit Wirklichkeit, Einbildung und der Manipulierbarkeit des Betrachters. Bewusst werden grelle Effekte des Actionkinos mit Elementen der Pop- und Werbeästhetik verbunden. Die musikalische Untermalung von den Patti Page, Jerry Garcia und Kaleidoscope spiegelt sehr genau die Stimmung der damaligen Flower-Power-Generation wider, vor allem die explosive Schluss-Szene mit der Musik von Pink Floyd bleibt unvergessen.

    Musik im Film Vol. 2: Bernard Herrmann

    Wo es in Jean-Luc Godards Le Mépris doch eher die dramatischen Töne waren, osziliert der Sound im Klassiker „Taxi Driver“ von Martin Scorsese zwischen aphrodisischem Big-Band-Jazz und orchestralen Disharmonien. Aus gutem Grund, denn die tragende narrative Ebene in „Taxi Driver“ ist die Psyche eines cholerischen Vietnam-Veteranen, der mit seinem Cab die dreckigsten Ecken New Yorks bedient. Mister Bernard Herrmann war für die musikalische Achterbahn im Kopf des berühmtesten Taxifahrers der Filmgeschichte verantwortlich.

    Er verstand es als Meister seines Fachs Paranoia, Angst, Lust und Gier auf solch eindringliche Art zu vertonen, dass sich die amerikanische Filmelite Ende der 40er Jahre um ihn riss. Das zu erwähnende Ereignis ist die musikalische Leitung in „Citizen Kane“. Herrmann begleitete Orson Welles‚ Filmfigur Kane nicht nur ein Leben lang, sondern komponierte die expressiven Charakterzüge des jungen, aufstrebenden Medienzars bis zu seinem bitteren von Gier und Korruption durchdrungenen Ende.

    Die Parallelen zwischen „Taxi Driver“ und „Citizen Kane“ sind somit in der Psychologisierung der Musik auszumachen. Die unerbittliche Fokussierung Herrmanns auf die Hauptfigur in „Citizen Kane“ ein Novum, erlangte mit „Taxi Driver seine Perfektion und ist bis heute kaum erreicht. Für Alfred Hitchcock vertonte Herrmann „The Trouble with Harry“, „Vertigo“, „North by Northest“ und „Marni“. Mit der Musik zu „Psycho“ ging Herrmann definitiv in die Filmgeschichte ein.

    Mitte der 60er wurde auch Nouvelle Vague Regisseur Francois Truffaut auf den Komponisten aufmerksam. Für ihn vertonte Herrmann die Science-Fiction-Geschichte „Farenheit 451“, (…) ich kenne keine schönere Utopie als die letzten Bilder dieses zutiefst menschenfreundlichen Films (…) (Wim Wenders) und „La mariée était en noir“. Bernard Herrmann war ein Mann fürs Grobe.

    Und vergesst nicht zu rätseln heute, Ralph (auch ein Mann fürs Grobe) ist wieder richtig fies.

    1. August Alternative

    Sehr geehrte Eidgenossinnen und Eidgenossen

    Es gibt nur einen Weg, unseren ach so schönen Nationalfeiertag feierlich und angemessen zu begehen.

    Zürich: Stadtsommer 2007

    Unter dem Motto „Der Himmel ist unser Dach und das Anwaltskollektiv des guten Musikgeschmacks unser Gastgeber“ präsentiert das Präsidialdepartement der Stadt Zürich zum zehnten Mal den Stadtsommer. Dann kriechen verstaubte junge aufstrebende Zürcher Musiker aus ihren Bunkern an die Frischluft. Vom 2. – 11. August geben sich Gabardine, Sein, Skaramouche, Elfish (mit charmanter Unterstützung von Sophie Hunger), Kalabrese und das Rumpelorchester (ein Schmankerl), Rusconi Trio und Samurai die Ehre. Aber seht selbst: zum Programm.

    Musik im Film Vol. 1: Le Mépris

    Michel Piccoli & Brigitte BardotIm Kopf assoziieren wir Gesehenes, Gehörtes und Erfühltes, formen daraus ein Gedankenbild. Die Gesamtheit all dieser Prozesse, die mit Wahrnehmen und Erkennen zusammenhängen, können uns vor allem – was für ein Skandal – auch suggestiv zugeführt werden. Just in diesem Moment suhlen wir uns in einer närrischen Welt, kreiert von manchen Querköpfen. Und keine Welt postuliert die Suggestion auf eine solch profunde Weise wie der Film. Dieses audiovisuelle Abenteuer rührt uns zu tränen, macht uns verrückt, langweilt, bereitet Angst, ist anspruchsvolle Wonne, nervt zu Tode und macht vor allem eins: süchtig. Und süchtig sind wir natürlich auch nach Musik. Darum geht es hier um Musik im Film. Freilich nicht um banalen Steigerungsfloskel in öden Streifen, die uns die Konklusion einer Handlung auf die Nase bindet, nein. Von der Musik die Bilder konsonant und dissonant begleiten.

    Jean-Luc Godard drehte 1963 seinen wahrscheinlich kommerziell erfolgreichsten Film: Le Mépris (Die Verachtung). Michel Piccoli und Brigitte Bardot mimen ein Ehepaar, das zwischen Liebe und Verachtung pendelt. Zwei starke Pole, die einer bittersüssen Melodie bedurften. Georges Delerue, der auch für Truffaut und Chabrol komponierte, kreierte für Godart einen unvergessliches Stück Musik.

    Die Nouvelle Vague Regisseure verstanden die Filmmusik als wichtigen Bestandteil des kreativen Prozesses. Delerues Musik wird als Mittel eingesetzt, um Übergänge zu glätten oder um selbst Zensuren zu schaffen. Die Musik unterstützt hierbei nicht die dramatische Zuspitzung des Konflikts, sondern kennzeichnet einschneidende Veränderungen in der Beziehung der beiden Eheleute. Schwere Streicherakkorde begleiten das unausweichliche Auseinanderdriften des Ehepaars. Delerues versteht es, eine subtile Melancholie zu schaffen, ohne dem Pathos des Scheiterns zu verfallen. Grandiose Musik in Cinemascope.

    Öde Schönheit: birdpaula

    Paula Moore singt auf ihrem Debüt „birdpaula“ (Pias/Musikvertrieb) von Herzschmerz im Antlitz der warmen Sommersonne und der Symbiose zweier Liebenden im Herbst (inklusive cineastischem Laubrammelspiel), von körperlichen Vibrationen des Loslassens (ich liebe dich so fest, deshalb lasse ich dich gehen) und pinselt nebenbei geschmacklose Rosenblüten. Das tut die arme Dame so schmerzlich langweilig und naiv, dass der geneigte Hörer Gefahr läuft, an Überzuckerung zu verkleben. Ein Zuckerwatte-Album für lebensmüde Diabetiker.

    Frida Hyvönen im Albani

    Was Süsses für den Donnerstagabend gefällig:

    Frida Hyvönen – I Drive My Friend

    [flash]http://www.youtube.com/watch?v=I33fRHbfOIA[/flash]

    Die Selbstauflösung

    Was passiert, wenn sich zwei elektrophile Briten am Folk vergehen und mit Mark Lenagan einen Pakt schmieden? Ein Album geschwängert mit reuevollen Balladen, cineastischer Atmosphäre und Gospelchören. „It’s not how far you fall, it’s the way you land“ (TBA/V2) ist das jüngste Werk von Ian Glover und Rich Machin – den Soulsavers.

    „Egal wie tief du sinkst, egal wie weit unten du bist, nutze deine Chance, etwas zu verändern“, sagt Machin über den Titel des zweiten Longplayers. Ohne dem naiven Positivismus zu verfallen, kann man sich dem suggerierten Stehaufmännchen-Titel nur schwer verwehren. Besungen werden spirituelle Grenzerfahrungen, die von Jenseitigen Morricone-Gitarren getragen werden sowie der unüberwindbare Zerfall jeglicher Materie in Asche und Staub, denn etwas Unsterbliches, so sind sich Glober und Machin sicher, kann nicht greifbar sein. Notgedrungen kommt dabei jeder Autor in die schändliche Versuchung, sich eines religiösen Vokabulars zu bedienen, was bei strenger aufklärerischer Haltung seiner Gilde, ein Vergehen sondergleichen ist. Ich werde Busse tun.

    Doch wie will der Autor Lanegans rauchigen Bariton – begleitet von einem himmlischen Piano – seinem Leser näher bringen, ohne die Selbstauflösung zu postulieren. Wie will der Autor, der sich mit bestem Pampero Aniversario die Sinne benebelt und eben diesen Soulsavers ins Jenseits befördert, noch musikalische Öffentlichkeitsarbeit leisten können, derweil er nur noch sabbernd auf dem kalten Parkett liegt. Wie… Ja, wie?!

    Wenn dies nicht genügt, dann empfehle ich zum Dessert „The Abattoir Blues Tour“ von Nick Cave & The Bad Seeds zur Absolution. Und bitte: jetzt keine MySpace/Youtube motivierten Selbstmorde – ist ja uncool sondergleichen.

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