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  • Alle 110 Artikel von Robin Fürst

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    Bootleg/MashUp/Bastard Pop – Die Rückschau (1)

    american editBekanntlich ist Mash-Up kein junges Phänomen mehr und der Hype ist schon längst vorüber. Aber leider hörte man landläufig nur von den fett-produzierenden Stars, wie Danger Mouse (aka Gnarls Barkley) und 2 May DJs (aka die soulwax’schen Dewaele Brüder). Jedoch gibt es viele coole Bootleger, von denen man bei uns kaum etwas weiss. In den folgenden Wochen will ich Euch meine Mash-Lieblinge der letzten Jahre etwas näher bringen.

    Beginnen wir mit Party Ben (einer der wohl bescheuertsten Künstlernamen ever!). Die grösste us-amerikanische MashUp-Kultur gibtz in San Francisco, Bootie heisst der mittlerweile kultige Club, um den sich die ansässige Szene dreht. Von dort kommt auch Party Ben, zusammen mit Team9 ist er ebenfalls unter dem Namen Dean Gray bekannt und „veröffentlichte“ vor bald zwei Jahren das Bootleg-Album American Edit

    Regelmässig stellt er seine „Werke“ ins Netz, aber weit nicht alles, was er so zusammengebastelt hat, ist wirklich brauchbar, jedoch haben sich im Laufe der Jahre einige download-würdige Hits angesammelt:

    Nächste Woche gehtz weiter mit den Kleptones

    … oder jamglue’st Du schon?

    jamglueEigentlich wäre dies ein super Post für die verregneten letzten Wochen gewesen, denn mit JAMGLUE hätte man sich tagsüber gut und gerne ein paar Stündchen unterhalten können.

    Worum gehtz? Jamglue bietet einen kostenlosen Flash-basierenden Online Mixer, der einfach zu handhaben ist: Wachsende Sampledatenbank, unlimitertes Uploaden, Youtube-Sounds-Direktimport, Speichermöglichkeiten; dann gibtz auch Community & Bewertung. Zudem laufen immer mal wieder Contests, zur Zeit: Coldcut remixen oder im Duett mit R.Kelly singen.

    Der Nachteil: nur 64 kBit/s; aber Spass machtz trotzdem…

     

     

    Knalliger Chanson Fetisch

    tekispartyNein, Teki Latex – Party du Plaisir (Vigin/EMI France), ist nicht die neuste Beate Use Dildo Kollektion, sondern so heisst der modernste Elektro-Pop-Spass aus Frankreich. Teki wurde als Mitglied der französichen Elekto Hip Hop Formation TTC (Big Dada) bekannt. Nun produzierte ihn „Good-Old-Gonzo“-Gonzales, unterstützt von Mocky, sowie den TTC-Produzenten Para One und Tacteel, zum Superstar.

    Unglaublich, wie das charismatische Duo Teki/Gonzo die Gratwanderung zwischen Kommerz und Underground gemeistert hat: Eingängliche, spassige Melodien, gespickt mit 8-Bit Spielereinen, 80s-Synthie-Reminiszenzen und fetten Beatz. Die knallbunten Chansons, der Sci-Fi & Aggro Hip Hop, sowie die düsteren Elektro Tracks bestechen aber allesamt nicht nur durch sauber durchdachte Kompositionen, sondern auch durch die witzigen Sprachspiele, unter anderem gefeatured von Lio, The Genevan Heaten, Bitch Lap Lap (aka Feist) und natürlich Gonzo-Himself.

    Das Ergebnis: Wunderbar abwechslungsreicher Dancefloor-Pop vom aller-f***ing-feinsten! Stellt sich nur die Frage, warum das Album nur als Import erhältlich ist…

    Videos:

    MP3

    Roboteraufstand

    whenrobotsgobad.jpgHexstatic, ein Ninjatune Urgestein, bringt uns diese Tage mit When Robots Go Bad (Ninjatune/Musikverstrieb) einen charmanten Krieg der Samples, mit bombigen Bässen, verrückten Melodien und coolen Features.

    „Etwas platt produziert!“, meinte neulich ein DJ-Kollege, nachdem ich ihm die Promo zum Reinhören gegeben hatte. Mit väterlichem Verständnis erklärte ich dem bislang Hexstatic-Unkundigen, dass die ominöse „Plattheit“ gerade eines der herausragenden Merkmale der englischen Samplerduos ist, obwohl ich natürlich lieber einen weniger negativ konnotieren Begriff, wie „ungeschliffen“ oder „roh“, verwenden würde. Hexstatic sind Oldschool-Sampler, der Charme ihres Sounds ist es gerade die einzelnen Komponenten herauszuhören, das macht ihre Musik so schön kantig. Das funktioniert und „verhäbbet“ aber nur dank dem kreativen und äusserst präzisem Timing, ist aber auch eng an ihre Tradition der A/V-Produktion gebunden (also unbedingt Videos aus-checken!).

    Videos:

    Exactshit Video Mashes: (Also Exactshit ist ein Anagramm für Hexstatic und zugleich ihr MashUp und White Label Pseudonym. Man darf sie ruhig als die Väter des Video-Mashes bezeichen…)

    Zeitlos moderner Retro

    sparetimePepe Deluxé, das sind zwei Finnen, James Spectrum & JA Jazz deren besagtes Ziel es ist, Sound zu entwerfen, den es so noch nicht zu hören gab und der trotzdem einer breiten Masse gefallen könnte. Also eigentlich Wunsch und Ziel so mancher Musiker, aber die Pepes sind ein doch ziemlich abgefahrenes Kaliber…

    Mit „Spare Time Machine“ (Catskills/Namskeio) präsentieren uns Pepe Deluxe eine überladene Portion cartoonesk psychedelisches 60s-flavoured High-End-Mash-Songwriting. Es ist ein Zeitreise in eine musikalische Science Fiction Welt von vorgestern, irgendwo zwischen Johnny Cash und Aphex Twin. Eine extaktere stilistische Verortung scheint mir wirklich nicht möglich. Noch schwieriger wirds herauszufinden welches Instrument hinter welchen Effekten steckt. Die finnischen Burschies haben seit Beatitude (2004) alles nur auffindbare, irgendwie mit Musik zusammenhängende Gerät aus der Zeit des Kalten Krieges aufgekauft und verbastelt. James Spektrum hat in kleinen Studien auf Beatmag.net immer mal wieder von den Basteleien, die für’s neue Album nötig waren, und der Ideologie, die hinter diesem Umgang mit Musik steckt, geschrieben. (nachzulesen hier)

    pepe1Die neuen Videos werden dem Sound auch gerecht: Mischief On Cloud 6; Pussy Cat Rock

    Übrigens: Ihr phantastisches letztes Album, Beatitude, gibtz noch immer als GRATIS DOWNLOAD (leider ohne die Bonustracks). An dieser Stelle seien Musikliebhaber mit pythoneskem Humor noch auf die Salami Fighting Association verwiesen.

    Zum Schluss noch ein passendes Zitat eines Pseudo-Finnen:
    This is finnish, but not the end…

    (Hape als R.I.P. Uli, hat aber natürlich gar nichts mit Pepe Deluxe zu tun, ist aber immer noch lustig.)

    Noch ein Sommerhit

    uffie_first_loveMr. Oizo & Uffie haben hier einen potentiellen Hitkandidaten gebastelt:

    80s Kuschelpop mit EdBanger Attitüde = Sci-Fi-R’n’B zum verlieben

    Uffie – First Love

    [audio:http://partyends.com/Index_pictures/Uffie_First_Love.mp3]

    Schwere Ninjas

    Noch’n kleiner gewichtiger Nachtrag vom jungen Ninjatune Sublabel Counter Records: Die vielversprechende Debut-Single von The Heavy – That Kind Of Men, seht & hört selbst:

    [flash]http://www.youtube.com/watch?v=MiRMzGoCufY[/flash]

    Rockende Ninjas

    hex_robotheadzDas Qualitätslabel Ninjatune setzt für einmal nicht die Zeichen der Zeit, sondern folgt ihnen. New Rave will ich’s nicht nennen, aber rocken tut die Elektronik…

    Die Altmeister der audivisuellen Mashkunst Hexstatic sind wieder da. Red Laser Beam (Ninjatune/Musikvertrieb) heisst die neue Single: brummelnde Bässe, sehr collagenhaft zersamplete Gitarrenriffe mit viel GameBoy- & StarWars-Charme. Trip-hoppig kühl und doch konsequent pumpend die B-Side Roll Over mit der supersüssen Stimme von Newcomerin Sabirajade. Das Album When Robots Go Bad wird in ca. zwei Wochen erscheinen und natürlich noch ausführlich besprochen…

    Fast gänzlich unbekannt bei uns sind The Qemists. Mit der Single Stompbox (Ninjatune/ Musikvertrieb) präsentieren sie uns einen energiegeladenen Drum’n’Bass/Hard Rock Hybriden, welcher, wenn Pendulums Hold Your Color (2005) nicht gewesen wäre, glatt als Genre-Revolution bezeichnet werden könnte. Jedoch müssen The Qemists den Vergleich nicht scheuen, guter D’n’B ist eh Mangelware und ihr Zeugs so heiss, dass man sich gerne das Trommelfell versengt. Wir freuen uns auf’s Album, das bis Ende Jahr noch erscheinen soll.

    Pflich“ diskurs

    Der Release-Marathon der letzten Woche hatte zu Folge, dass man vor lauter Wald die Bäume ja gar nicht mehr hörte, dies galt insbesondere für die Elektro-Silberlinge. Wie es sich für die Sonar-Woche gehörte, kamen die langerwarten Erstlinge der Gehypten des letzten Jahres fast alle gleichzeitig raus und diesmal sogar mit Beachtung der hiesigen Printmedien. Doch tendenziell kanonisch platt wurden die drei grossen Debuts behandelt: Digitalism, Simian Mobile Disco (SMD) & Justice. Dabei wurden auch alle in den New Rave Topf geknallt und zu Einheitsbrei verrührt, was nicht nur den Autoren die musikalische Taxonomie enorm erleichterte… Ja ja, Crossover von Elektro & Rock, klingt alles in etwa gleich… Tut’s aber nicht! Und nun folgt das an-den-Hals-Springen: Man (und auch Menzl) darf Justice und SMD einfach nicht gleichsetzen! Das schreit förmlich nach Gerechtigkeit: Justice is blind, not deaf !!!

    Cross (“ ) wurde in den letzten Tagen vor allem mit der Wirkungsweise von Massenvernichtungswaffen verglichen und umschrieben. Stimmt & passt. Was da wohl unintendiert implizit mitgeschrieben wurde, gefällt mir besonders: Die enorm lange Halbwertszeit der Scheibe. Rückblickend wird sie eine der grossen unseres Jahrzehnts sein. Wetten?

    justice live

    Was die weltweite Presse ebenfalls übersehen hat, ist die religöse Komponente: Tracks wie „Genesis“, „Let There Be Light“, „Waters Of Nazareth“, „DVNO“, die reingesamplten Kirchenorgeln und natürlich der Titel des Albums schreien förmlich nach gewagten Interpretationen und Verschwörungstheorien:

    • Ist Ed Banger eine Sekte? Soll Cross zum Glauben verführen?
    • Hat Papa Razzi seine Hände im Spiel?
    • Missionierung durch geisteskranken Elektro-Pop?
    • Steht Uffie eine unbefleckte Empfängnis bevor?
    • Wird Justice am Tage des Jüngsten Gerichts nun blind oder taub sein?
    • Oder ist alles nur ein dämliches Understatement-Spiel?

    Antworten und weitere unorthodoxe Fragen zu Cross (“ ) in bälde…

    Idealer Digi Indie

    Dank einer Vielzahl pumpig-meliodiöser Tracks und Remixes und dem Rückenwind des NewRave– & Kitsuné-Booms gehörten Digitalism im letzten Jahr zu den BlogLieblingen überhaupt. Nun präsentieren sie mit Idealism (Kitsuné/Virgin/EMI) ihren schlau durchkomponierten Langspielerstling.

    DigitalismDieser erweist sich als kopfstehender NewRave.Kühle aber wuchtig wummige Tanzelelektroniken bildet die Bas(s)is, welche zuhörens spielerisch mit leichtverdaulichen Synthie-Samples und/oder instrumentalen Elementen handelsüblicher IndieRockMusik zu eingäng meldiösen Songs verwurstelt werden. Digitalism sind Grenzgänger zwischen organischer und digitaler Musik, das Spiel mit der klassifikatorischen Unschärfe ist ihr Programm (und nicht meine Ausrede). Dabei spielt das Singer-/Songwriting eine nicht unbedeutende Rolle, neben den EherDanceTracks gibts etwa ebensoviele EherIndieTracks mit ganz ordentlichem Gesang.

    Nach mehrmaligem Durchhören (inkl. spontanem Hüftenschwingen & melancholischem PhantomHeadbangen) ergibt sich das Bild eines wirklich charakterstarken Konzeptalbums. Die beiden jungen Hamburger haben ihren eigenen Stil konsequent und doch sehr vielfältig verwirklicht. Dabei ist es ihnen auch gelungen die Gesamtkomposition des Albums spannend zu gestalten: Zeitgemässer und intelligenter BioTechno zum singulären Anhören und kollektiven Rumhüpfen.

    Eigentlich wäre die Open Disk Online-Erweiterung des Albums ein zusätzlicher Kaufanreiz: Ganze sieben Tracks lassen sich schon runterladen! Toll, nicht? Aber die Tracks sind nur in hundsmiserabler 64kBit/s-Qualität verfügbar. Pfui !!

    Wer Daft Punk, Soulwax, Prodigy, T.Raumschmiere, The Rapture, Klaxons, Justice, LCD Soundsystem, Ascii Disko und ähnliches mag, sollte auf jeden Fall reinhören!

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