Alle 1239 Artikel von Ralph Hofbauer
Nigel Godrich: Der John Peel des TV?
Nigel Godrich, “sechstes Mitglied” von Radiohead und Producer von Beck, Air, Pavement, U2 und R.E.M., hat für nächstes Jahr eine eigene TV-Show auf BBC mit Live-Auftritten seiner Schützlinge angekündigt. Folge 1 ist abgedreht und nun ist der ziemlich unspektakuläre Trailer von “In The Basement” erschienen: Je 20 Sekunden White Stripes, Thom Yorke und 4Tet. Beck und Jamie Lidell haben sich für Folge 2 angemeldet. Statt von Peel-Sessions, wird in Zukunft wohl von Godrich-Sessions die Rede sein.
Von Ralph Hofbauer | 6. Dezember 2006 | 0 Kommentare
Praxistest eines Online-Übersetzungsdienstes
“Wie ein Mann spazieren gehend, der wie ein Hammer Schlägt, eine jugendliche Masche war Nie ein Kneifer Geschmackvoll wie ein Regentropfen bekam Shes den Blick Himmlischer bestimmter Ursache-Himmel bekam eine Zahl, Wenn das Drehen von mir um das Küssen ist eine Farbe Ihr Lieben, ein wilder Hund ist, bekam Shes den Blick Was in der Welt ein braunäugiges Mädchen blau kann werden lassen, Wenn alles Schlecht jemals tut, tun Sie Schlecht für Sie, Und ich gehe: Lalalalala Shes bekam das Blick-Feuer im Eisnackten.” (Als ich diesen Song mit acht gut fand, hab ich auch nicht mehr verstanden.)
Von Ralph Hofbauer | 5. Dezember 2006 | 1 Kommentar
Hypnotisch und deep wie damals Massive Attack
Es gibt Bandnamen, die sollte man nicht ohne präzisierende Attribute googeln. Various zum Beispiel. So gesichtslos wie der Name ist die Band selbst: Ihr Debut “The World Is Gone” (XL/MuVe) wurde zwar so ziemlich überall ausser in der Schweiz zum Geheimtipp, doch die beiden Mittzwanziger dahinter blieben Phantome. Ein Phantombild für die Musik der Londoner konnte immerhin erstellt werden: Dubstep-Folk. Vor 10 Jahren hätte man diese Mischung aus urbanem Gewummer und elysischen Idyllen TripHop genannt. Wer den vermisst, wird Various lieben.
[flash] http://www.youtube.com/watch?v=slwWG5ckU9g [/flash]
Von Ralph Hofbauer | 5. Dezember 2006 | 1 Kommentar
Shitlist
Creed, Nickelback, Blink 182, Limp Bizkit, Bristina Shakilera, Céline Dion, Sarah Connor, Phil Collins, Bryan Adams, Eros Ramazotti, Meat Loaf, Modern Talking, Wham, Manowar China (stellvertretend für alle schlechten Metalbands), Gotthard, Tokyo Hotel, Liza Li, DJ Bobo (stellvertretend für alle Eurodance-Verbrechen), Milli Vanilli, James Blunt, Diana Krall, Andreas Vollenweider, Mike Oldfield, Village People, Europe, Evanescence, Lordi, Yngwie Malmsteen (stellvertretend für alle Frickel-Gitarreros), Darkness, Scissor Sisters, Bee Gees, UB40, Sido, Las Ketchup (stellvertretend für alle Sommerhits), Alanis Morisette, Savage Garden.
Jemanden vergessen?
(Übrigens: wer schon immer mal ein Klokostüm wollte, kann sich diesen Wunsch hier erfüllen)
Von Ralph Hofbauer | 4. Dezember 2006 | 32 Kommentare
File under: Horizonterweiterung
World Music ist ja so ein Nasenrümpfwort – gerne stellen sich Assoziationen wie chilenische Panflötenspieler oder ekstatisch zu Getrommel tanzende Sextouristinnen ein. Andererseits haben sich exotische Klänge erfolgreich in die westliche Musiklandschaft integriert: Sitarklänge finden sich auf jedem Chillout-Sampler, der Buena Vista Social Club-Soundtrack steht mit grosser Selbstverständlichkeit im Wohnzimmer von manchem Pophörer und gegenwärtig adaptieren Indiebands wie Beirut und DeVotchKa mit Erfolg Balkanklänge, während Partyreihen wie Bucovina Club oder Russendisko den Osten in hiesige Klubs bringen.
Neben östlicher Musik sind es vor allem afrikanische Klänge, die – spätestens seit der Mali-Blues zum Protegé westlicher Prominenz wurde – ihren Weg in die westlichen Medien gefunden haben. Manu Chao hat Amadou & Mariam zu Weltstars gemacht, dank Ry Cooder weiss die Welt von Ali Farka Touré und Jim Jarmush hat mit dem Soundtrack zu “Broken Flowers” Mulatu Astatke zu spätem Ruhm verholfen. Die Compilationserie African Pearls kommt also zum richtigen Zeitpunkt. Jede Ausgabe rollt mit einer Doppel-CD die Musikgeschichte eines afrikanischen Landes auf, soeben ist mit “One Day On Radio Mali” (recrec) Teil 3 erschienen.
Besonders interessant ist Teil 2 mit dem Fokus auf Guinea. “Cultural Revolution” dokumentiert die musikalische Experimentierfreude, die den Übergang zur Unabhängigkeit Guineas begleitete. Ähnlich wie die Musiker aus Mali scheinen auch die Guineaner lieber im Schatten zu verweilen, als in der Sonne zu schwitzen. Insbesondere die psychedelischen Instrumental-Jams überraschen durch ihre Nähe zu westlichen Spielarten wie Jazz, Funk oder Krautrock. Der für afrikanische Produktionen typisch erdige Sound trägt sein übriges dazu bei, dass dank African Pearls aus vergessenen Songs schimmernde Perlen werden. Anhören und kaufen.
Von Ralph Hofbauer | 3. Dezember 2006 | 0 Kommentare
Last Christmas I gave you my Erdmöbel
Von Erdmöbel kommt die Hymne für David und alle anderen Weihnachtsmuffel, denn auch diese vier Jungs aus Kölle scheinen keine Lust auf die fünfte Jahreszeit zu haben: “Weihnachten ist mir so egal, ich bin drei Karat Kaugummiautomat. Schenk dir, ohne Papier, mein billiges, billiges Herz”. Ach, Wham… Wer erinnert sich nicht an dieses Stück SchSeife. Auch wenn ich ihren Weihnachtsklassiker hassen will - ich kann nicht verleugnen, dass sich bei mir ein heimeliges Gefühl einstellt, sobald “Last Christmas” erklingt.
Von Ralph Hofbauer | 2. Dezember 2006 | 0 Kommentare
Sammlerstücke
Memorabilia ist ja eigentlich etwas ziemlich bescheuertes. Ob Elvis-Uhren, Ringo-Puppen oder Jacko-Statuen, meistens gehen bei Fan-Artikeln Star- und Warenfetisch eine fragwürdige Symbiose ein. Doch es gibt in der Welt der Memorabilia durchaus auch tolle Sachen zu entdecken: 1980 lancierte die Amurol Products Company die Chu Bops, Miniatur-Alben mit süssen Platten aus Kaugummi von Grössen wie Blondie, Kiss oder The Police. Warum die Kaugummi-LPs in Europa trotz dem vielversprechenden Namen Hit Pops floppten, ist unerklärlich. Amurol stellte die Produktion bald darauf ganz ein und wurde schliesslich von Wrigley’s geschluckt. Wer nun Lust auf ein essbares Stück Popgeschichte bekommen hat: eBay hat zum Teil auch ungegessene Chu Bops an Lager.
Die Idee etwas klebriges wie Kaugummi in etwas klebrigem wie Pop zu verpacken liegt auf der Hand. Die Beatles inspirierten bereits in den 60ern Süsswarenhersteller zur Herstellung von Beatles-Lollies und -Cookies. Besonders beliebt waren die Kaugummis, die zusammen mit Beatles-Sammelkarten kamen. Rare Sets wechseln heute für mehrere tausend Dollar den Besitzer. Überhaupt sind die Beatles die Könige der Memorabilia. Es gab den Beatles-Plattenspieler, den Beatles-Kamm, die Beatles-Perücke, den Beatles-Wecker und das Yellow-Submarine-Spielzeugmodell.
In einer anderen Liga als das herkömmliche Merchandising spielen jene Memorabilia-Artikel, die Reliquien gleichkommen, da sie - wie beispielsweise die Sandalen Christi - von einem Heiligen Celebrity getragen, benutzt oder zumindest besessen wurden. Wer auf solche Luxus-Memorabilia aus ist und eine schlaflose Nacht hinter sich hat, weil er sich gestern nicht die Manuskripte von Marvin Gaye unter den Nagel gerissen hat, dem bleibt die Hoffnung auf den ganz grossen Coup: Mitte Dezember wird in LA der Ehering von Elvis versteigert. Ab 100’000$ kann man mitbieten.
Von Ralph Hofbauer | 29. November 2006 | 0 Kommentare
Selten so gelacht
Der Norweger Lasse Gjertsen ist zwar nicht der erste Star, vielleicht aber das erste Genie des Youtube-Zeitalters. Ausnahmsweise geht es hier für einmal nämlich nicht um Inszenierung und Voyeurismus, wie im Präzedenzfall Lonelygirl15, sondern um intelligente Videokunst, die gleichzeitig unglaublich und lustig, sprich unglaublich lustig ist. Mittels raffinierter Schnitttechnik macht Gjertsen Amateure an Schlagzeug und Klavier zu Virtuosen, rennt seinem eigenen Schatten nach oder lässt sich von einem Auto überanfahren. Den Durchbruch in der E-Community brachte dem 22-Jährigen diese Beatbox-Meisterleistung:
[flash]http://www.youtube.com/watch?v=o9698TqtY4A[/flash]
Von Ralph Hofbauer | 28. November 2006 | 1 Kommentar
Vier Schlagzeuge, ein Groove
Wer vier Drumsets verwendet, ist entweder grössenwahnsinnig oder er heisst Mocky. Neben einer grotesken Verkleidung brachte der Kanadier gestern eine ganze Schlagzeugfamilie mit ins Salzhaus:
Der Keyboarder kümmerte sich bei Gelegenheit um das Babyschlagzeug, Mocky bearbeitete - wenn er nicht andersweitig mit Rhymes, Gesang oder Gitarre beschäftigt war - das Kinderdrumset, der Bassist drosch auf das Mamaschlagzeug ein und der eigentliche Drummer der Navy Brown Bluesband gab auf dem Familienoberhaupt den Takt an. Einen Laptop vermisste bei dieser Beatdichte niemand.
Von Ralph Hofbauer | 27. November 2006 | 0 Kommentare
Instant-Klassiker
Ladies and gentlemen, I give to you Rrrrock’n'Roll’s latest sensation… from Birmingham, Alabama… Trommelwirbel…
the incredible Dan Sartain, performing “Thought It Over”!
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Als neuer Primus der Rock’n'Roll Highschool beherrscht Dan Sartain sämtliche Spielarten des Rock – Rockabilly ebenso wie Indierock. Seine neue Platte “Join Dan Sartain” (recrec) rumpelt so überzeugend durch die Rockgeschichte, dass man versucht ist sie als Instant-Klassiker zu bezeichnen. Trotz unbändigem Vorwärtsdrang lässt sich Dan Sartain Zeit für atmosphärischen Twang, Mariachi-Trompeten und Kastagnetten. Alles drin, alles dran also. Hören!
Von Ralph Hofbauer | 27. November 2006 | 2 Kommentare






