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  • 78s has left the building. ¯\_(ツ)_/¯

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  • Alle 42 Artikel von Philipp Albrecht

    Oh Boy!

    badly-drawn-boy.jpgWas für ein Video! Da scheint sich einer darauf vorzubereiten, bald wieder auf der Bildfläche zu erscheinen. Wer ihn kennt, freut sich natürlich. Wer noch nie den Namen Badly Drawn Boy vernommen hat, kann sich auf etwas gefasst machen. Der Mann mit Bart und Wollmütze Macht ganz grossartige Popmusik mit einem Schuss Musical. Bis das neue Album „Born In The UK“ (EMI) erscheint, dauerts zwar noch zwei Monate. Aber freuen können wir uns trotzdem.

    Das verflixt gute 7. Jahr

    rundfunk1.jpgAm 14. August startet zum siebten Mal das zeitlich befristete Radioprogramm Rundfunk.fm. Bis zum 10. September senden DJs aus allen Herren Länder ihre liebsten Sounds aus dem Landesmuseum ins Land hinaus. Empfangbar ist der Temporär-Sender nicht nur übers Heimradio, typisch für Rhythmus.fm sind die sogenannten „Satelliten“ – Shops, Bars, Restaurants – die für die flächendeckende öffentliche Beschallung zuständig sind. 78s fragte Veranstalter Oliver Scotoni, was dahinter steckt.

    Oliver Scotoni, gibt’s eigentlich irgendwo auf der Welt etwas Vergleichbares zu Rundfunk.fm?
    Die Schweiz ist soviel ich weiss das einzige Land, das befristete Frequenzen vergibt. Wir teilen uns aber diese mit anderen Sendern wie dem Street Parade Radio oder dem Caliente-Sender. Die begleiten aber alle einen Event. Bei uns ist das Radio der Event.

    Hast du noch keine Konzession beim Bundesamt für Kommunikation für einen permanenten Sender beantragt?
    Das liegt nicht in unserem Interesse. Wir zelebrieren einen Monat lang Radio und haben Spass daran. Es ist eine ganz andere Konzeption als beim permanenten Radio. Die zeitliche Begrenzung ist sehr interessant.

    Was sind dieses Jahr die Höhepunkte des Programms?
    Die Institution ist der Höhepunkt. Nein, wir haben viele internationale Acts. Das ist für mich ganz klar ein Höhepunkt.

    Lässt sich mit dem Sampler, den ihr jedes Jahr parallel herausgibt, Geld verdienen?
    In der Schweiz lässt sich mit CDs leider kein Geld verdienen.

    Und die Veranstaltung an sich. Ist das rentabel?
    Sagen wir’s mal so: Es lässt sich ein Apparat aufrechterhalten. Es ist kein Big Business. Es arbeiten immerhin 200 Leute am Projekt mit.

    Wieviele Hörer hattet ihr eigentlich letztes Jahr?
    Wir geben prinzipiell keine Hörer-Zahlen heraus. Die sind schwer bestimmbar, nicht zuletzt weil man nicht genau weiss, wieviele Leute durch unsere „Satelliten“ erreicht werden. Aber ich bekomme jedes Jahr ein extrem gutes Feedback.

    Warm

    fisher.jpgEs gibt Bands, die machen bloss eine CD, damit sie den Leuten nach den Konzerten noch etwas auf den Weg geben können. Die möchten gar nicht wirklich ein Album aufnehmen, weil so verloren geht, was nur live funktioniert. Das sind dann auch meistens Bands, die live warm klingen und auf CD kalt. Das gestrige Konzert der Zürcher Band Fisher auf der Bäckeranlage war sehr warm. So warm, dass man gerne die drei, vier Schichten Kleider abgeworfen hätte, die man wegen der Arschkälte anziehen musste. Sängerin Emilie Welti sang mit einer Stimme, die auf Fishers CD nur angedeutet wird. Eine Stimme, die für das Live-Mikro geschaffen wurde, so rund und (ich kanns nicht anders sagen:) saftig. Auch wenn die Band hin und wieder in die Mittelklasse zurück fiel, so wusste sie doch, die zahlreich erschienenen Menschen zu unterhalten. Zum Beispiel mit einem Posaunen-Spieler (Michael Flury) und sechs lüpfigen neuen Songs, deren Ansagen Sängerin Welti zum Runnig-Gag nutzte. Auch der gewöhnungsbedürftige Backgroundgesang von Bassist Philipp Morscher hatte seinen Reiz. Und auf Christoph Angehrns facettenreichen Umgang mit seiner Gitarre möchte ich jetzt gar nicht tiefer eingehen (hab ja nur 78 Sekunden). Eines soll noch gesagt sein: Wer spontan ist, soll doch heute Abend nach Wetzikon (ZH) zum Schlauen Bauer fahren, um dort das letzte der absehbaren Konzerte Fishers mitzuerleben. Das lohnt sich nur schon wegen des herrlich trockenen Humors der Band.

    Der Sternschlucker

    danielagust1.jpgDass die kunstschaffenden Isländer alle eins an der Waffel haben, zeigt einmal mehr dieses Video vom ehemaligen GusGus-Sänger Daniel Agust. Der hat ein Soloalbum gemacht, das musikalisch bei Björk stehengeblieben, deswegen aber nicht misslungen ist. Im Gegenteil: Auf „Swallowed A Star“ (Rec Rec) schaffte es Agust, seine Träume in Musik zu transferieren. Und falls er das nicht vor hatte, so waren es meine Träume, die er zu Musik gemacht hat. Aber nicht nur die schönen im Fall.

    Hier kommt Kurt

    lambchop.jpgKurt Wagner ist zurück. Und dabei fragt man sich, ob er jemals weg war. Das letzte Werk seiner Band Lambchop liegt doch schon zwei Jahre zurück. Doch „Aw C’mon / No You C’mon“ war so dicht und umfangreich, dass man gut und gerne zwei Jahre daran kauen konnte. 2005 kam noch eine kleine Kolaborations-EP mit Hands Off Cuba, die interessant klang aber doch etwas verstörte. Macht Kurt jetzt auf Elektro? Nein, natürlich nicht.

    Am 11. August haben wir „Damaged“ (Cityslang/TBA), ein Songzyklus, der wieder mehr nach „Is A Woman“ als nach „Aw C’mon…“ klingt. Denn Kurt Wagner bleibt ein sensibler und melancholischer Nashville-Cowboy, der gerne experimentiert und noch lieber weint. Dabei weint er keine Tränen, sondern Poesie in Form von einfachen Riffs und Metaphern.

    Die Stimmung von „Damaged“ ist klar fröhlicher als die von „Is A Woman“. Zum Beispiel „Crackers“, das gut ins Autoradio passt, mit seiner zielgeraden Aufbruchstimmung, oder „Paperback Bible“, das Vergangenes vergangen lassen will. Und überhaupt brechen immer wieder überraschende Bläser- oder Streichereinsätze das melancholische Eis und zeigen dorthin, wo alles besser wird, anstatt sich im Kreis zu drehen. Das ist eben Kurt Wagner. Einer, der konstate Qualität predigt und dazu Innovation trinkt. Live am 11. August in Lausanne (For Noise) und am 23. November in Zürich (Rote Fabrik).

    Son of a Bundesrat

    carnation_02.jpgEiner dieser vier hübschen Jungs hier ist Sohn eines Bundesrates. Seine Band heisst Carnation. Die spielen Rock’n’Roll, sagt ihre Website. Zwei Alben darf Carnation bereits ihr Eigen nennen. Zwei Alben gefüllt mit wunderbarer Musik, inspiriert „durch die Liebe zu Bands wie den Beatles, Rolling Stones und AC/DC“ (Bandbio). Interessant an Carnation sind aber vor allem ihre My-Space-Freunde. Wer weiss, welches Bandmitglied Sohn welches Bundesrates ist, soll hier die Lösung als Kommentar vermerken. Zu gewinnen gibt’s leider nichts.

    Jetzt müssen Steine rollen (Part 2)

    stones.jpgEs lohnt sich mal wieder, eine Ex-libris-Filiale aufzusuchen (ist nicht oft der Fall). Diesmal sind die Rolling Stones der Grund (auch dies eher selten). Jetzt gibt’s nämlich anlässlich ihres Schweizer Auftritts ihr bestes Album zum Sonderpreis. 12 Franken kostet „Exile On Main Street“ aus dem Jahre 1972. Zu keiner Zeit vorher oder nachher haben die Stones so viele Drogen konsumiert und also so gute Musik gemacht. Aber Achtung: Nicht auf der Website bestellen. Dort ist das Album teurer (fies ist das).

    Cibelle und der künstliche Bach

    cibelle.jpgDas waren keine Tränen der Rührung, es waren Regentropfen, welche die grosszügig verteilten blauen Regenponchos bedeckten, die wiederum Cibelle zur Aussage zwangen: „Oh, you all look so blue“. Das Wetter wollte nicht mitspielen, als Cibelle am letzten Donnerstagabend auf der Stimmen-Bühne im Rosenfeldpark zu Lörrach erschien. Begleitet wurde sie von einer dreiköpfigen Band: Gitarre, Keyboard/Laptop, Schlagzeug. Aus unerklärlichen Gründen wurde kein einziger Song ihres ersten Albums „Cibelle“ (2003) gespielt. Man beschränkte sich auf die herausragend psychedelisch anmutenden Stücke ihres neuesten Langspielers „The Shine Of Dried Electric Leaves“ (2006). Nicht minderer Qualität sind diese Songs, bloss verspielter und abgedrehter.

    Immer wieder vermischten sich komplexe Bossa-Riffs mit knackenden und klickenden Samples. Dazu hielt Cibelle ihre Glöckchen-Kette ans Mikrofon und sang in ein zweites, das direkt am Laptop angeschlossen war, der ihre Stimme sachte hallen liess. Schliesslich sank Cibelle in die Knie und sang minutenlang ohne instrumentale Begleitung (nur der künstliche Bach hinter der Bühne plätscherte dazu, als müsste es so sein). Der Applaus hielt lange an. Er klang überrascht. Das Publikum war dennoch nur wegen Amparanoia angereist. Die spanische Sängerin Ampara Sánchez und ihre Band spielten im Anschluss einen Mix aus Salsa, Samba und Ska. Nichts Neues und auch nichts Spektakuläres. Aber dem spärlich erschienenen Publikum schien es zu gefallen. Und Petrus auch.

    Ps: Das Bild zeigt zwar Cibelle, jedoch nicht am Stimmen-Festival.

    Remmidemmi

    Den Kopfnickern sind sie zu elektronisch, den Elektronikern zu kopfnickerisch. Wer beides mag, ist mit Deichkind bestens bedient. Ihr dritter Langspieler „Aufstand im Schlaraffenland“ wurde vor zwei Monaten freigelassen. Darauf ist gut erkennbar, dass Deichkinds Motivation zum Musikmachen weder selbstverliebter noch politische Natur ist; Spass soll es machen. Auch und vor allem live. Auf der Bühne sind die Bremer unberechenbar. Im Rahmen der ersten Plan B Elektro Sessions treten Deichkind am 16. August zu später Stunde im Zürcher Kaufleuten auf.

    deichkind_klein.jpg

    Gern Gehörtes

    klee1.jpgAm 4. August erscheint der Hochsommer-Soundtrack für Verliebte: Klee „Zwischen Himmel und Erde“ (Ministry Of Sound/Musikvertrieb). Das Kölner Trio kommt zur richtigen Zeit mit der richtigen Musik, die wirkt wie eine Umarmung. Indie-Pop von der zärtlichsten Sorte. Nichts allzu Neues aber immer wieder gern Gehörtes. Ein „Bild“ davon kann man sich hier machen. Und richtig anschauen sollte man sie sich am 31. August an den Winterthurer Musikfestwochen (gratis) oder am 1. Oktober im Mascotte (kostenpflichtig).

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