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  • Alle 42 Artikel von Philipp Albrecht

    Ziel: Pop

    Jaël (rechts) und Luk (zweiter von links) mit neuer VerstärkungAm 1. September erscheint „Preparing To Leave“, das neue Album von Lunik.

    Ihr seid jetzt wieder zu fünft. Drei davon sind neu. Wie kam das?

    Jaël: Ja, Luk und ich sind sozusagen die Übriggebliebenen, die sich jetzt Verstärkung geholt haben.

    Luk: Das Leben der früheren Bandmitgliedern hat sich ziemlich verändert. Einer hat Kinder gekriegt, der andere hat angefangen zu studieren. Irgendwann musst du dich der Frage stellen, ob du bis zum Ende deiner Tage mit dem „Bössli“ herumziehen und auf der Bühne herumstehen willst, oder ob du noch etwas Anständiges beginnst.

    Hat das vielleicht mit dem wachsenden Erfolg in Deutschland zu tun?

    Jaël: Klar, letztes Jahr mussten wir soviel Zeit investieren, dass wir daneben nichts Anderes mehr machen konnten. Die Leute in der Band müssen halt Vollgas geben. Ab einem gewissen Punkt kannst du sie nicht mehr mitreissen. Da muss jeder selber wollen.

    Luk: Wir haben uns ja deswegen nicht verfeindet. Wir sind immer noch Freunde. Mit Adi treffe ich mich regelmässig „zum Schuttä luege“. Aber ich vermisse die Leute in der Band.

    „Preparing To Leave“ klingt ja nun viel poppiger als eure älteren Sachen …

    Luk: … ja, das hören wir ständig. Das haben wir schon beim letzten Album gehört …

    Wollt ihr denn diese Entwicklung abstreiten?

    Jaël: Komisch, von „Ahead“ zu „Weather“ konnte ich das noch nachvollziehen, aber von „Weahter“ zum „Preparing …“ kann ich das nicht. Ich finde eher, dass wir wieder sphärischer geworden sind. Wir haben auch wieder mehr Samples benutzt. Früher haben wir die Songs zuerst am Computer geschrieben und erst nachher mit den Instrumenten ergänzt. Diesmal war es umgekehrt, wir haben die Puzzle-Teile erst am Schluss mit Hilfe des Computers eingefügt.

    Luk: Für mich ist das eigentlich ein Kompliment. In der Schweiz hat der Begriff „Pop“ einen anrüchigen Beigeschmack. Auf die Musik bezogen ist das aber etwas sehr Schönes. Ausserdem muss für uns das Populäre das Ziel sein, sonst können wir uns geradesogut in einen Keller verziehen und nur für uns Musik machen.

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    Rock-Luzern schaltet einen Gang höher

    Hölle Ja!„Für ein mittelschweizerisches Agglo-Stadt-Gebiet mit knapp 200’000 Einwohnern ist der Output an jungen Rockbands enorm“. So steht’s im Booklet des soeben erschienenen „Luzern Rock City Sampler“ (Little Jig/Irascible) mit dem unbescheidenen Übertitel „Hell Yeah“. Dem Zitat widerspricht dieser Tage niemand. So war es nur noch eine Frage der Zeit, bis endlich ein Sampler erscheint, der diese Szene greifbar macht. Realisiert hat ihn Luc Fischer (Bild unten links) durch sein Luzerner Indierock-Label Little Jig. Diesen Frühling hat sein Zwei-Mann-Betrieb im Rahmen eines Labelförderpreises vom Migros Kulturprozent 20’000 Franken gewonnen. Davon hat Fischer erstaunlich uneigennützig einen Drittel in den Sampler gesteckt. Nur gerade 5 der 23 Bands auf dem Sampler sind bei Little Jig unter Vertrag. „Der Sampler soll auch die ganze Szene ein bisschen einen, die Bands sollen sich näher kommen“, betont Fischer. Um dieses Ziel zu erreichen, prangt neben dem Little-Jig-Signet eine Art Wappen auf dem Back-Cover der CD: „Luzern Rock City“. LRC ist eine Mischung aus Imagekampagne und Qualitätslabel. Das mit einem Augenzwinkern erklärte Ziel ist es, „Luzern zur unangefochtenen Rockhauptstadt der Schweiz zu machen“.

    Verkaufen auch Shirts: Luc Fischer (links) und Elmar MüllerDie Idee stammt von Highfish, einer der ambitioniertesten Bands der Szene. Sänger und Bassist Elmar Müller sieht sich als Sekretär von LRC und präzisiert: „Wer sich ein bisschen auskennt in der CH-Musikszene, weiss, dass Luzern gute Rock-Bands hat. Nun soll die ganze Schweiz davon überzeugt werden.“ Auf der provisorischen Website von LRC sind Bands, Clubs, Labels und Veranstalter aufgelistet. Die Kampagne geht aber noch weiter: Auf allen Luzerner Rock-CDs soll in Zukunft das Qualitäts-Wappen prangen. Aber was ist mit schlechten Bands, von denen auch Luzern nicht verschont bleibt? Müllers breites Grinsen (Bild unten rechts) lässt sich durch solche Fragen nicht mindern: „Wir pushen ja keine Bands, sondern stellen eine ganze Szene vor. Das Spektrum reicht von Dada (Ante Portas) bis zu irgendwelchen Punks, die vor ein paar Wochen in einem Keller eine Band gegründet haben.“

    Wo? Wann?

    Päng!Ständig wird verschoben. Ich hab das langsam satt. Und nie weiss man genau wieso. Erst wurde das Konzert von Gnarls Barkley am 29. August „aus produktionstechnischen Gründen“ (weiss der Geier!) von der Maag Event Hall in das geräumigere Volkshaus verschoben. Und nun findet es wahrscheinlich erst im November statt. Aber nicht mal das ist sicher. Bis zum 1. September will uns der Veranstalter über ein Ersatzdatum informiert haben. Hoffentlich!

    Die Welt liebt dich auch wenn’s herbstet

    Zupft wie keine andere: Ani DifrancoIn Amerikas Norden beginnt der Herbst schon im August. Dieses Jahr ausnahmsweise auch in Mitteleuropa. Das passt, weil sich dieses Jahr eine kanadische Band und eine Nordamerikanische Sängerin den August als Erscheinungsmonat für ihre Herbstplatten aussuchten. Bei Ani Difranco ist das neu. Bisher hat sie ihre Jahresfrist-Platten jeweils zu Beginn des Jahres veröffentlicht, gerade dann also wenn ihre Heimatstadt New York den Schnee schon wieder satt hat. Ihre Fans haben inzwischen aufgehört, die Platten ihrer Lieblings-Protestsängerin zu zählen. So ist „Reprieve“ (Righteous Babe/Rec Rec) eigentlich nur ein weiteres wunderschönes Werk voller melancholischer Akustiksongs, die insbesondere durch die starke Zupfkraft unverkennbar nach Difranco riechen. With a little help von ihrem Kontrabassisten Todd Sickafoose und einem Mann namens Saint Claude (dessen Instrumentenliste so aussieht: Traffic, Trains, Birds, Rain, Thunder, Frogs) hat Ani Difranco aber ihren Feinden (den Machos) einen weiteren Stein in den Weg gelegt. Denn am Ende werden alle weich.Collagenkunst: The Dears

    Nun zu den Kanadiern: The Dears kommen aus Montreal. Montreal ist das Fribourg Kanadas, wo die eine Hälfte englisch spricht und die andere französisch. Diese Spaltung spiegelt sich auch in der Musik dieser Band. Rock oder Soft? Harmonie oder Chaos? Die „Protest“-EP (2004) war organisiertes Chaos, während auf „No Cities Left“ (2004) das Chaos die wunderbare Harmonie nur noch ab und zu herausforderte. Nun erscheint „Gang Of Losers“ (Cooperative Music/TBA) und eines wird klar: Man sucht die Masse. Das Chaos wurde mit viel viel Liebe bekämpft. Das ist gut, denn die Liebe macht The Dears mindestens zur Hälfte aus: „The World is really gonna love you“ singt Murray Lightburn ernsthaft in „Ticket To Immortality“, bevor er im rockigen „Death Or Life We Want You“ so weiterfährt: „Nobody wants you but we want you“. Da wird viel Liebe versprüht, diesen Herbst.

    Lily singt für Robbie

    Hoi Zäme, ich bin d'Lily Ällen und sing im Fall au für dä RöbiWär doch toll für Robbie Williams, wenn er für sich beanspruchen könnte, dass er der Entdecker von Lily Allen ist. Auf seinem forthcoming Album „Rudebox“ (erscheint am 23. Oktober) wird sie nämlich zu hören sein. So einfach ist’s aber nicht. Denn nicht Robbie hat Lily dazu bewegt mitzusingen, sondern Produzent Mark Ronson. Und das zu einer Zeit als Lily selbst im Netz noch gänzlich unbekannt war. Robbie schreibt dazu in seinen Track-by-Track-Beschreibungen zum neuen Album: How did Lily Allen end up here? I knew about her as I had met her at the studio. The Lily Allen Phenomenon is not solely contained to the UK she seems to be doing well everywhere … good on her too. So bleibt alles irgendwie Zufall …

    Wurzelbehandlung

    Zwei MusikethnologenPeter Heider und Florian Seyberth sind zwei Nürnberger DJs, die sich vor fünf Jahren zum Duo Boozoo Bajou formierten. Das loungige erste Album „Satta“ wurde weltweit über 60’000 Mal verkauft; eine beachtliche Zahl für ein Downbeat-Album. Es folgten Remixe u.a. für Nelly Furtado, Mary J. Blidge und Mousse T. und diverse Aufträge für Werbespots (Martini, Volvo, VW etc.) und TV-Serien (Six Feet Under, C.S.I. Miami). Der nun vorliegende Sampler „Juke Joint II“ (K7/Namskeio) ist die Fortsetzung einer musikethnologischen Reise zu den Wurzeln aller groovigen Sounds. Dies beinhaltet insbesondere Soul, Reggae(-Dub) und Blues. Zum Teil sind das Kollaborationen und Remixes mit aktuellen Künstlern. Am meisten Platz nehmen jedoch alte Dub-Tracks u.a. von The Meters oder dem durch den Soundtrack von „Broken Flowers“ zu späten Ehren gekommene Äthiopier Mulatu Astatque ein. „Juke Joint II“ bedient die Geschmäcker vieler Liebhaber des Groovigen und wirkt wohltuend und neutralisierend wie das Minzblatt zwischen den Mahlzeiten.

    Albumplayer

    Wenn die Musi spielt

    Ich bin das AlbumcoverDie rock’n’rollige Feelgood-Band Sugarplum Fairy aus Schweden hat letzten Freitag ihr zweites Album „First Round First Minute“ (Universal) veröffentlicht. Dort sind viele fröhliche Songs drauf, die den Geist einer vergangenen Zeit heraufbeschwören. Hier gibt’s die Flashcard, wo man sich mit der Maus ein bisschen durchkämpfen muss, bis die Musi spielt.

    Etwas Spezielles

    darkel.jpg„I tried to make something special“, sagt Darkel aka Jean-Benoit Dunckel über sein erstes Solobalbum. ein Satz, den wir schon zu oft im Künstlerkontext hörten und mit dem wir nicht so viel anfangen können. Dunckel ist die eine Hälfte von Air, also der mit dieser hohen Stimme, die auf neueren Air-Alben häufiger als bei älteren auftaucht. Das Album erscheint am 15. September, wird „Darkel“ heissen und auch so klingen. Hier als Vorgeschmack fünf Eineinhalbminüter:

    „At The End Of The Sky“

    „Be My Friend“

    „Earth“

    „Beautiful Woman“

    „TV Destroy“

    Nick kommt

    nickcave.jpgNick Cave spielt am 17. November im Zürcher Kongresshaus ein Solo-Konzert. Das ist schon eine Weile her, dass er ein Konzert in der Schweiz gab. Die Preise sind unverschämt. Es gibt nur Sitzplätze, die günstigsten sind 65 Franken, die teuersten 140. Die Fans des Australiers werden schulterzuckend bezahlen, alle anderen, die ihn mal sehen wollen wahrscheinlich auch.

    Lunik: „Hie gfauts mr“

    S'MarzilibrüggJaël, Sängerin der Berner Band Lunik, fühlt sich im Restaurant Marzilibrücke besonders wohl.

    Ich esse sehr oft und gerne im „Marzilibrügg“. Ich hatte hier oft Geburtstagsessen. Ich mag die indische Küche sehr gerne. Ganz besonders mag ich den Chai. Ich trinke keinen Kaffee. Den Pfefferminztee im Winter hat man schnell mal satt. Dann komm ich hierher und trinke einen Chai. Im Sommer ist der Garten hier sehr schön. Im hinteren Teil kann man italienisch essen und im vorderen indisch. Die Bedienung ist cool. Und die Stimmung auch. Eine Szene-Beiz ist das aber nicht gerade. Man kann hier eher „gedige ässe“. Für uns ist das sehr praktisch. Wir haben unser Studio in der „Matte“ vorne, zwei drei Minuten von hier. Diesen Sommer während der Fussball-WM mischten wir unser Album fertig. Wir hatten den ganzen Tag „büglet“ und am Abend assen wir hier und schauten uns die Spiele an.

    Nachdem wir letztes Jahr einige Konzerte in Deutschland spielten, fragten uns viele, ob wir jetzt nach Berlin oder Hamburg ziehen würden. In Berlin werde ich aber schnell mal müde durch die Reizüberflutung von diesen vielen Leuten. Klar bin ich gerne ab und zu in einer grösseren Stadt, ich komme dann aber sehr gerne wieder nach Hause.

    Fühlen sich auch in anderen Räumen sehr wohl: LunikIch mag die Überschaubarkeit von Bern. Es ist nicht gerade ein Dorf, trotzdem kannst du sicher sein, dass du jemanden triffst, den du kennst, wenn du hier zu irgendeiner Tageszeit unterwegs bist. In einer grösseren Stadt passiert das nicht so schnell, dass du „i öpper ine loufsch“, den du kennst. Du kannst aber auch sagen: Heute will ich niemanden sehen. Man kann sich das hier aussuchen. Schlussendlich ist es das Umfeld, das es ausmacht, dass ich mich hier zuhause fühle. Ausserdem mag ich es, in dieser Stadt mit dem Velo herumzufahren. In Zürich „schiists doch a“, dort kommst du nicht vom Fleck. In Bern kommst du mit dem Velo in fünf Minuten überall hin.

    Ich weiss nicht, vielleicht kann man eine Verbindung zwischen dem Ort hier und unserer Musik ziehen. Beides ist „heimelig warm“. Findest du nicht, Luk? (Luk, amüsiert und etwas abwesend:) Hm? Ja, absolut – (Jaël, lacht:) Ich glaub dir kein Wort.

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