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  • Alle 2239 Artikel von Mathias Menzl

    Crème brûlé

    MidlakeWas hören, wenn die Hitze drückt und die Haut klebt. „Crème brûlé“ von Sonic Youth? Auch eine Möglichkeit. Eine Alternative wäre zum Beispiel Midlakes („The Trials of van Occupanther“) Indie-Pop-Folk, der das überhitzte Hirn mit erquickenden Melodien, sauberen und scharf geschliffenen Riffs, treibenden Schlagzeugbeats, überraschenden Synthesizer-Streuseln und die Seele streichelnden Lyrics überflutet.

    Von Midlake gehts weiter zu Jonathan Meiburg und Kumpel Will Sheff, die ebenfalls aus Texas kommen, genau wie Midlake. Jonathan Meiburg hat einen Masters in Geographie und einen Bachelor in Englisch. Das prädestiniert ihn zwar nicht zum Ornithologen, trotzdem verbrachte er die letzten sechs Jahre damit, den caracara austral zu studieren, eine südamerikanische Vogelart. Nebebei veröffentlichte er mit Shearwater („Palo Santo“) und Okkervil River („Black Sheep Boy“ und „Black Sheep Boy Appendix“) ebenfalls Indie-Pop-adaptierte Folk- und Singer/Songwriter-Musik. Etwas weniger episch als Midlake, dafür auch etwas melancholischer. Gerade richtig, um in der Sommhitze zu braten.

    Wie eine frische Brise kommt dann Cassettes Won’t Listen daher, der sich weniger mit Folk beschäftgit, als viel mehr mit Indietronic und Covers unter anderem auch Midlakes „Young Bride„.

    Die Brise brachte die erhoffte minimale Abkühlung. Der Abend bringt nicht nur angenehmere Temperaturen, sondern auch die Lust auf etwas seelenvergnügtere Musik. Sound Team („Movie Monster“) passen da perfekt. Etwas New Wave, aber ja kein Franz-Ferdinand-Animiergehabe, aber trotzdem etwas Munteres. Sorgenlose Klänge mit etwas Tiefgang.

    Englisches Smörgåsbord

    Gepfiffene Themen sind höchst heikel, weil strapazierte Nerven nicht weit sind. Nicht so bei Peter Bjorn and Johns „Young Folks„. „Writer’s Block“ (Wichita/TBA), das nun veröffentlichte Album der Schweden mit dem Preif-Hit, verströmt nun zusätzlich zehn Mal Wind-durchs-Hahr-Sonne-auf-der-Haut-Bier-in-der-Hand
    -Stimmung. Locker und simpel gerieren sich die Stücke. Die Beatles sind nicht weit. Auch Belle and Sebastian machen ihre Aufwartung. Die Stimmung bleibt jedoch eher gedrückt, vor allem auch verglichen mit den beiden Vorängeralben, die weitaus fideler daherkamen. Schwedens Sonne scheint halt nicht gar so doll, England ist sowohl geographisch als auch bezüglich musikalischem Einfluss sehr nahe und die Bäuche sind voll vom Smörgåsbord. Trotzdem ein gutes Album, vor allem weil „Young Folks“ nicht der einzige Hit auf „Writer’s Block bleibt.

    Far Away by my Side“ (aus dem Album „Falling Away“) [audio:http://parasol.com/mp3/Peter%20Bjorn%20And%20John%20-%20Far%20Away,%20By%20My%20Side.mp3]

    Don’t Fuck With Love

    Ein so schön zweideutiger Songtitel und ein noch schöneres Video von The Sad Little Stars von einem überaus (mit grossem Ü eigentlich) sympathischen Singer/Songwriter-Duo aus New York.

    Biblisch

    Folgendes Szenario: du hörst liebend gerne ab und zu harte Rockmusik. Es darf einen Schuss Glam (Guns N Roses) haben, soll aber nicht zu sleazy sein (Mötley Crüe, LA Guns). Im Herzen bist du ein Punker, aber natürlich nicht so eine Green Day-Pussy, denn bei DIY denkst du nicht an den Coop-Baumarkt. In jungen Jahren warst du ein grosser Dead Kennedys und Minor Threat-Fan. Später kamen Soundgarden oder die Queens of the Stone Age. Seither magst du die nicht mehr so, alles zu viel Mainstream. Danach warst du auf der Suche. Das ist nun vorbei. Ladies and Gentlemen: The Bronx (Universal).
    Das Debüt von The Bronx erschien bereits vor drei Jahren. Aufgenommen wurde es von Ex-Guns n Roses-Gitarrist Gilby Clarke in Los Angeles, in der Heimatstadt von The Bronx. Maximal drei Takes pro Song war die Regel. Voll Punk halt. In der Stadt der Stars und Sternchen passte dies wie die Faust auf’s Auge. Das neue The Bronx-Album (Bronx-Alben werden aus Prinzip nicht betitelt) verhilft der Bedeutung von „Mitten in die Fresse“ zu einer ganz neuen Bedeutung.

    Die vierköpfige Band spielte ihre erste Show 2002. Viele der Besucher berichteten anschließend von einem der besten Konzerte ihres Lebens. Wenig später erklärte der amerikanische Rolling Stone The Bronx zu einer der „10 Bands To Watch in 2003“ und die Majorlabels standen Schlange. Lasst euch eine Reinhauen, ihr werdet in eine andere Dimension eintreten. Und dann in biblischer Manier auch noch die andere Backe hinhalten wollen.

    Heart Attack American (mp3)
    History Stranglers (mp3)
    White Tar (mp3)
    They Will Kill us All (Video)
    Interview
    mit Matt von The Bronx
    Bats“ (NUR für gaaanz harte Jungs)

    Ayrtonwall

    Ärtonwall vereinen auf „Naive Deeds“ (Irascible) Rock’n’roll, Zynismus und Zeitgeschichte. Der Rock kommt aus der Eagles of Death Metal/QOTSA-Ecke. Der Zynismus offenbart sich im Bandnamen: Ayrton Senna und die Wand gegen die er gefahren ist, mussten dafür herhalten. Das Bronski Beat-Cover „Smalltown Boy“ – der Vorzeigesong im Kampf gegen Diskriminierung von Homosexuellen – sorgt dann zuguterletzt für die Portion Zeitgeschichte, die man diesem unprätentiösen Rockalbum nicht gegeben hätte. Auch deswegen verdiente es eine zweite Chance – und nützte diese.

    Henry zeigt’s allen

    Henry Rollins, bekannt aus TV, Film, Musik und Spoken Word, hat auch eine eigene TV-Show. Auf IFC, dem Independent Film Channel, ist er Gastgeber von „The Henry Rollins Show“ mit Stars aus der Rock- und Popwelt. Allerdings wäre es keine Rollins-Show, wenn Henry nicht noch seinen Senf zu Gott und der Welt rausposaunen müsste. Manches ist interessant, der Grossteil nur amüsant. Beides aber Grund genug regelmässig reinzuschauen. Die Shows kann man runterladen und jederzeit ankucken. Die letzte übrigens mit Thom Yorke (die Vorletzte mit Peaches).

    Wicked Games

    In den USA im letzten Jahr schon aus den Presswerken entlassen, erfährt „Hearts and Unicorns“ (Universal) von Giant Drag nun auch in unseren Breitengraden offizielle Berücksichtigung (Stream zum ganzen Album hier). Any und Micah bilden wohl derzeit das charmanteste Indie-Pop-Ensemble. Der Sound ist lasziv und sexy. Im Kopf formen sich Bilder von sich räkelnden Damen mit engen und knappen Sommerkleidern, die die Bezeichnung Kleid eigentlich gar nicht mehr verdienen. Prall und drall eröffnen sich einem die Melodien. Exotische Früchte und Sirenen dürften nicht mehr allzuweit entfernt sein. Und Kinder der späten Achtziger aufgepasst: Wer bei Exotik, lasziv und Sirenen nicht an Chris Isaak und an das Video zu „Wicked Games“ denkt (Yeah, mit Helena Christensen), der hat nicht gelebt. Ja, und genau diesen Song covern Giant Drag auf „Hearts and Unicorns“. Und das rockt ungemein.
    Kevin is Gay (Video)
    This isn’t it (Video)

    Hier gibt’s noch mehr Links zu Giant Drag

    Peter Bjorn and John

    Dein Leben wird anders werden, wenn du erst einmal eine von drei CDs von Schwedens bestgehütetem Geheimnis gewonnen hast. Mail an info@78s.ch genügt. Falls du gewinnst, darfst du dich beim Vertrieb TBA bedanken.

    Presslufthammer auf Speed

    Millionäre werden die belgischen Rocker Millionaire mit ihrem Sound garantiert nicht. Der Albumtitel „Paradisiac“ kann das, was man sich darunter vorstellt und dann zu hören kriegt nicht unter einen Hut bringen. Millionaire tönen nach einem Presslufthammer auf Speed. Auf ihren Liveauftritt auf der Sommerbühne in der Roten Fabrik am 18. Juli (Tags darauf aufm Basler Schiff) darf man trotzdem gespannt sein. Denn live wird ihnen attestiert, sowohl druckvoll als auch tanzbar zu sein. Wie gesagt: Presslufthammer auf Speed.

    Röhrlijeans und Lederjäckchen

    strokes.jpgDas erste Schweizer Konzert von The Strokes am Montreux Jazzfestival ist Vergangenheit. Und was bleibt hängen? Nicht viel. Eine professionelle Band mit einer professionellen Show. Rock für den Mainstream, der die Bands live gerne so hat wie zu Hause im CD-Player. Doch die New Yorker Begründer des Retro-Rockbooms haben halt durchaus das gewisse Etwas. Die Songs kamen straight, alle Hits waren da, der Style hat gestimmt. Der Auftritt war glatt wie die Vintage Lederjäckchen und so tight wie die Röhrlijeans der Protagonisten. Ne gute Rockshow allemal, aber Stricke haben sie keine zerrissen. Die an dieser Stelle so hoch gepriesenen Poni Hoax hielten indes nicht, was sie versprachen. Sie waren zu monoton, zu statisch, zu langweilig einfach. Guess What, die zweite Vorband, setzten dem durchschnittlichen Abend das I-Tüpfelchen auf: Möchtegern-U2s mit einer Animations-Stadionrockshow.

    (Bild Copyright Montreux Jazz Festival)

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