Alle 2101 Artikel von Mathias Menzl
Ayrtonwall
Ärtonwall vereinen auf “Naive Deeds” (Irascible) Rock’n'roll, Zynismus und Zeitgeschichte. Der Rock kommt aus der Eagles of Death Metal/QOTSA-Ecke. Der Zynismus offenbart sich im Bandnamen: Ayrton Senna und die Wand gegen die er gefahren ist, mussten dafür herhalten. Das Bronski Beat-Cover “Smalltown Boy” – der Vorzeigesong im Kampf gegen Diskriminierung von Homosexuellen – sorgt dann zuguterletzt für die Portion Zeitgeschichte, die man diesem unprätentiösen Rockalbum nicht gegeben hätte. Auch deswegen verdiente es eine zweite Chance – und nützte diese.
Von Mathias Menzl | 21. Juli 2006 | 0 Kommentare
Henry zeigt’s allen
Henry Rollins, bekannt aus TV, Film, Musik und Spoken Word, hat auch eine eigene TV-Show. Auf IFC, dem Independent Film Channel, ist er Gastgeber von “The Henry Rollins Show” mit Stars aus der Rock- und Popwelt. Allerdings wäre es keine Rollins-Show, wenn Henry nicht noch seinen Senf zu Gott und der Welt rausposaunen müsste. Manches ist interessant, der Grossteil nur amüsant. Beides aber Grund genug regelmässig reinzuschauen. Die Shows kann man runterladen und jederzeit ankucken. Die letzte übrigens mit Thom Yorke (die Vorletzte mit Peaches).
Von Mathias Menzl | 19. Juli 2006 | 0 Kommentare
Wicked Games
In den USA im letzten Jahr schon aus den Presswerken entlassen, erfährt “Hearts and Unicorns” (Universal) von Giant Drag nun auch in unseren Breitengraden offizielle Berücksichtigung (Stream zum ganzen Album hier). Any und Micah bilden wohl derzeit das charmanteste Indie-Pop-Ensemble. Der Sound ist lasziv und sexy. Im Kopf formen sich Bilder von sich räkelnden Damen mit engen und knappen Sommerkleidern, die die Bezeichnung Kleid eigentlich gar nicht mehr verdienen. Prall und drall eröffnen sich einem die Melodien. Exotische Früchte und Sirenen dürften nicht mehr allzuweit entfernt sein. Und Kinder der späten Achtziger aufgepasst: Wer bei Exotik, lasziv und Sirenen nicht an Chris Isaak und an das Video zu “Wicked Games” denkt (Yeah, mit Helena Christensen), der hat nicht gelebt. Ja, und genau diesen Song covern Giant Drag auf “Hearts and Unicorns”. Und das rockt ungemein.
Kevin is Gay (Video)
This isn’t it (Video)
Hier gibt’s noch mehr Links zu Giant Drag
Von Mathias Menzl | 17. Juli 2006 | 0 Kommentare
Peter Bjorn and John
Dein Leben wird anders werden, wenn du erst einmal eine von drei CDs von Schwedens bestgehütetem Geheimnis gewonnen hast. Mail an info@78s.ch genügt. Falls du gewinnst, darfst du dich beim Vertrieb TBA bedanken.
Von Mathias Menzl | 17. Juli 2006 | 0 Kommentare
Presslufthammer auf Speed
Millionäre werden die belgischen Rocker Millionaire mit ihrem Sound garantiert nicht. Der Albumtitel “Paradisiac” kann das, was man sich darunter vorstellt und dann zu hören kriegt nicht unter einen Hut bringen. Millionaire tönen nach einem Presslufthammer auf Speed. Auf ihren Liveauftritt auf der Sommerbühne in der Roten Fabrik am 18. Juli (Tags darauf aufm Basler Schiff) darf man trotzdem gespannt sein. Denn live wird ihnen attestiert, sowohl druckvoll als auch tanzbar zu sein. Wie gesagt: Presslufthammer auf Speed.
Von Mathias Menzl | 16. Juli 2006 | 0 Kommentare
Röhrlijeans und Lederjäckchen
Das erste Schweizer Konzert von The Strokes am Montreux Jazzfestival ist Vergangenheit. Und was bleibt hängen? Nicht viel. Eine professionelle Band mit einer professionellen Show. Rock für den Mainstream, der die Bands live gerne so hat wie zu Hause im CD-Player. Doch die New Yorker Begründer des Retro-Rockbooms haben halt durchaus das gewisse Etwas. Die Songs kamen straight, alle Hits waren da, der Style hat gestimmt. Der Auftritt war glatt wie die Vintage Lederjäckchen und so tight wie die Röhrlijeans der Protagonisten. Ne gute Rockshow allemal, aber Stricke haben sie keine zerrissen. Die an dieser Stelle so hoch gepriesenen Poni Hoax hielten indes nicht, was sie versprachen. Sie waren zu monoton, zu statisch, zu langweilig einfach. Guess What, die zweite Vorband, setzten dem durchschnittlichen Abend das I-Tüpfelchen auf: Möchtegern-U2s mit einer Animations-Stadionrockshow.
(Bild Copyright Montreux Jazz Festival)
Von Mathias Menzl | 15. Juli 2006 | 0 Kommentare
No! Facts
Das Facts enerviert sich in der Ausgabe vom 13.7. in “Verführer im Jugendzentrum” ganz gräuslich über den interaktiven (Musik)Treffpunkt MySpace. Facts-Autor Philip Wegmüller argumentiert, dass MySpace quasi der marketingstretegische Wolf im Jugendkaffe-Schafspelz ist. Dass also Marketingstrategen MySpace ausnützen, um für ihre Künstler heimlich zu werben. “Where’s the point”, ist man geneigt zu fragen. Strategisches Marketing wurde nicht von MySpace erfunden. Kapitalismus und auch die Jugendindustrie nicht. Diese fragwürdige Schlussfolgerung evoziert aber der Artikel. Viel eher sollte man sich darüber freuen, dass die Plattenindustrie endlich gemerkt hat, dass der private Musikkonsum in Zukunft mehrheitlich auf dem und durch das Web stattfinden wird. Klassische Medien verlieren in diesem Bereich nicht nur ihre Thematisierungsrolle, sondern auch die wirtschaftliche Funktion. Daher rührt wohl auch die etwas bornierte Facts-Kritik.
Von Mathias Menzl | 14. Juli 2006 | 2 Kommentare
Neu Neu Neu
Seit dieser Woche ist das neue (alte) Album «The Avalanche» von “Noch-Juwel” Sufjan Stevens in den Läden. Geplant war vor zwei Jahren eigentlich ein Doppelalbum. Da Sufjan aber einen Hang zum Vielschreibertum hat, uferte das ursprüngliche Unterfangen aus, worauf er sich entschied 2005 «Illinoise» und das nun vorliegende «The Avalanche» separat zu veröffentlichen. Hier
gibt’s den kompletten Albumstream dazu – good on you, Sufjan!
CSS – “Cansei de Ser Sexy” (Irascible/Sub Pop)
The Rifles – “No Love Lost” (Rough Trade)
Ziggy Marley - “Love ist My Religion” (Phonag)
The Pipettes – “We are the Pipettes” (TBA)
Bluesbueb – “Viva El Capitan” (FF Records/recrec)
Ali Farka Touré – “Savane” (World Circuit/recrec)
Lilly Allen – “Allright Still” (EMI)
Nina Kinert – “Let There Be Love” (TBA)
Sinner DC – “Mount Age” (recrec)
Von Mathias Menzl | 14. Juli 2006 | 4 Kommentare
Alle Berner haben diese Band schon mal gehört
David findet, den englischen Klaxons hat’s die Eier eingeklemmt. Singen könnten sie auch nicht und verbreiten täten sie eine morbide Computerspielerotik. Na ja. Ich seh das etwas pragmatischer: die Klaxons sind Arctic Monkeys in Test Icicles-Umdrehungen. Andere haben dazu auch schon Happy Hardcore-Brit-Pop-New Wave-of-New Wave gesagt. Und wohin das alles noch dreht, ist noch nicht klar. Auf jeden Fall vereinen sie auf MySpace schon eine Schweizer Kleinstadt in der Friendslist und ungefähr alle Berner haben schon mal ihre Songs gehört. Der Myspace-Koeffizient hat ja bei Lily Allen auch gewirkt. Obwohl’s das Facts ganz scheuerlich findet. Tsts.
Von Mathias Menzl | 14. Juli 2006 | 0 Kommentare




