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  • Instrumentenkunde: Das Hurdy Gurdy

    Von    |   18. September 2014   |   0 Kommentare

    Für welches Streichinstrument braucht man keinen Bogen? Die Antwort auf diese potenzielle Millionenfrage hört auf viele Namen.

    BoschHeute kennt es kaum noch jemand, doch in der frühen Neuzeit war das Instrument fast ganz Europa ein Begriff. Die Franzosen nannten es Vielle a Roue, die Ungarn Tekerölant, die Deutschen Drehleier und die Briten Hurdy Gurdy. Auch in der Schweiz hat man historische Exemplare des im Volksmund auch Bauernleier genannten Instruments gefunden.

    Die Vielfalt der Namen für ein und dasselbe Ding lässt erahnen, dass der Ursprung des Hurdy Gurdy nur schwer auszumachen ist. Einige Quellen verorten seine Herkunft im Mittleren Osten, andere behaupten, die Mauren hätten einen Vorläufer des Instruments nach Spanien gebracht. Spuren eines solchen finden sich zum Beispiel in der Kathedrale in Santiago de Compostella, in der ein sogenanntes Organistrum abgebildet ist. Um 1500 hat Hieronymus Bosch in sein Triptychon „Der Garten der Lüste“ ein Instrument integriert, das bereits weitgehend jener Drehleier entspricht, die in den folgenden Jahrhunderten populär wurde.

    Die Drehleier tönt so wie ihr Name verspricht – sie leiert. Auch der Begriff Hurdy Gurdy trägt den Sound des Instruments in sich, der ein wenig an einen Dudelsack erinnert. Wie dieser erfordert auch die Drehleier von ihrem Spieler konstante mechanische Einwirkung: Mit einer Kurbel wird ein Rad in Bewegung gesetzt, das die Seiten anstreicht. Neben einer Melodiesaite verfügt das Instrument über Bordunseiten, die durch das Anschlagen am sogenannten Schnarrsteg ein anhaltendes Wabern erzeugen. Der englische Fachbegriff Drone wurde denn auch vom Ausdruck Bordun geprägt.

    Das Hurdy Gurdy ist fester Bestandteil der bretonischen, keltischen, galizischen und ungarischen Volksmusik. Doch auch in anderen Regionen ist es noch heute zu finden, so wird es etwa von der weltweit erfolgreichsten Rockband der Schweiz eingesetzt, Eluveitie. Einige wenige Spezialisten loten die Grenzen des Instruments aus, so zum Beispiel der junge Franzose Guillem Desq, der seinem elektrischen Hurdy Gurdy beeindruckende Klänge entlockt:


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