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  • FKA Twigs: Widerstand ist zwecklos

    Von    |   15. August 2014   |   1 Kommentar

    Ein virales Phänomen veröffentlicht sein Debüt und die Kritik ist hin und weg. Vom einnehmenden Image mal abgesehen – was ist eigentlich so interessant an FKA Twigs?

    Und plötzlich war da dieses eigenartige Gesicht. Mit Photoshop-Manga-Kulleraugen, einem unnatürlich schmalen Schmollmund, und einem ungeheurlichen Wiedererkennungswert. Wie aus dem Nichts wurde FKA Twigs vor einem Jahr zur viralen Sensation. Mit dem Video zu „Water Me“ inszenierte sie sich so ikonisch wie einst Björk. Das Social Media-Zeitalter hat seine Kunstfigur gefunden – ein androides Wesen, so nah und doch so fern.


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    Nach dem Release von „EP1“ und „EP2“, für deren Cover der Hals von FKA Twigs auf Gazellenlänge gestreckt wurde, blickt das unverwechselbare Gesicht nun vom folgerichtig „LP1“ betitelten Debütalbum. Es schaut erneut traurig drein, doch diesmal mit gutem Grund – es ist gerötet und wund als wäre dem Portrait eine schwere Misshandlung oder ein Boxkampf vorangegangen. Tough und gleichzeitig verwundbar, eine Ambivalenz, die sich auch in der Musik spiegelt.

    FKA Twigs

    Das Rollenspiel, seit Madonna die Grundvoraussetzung für eine Karriere als Popdiva, beherrscht die 26-jährige Tahliah Barnett zweifellos. Ihre Gesangskarriere begonnen hat sie in Londoner Varietes. Daneben war Barnett als Tänzerin in verschiedensten Musikvideos zu sehen, eine biografische Episode, auf die der Song „Video Girl“ Bezug nimmt. Offenbar hat sie dabei die richtigen Leute kennengelernt. Neben aufstrebenden Produzenten aus ihrem Umfeld sass auch Emile Haynie, Produzentin von Lana Del Rey’s „Born To Die“, hinter den Regelern.

    Lana Del Rey’s Hipstamatic-Pop kontert FKA Twigs mit einer Spielart des R&B, die den musikalischen Zeitgeist trifft. James Blake und How To Dress Well haben vorgemacht, was Barnett sich auf ihrem Debüt zueigen macht. Heruntergedimmter Slow-Mo-Clubsound, digitaler Soul mit Hang zum Ätherischen, zerbrechlich und einsam. Wäre FKA Twigs Amerikanerin, müsste man von PBR&B sprechen.


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    Auch wenn Spin meint, es gebe zurzeit nichts Vergleichbares in der Musiklandschaft, ist das, was Barnett auf „LP1“ zusammenkleistert, nicht bahnbrechend. „Lights On“ klingt wie Burial mit einem Stand-up- statt einem Wummerbass, „Video Girl“ als würde Romy Madley Croft von The XX Beyoncé beeindrucken wollen und „Hours“ wie das Echo von TripHop. Der Effekt der rauf und runtergepitchten Vocals nützt sich schnell ab und die grosse Pop-Geste gipfelt immer wieder in Plattitüden. Platt sind auch die Texte, deren Niveau sich zwischen Poesiealbum und Parental Advisory Lyrics bewegt.

    Der vielfach gezogene Björk-Vergleich hinkt in künstlerischer Hinsicht. Statt auf Poesie und Eigenwilligkeit stösst man auf die Phrasen und die Gefühlsschablonen eines virtuellen Barbie-Girls. Das wirkt über weite Strecken blutleer und kalkuliert. Doch mit einem Label wie Young Turks (The XX, SBTRKT) im Rücken ist der Erfolg von „LP1“ absehbar. Der Review-Aggregator Metacritic attestiert dem Album „universal acclaim“ und die youtube-Clicks haben längst die Millionenmarke gesprengt. Jeder Widerstand scheint zwecklos – FKA Twigs wird gross.

    Eine Reaktion

    1. #1 Lukas

      09:43 Uhr, 15.8.2014, Link

      guter Artikel

    78s wird seit Juni 2015 nicht mehr redaktionell betreut. Die Kommentarfunktion ist deswegen deaktiviert.

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