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  • Coming 2020: Der längste Videoclip ever

    Von    |   12. Juli 2014   |   1 Kommentar

    Der schwedische Künstler Anders Weberg arbeitet momentan am längsten Film aller Zeiten. Nun gibt’s einen ersten Teaser zu sehn, der allein 72 Minuten dauert und auch als Videoclip durchgeht.

    ambiencebAnders Weberg hat sich als Video-Künstler einen Namen gemacht, obwohl oder gerade weil ein Grossteil seiner Arbeit eigentlich nicht mehr existiert. Mit seinem P2P-Kunstprojekt trieb er in den 00er-Jahren nämlich „(con)temporary art“ auf die Spitze, indem er seine Videos ausschliesslich auf Peer-to-Peer-Plattformen wie Pirate Bay und Emule stellte und sämtliches originale Datenmaterial zerstörte, sobald es auch nur einmal heruntergeladen worden war. Das Original ist also für immer verloren, das Kunstwerk aber lebt als Kopie weiter, solang diese von mindestens einem andern geteilt wird.

    „A lot of artists say that they wouldn’t be able to delete (destroy) their own work, but I don’t feel anything at all after I delete the work. Once I am finished with something I move on to the next thing. It’s not the best way to build a career, perhaps, but that’s the only way I can work. The process is more important to me than the work itself.“

    Acht Filme mit einer Laufzeit zwischen 45 Minuten und 11 Stunden hatte er damals für genau einen Download mit der Community geteilt, nun arbeitet er an seinem Lebenswerk: „Ambiencé“ soll mit sagenhaften 720 Stunden, also ganzen 30 Tagen Dauer der längste Film aller Zeiten werden, und zugleich – verständlich – sein letzter. Die auf allen Kontinenten zeitgleiche, einmalige Aufführung wird Ende 2020 stattfinden, worauf der Film wiederum zerstört und hinter die jahrzehntelange Beschäftigung mit bewegten Bildern ein momumentaler Schlusspunkt gesetzt wird.

    280 Stunden sind bereits im Kasten, ein erster kurzer Teaser von 72 Minuten ist noch bis am 20. Juli online zu sehn. 2016 soll ein zweiter von 7 Stunden 20 und 2018 ein dritter von 72 Stunden Länge folgen…

    „I shared the 72 minute teaser on July 4th as a way for me to honor my son ”André” who was found dead 6 months earlier on that day only 21 years old from a drug overdose.
    The teaser is what a teaser is supposed to be. Fragments, snippets taken out of context and put together to promote the film. All this fragments I selected relates to him in every way and thats why I chose them. I didn’t have a master plan/marketing plan or anything.“

    Ambiancé – the 720 hour long film [short 72 min teaser] by Anders Weberg from Anders Weberg on Vimeo.

    Zu erwarten ist also kein Blockbuster für jedermensch, aber eine nicht nur in deren Ausmass, sondern auch künstlerischen Umsetzung imposante Auseinandersetzung mit der Zeit, Wahrnehmung und Identität. Ein sich ins Unendliche entfaltender, feiner Droneteppich und stimmungsvolle Überblendungen entführen in eine surreale, traumähnliche Bilderwelt, die wirkt wie intime Einblicke in eine fremde Psyche; punktuelle Ausschnitte, non-lineare Erinnerungsfetzen einer seit Geburt langsam erlöschenden Existenz.

    Den Soundtrack steuert übrigens der deutsche Ambientmusiker Marsen Jules bei, was so gut zusammenpasst, dass man den Mega-Film auch als endlosen Videoclip und Hommage an den ebensolcherart schizo-poetische Bilder evozierenden Stil des Ambient verstehen kann.

    Einige von Webergs Arbeiten unterliegen nicht dem strikten Konzept der eigenen Flüchtigkeit, wie ein Blick ins Portfolio verrät.

    Eine Reaktion

    1. Media buzz for Ambiancé.

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