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  • Virtuose Dilettanten

    Von    |   12. Juli 2013   |   0 Kommentare

    Nach einer schier endlosen Serie von Singles veröffentlichen Captain Moustache & Fredo Ignazio ihren zweiten Longplayer. Der Albumtitel prophezeit „You’ll f’up anyway“, doch das Gegenteil ist der Fall.

    captain_moustache_fredo_ignazioBis zur Unkenntlichkeit entstellte Fuzz-Gitarren, eine wimmernde Orgel und eine Klarinette, die aus dem letzten Loch pfeifft – Captain Moustache & Fredo Ignazio mögen das Kaputte. Dies zeigt sich allein schon im windschiefen Intro und dem darauf folgenden „Welcome To The Valley Of Tears“. Der Rest von „You’ll f’up anyway“ klingt nicht minder abgefuckt.

    Das zweite Album von Claudio „Fredo Ignazio“ Landolt (u.a. Gesang, Gitarre, Orgel, Schlagzeug) und Dafi „Captain Moustache“ Kühne (u.a. Gesang, Gitarre, Klarinette, Schlagzeug) vereint neben Vogelgezwitscher und Meeresrauschen animalischen Garage-Rock („Full Of Dirt“), entschleunigten Rockabilly („Squeeze Your Bones“), ekstatischen Western-Swing („I’m Gonna Cry“) und dreckigen Blues („And In The Morning“).

    Unter der harten Schale steckt ein weicher Kern: Mit dem exotischen Smoothie „Fast Loving Woman“ und der seekranken Ballade „We’ll See, We’ll See, We’ll See“ zeigen sich Captain Moustache & Fredo Ignazio von einer ungewohnt ruhigen Seite. Auch vor einer Marimba und französischem Gesang schrecken die beiden nicht zurück. Das Duo aus Glarus ist vielseitiger geworden, doch sein Sound klingt noch immer so kaputt wie auf dem Debüt von 2007. Angeblich haben bei der Aufnahme nur sieben Spuren der 8-Track-Bandmaschine funktioniert.

    Das Dilettantische ist jedoch reine Pose, denn Claudio Landolt und Dafi Kühne musizieren so virtuos am Wohlklang vorbei, dass man nicht selten an Tom Waits denken muss. Die neun Singles, die dem Album vorangegangen sind, haben angedeutet, wozu Captain Moustache & Fredo Ignazio fähig sind. Mit dem neuen Album beweisen sie es. Es umfasst ganze 15 taumelnde, torkelnde Songs. Der an Wahnsinn grenzende Humor des Duos äussert sich in Liebeserklärungen wie „I wanna smoke your nails, I wanna fuck your brain“.

    Neben dem Bluegrass-Urvater Bill Monroe covert das Duo die Tessiner Kollegen von The Pussywarmers. Wer deren Strassenmusikantencharme erlegen ist, sollte auch mit dem LoFi-Minimalismus von Captain Moustache & Fredo Ignazio warm werden. Obwohl sich die Platte nahtlos in den Rooster von Beat-Man’s Voodoo Rhythm Records einreihen würde, erscheint „You’ll f’up anyway“ auf dem bandeigenen Label Pommes Chips Records. Und genauso fettig und lecker klingt das auch.


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