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  • Kompilieren: die Perfektion einer Unkunst

    Von    |   7. Juni 2013   |   0 Kommentare

    Es ist Zeit, eine Lanze für die unrühmliche Kunst des Kompilierens zu brechen. Das britische Elektro-Duo Psychemagik beherrscht sie in Vollendung.

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    Es ist eigentlich eine triviale Erkenntnis, welche das Konzept der Kompilation interessant macht: Musik ist in ihrer Vielfalt kaum zu ergründen. Das Wort selbst stellt indes eher unrühmliche Bezüge her, bedeutet das lateinische Wort compilare doch ausplündern, berauben. Dass am Kompilieren kein gutes Haar gelassen wird, steht in Zusammenhang mit der grassierenden Originaltitätssucht und der Überzeugung, dass nur das Neue, Ungehörte dem reinen Kunstbegriff genüge. Das Zusammenführen einzelner Lieder zum eigenständigen Werk, in der DJ Culture als „Mash-Up“ bekannt, ist dabei nur eine Stufe des Kompilierens. Die ehrgeizige Absicht dahinter bleibt, dass aus dem Vorgang des Kompilierens neue Eigenschaften hervorgehen sollen. Jede Kompilation folgt also einer Intention.

    Eine mögliche Intention ist diejenige, Musiker ihre Musikbiographie erzählen zu lassen und Einblick zu geben, in ihre Prägungen und Neigungen. Diese Ausrichtung verfolgt beispielsweise die „LateNightTales“-Serie, während bei der „DJ-Kicks“-Reihe (!K7) das Mixen als Kriterium hinzustösst. Numero Group (Eccentric Soul) oder Strut (Nigeria 70) etwa kompilieren verschiedene Interpreten und berichten damit über regionale musikhistorische Begebenheiten einer Epoche.

    Die Variante des britischen Elektro-Duos Psychemagik ist ein Hybrid der beiden zuvor genannten. Soeben ist die zweite Kompilation unter dem Namen „Magik Sunrise“ (Leng Records) veröffentlicht worden. Die Briten kuratieren eine Auswahl von 15 Tracks, welche auf zwei CDs oder Platten in zwei verschiedenen Formen präsentiert werden. Die erste enthält die einzelnen Stücke und die zweite einen DJ-Mix über die volle Spiellänge. Genauso hielten sie es beim ersten Glanzstück, welches unter dem Namen „Magik Cyrkles“ zum Weltraumballett animierte. Die Kompilationen von Psychemagik bestehen aus Trouvaillen, welche ein weitgehend ungehörtes Dasein fristeten, eingezwängt zwischen anderen Songs eines Albums, das vermutlich in seinem vollen Umfang noch weniger gehört wurde. Im Psychemagik-Kontext sind sie unter ihresgleichen zwischen pures Gold gebettet und erscheinen in würdiger Pracht.

    „Magik Sunrise“ versammelt Stücke von Soul, Psych-Folk, Chanson bis Dub und Reggae. Doch nichts an ihnen ist gewöhnlich; alle haben sie gerade genug Skurriles an sich, dass sie sich abheben vom Rest. Verziert mit diesen Zwischentönen ist jeder einzelne Song ein Höhepunkt. Die Tracks ihres herkömmlichen Kontexts zu berauben, ganz nach Art des Kompilierens, macht sich also in diesem Fall ausbezahlt. Dem Duo ist nicht nur eine weitere, unverwechselbare Kompilation gelungen – sie ist auch der perfekte Begleiter für die lauen Sommernächte, die da folgen werden.

    Und weil’s so toll ist, hier drei Songs in voller Länge.


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