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  • B-Sides: Wenn ich nicht hier bin, bin ich auf dem Sonnenberg

    Von    |   18. Juni 2012   |   0 Kommentare

    Der Sonnenberg machte seinem Namen an der siebten Ausgabe des B-Sides alle Ehre. Wer am vergangenen Wochenende in Kriens die Standseilbahn bestieg, wähnte sich wenig später im Festivalhimmel.

    Während sich in Interlaken am vergangenen Wochenende 25’000 Besucher auf den Füssen rumtrampelten, gab eine wesentlich kleinere Menge einer deutlich gemütlicheren Openair-Veranstaltung den Vorzug. Die Besucher der siebten Ausgabe des B-Sides kamen in den Genuss des einzigartigen Ambientes, mit dem sich das Festival in den letzten Jahren auf dem umkämpften Markt etablieren konnte: Das naturnahe Festivalgelände war erneut ein Freilichtmuseum für Kunstobjekte und der charmante Service schlug sich einmal mehr in der entspannten Stimmung wieder.

    Mit zwei ausverkauften Abenden war das B-Sides in kommerzieller Hinsicht ein voller Erfolg. Am Donnerstag war Züri West der Publikumsmagnet, während am Samstag ein breit gefächertes Programm Musikhungrige auf den Sonnenberg lockte, der seinem Namen im Gegensatz zum Vorjahr gerecht wurde. Die Sonneinstrahlung war auf der Hauptbühne am frühen Abend gar so stark, dass Julia Holter zur Sonnencreme greifen musste, bevor sie mit ihren fragilen Songs Gross und Klein zum Träumen brachte. Die zierliche Amerikanerin sorgte am Samstagabend für einen frühen Höhepunkt.

    24 Stunden zuvor hatten die Kanadier von Elfin Saddle in die Abendsonne geblinzelt, während sie mit ihrer eigenwilligen Folkmusik die Messlatte für den Freitagabend hoch legten. Die Schweden von I Break Horses hätten dies vielleicht toppen können, wären sie nicht verhindert gewesen. Über die Absage trösteten die Lokalmatadoren Blind Banjo Aregger & Oklahoma Butcher lautstark hinweg. Darüber hinaus bewiesen Les Yeux Sans Visage, Love and Girls und H.T. Ronjes, dass die Nachfolgeplanung in Luzern Rock City funktioniert. Die Zürcher Szene zeigte sich mit Zigitros und Tom Huber von ihrer affektierten wie auch von ihrer sympathischen Seite.

    Freunde instrumentaler Live-Elektronik kamen am Freitag wie auch Samstag auf ihre Kosten. Die noisigen Beatscapes des britischen Duos Walls waren deutlich interessanter als der blutleere Electro des schwedischen Trios The Field. Das Portico Quartet aus London zeigte mit Saxophon, Synthesizer, Kontrabass und semielektronischer Perkussion, dass NuJazz eine Zukunft hat. Deutlich dissonanter klangen demgegenüber die Saitenexperimente des Projekts Bismuth von Yuri Landman, der am Nachmittag im Rahmen eines Workshops Nachhilfeunterricht im Gitarrenbauen gegeben hatte.

    Textlastig war dagegen der Auftritt von Peter Licht. Nach einem einleitenden Monolog, der den Analogien zwischen dem Wachstumszwang der Wirtschaft und dem Anhäufungsdrang des menschlichen Organismus auf den Grund ging, äusserte der deutsche Liedermacher mit „Sag mir, wo ich beginnen soll“ den Wunsch immer weniger zu werden statt immerfort anzuhäufen. Ein Wunsch, der sich auf Lichts neue Stücke übertragen lässt: Weniger Geschrammel, weniger Kalauer, weniger Schlager. Angesichts der musikalischen Neuausrichtung zwischen Tomte und Echt vermisste man den „Sonnendeck“-Electropop, mit dem Licht sich einen Namen gemacht hat.

    Der audiovisuelle Höhepunkt des Festivals war der Auftritt von Nils Frahm, der den Film “Earth” des japanischen Regisseurs Ho Tzu Nyen vertonte. Mit einer Hand am Piano, mit der anderen am Synthesizer, vereinte der deutsche Klangkünstler Erik Satie und Klaus Schulze in einer Person, während über die Leinwand Bilder vom Wiedererwachen der Menschheit nach der Apokalypse flimmerten. Vor und nach dieser besinnlichen Stunde sorgten Breton und King Khan für Stimmung, erstere mit Electrorock im Stile von Foals, letzterer als Häuptling des souligen Rock’n’Roll. Zum Ausklang zogen auf dem Sonnenberg bei Esben And The Witch am Himmel wie auch in der Musik dunkle Wolken auf.

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