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  • Bad Bonn Kilbi: „Better than Primavera“

    Von    |   4. Juni 2012   |   15 Kommentare

    Die 22. Ausgabe der Bad Bonn Kilbi ist Geschichte. Das kleine Festival in Düdingen stellte die grosse Konkurrenz aus dem In- und Ausland einmal mehr in den Schatten.

    „Unkommerziell und geldgierig“ lautete das Motto der diesjährigen Bad Bonn Kilbi. Den ironischen Leitspruch der 22. Ausgabe kann man als Reaktion auf die Vorwürfe interpretieren, die Veranstalter hätten das einzigartige Festival im Vorjahr mit dem Headliner Queens Of The Stone Age dem Ausverkauf Preis gegeben. Finanzielle Probleme, so munkelte man, seien Schuld daran, dass die Kilbi nur mehr von Deutschen und Zürchern besucht wird, während man die Stammkundschaft mit überhöhten Ticketpreisen vergrault.

    Das einzige Indiz für die fortschreitende Kommerzialisierung der Kilbi war in diesem Jahr der Red Bull-Tourbus, der erstmals auf dem Campingplatz Halt machte. Die Frage nach dem Headliner war diesmal nicht mehr ganz so einfach zu beantworten. Waren es Kings of Convenience, die am Donnerstag mit routinierter Lockerheit harmonisierten? Beach House, die gleich im Anschluss mit ihren neuen Songs über sich selbst hinauswuchsen? Metronomy, die am Freitagabend mit virtuosem Electro-Pop die Hauptbühne zur Grossraumdisco umfunktionierten? Oder doch The Afghan Whigs, die am Samstag mit Soul-Klassikern gepanschten Altherrenrock servierten?

    Dass die Wetterprognosen vor der Kilbi immer schlechter sind als die tatsächlichen Wetterverhältnisse, hat sich während den drei Tagen erneut bewahrheitet. Bei idealen Festivalbedingungen kamen 6’600 Besucher auf dem idyllischen Gelände unweit des Schiffenensees in den Genuss eines exquisiten Line-ups. Dem Team um Daniel „Duex“ Fontana gelang es einmal mehr Künstler in die Schweiz zu holen, die andere Festivalveranstalter nicht einmal vom Hörensagen kennen.

    Zwei Ausnahmekünstler aus Übersee hätte man sich gerne auf den späteren Abend aufgespart. Jana Hunter schlug mit Lower Dens zum Festivalauftakt die rockigeren Töne des zweiten Albums an. Spencer Krug, der vor zwei Jahren bereits mit Wolf Parade an der Kilbi zu Gast war, vollführte mit Moonface ein grandioses Prog-Melodram. Stattdessen blieb zu später Stunde Raum für einheimische Schwergewichte. Demolition Blues liefen zusammen mit Fai Baba, der am Nachmittag bereits den Bad Bonn-Club bespielt hatte, zu einer fulminanten Jam-Session auf.

    Einige Zugpferde des Line-Ups wurden den grossen Erwartungen nicht gerecht. Begleitet von einer virtuosen Band zementierte Dieter Meier seinen Ruf als Allround-Dilettant. Der Blog-Hype Oneohtrix Point Never bastelte an einer digitalen Geräusch-Collage ohne Sinn und Zweck. Get Well Soon klangen als würden Arcade Fire an einem schlechten Tag Beirut covern. Für temperaturgerechte Vibes sorgte im Anschluss Lee Scratch Perry, der zu knackigen Riddims gegen Fleisch, Zigaretten und Babylon ansang. Dass Tanzwütige am Vorabend die Wahl zwischen dem erdigen Sound von Awesome Tapes From Africa und den synthetischen Rhyhtmen von Clark hatten, spricht ebenfalls für die musikalische Bandbreite des Festivals.

    Eine Vielfalt, die man am stromgitarrenlastigen Schlusstag vermisste. Lithurgy, die Könige des Hipster-Metal, die Postrocker Hubeskyla, die Guiness-Buch-Aspiranten Action Beat, die Grunge-Legende Mudhoney und der Sonic Youth-Gitarrist und Kilbi-Stammgast Lee Ranaldo sorgten am Samstag für eine Rock-Überdosis. Einzig Other Lives, die sich wie ein Retortenbaby der US-Folkszene anhörten, sorgten für ruhigere Klänge, während Jeri-Jeri in der Nachmittagshitze den senegalesischen Dschungel nach Düdingen brachten.

    Für den hypnotischsten Rock-Entwurf des Schlusstags sorgten The War On Drugs. Wie so viele Bands des Line-ups spielte auch das Trio aus Philadelphia am selben Wochenende in Barcelona am Über-Festival Primavera. „This is much better than Primavera“, meinte Frontmann Adam Granduciel, bevor die Schweizer Metal-Althelden Coroner die Kilbi mit einem Doublebass-Gewitter beendeten. Ein Fazit, dem nichts hinzuzufügen bleibt.

    15 Reaktionen

    1. Busy B’s am B-Sides (Tickets gewinnen) - 78s – bessere Musik!
    1. #1 nico

      11:10 Uhr, 4.6.2012, Link

      kilbi fremdschämer numero uno: lee „pussyman“ perry. gegen dieter meier hat er das altherren-mit-legendenstatus-duell überraschend für sich entschieden.

    2. #2 bambata

      16:59 Uhr, 4.6.2012, Link

      schade, kein wort zu den schweizer acts ausser zu fai baba & didi meier.

    3. #3 Nina Wyss

      18:10 Uhr, 4.6.2012, Link

      @nico: Word! Beim Pussy-Song musste ich ganz schnell das Weite suchen… H-O-R-R-O-R.

    4. #4 Marc

      22:06 Uhr, 4.6.2012, Link

      I like Pussy I like Pussy…. I like Weed :/

    5. #5 Nina Wyss

      23:13 Uhr, 4.6.2012, Link

      Tie me boots… Tie me boots…

    6. #6 bohne

      23:14 Uhr, 4.6.2012, Link

      ahh wahrscheinlich war war on drugs nur schnell auf der bühne um ihren gig zu spielen und bekam nichts vom rest des primvavera festivals mit.

      sorry aber nur wenn man klein ist, heisst das noch lange nicht, dass grosse festivals nicht auch ihren charme haben…

      primavera sound überzeugte von a bis z. amen.

    7. #7 Sandro

      08:14 Uhr, 5.6.2012, Link

      Man hätte hier auch ruhig mehr zum überragenden Auftritt von Kings of Convenience sagen können ;-) Nach anfänglichen Schwierigkeiten etwas vom Besten was ich bisher geniessen durfte. Beach House war dann ganz nett, aber eine Stunde fand ich ein bisschen knausrig.

    8. #8 Fogel

      11:40 Uhr, 5.6.2012, Link

      Beste Band des Festivals: Za!

      Irgendwie fand ich das Line-Up dieses Jahr ziemlich enttäuschend. Wo sind alle Metalbands, wo sind Wolf Eyes, Ben Frost, Sunn O))) etc.? (Liturgy war eine Katastrophe)

      BITTE WIEDER MEHR EXPERIMENT, MEHR NOISE, WENIGER UNINTERESSANTE INDIE-BANDS!!!

    9. #9 dani

      12:31 Uhr, 5.6.2012, Link

      leider ist die kilbi immer während primavera, drum kann ich da nicht hin, also an die kilbi. zu schade.

    10. #10 Simon Aeschbacher

      21:06 Uhr, 5.6.2012, Link

      Vielen Dank für die Zeile über Dieter Meier. Ich war nicht an der Kilbi, um selbst Zeugnis ablegen zu können, den überheblichen Altmeister aber als “Allround-Dilettanten” zu bezeichnen, hat mich amüsiert. Wohlgemerkt, er würde dieser Einschätzung wahrscheinlich wortgewaltig und mit viel heisser Luft zustimmen.

    11. #11 Dale C.

      20:11 Uhr, 7.6.2012, Link

      Begleitet von einer virtuosen Band zementierte Dieter Meier seinen Ruf als Allround-Dilettant.

      selten so gelacht, danke! dieser meier nervt gewaltig.

    12. #12 Dreier

      20:09 Uhr, 10.6.2012, Link

      Za!!!!!!

    13. #13 zotto

      23:57 Uhr, 10.6.2012, Link

      man sehe folgendes video
      http://www.youtube.com/watch?v=fWb8J7Hj__I&feature=player_embedded#!
      nur wenige haben den mut mit einem notenständer auf der bühne zu stehen.

    14. #14 Mirjam

      19:25 Uhr, 11.6.2012, Link

      Meier ist so peinlich. Ein Trittbrettfahrer u. Plagiator, ob Fluxus-Performance Kunst oder Punk bis hin zum Möchtegern-Tinguely-Dali Gebaren. Dank den geerbten Millionen kann er sich aber die PR (auch diese Band gehört dazu) kaufen, sich überall vorzudrängeln -um sich dann schleimig-‚bescheiden‘ als ‚wiederentdeckter Avantgardist‘ zu inszenieren… Igitt. Ein Pfau in den Wechseljahren -und keine einzige Feder ist von ihm. Auch bei Yello (= Litfasssäule für all seinen Mist) hat er sich ja ins gemachte Nest gesetzt.

      http://www.bernerzeitung.ch/region/freiburg/Bad-Bonn-Das-Dorf-der-Musik/story/23670916

      Höhepunkt für mich war -zum ersten Mal!- der Samstag

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