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  • Laut gedacht: Kulturförderung via Crowdfunding?

    Von    |   18. März 2012   |   7 Kommentare

    Mehr Transparenz und ein erster Bewährungstest mit realem Publikum: Wie wäre es, wenn öffentliche Fördergelder über Crowdfunding-Plattformen vergeben würden?

    Crowdfunding, die Finanzierung von Projekten durch einen öffentlichen Aufruf, erfreut sich wachsender Beliebtheit. Über den amerikanischen Dienst Kickstarter kamen so im letzten Jahr 100 Millionen Dollar zusammen, in den letzten Wochen gingen mit WeMakeIt und 100-Days gleich zwei Crowdfunding-Plattformen in der Schweiz an den Start.

    Natürlich ist Crowdfunding auch für Kulturschaffende ein interessantes Modell, um Projekte zu finanzieren. Als eines der ersten Projekte auf WeMakeIt hat die Zürcher Musikerin Anna Känzig über 6000 Franken von 51 Unterstützern für die Produktion ihres nächsten Albums gesammelt.

    Beim Nachdenken über Crowdfunding und Kulturförderung ist mir folgendes in den Sinn gekommen:

    Wäre es nicht sinnvoll, wenn ein grosser Teil öffentlicher Fördergelder für Kultur über Crowdfunding-Plattformen vergeben würde? Die Idee: Projekte werden nicht zu Handen von Gremien eingereicht, sondern sind öffentlich und werben auf der entsprechenden Plattform um Publikum und finanzielle Unterstützung. Jeder, der möchte, kann Projekte unterstützen (Crowdfunding), Förderinstitutionen würden genau wie alle anderen als potenzielle Geldgeber auftreten, bloss mit grösserem Budget. Vorteil: Die Vergabe von Geldern würde transparenter ablaufen und Förderinstitutionen könnten bereits bei der Vergabe von Geldern abschätzen, wie ein Projekt ankommt (sofern dies Teil ihrer Vergabekriterien ist). Wenn alle mitmachen, hat es den zusätzlichen Vorteil, dass man als Kulturschaffender sein Projekt nur an einem Ort eingeben muss.

    Erste Reaktionen gibt es bei Facebook, ich bin gespannt auf weitere.

    Präszisierungen als Antwort auf Kritikpunkte:

    Kritik: Muss denn ein Projekt immer ankommen, damit es förderungswürdig ist?
    Die öffentliche Ausschreibung würde nicht zwingend bedeuten, dass nur die populärsten Projekte auch von Förderinstitutionen unterstützt werden. Jede Idee müsste sich beweisen. Eine eher Mainstream-orientierte Idee hat es vielleicht leichter, viele kleine Unterstützungsbeiträge von Privaten zu erhalten, wogegen eine andere, die sehr sinnvoll und gut, aber nicht für die Masse gedacht ist, einen grossen Beitrag einer Institution erhalten würde. Die Förderinstitution würde weiterhin gemäss ihren Statuten jene Projekte unterstützten, die sie für die geeignetsten hält, auch wenn sie dann die einzige Geldgeberin ist. Es könnte gar umgekehrt so sein, dass ein Projekt von einer Förderinstitution nicht mehr unterstützt wird, weil auf der Crowdfunding-Plattform klar wird, dass das Projekt auch ohne öffentliches Fördergeld genügend Unterstützung erhält.

    (wird laufend erweitert)

    7 Reaktionen

    1. #1 Gisi

      21:54 Uhr, 18.3.2012, Link

      super idee. dann könnte man dann einfach auf die crowdfounding plattform gehen, sich die projekte durchsehen, eins rauspicken, gelder über andere quellen reinholen und das ganze vor den eigentlichen initianten umsetzen. das macht das leben extrem viel einfacher. aber nicht für den der die idee hatte…

    2. #2 David Bauer

      00:41 Uhr, 19.3.2012, Link

      Etwas, das sicher zu bedenken wäre, ja.

      Aber:
      1. Vermutlich nur ein kleiner Teil aller Projekteingaben, die gemacht werden, lassen sich überhaupt kopieren.
      2. Das Risiko des Ideenklaus besteht immer. Wenn man die Idee aber mal öffentlich geäussert hat, wird es für jemand anderes schwieriger, sie als seine auszugeben.

    3. #3 Simon Aeschbacher

      02:19 Uhr, 19.3.2012, Link

      Denken ist natürlich erlaubt, die Antwort hier lautet aber nein, absoluter Quark! Was das Anna Känzig Beispiel vorallem zeigt: Die Anbiederung, die damit einhergeht, ist schlicht unerträglich. Nein, ich will nicht Zvieri essen mit der Künstlerin, und ich will sie auch nicht in meiner Stube haben. Sie kommt einem in ihrem Präsentations-Video vor wie in einem Bewerbungsgespräch. Und Danke sagen muss sie auch noch!
      Ich habe nichts gegen Crowdfunding, aber mit der Vergabe öffentlicher Fördergelder darf das nicht vermischt werden. Völlig verschiedene Gesetzmässigkeiten sind am Werk. David Bauer ist einmal mehr mit dem Populisten-Pferd durchgebrannt.

    4. #4 David Bauer

      09:20 Uhr, 19.3.2012, Link

      @Simon Wer sagt denn, dass Crowdfunding immer so gemacht werden muss wie von Anna Känzig? Jeder, der ein Projekt eingibt, spricht eine bestimmte Zielgruppe an und wählt entsprechend die Tonalität. Ich sehe darin kein grundsätzliches Hindernis für die Idee, die ich aufgebracht habe.

      Und was daran falsch sein sollte, sich zu bedanken, wenn man Geld zugesprochen bekommt, das müsstest du mir erstmal erklären.

    5. #5 Simon Aeschbacher

      14:23 Uhr, 19.3.2012, Link

      @David, bei Fördergeldern geht es nicht darum, der fütternden Hand zu schmeicheln. Man bedankt sich mit seiner Kunst, die möglichst authentisch sein soll. Natürlich bin auch ich für Höflichkeit, aber es darf der Institution hinter der Förderung durchaus auch eins auf’s Dach gehauen werden, bildlich gesprochen. Ich würde mir gerne Crowdfunding-Beispiele ansehen, die nicht vor Nettigkeiten triefen. Eines gesichtet?

    6. #6 David Bauer

      14:38 Uhr, 19.3.2012, Link

      @Simon
      Das scheint mir nun aber eher ein Nebenschauplatz zu sein. Projekteingaben zu Handen von Stiftungen, etc. werden ja ebenfalls so formuliert, dass der potenzielle Geldgeber geneigt ist, zu einem tatsächlichen Geldgeber zu werden.

    7. #7 Simon Aeschbacher

      16:23 Uhr, 20.3.2012, Link

      Beim dritten Anlauf: so schlecht finde ich die Idee gar nicht. Ich habe mich wohl von Anna Känzig verwirren und auf Abwege führen lassen. Was ich denke, spielt ja eh keine grosse Rolle. Wie könnten aber öffentliche Förderinstitutionen für die Idee gewonnen werden?

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