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  • Jolly Goods: Riot Grrrls mit Sinn für Zwischentöne

    Von    |   26. Oktober 2011   |   1 Kommentar

    Auf dem Album „Walrus“ beschäftigt sich ein junges Schwesternpaar aus Berlin mit der Frage um die Identität.

    Jolly Goods sind Tanja Pippi und Angy Lord Lott. Als Teenager mögen die Schwestern vom Dorfe im Odenwald Grunge, verehren Hole und bald auch The White Stripes. Sie nutzen die Betriebslosigkeit der Provinz, eignen sich autodidaktisch das Gitarren- und Schlagzeug-Spiel an und gründen eine Band. 2007 erscheint ihr Debüt “Her.Barium”, ein rotziges Stück Musik, das dem Duo den Riot Grrrl-Stempel tief ins Fleisch drückt.

    Mittlerweile Anfang zwanzig und nach Berlin übersiedelt, haben Tanja und Angy im September dieses Jahres ihr zweites Album veröffentlicht. “Walrus” wurde vom befreundeten Staatsakt-Labelgenossen Hans Unstern und von Tocotronic’s Dirk von Lowtzow produziert. Auch 2011 präsentieren sich Jolly Goods in gewohnt bockiger Attitüde, entprügeln ihren Instrumenten eine Handvoll ungehobelter, massiver Songs.

    Neu stellen die Schwestern ihrem scheppernden Sound allerdings gerne auch leisere Töne zur Seite, akzentuieren ihre Aussagen mit dem Klavier oder lassen Anflügen von Pop freien Lauf. Neben rotziger Gebärde findet auf “Walrus” nun auch die feinfühlige Ballade “Winterbones” Platz, die sich beharrlich zu einem “We are not what we want to be”-Protestsong auswächst. Oder der Song “Sad Side Of The Tongue”, in dem sich das Duo in grosser Post Rock-Geste der Ausschweifung hingibt.

    Doch Anhänger der härteren musikalischen Gangart dürfen beruhigt sein: Der neuen Zugänglichkeit zum Trotz wirkt “Walrus” nie lieblich. Dies ist nicht zuletzt auf die auf Englisch verfassten Texte zurückzuführen, die in grosser Beklemmung Gender-Themen oder die mannigfaltigen Ausprägungen der Teenage Angst anschneiden. Wie zum Beispiel der Song “Black”, der nicht nur vom Sound her an den Grunge-Übervater Cobain erinnert:

    For every word that went too far into my way
    I pinch pins deep into my flesh
    Squeezing out
    Hollowness

    When the mind turns bright and dies down
    All my screams turn
    Black, black
    Shoot, Shoot
    Shoot in your head

    Jolly Goods – If I Were A Woman

    [audio:http://www.jollygoods.org/JG/downloads/Jolly_Goods__If_I_Were_A_Woman.mp3]

    „Walrus“ Album-Stream:

    Walrus by Jolly Goods

    Eine Reaktion

    1. #1 Simon Aeschbacher

      22:40 Uhr, 28.10.2011, Link

      Mensch, da bleibt mir die Spucke weg! “Sad Side Of The Tongue” ist sowas von einem Heuler. Tut fast weh, den jungen Musikerinnen zuzuhören, was ich positiv meine. Die Teenage-Angst, zwar schon lange hinter mir, greift mir plötzlich wieder um den Hals.

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