Fräkmündt entstaubt den Hudigäggeler

Fräkmündt ist eine der eigenwilligsten Kapellen des Landes. Dank ihrem innovativen Ur-Folk macht Hudigäggeler selbst dem Ländler-Muffel Spass.

Fräkmündt aus Luzern bringen frischen Wind in die Schweizer Volksmusikszene. Sie entstauben den Hudigäggeler und machen selbst ärgste Ländler-Gegner hellhörig.

Erst 2009 gegründet, sorgte die Formation bereits letztes Jahr für Furore. Nicht nur mit der Veröffentlichung des in einschlägigen Kreisen gefeierten ersten Albums “Urbärglieder”, sondern auch der Teilnahme an der nationalen Vorausscheidung zum Eurovision Song Contest. Das leidenschaftliche AlpenPolka-Stück “D’Draachejongfer” hätte auf internationaler Bühne bestimmt mehr bewegt als die schliesslich auserkorenen, zwar netten, aber etwas gar zahmen Strassenmusikanten.

Die vollständige Version wird auf “Heiwehland” zu finden sein, dem im Spätherbst beim österreichischen Industrial- und AltFolk-Label Steinklang/Percht erscheinenden Zweitling. Eine echte Bereicherung erfährt die Urklangkapelle durch den Zuzug von Anneli und deren kräftiges Stimmorgan – bekannt aus der weit über die engen Landesgrenzen hinaus beachteten MetalFolk-Institution Eluveitie.

Fräkmündt – D’Draachejongfer (ESC Mix)

“Fräkmündt” wurde in Urzeiten der charakteristisch gezackte Luzerner Hausberg genannt – hergeleitet vom lateinischen Mons fractus (gebrochener Berg). Um den majestätischen Fels im Herzen der Schweiz und dessen heutigen Namen Pilatus ranken sich unzählige Legenden, wie um die gesamte Alpenregion.

Eben diesen Geist einer sagenumwobenen Bergwelt will das Innerschweizer UrFolk-Projekt einfangen und mit eigenwilliger, zeitgenössischer Interpretation traditioneller Volkslieder und selbstgesponnenen Song-Mären wiederbeleben. Als Inspiration dienen nicht nur überlieferte Sagen, sondern auch die atemberaubende Natur, historisch aufgeladene Orte und urtümliche Zeremonien – ab und an auch Snus, regionales Bier, Wein und Schnaps.

Das Ergebnis fällt vielfältig aus: Von geräuschuntermalten, hörspielartigen Gruselgeschichten über wehmütige Heimweh-Balladen bis hin zum lupfigen Tanzbodefäger. Stimmungsvolle Unterhaltung für die ganze, auch weniger traditionsbewusste Familie.

Unverkrampft originell, auf eine moderne Art urchig, herzig und derb, oft mit melancholischem Unterton wird sowohl die Sehnsucht nach alpiner Idylle als auch das Bedrohliche unberechenbarer Urgewalten besungen. Schweizer Freak-Folk. Und das musikalische Pendant zu Tim Krohns grossartigen, ebenso unkonventionellen wie kunstvollen Dialekt-Romane “Quatemberkinder” und “Vrenelis Gärtli”.

Ein Promo-Medley macht gischplig:

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