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  • Ryan Adams: Wie ein Phönix aus «Ashes and Fire»

    Von    |   2. Oktober 2011   |   0 Kommentare

    «Last time I was here it was raining. / But it ain’t raining anymore.» So beginnt Ryan Adams‘ neuester Streich namens «Ashes and Fire». Und so fühlt es sich auch an.

    Adams startete seine Solo-Karriere mit «Heartbreaker». Als er sich seine traurigen Balladen in den Bart brummelte, dachte man an alles andere als an einen selbstgefälligen Herzensbrecher. Wenige Jahre später veröffentlichte er gegen den Willen seines Labels die melancholisch resignierten EPs «Love is Hell Pt.1» und «Love is Hell Pt.2». Herzschmerz, der unaufhörliche Druck des Major Labels, Drogen und Alkoholexzesse – all das war einmal.

    Vor fünf Jahren wurde bei Ryan Adams eine bösartige Innenohr-Erkrankung diagnostiziert, das Menière Syndrom, was sein Hörvermögen und sein Gleichgewicht stark beeinträchtigte. Unnötig zu erwähnen, dass sein Hang zum Drogenkonsum seinen Zustand stark verschlimmerte. Er schwor sich, nie wieder auf Tour zu gehen. Seiner unglaublichen Produktivität wurde ein jähes Ende gesetzt.

    Irgendwann entschied er sich, sein Leben umzukrempeln. Aus dem notorischen Trunkenbold wurde ein konzentrierter und disziplinierter Musiker. Ob es die Leidenschaft zur Musik war, die ihn änderte? Oder doch die Liebe zum Hollywood-Schätzchen Mandy Moore, mit der er seit 2009 glücklich verheiratet ist und die ebenfalls, schüchtern aber gefühlvoll auf Ashes & Fire zu hören ist? Jedenfalls wirkt das Album so aufgeräumt wie sein jetziges Leben. Keine hingeschleuderten Rocknummern, kein herzzersplitterndes Aufheulen. Eine Europa-Tour hat er im vergangenen Sommer auch schon hinter sich gebracht. Es scheint wirklich zu stimmen: The kid is alright.

    Der Hörer kann es schlecht leugnen – irgendetwas fehlt. Und doch: sobald «Do I Wait» in der zweiten Hälfte episch ausufert, schlägt das Herz ein bisschen schneller. Wenn «Chains Of Love» mit seinem eiligen Tempo beginnt, vergeht keine Sekunde und man wird an «Gold», Adams‘ Meisterwerk aus dem Jahre 2001 erinnert.

    «Am I really who I used to be?», fragt sich der Songwriter in seiner Single «Lucky Now». Nun, allzu lange muss man sich den Kopf nicht zerbrechen, um mit einem etwas nostalgischen Kopfschütteln zu antworten. Doch dann hört man sich das vor Soul strotzende Schlusslicht «I Love You But I Don’t Know What To Say» nochmals genauer an. Und wenn man es schafft, darüber hinwegzukommen, dass der Song die Schlussszene eines Mandy Moore-Filmes (Lichterketten. Slow Dance. Verträumte Blicke.) glänzend untermalen könnte, fragt man sich seufzend, warum man dem Typen das Liebesglück eigentlich nicht gönnen sollte.

    > «Ashes & Fire» erscheint am 11. Oktober bei Pax Am Records.
    > Bei NPR kann man das Album bereits jetzt vorabhören. 

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