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  • Geoff Barrow zum grassierenden Reissue-Fieber

    Von    |   22. September 2011   |   4 Kommentare

    Sie kommt getarnt als Special, Limited oder Deluxe Edition daher, als Anniversary oder Legacy Box. Es gibt sie ganz ohne Schnickschnack oder als lächerlich aufgemotzte Wunderkiste. Im Biz grassiert das Fieber. Diagnose: Reissue-ismus.

    Was hab ich schon über Reissues geschrieben. Allein in den letzten Wochen habe ich Stunden damit verbracht, für die Ankündigung „neu aufgelegt“ neue Worte zu finden. Ich habe das Oeuvre von The Jesus & Mary Chain, Supreme Dicks oder Grace Jones wiedergekäut und der Stapel wird nicht kleiner. Im Minutentakt liefert die Neuauflage-Presse weiter Nachschub und treibt mitunter merkwürdige Blüten: Während Leonard Cohen für uns ein 17 Alben schweres Mammoth Box Set schnürt, veröffentlichen Warpaint – ein Jahr nach dem offiziellen Albumrelease – bereits die Reissue ihres Debüts „The Fool“.

    Ich stehe dazu: Auf der Suche nach immer „neuen“ Themen habe ich mitgemacht, ich habe das Reissue-Fieber geschürt. Jetzt aber reichts mir! In Geoff Barrow von Portishead habe ich einen Verbündeten gefunden. In einem Interview mit dem Rolling Stone gibt er zu verstehen, wie er’s hält, mit der Issue um die Reissue:

    We absolutely battled and fought and pulled our hair out on Dummy to make a record. I can’t see what use there is to release material that we didn’t think was worthy for the record. We never have much bonus material – it’s not like there’s me playing acoustic guitar and Beth [Gibbons] singing on it for a song that didn’t make it, it doesn’t exist. (via, via)

    So recht Barrow auch hat, zwei positive Seiten kann ich der Reissue abgewinnen. Einerseits erhält der Musiker durch das erneute Rühren der Werbetrommel eine zweite Chance, von einer breiteren oder anderen Masse entdeckt zu werden (man weiss ja nie, vielleicht war man damals einfach noch nicht so weit, noch nicht online oder auf der Welt, sh. Amanaz‘ „Africa“). Andererseits wird das Fanherz kaum je höher hüpfen, als wenn ein vergriffenes Werk nach Jahren der erfolglosen Suche endlich neu und auf dem individuell präferierten Medium aufgelegt wird (sh. Neil Youngs „Greendale“ in „150g Heavy Vinyl“).

    > Und ihr? Wie haltet ihr’s mit der Reissue?

    4 Reaktionen

    1. #1 Patrik

      16:27 Uhr, 22.9.2011, Link

      Interessante Einsichten hierzu: http://www.spiegel.de/thema/retromanie/

    2. #2 StormOnTheSea

      22:04 Uhr, 22.9.2011, Link

      Jeder der sich eine Deluxe-Box oder ein Reissue kaufen muss, ist schlussendlich selber schuld… Es zwingt ihn niemand. Es wird auch niemand gezwungen, über Reissues zu schreiben, oder ihnen Platz auf einem Internetforum zu geben.
      Barrow hat das Recht, seine Sachen nicht zu veröffentlichen, und das respektiere ich auch. Nur muss er das halt auch seiner Plattenfirma beibringen.

      Ich bin froh um jedes Reissue überhaupt, aber oft nerven die Bonustracks ziemlich. Kinks-Alben auf denen jeder Song zwei- oder sogar dreimal drauf ist (einmal stereo, einmal mono, einmal live) sind einfach nur absolut überflüssig und stören den Hörgenuss.

    3. #3 Simon Aeschbacher

      11:07 Uhr, 23.9.2011, Link

      Vielen Dank, jetzt weiss ich, was ich mir zu Weihnachten wünsche! Hab schon mal angefangen, die Wohnung umzustellen, damit es Platz gibt für die Mammoth Box.

    4. #4 Tom

      11:34 Uhr, 26.9.2011, Link

      @Patrik:
      Da möchte ich aber widersprechen, wenn Re-Issue unter Retromanie gefasst wird. Denn ein Sammler vor dem Herrn wird über eine Re-Issue nur lachen können. Und ein Fan der Band wird froh sein, wenn die vergriffene Platte nun doch endlich wieder käuflich ist (ging mir mit den Pixies-Reissues so), wenn er „bis dahin“ nur mp3-Mist hören konnte.

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