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  • Dan Mangan: Gut, gut, sehr gut

    Von    |   5. Juni 2011   |   0 Kommentare

    „Nice, nice, very nice / So many different people / In the same device“ dichtete einst Kurt Vonnegut, den Blick gerichtet auf die menschliche Vielfalt. Aus der gleichen Perspektive singt auch Dan Mangan aus Vancouver. Mit viel Herz, Ehrlichkeit und einem Augenzwinkern, das immer zu ihm selbst zurück führt.

    Zum Beispiel in „You Silly Git“, wo er sich schmunzelnd im Stereotyp des Songwriters karikiert: „I can hear the eyebrows raise when I start singing / ‘Cause the songs I sing are all about myself / You can read me like a book / I’m not as clever as I look„. Dan Mangan aus Vancouver sieht aus wie der witzige, vielleicht etwas unbeholfene Kumpel, mit dem man in der Kneipe gerne auch ein Bier zu viel trinkt. In den letzten Jahren werden jedoch seine Freunde selten in den Genuss von Mangans Trinksprüchen gekommen sein: Rastlos tourte er mit seinem ersten Album „Postcards And Daydreaming“ und mit dem Zweitling „Nice, Nice, Very Nice“ durch Nordamerika, Australien und Europa. Mit bärenstarker, stämmiger Stimme singt er im Opener „Road Regrets“ von der oft holprigen Zeit on the road. Immer wieder beteuert der Kanadier, wie gerne er Soundchecks und vollgepackte Minivans in regelmässigen Abständen durch Heimatgefühl und Pantoffeln eintauschen würde. 

    Und doch sind es die hohe Live-Affinität und die Tatsache, dass seine Songs so wohltuend wie eine heisse Tasse Kaffee nach einem regnerischen Arbeitstag wirken, die die Konzertlokale füllen und die Fangemeinde erweitern, wenn da in Leuchtschrift „Heute Abend: Dan Mangan“ geschrieben steht. Seine gewitzten Geschichten aus der Beobachterperspektive machen auf „Nice, Nice, Very Nice“ im Gegensatz zum eher schnörkellosen Erstling gerne auch einen Abstecher in Richtung Bluegrass („Sold“). Die Liebeshymne an unseren Roboter-Alltag „Robots“ endet in einem von Bläsern untermalenen Chor, eingängig und unbeschwert. Ein Ende findet der Langspieler mit „Set The Sails“, das sich noch einmal der Rastlosigkeit annimmt. Es ist irgendwo zwischen den Klavierklängen wo man einsieht, warum Mangan noch lange nicht den Anker werfen wird.

    Derzeit tourt der Barde durch unsere Breitengrade, hierzulande noch gänzlich als Geheimtipp. Das dritte, noch namenlose Album ist eingespielt: man darf also auf neue Songs hoffen. Morgen Abend im El Lokal in Zürich, am Dienstag im Parterre, Basel.

     

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