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  • Höhepunkte jenseits der Hauptbühne

    Von    |   30. Mai 2011   |   6 Kommentare

    In Sachen Festivalatmosphäre konnte die Bad Bonn Kilbi am vergangenen Wochenende einmal mehr vollends überzeugen. Die grössten Namen blieben dabei jedoch hinter den Erwartungen zurück.

    War es an der Bad Bonn Kilbi bis anhin fast unmöglich etwas zu verpassen, so musste man diesmal vor Überschneidungen auf der Hut sein. Erstmals in der 14-jährigen Geschichte des Festivals in Düdingen bei Fribourg gab es drei Bühnen statt nur zwei. Zählt man die Off-Bühne abseits des Geländes am Schiffenensee dazu, auf der zwei Konzerte stattfanden, waren es gar deren vier.

    So kam es, dass das grosse Highlight des ersten Tages beinahe untergegangen ist. Animal Collective (Bild) spielten am Donnerstag nicht, wie zuerst angekündigt als letzte Band auf der Hauptbühne, sondern auf der neuen B-Stage. Angesichts der Tatsache, dass das Konzert von Queens of the Stone Age seine Längen hatte und sich das anschliessende DJ-Set von Duffstep in erster Linie durch grössenwahnsinnige Visuals auszeichnete, eine ärgerliche Fehldisposition. Im Gegensatz zur professionell heruntergerockten Show von Josh Homme und seinen Mannen, bei der selbst die Jams einstudiert wirkten, gaben sich Animal Collective gewohnt experimentierfreudig. Nach den Touren als Trio in den vergangenen Jahren war diesmal Gitarrist Deakin wieder mit von der Partie. Eine Handvoll neue Songs, deren verschwommene Unerfindlichkeit sich irgendwo zwischen zähflüssiger Swamp-Polka und schwerelosem Space-Shuttle-Kwaito bewegte, schürte die Vorfreude auf ein neues Album.

    Die meisten anderen Kritikerlieblinge blieben dagegen hinter den grossen Erwartungen zurück. Nach dem Auftritt von Gonjasufi, der den Grossteil des Konzerts damit zubrachte, den Mischer zu beschimpfen, während seine Band im Hintergrund grausligen Crossover zum Besten gab, fragte man sich, ob dies tatsächlich derselbe Mann ist, der es im letzten Jahr mit seinem Debüt auf sämtliche Bestenlisten geschafft hat. Die Reinkarnation des Elektro-Fricklers Apparat als sentimentalistischer Jonsi-Verschnitt war auf die Dauer etwas zu gefühlsduselig, um für Stimmung zu sorgen. Battles, die mit Katamaran-Keyboards, extrahoch gehängtem Hi-Hat und Playbackstimmen aufwarteten, liessen jegliche Dynamik vermissen. Caribou brachte eine balearische Brise nach Düdingen, die jedoch rasch abflaute.

    Neben den brachialen Swans sorgten die Zürcher von The Legendary Lightness mit ihren zartschmelzenden Balladen für eines der wenigen Highlights auf der Hauptbühne. Einen späten Höhepunkt auf der Zweitbühne bescherten The Walkmen, deren Frontmann sang, als ginge es um sein Leben. Die intensivsten Konzerte fanden jedoch im Club statt. Das dreiviertelstündige Opus von Barn Owl, die mit zwei Gitarren die Entstehung des Universums nacherzählten, liess die Enttäuschungen auf der Hauptbühne ebenso vergessen wie die sakrale Stimmkathedrale, die Julianna Barwick im Bad Bonn errichtete. Wie der psychedelische Pop der Walliser Nachwuchshoffnung Buvette zeigte auch der elektronische Rock des Zürcher Trios Rizzoknor, dass die Schweizer Musikszene innovativer ist als landläufig behauptet.

    6 Reaktionen

    1. #1 was? the walkman???

      13:34 Uhr, 31.5.2011, Link

      Lieber Ralph
      Leider du hast „The Ex“ vergessen, die (wie immer) einen unbeschreiblich afro/groovig/noise’ig geilen Gig spielten und mit ihrer natürlich-sympatischen Art voll überzeugten!
      Im direkten Vergleich fand ich danach „The Walkman“ mit ihrem übertriebenen Pathos nur noch langweilig.
      Die Kilbi war sonnst aber (wie immer) DER HAMMER!

    2. #2 Remo

      14:54 Uhr, 31.5.2011, Link

      ..“extrahoch gehängtem Hi-Hat“?

      Ein Schreibfehler, gar nicht gesehen oder einfach lack of knowledge?

    3. #3 Ralph Hofbauer

      17:39 Uhr, 31.5.2011, Link

      Na gut, das war wohl ein Becken, auch genannt Cymbal. Tschuldigung.

    4. #4 Andreas

      10:54 Uhr, 2.6.2011, Link

      @Remo: Kritiktalibane sind nur peinlich.

    5. #5 Fisch

      17:26 Uhr, 2.6.2011, Link

      Hat jemand Nisennenmondai gesehen? Für mich mit ABSTAND das Beste Konzert dieses Jahres… Unschlagbar gut

    6. #6 Magro Krest

      13:02 Uhr, 4.6.2011, Link

      @ Ralph Hofbauer,
      es handelt sich bereits um die 21. Ausgabe der Kilbi! Es reicht eben nicht, auf der Bad Bonn Homepage die Ausgaben zählen zu gehen, da sind nämlich nur die „Jahrgänge“ drauf, die bereits über einen Internetauftritt verfügten. Aber bereits vor 1998 wurde in Düdingen Musik an der Kilbi gespielt, einfach noch nicht digital ins Web gestellt…

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