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  • Alex Ebert: Auszeit von der Kommune

    Von    |   30. März 2011   |   2 Kommentare

    Alexander Ebert, der alte Rumtreiber, lässt für ein Album seine Gefolgschaft zurück und versucht es erstmals allein mit sich und der Musik.

    Seit längerem ist Alexander Ebert an zwei Fronten aktiv, führt parallel die Synth-Punk-Kombo Ima Robot und den zotteligen Hippie-Trupp Edward Sharpe & The Magnetic Zeroes an. Mit Letzterem veröffentlicht er 2009 das Album „Up From Below“ und findet mit der überdrehten Kreuzung von psychedelischem Wüsten-Musical, Kommunen-Spirit und dem Singalong-Duett „Home“ ein ergebenes Publikum. Ob als Tramp, Eighties-Weirdo oder Messias, Ebert inszeniert sich in vielen Rollen – und sieht sich plötzlich mit der existenziellen Frage konfrontiert, die früher oder später jeden Mittdreissiger befällt: Wer bin ich – und warum so viele?

    Zeit also, sich zwecks Selbstfindung zurückzuziehen. Ebert verbarrikadiert sich in seinem Schlafzimmer und nimmt ein Album auf, ohne sich auch nur einen Piep von anderen helfen zu lassen: “I wanted to be able to build an album basically with my hands, like building a house by myself”. Und so zimmert er mit unterschiedlichem Werkzeug am Fundament, zieht wacklige Gitarrenwände hoch und installiert Klarinette, Orgel und Violine. Im Rohbau geht Ebert singend und pfeifend zu Werke, klatscht, schnippt und stampft dem neuen Zuhause Leben ein.

    Anfang März feiert die Platte Richtfest. Doch wenn sich Ebert mit ihr eine klare Identität aufdrücken wollte, dann scheitert er kläglich. Was „Alexander“ an Songs unter einem Dach vereint, ist wahrlich ungestüm. In typischer Zeroes-Manier leckt sich der Musiker auch solo die Finger nach allem, was bei Zehn nicht auf den Bäumen ist und so teilt sich ekstatischer Folk-Pop das Zimmer mit Spoken Word, während Reggae und Afro sich wundern ob dem Spirit von Dylan und den Beatles, der da in der Luft liegt. Ohne Skrupel rodet Ebert auf „Bad Bad Love“ mit brüchiger Stimme den Gospel aus um später wild schnippend zum R&B von „Remember Our Heart“ den Shimmy zu tanzen.

    „Alexander“ macht Spass und veranstaltet dabei einen Rummel, dass einem der Kopf dreht. Da kommt der Song „Truth“ gerade recht. Wie Ebert diese kristallklare Melodie pfeift und mit kreidiger Stimme einen perfekten Reim an den anderen spinnt, das ist genial. Ein Song, gerade so entspannt dass er noch groovt, so überschwänglich dass noch erträglich, und sonnig, ohne gleich ins Schwitzen zu kommen.“Truth“ ist ein Instant-Hit, dem ewiges Leben beschert sein möge. „I’ve seen a million numbered doors on the horizon / Now which is the future you’re choosing before you go dying„, singt Ebert an einer Stelle und will sich auch hier partout nicht festlegen. Möge „Truth“ wenigstens die Richtung vorgeben.

    Alex Ebert – Truth

    [audio:http://s3.amazonaws.com/site-images.vagrant.com/audio_items/281/03_Truth.mp3]

    „Alexander“ wurde Anfang März auf Vagrant veröffentlicht.

    2 Reaktionen

    1. #1 nico

      10:13 Uhr, 31.3.2011, Link

      truth: fast so episch, wie ein staubiges leone spaghetti-shootout zur mittagszeit.

    2. #2 nico

      10:21 Uhr, 31.3.2011, Link

      sharpe und die zeroes beehren die winterthurer musikfestwochen. am 23.8. soweit ich weiss.

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