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  • Platte der Woche: Destroyer – Kaputt

    Von    |   20. Januar 2011   |   2 Kommentare

    Destroyer gelingt eine erstaunliche Gratwanderung: „Kaputt“ bewegt sich mit schlafwandlerischer Sicherheit an der Grenze zwischen Kitsch und Kunst.

    Destroyer zieht dieses Fahrstuhl-Muzak-Ding, das sich mit „Chinatown“ angekündigt hatte, also tatsächlich durch. Das neunte Album von Dan Bejar bietet Ohrenschmalz in Form von Querflöten, Saxophonen und Synthesizern. Es klingt wie eine Platte, die Roxy Music aufzunehmen vergessen haben. Pop mit Soft-Jazz- und Disco-Anleihen, irgendwo in den späten 70ern, frühen 80ern verhaftet.

    „Kaputt“ (Merge Records, VÖ 25.1.) lockt den Hörer in ein melancholisches Traumreich, getüncht in eine Nostalgie, die allem Vintage-Charme zum Trotz nicht so recht in die gegenwärtige Musiklandschaft passen will. Um auf irgendeinen Zug aufzuspringen, ist Dan Bejar, der 1996 sein Debüt veröffentlicht hat, ohnehin ein zu alter Hase. Nach der Zäsur in Form der 2009 erschienenen EP „Bay Of Pigs“, mit der Bejar eine Kurskorrektur von folkigem Rock Richtung Synth-Pop vorgenommen hat, veröffentlicht der Kanadier mit „Kaputt“ ein Album, wie es in diesem Jahr kein zweites geben dürfte. Mit einem Bein auf der Tanzfläche, mit dem anderen in einem verschneiten Park, gelingt Destroyer ein Spagat zwischen organischen und elektronischen Klängen, der sich seltsam unhip anhört.

    An der Grenze zum schlechten Geschmack findet Bejar neun musikalisch wie lyrisch betörende Songs. Auch wenn der Titelsong auf den Indie-Kontext von Destroyer anspielt („Sounds, Smash Hits, Melody Maker, NME / all sound like a dream to me“), kommt Bejar dem Pop diesmal so nahe wie nie zuvor. „Kaputt“ und „Chinatown“ heissen die Hits für die Playlist, doch auch für epische Spannungsbögen ist gesorgt: Das 8-minütige „Suicide Demo For Kara Walker“ und das abschliessende, über 11-minütige „Bay Of Pigs“ von besagter EP sind schon fast kleine Spielfilme. Oskarverdächtiges Kopfkino mit einem Hauptdarsteller, der mit schlafwandlerischer Sicherheit die Rolle seines Lebens spielt.

    > Albumstream Destroyer „Kaputt“


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    2 Reaktionen

    1. #1 patrik

      08:12 Uhr, 25.1.2011, Link

      ganz weit oben!!!

    2. #2 scura

      17:23 Uhr, 25.1.2011, Link

      ganz weit unten.

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