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  • The Circle Brothers: Runterkommen vom Rausch des Lebens

    Von    |   24. September 2010   |   7 Kommentare

    The Circle Brothers veröffentlichen heute ihr neues Album „Love & Disorder“. Die Band kommt deutlich kühler und nüchterner daher als noch auf der letzten Platte und wird in diesem Jahr – davon sind wir überzeugt – noch weite Kreise ziehen.

    Unvergessen, wie sich The Circle Brothers vor einigen Monaten in intimer Runde in der Zürcher Elisaburg auf ihre neuen Songs eingespielt haben. Sichtlich erregt ob der Lautstärke der Band ermahnten die etwas in die Jahre gekommenen Wirtsherren das Trio auf der Bühne immer wieder, den Pegel zurückzunehmen. Aber damit muss man einem Ringli nicht kommen. Ohne mit der Wimper zu zucken legen die Jungs noch einen Zacken zu, bis den Gastgebern der Kragen platzt.

    Kaum eine Armlänge entfernt baut sich der Wirt vor dem Frontmann auf und macht mit einer Handbewegung deutlich: „finito, fertig, Schluss!“ Doch die Band schraubt – Auge in Auge mit dem älteren Herrn – ihren Song unbeirrt einem tosenden Ende entgegen. Im finalen Aufbäumen der Gitarren schreit Alban Ringli über Minuten hinweg immer wieder ein von Iggy Pop entliehenes „Yeah, come on!“ ins Mikro. So ohrenbetäubend laut, dass es dem Wirt, der unbeweglich in seiner Position verharrt, die pomadierten Haare nach hinten strählt.

    Tatsächlich kann einem beim Anhören der neusten Platte der Band aus Aarau schon mal der locker in den Mundwinkel gehängte Strohhalm rausfallen. Nach den wüstentrockenen Vorgängeralben haben sich The Circle Brothers auf „Love & Disorder“ ordentlich Staub aus den Klamotten geklopft und lassen die Country-Zügel schleifen. Wo früher 16 Horsepower oder Calexico Pate standen, sind es heute dunklere, schwerere Kaliber wie Joy Division oder Bauhaus. Die Stimmung hat sich deutlich abgekühlt, die verlebten Jahre in der Grossstadt fordern ihren Tribut.

    „Love & Disorder“ hört sich an wie ein nüchterner Come-Down von der Droge Leben. „Feel like a junkie in this world / need no drugs for losing my words“ heisst es im Song „Hands At The Steel“ und das Trio scheint der Abhängigkeit müde. Zu viele Versprechen konnte das Leben nicht einlösen, zu viele Erwartungen blieben unerfüllt, die Liebe unerwidert und so ziehen die Brüder Alban, Jonas und Urs Ringli im Song „Slowly Moves“ zwar im Delirium um die Häuser, zeigen sich vom Rausch allerdings gänzlich unberührt.

    Dass die Platte dabei nichts an Intensität und Abgründigkeit einbüsst, beweist der Song „Rape My Home“. Ganz grosses Kino wie hier der Mann am Mikro fast unmerklich zwischen Sing- und Erzählstimme wechselt und für einen kurzen Moment von Melodie und Phrasierung ablässt. Wie er der im Kopf zusammengeschusterten Erklärung dessen, was war und gewesen ist, einen Augenblick lang selbst nicht mehr glauben mag und dabei dem Album nur eines seiner zahlreichen Glanzlichter beschert.

    > „Love & Disorder“ erscheint heute auf King Motor Records und wird morgen Abend in der Zürcher Mars Bar getauft. Man darf sich auf ein explosiven Auftritt gefasst machen.

    The Circle Brothers – Hands At The Steel

    [audio:http://kingmotor.ch/sound/circlebros/The_Circle_Brothers-Hands_at_the_Steel.mp3]

    The Circle Brothers – Rape My Home

    [audio:http://kingmotor.ch/sound/circlebros/The_Circle_Brothers-Rape_my_Home.mp3]

    The Circle Brothers – Slowly Moves (Download)

    [audio:http://www.78s.ch/wp-content/uploads/2010/09/The-Circle-Brothers-Love-Disorder-Slowly-Moves.mp3]

    > The Circle Brothers live:
    25.09., Mars Bar, Zürich
    09.10., Hubertus, Zürich
    20.11., KiFF, Aarau

    7 Reaktionen

    1. The Circle Brothers: Sind sie zu stark, bist du zu schwach! - 78s – bessere Musik!
    1. #1 Andi

      15:00 Uhr, 24.9.2010, Link

      Klingt dann doch um einige Nummern grösser, als ich es bei einer Band aus Zürich erwartet hätte. Danke für den Tipp.

    2. #2 Dominique Marcel Iten

      15:10 Uhr, 24.9.2010, Link

      Hands At The Steel ist ein grossartiger Song. Wow.

    3. #3 jdw

      20:06 Uhr, 24.9.2010, Link

      netter zufall. war heute in der mars bar, hab mir den flyer angesehen und mich gefragt wie die wohl klingen mögen… danke für den tipp, klingt sehr gut.

    4. #4 Mathias Menzl

      22:42 Uhr, 24.9.2010, Link

      Wer übrigens wissen möchte wie der Alban von den Ringli-Brüdern so ist, hier gibts ein Video von uns über die Lo-Fi-Dogma-Session:

      http://www.78s.ch/2007/11/23/78stv-lofidogma-mit-alban-ringli-the-circle-brothers/

    5. #5 dominic

      21:46 Uhr, 26.9.2010, Link

      war super gestern! die armen elisaburg-leutchen!

    6. #6 Fabio

      10:14 Uhr, 27.9.2010, Link

      Ja, hands at the steel ist sehr gross, musst ich mir grad mehrmals geben, auf Kopfhöreren und immer ein wenig lauter. Made my day.

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