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  • Platte der Woche: The Walkmen – Lisbon

    Von    |   14. September 2010   |   6 Kommentare

    The Walkmen übertreffen sich mit ihrem fünften Album selbst. „Lisbon“ ist eine ebenso schnörkel- wie makellose Platte, die jeden Rezensenten befangen macht.

    The Walkmen melden sich mit ungeahnter Leichtigkeit zurück. War der Vorgänger „You & Me“ noch von urbaner Verzweiflung geprägt, klingt das neue Album nach einem unbeschwerten Sommer auf dem Land: „Country air is good for me“, singt Hamilton Leithauser im Opener „Juveniles“, während seine Band die Picknickdecke ausbreitet.

    „Lisbon“ (VÖ 14.9. Fat Possum) wurde in gerade mal fünf Tagen eingespielt. Die Spontaneität der Aufnahmesessions ist dem Album anzuhören: Anstrengungslos bringen The Walkmen sich selbst auf den Punkt. Das fünfte Album der New Yorker bietet zehn melodramatische Kleinode, wie sie nur diese Band zu schreiben im Stande ist. Zehn ausnahmslos grosse Songs. Einzige Zäsur der bis anhin wohl zugänglichsten Walkmen-Platte ist das refrainlose „Follow The Leader“.

    Die Stärke von The Walkmen liegt seit jeher in ihrer lakonischen Larmoyanz. Die wehmütigen Bläser von „Stranded“ sind alles, was man sich an Bombast leistet. So bleibt Raum für das, was The Walkmen ausmacht: Die liederliche Stimme von Leithauser, die wimmernde Gitarre von Paul Maroon und das ausdrucksstarke Schlagzeug von Matt Barrick. Zu welcher Perfektion The Walkmen ihre Kunst der Reduktion über die Jahre getrieben haben, beweist „Blue As Your Blood“, eine Ballade unter freiem Himmel, die für „Lisbon“ das ist, was „On The Water“ für „You & Me“ war.

    Wie schon auf dem Vorgänger halten sich die ruhigen Stücke mit treibenden Songs die Waage. Allerdings klingen The Walkmen diesmal auch beim Rocken eher entspannt als überdreht. Den gewohnt spröden Trademark-Sound der Band hat John Congleton (Modest Mouse, The Roots) eingefangen. Die Gitarre klingt so warm als wäre sie aus Afrika importiert worden, die Drums ticken, wirbeln und poltern so erdig als kämen sie direkt aus den Sun-Studios. So schafft „Lisbon“, was nur den wenigsten Alben gelingt: Der Hörer befindet sich nicht hinter einer Scheibe, sondern mit der Band im Studio.

    Die intime Produktion und die emotionale Kraft dieses Albums machen es schier unmöglich auf kritische Distanz zu gehen. Die nicht ganz unbefangene Behauptung, dass The Walkmen mit „Lisbon“ auf dem Olymp des Indie-Rock angekommen sind, scheint dennoch angebracht. Denn welche Band spielt schon in fünf Tagen ein Album des Jahres ein?

    > Albumstream: The Walkmen – Lisbon

    6 Reaktionen

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    1. #1 Jonas

      14:29 Uhr, 14.9.2010, Link

      Tolles Album, tatsächlich.

    2. #2 starttomelt

      15:12 Uhr, 14.9.2010, Link

      sechstes Album, nicht fünftes.

    3. #3 flo

      15:30 Uhr, 14.9.2010, Link

      EIN Album des Jahres oder DAS Album des Jahres?

    4. #4 Ralph Hofbauer

      15:30 Uhr, 14.9.2010, Link

      @starttomelt: Kommt drauf an, ob man das Cover-Album Pussy Cats mitzählt oder nicht…
      @flo: album des milleniums, mindestens.

    5. #5 lukas

      08:32 Uhr, 23.9.2010, Link

      nach der interpol-entäuschung genau das richtige um NY wieder ins rechte licht zu rücken :-)

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