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  • Kutti macht Jazz: Schule der Unruhe

    Von    |   10. September 2010   |   10 Kommentare

    Der Berner Dichter und Rapper Jürg Halter, den meisten wohl bekannt als Kutti MC, hat ein neues Projekt. Auf dem Album „la bombe“ tauscht er fette Beats gegen sanften Jazz.

    Der Berner Sprachjongleur Jürg Halter legt seinen Hörern gerne Hindernisse in den Weg. Wer genug Musse und Energie hat, um sich auf feine, melancholisch-jazzige Musikbegleitung einzulassen, wen Halters Deutsch mit Berner Einschlag nicht stört, der kann viel Gefallen finden an der Schule der Unruhe.

    Halter zeigt dem Hörer auch auf „la bombe“ sein ganz eigentümliches, verschrobenes Universum. Darin einzutauchen ist anstrengend und fordert, für simples Hintergrundrauschen ist die Platte absolut nicht geeignet. Aber wer sich die Mühe macht, wird belohnt. Womit genau, ist wie immer bei Halter schwierig in Worte zu fassen, den einzelnen Liedern simple Schlagwörter aufzudrücken würde zu kurz greifen. Also am besten selbst reinhören, oder den Videoclip zu „Neues Protestlied“ ansehen, das lohnt sich auf jeden Fall (Jazzig ist das Album halt trotzdem noch):


    YouTube Direktlink

    Wer sich das live ansehen möchte, hier die Gelegenheiten:

    30.09.2010     Zürich, Theater Neumarkt

    01.10.2010     Frauenfeld, Stadttheater

    07.10.2010     Basel, Parterre

    10.10.2010     Bern, Bee-flat

    16.10.2010     Luzern, Südpol

    10 Reaktionen

    1. Merely Thinking» Blogarchiv » Samstagabendmusike
    1. #1 MON

      02:57 Uhr, 11.9.2010, Link

      habe mir das album heute auf itunes gekauft und ich finde es einfach wunderschön und eigentlich gar nicht anstrengend, aber ich habe ja auch kein popalbum erwartet … und das video ist klasse!

    2. #2 marie

      18:12 Uhr, 12.9.2010, Link

      Jürg Halter: Sprachjongleur und Dichter? Der Tagi brachte ihn letzthin als Kolumnist. Etwa alle zwei Wochen eine Spalte. Leider mochte mich seine Schreibe zu nichts anregen. Kein Pfiff war darin, nicht einmal lange Weile, einfach nIchts! Ich empfahl darauf dem Tagi, ihm ein Praktikum bei Max Küng zu ermöglichen. – Nach viermaligem Erscheinen war, welch ein Zufall, aber Schluss damit.- Und Jetzt „gibt“ er Schule. Es ist wie es ist!

    3. #3 isabel

      10:28 Uhr, 13.9.2010, Link

      mir gefällt das album sehr gut, eine art musikalisches hörbuch, die pianistin ist ausgezeichnet!

      @marie: wie selbstlos, dass du dich so bemühst, dass herr halter endlich spannend schreiben lernt, obwohl er dir so gleichgültig ist …

    4. #4 Linny

      13:35 Uhr, 14.9.2010, Link

      verehre kutti, hab das schule der unruhe-album gekauft und höre es mir zum einschlafen an; was nichts negatives heisst. vera kappeler ist wie immer grandios und so auch der sartorius. gut gut gut.

    5. #5 marie

      17:00 Uhr, 25.9.2010, Link

      La Bombe – offenbar ein Blindgänger!

      Selbstlos wie ich bin, empfehle ich die Rezension der NZZ vom 24. September 2010:

      dau. ? Auf seinem ersten Album «Jugend & Kultur» frotzelte er gegen die Trend-Hinterherläufer. Kutti MC war der Anti-Szeni, der Gegen-Gangster. Der Rapper mit Anspruch. Ironisch, gespalten, giftig, grossartig. Das war vor fünf Jahren. Heute und zwei weitere Kutti-Alben später («Dark Angel», 2006, und «Sunne», 2009) ist Schluss mit Rap. Jetzt macht Kutti MC-Musik und Poesie – Poesie, wie sie Jürg Halter, Schöpfer der rappenden Kunstfigur, schon seit Jahren pflegt. Das Resultat dieser Einswerdung seiner Künstler-Disziplinen nennt Halter selbst «Spoken Word Songs». Wir nennen es Geschwurbel. Der Bandname spricht Bände: «Schule der Unruhe». Wie aufgeblasen, wie angestrengt! Mit weinerlicher Stimme parliert Dichter-Rapper Halter seine Weltschmerz-Verse, einmal auf Hochdeutsch, dann auf Französisch. Immer mit starkem Accent fédéral. Das Klanggerippe zimmern Halter der aufstrebende Schlagzeuger Julian Sartorius, die hochgelobte Pianisten Vera Kappeler sowie der Gitarrist Philipp Schaufelberger. Ihr Sound aber bleibt skizzenhaft, hingeworfen. Die Musik klingt so kopflastig, wie sich ein Nicht-Jazzer Jazz vorstellt. «La Bombe» geht nicht hoch.

    6. #6 Jan Krattiger

      15:58 Uhr, 27.9.2010, Link

      @marie Sag‘ ich ja: «Die Musik klingt so kopflastig, wie sich ein Nicht-Jazzer Jazz vorstellt.» Ich oute mich sehr gerne als Nicht-Jazzer :)

    7. #7 isabel

      09:10 Uhr, 30.9.2010, Link

      Gute Alben spalten die Meinung, hier hat es jemand verstanden:

      Jürg Halter und das Wort zum Sonntagnachmittag
      Von Christoph Fellmann.

      Der Berner Poet und Rapper hat eine dritte Ausdrucksform gefunden: Spoken Word kombiniert mit Jazz.
      Schule der Unruhe: La bombe (Traumton); CD-Taufe: heute Donnerstag, 20 Uhr, Theater Neumarkt, Zürich.

      Der Jazz tröpfelt träge aus den Lautsprechern, in impressionistischen Vagheiten und maulfaulem Swing. Aber natürlich können so was nur die Besten spielen, so, dass es einen auch interessiert. Und Jürg Halter hat hier, in seiner neuen Band, drei der besten jungen Jazzmusiker im Land hinter sich: Vera Kappeler an Klavier und Harmonium, Philipp Schaufelberger an der elektrischen Gitarre und Julian Sartorius am Schlagzeug.

      Mit wenigen Tönen erzeugen sie eine verhangene Sonntagnachmittagsstimmung, in der man sofort imstande wäre, zu rauchen und schweren Rotwein zu trinken. Das erinnert ein wenig an den Laid-Back-Jazz eines Chet Baker, zu dem die Beatniks in den 50er-Jahren den Aufbruch halluzinierten.

      Jazz und Poesie

      Ja, auch die Schule der Unruhe spielt Jazz und Poesie. Bloss dass die Unruhe hier nicht ins Tingeln und Trampen mündet, sondern sozusagen stationär (in der Schweiz) und als Unruhe also erhalten bleibt. Denn davon handeln die Spoken Words von Jürg Halter durchaus, die Gedichte, Liedtexte und Kürzestgeschichten. Und so ists bald aus mit der sonntäglichen Ruhe; jedenfalls, wenn man denn nicht nur auf den bernisch gefärbten Tonfall, sondern auch auf die Texte selber hört. «Sag nicht, dass du an mich denkst, indem du mich vergisst», heisst es zum Beispiel, oder: «Heimat ist immer auch dort, wo ich mich frage: Was mache ich eigentlich noch hier?»

      Halters poetische Weltsicht hat – neben seinen gedruckten Gedichten und seinen Raps als Kutti MC – mit dieser Band einen dritten Ausdruck gefunden, und auch dieser leuchtet auf fast der ganzen Länge dieser Debüt-CD ein. Es gibt den einen oder anderen Moment, da das Unversicherte ins leicht Bräsige kippt, aber was bedeutet das schon gegen das Chanson «La bombe», das trotz seinem jovialen Français fédéral sehr beunruhigend klingt, oder gegen den fulminanten und klugen «Schweizer Psalm», der das Album abschliesst.

      (Tages-Anzeiger)

    8. #8 MARTIN ART

      12:59 Uhr, 17.10.2010, Link

      …eben unkonventionell und nicht sofort erfassbar… – sich nicht dem üblich erfolgsversprechenden Diktat eines möglichst garantierten Erfolges unterwerfen wollen’s. – Ist doch für viele, ein sensibilisiertes Abwägen bei der Beurteilung dieses Werks von Jürg’s Schule der Unruhe zu mühsam oder gleichsam zu anspruchsvoll. Manchmal braucht es Zeit, um auf einer Stufe relativ nahe zu stehen, damit die eigenen Sinnen entsprechend etwas vorbehaltloser „das noch Unbekannte“ besser nachvollziehen können. – Gängig unverbindlich vorgetragener Unterhaltungsklamauk (pflegeleichte Kost) gibt es ja mehr als genug. Da wirkt ein unkonventioneller Vortrag geradezu erfrischend, wenn sich endlich einer mit Mut und Zuversicht auf neue Wege der Vermittlung von Botschaften/Verlautbarungen zwischenmenschlicher Enttäuschungen /Erwartungen /Wünsche /Bedürfnisse wagt! Schon alleine das gewagte Risiko dazu, verdient meine Hochachtung! Viel Kraft und Glück Jürg, auf Deiner weiteren experimentellen Wegstrecke. Toi, toi, toi!!!

    9. #9 marie

      12:45 Uhr, 7.11.2010, Link

      „Sie gibt mir Kraft“, hörte ich einen Herrn am Ende des Sophie Hunger Konzert im Volkshaus danken!!! Und jetzt, wünscht Herr Art dem Herr Halter Kraft, für seine weitere Wegstrecke!
      Die guten Kraftspenderinnen, -empfänger, Mutmacherinnen und Glückswünscher gibts’s noch. Toi, toi, toll!

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