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  • Das Zürich Openair nach der Taufe

    Von    |   31. August 2010   |   13 Kommentare

    Viel zu reden gab es, das nun gebührlich getaufte ZÜRICH OPENAIR. Was aber bleibt zurück ausser Katerstimmung und Dreck?

    Sleepy Sun lieferte den perfekten Auftakt und unterstrich mit nonchalanter Eleganz den Anspruch, die momentan beste PsychRock-Band der Welt zu sein. Dazu erste Seifenblasen und letzte Sonnenstrahlen vor der Sintflut.

    Courtney Love bleibt trotz solider Show eine der zu vielen Personen, denen alle Welt Geld in den Hintern steckt für nix Besonderes. Dieses hätte man angesichts der „organisatorischen Kinderkrankheiten“ besser investieren können.

    Schon ab der Wucht und Komplexität von Health war die Riot Bitch wieder vergessen. Vive La Fêtes elektrisierende Show bot dem Regen noch Paroli, The Hives weniger und während Kashmir versickerte die Lust auf Placebo langsam im Bier und Matsch.

    Mando Diao – hört man munkeln – wurden zwar am Flughafen verschusselt, liessen sich aber beim routinierten Auftritt nichts anmerken. Das Rckstr-Halli Galli im Party-Zelt nebenan übertönte I Am Kloot, The XX boten eine grandiose Clubshow und Faithless pushten it mit einzwei Klassikern „to another level“, den Underworld beinah halten konnte.

    Die wunderbare Stimme von JJ schien sich ab ihrem Konservensound selber zu genieren und Jonsi flippte aus, ohne dass man’s ihm wirklich abnahm. Kate Nash trocknete mit Langeweile den ersten Schlamm, während Gemma Ray ihre Gitarre mit einem Fleischermesser traktierte. Belle & Sebastian waren ganz nett, aber vermochten die aufkommende Katerstimmung nicht recht zu vertreiben. Was auch der Ausblick auf das finale Massengepoge zu The Prodigy nicht schaffte.

    Zum Glück der Veranstalter wurde die zweite Premiere des Festivals nach Anfangsschwierigkeiten zum Selbstläufer: Die beherzten Auftritte der Bands, der geduldige Einsatz der Helfer und die durchwegs friedliche Stimmung im Volk liessen die misslichen Umstände (immer wieder) vergessen.

    Scheinbar wurde aber eher auf die Anziehungskraft der grossen Namen und Ist-doch-egal-Attitüde des Publikums gesetzt als auf Bierfluss-Garantie und vernünftigen Gehweg-Ausbau. Weil Zweckoptimismus den Notfallplan nur selten ersetzt, können nicht nur die Besucher fast froh sein, dass mit knapp 40’000 Nasen die Erwartungen nicht ganz erreicht wurden.

    Zurück bleibt ein Feld, auf dem keine Knolle mehr wächst, eine sich in alle Himmelsrichtungen verlaufende Dreckspur und berechtigte Kritik als ernstzunehmender Lehrblätz für das OK. Auf hohem Niveau freilich, denn angesichts der Grösse und Sound- sowie Vergnügungsqualität war’s tatsächlich ein gelungenes Happening. Initiant Rolf Ronner kündigt jedenfalls schon vor Auswertung der Feedbacks an, dass „es nach einem solchen Start einfach weitergehen muss“.

    So hartnäckig wie der Schlamm auf der Hose hält sich dann auch die Erinnerung an unzählige strahlende Gesichter, tanzende Gummistiefel und einige starke Konzerte. Eine ähnliche Sause in den nächsten Jahren wäre zu begrüssen – als unkomplizierte Abwechslung zum angestrengt coolen Zürcher Stadtalltag. Wenn beim angestrebten Bombast bloss auch ein Aug und Ohr auf die kommerziell weniger, aber musikalisch mindestens ebenso attraktiven Bands (und DJ’s) behalten wird.

    Was hat Euch gefallen – und was weniger?

    13 Reaktionen

    1. #1 ERster

      19:34 Uhr, 31.8.2010, Link

      Das Feld ist und wird nie ein Ackerland sein, bloss ne Wiese:)

    2. #2 seb

      23:39 Uhr, 31.8.2010, Link

      man musste nur nah genug ran bei kloot, dann war das wieder mal ne wunderbare sache. auch sonst muss ich sagen, waren die konzerte grösstenteils sehr gut. vor allem der sound war bis auf maximo park fast immer sehr gut und druckvoll.

      ausser den konzerten, gab es aber wirklich wenige lichtblicke…

    3. #3 Dominik

      08:31 Uhr, 1.9.2010, Link

      Puuh rein vom Tonfall her, wie du das geschrieben hast, musst du ein beschissenes Wochenende gehabt haben…

    4. #4 Marco Durrer

      11:58 Uhr, 1.9.2010, Link

      @Dominik: im gegenteil, das wochenende war (den umständen entsprechend) grossartig! aber der tag danach wohl ziemlich beschissen…

    5. #5 Gautschi

      13:18 Uhr, 1.9.2010, Link

      wunderbare zusammenfassung vom Durrer; Soundqualität gut, Bands vernünftig bis mittelprächtig, Organisation fragwürdig bis peinlich, Bierpreise Züri-typisch, der Rausch entsprechend kostspielig…zukünftig meide ich ähnliche Grossanlässe…freue mich jetzt schon aufs nächste B-Sides…
      Wie erwähnt hätten kommerziell weniger attraktive, dafür mit Herzblut spielende Bands der Veranstaltung gut getan. Die Hives spielten offensichtlich für MTV…Kashmir und Sinner DC überzeugten erwartungsgemäss…
      Fazit mit den Worten meines ehemaligen Mathelehrers: Nicht schlecht,2-3

    6. #6 Dominik

      15:43 Uhr, 1.9.2010, Link

      @Marco: Für mich klang es irgendwie eher angeschissen, denn cool/lässig (falls das beabsichtigt war…)

    7. #7 Florence

      17:16 Uhr, 1.9.2010, Link

      1 JJ (obwohl das konzert durch den verdammten rockstr zelt soundmatsch arg beeinträchtigt wurde; im zelt befanden sich zu diesem zeitpunkt ca. fünf personen) 2 Underworld (hat mich erstaunlich mitgerissen) 3 The XX (sind einfach wunderbar, ein kunstwerk) 4 Kashmir (leider durch die sintflut beeinträchtigt)

      grundsätzlich: bei diesem katastrophalen wetter wären auch andere festivals an ihre grenzen gekommen. ich fand, vieles hatte noch den charme des nicht perfekten und mir macht es nichts aus, wenn ich an einem festival kein green thai curry für 15fr (+ 6fr für gabel, messer und teller) bekomme. sympathisch war, dass kinder in begleitung von erwachsenen gratis aufs gelände durften.

      sehr edel war auch die skandinavienlastige musikauswahl, hoffentlich dürfen wir uns nächstes jahr auf bands wie trentemöller, röyksopp, efterklang, myslovitz oder beach house freuen. gut, letztere beiden sind nicht aus skandinavien, passen aber ins konzept… blonde redhead, the walkmen, a place to bury strangers und fxxk buttons wären auch nicht schlecht. und krakov loves adana undundund :-)

    8. #8 Marco Durrer

      17:31 Uhr, 1.9.2010, Link

      @Dominik: es sollte weder angeschissen, noch cool klingen, sondern einfach im schnellstdurchlauf subjektive augenblicke/gedanken festhalten, die am tag danach noch haften geblieben sind. ein bisschen kritisch, aber wohlwollend, weil die meisten festivals an sich schon ne super sache sind. und so ein 3-tages festival – wenn man hauptsächlich wegen der musik dorthin geht – ist halt nicht nur friedefreudeeierkuchen, sondern hat auch seine anstrengenden momente. vor allem, wenn nicht nur die lieblingsbands spielen… kann trotzdem ne gute zeit gehabt haben, auch wenn am übermüdeten tag danach die grossen jubelschreie ausbleiben.
      aber tant pis, vielleicht warst du grad mit dem falschen fuss aufgestanden, als du’s gelesen hast… ;)

    9. #9 Dominik

      17:35 Uhr, 1.9.2010, Link

      Danke für die Erklärung, angreifen wollte ich dich nicht, ich hab das auch nur kurz festgehalten :) vielleicht liegt’s wirklich am falschen Fuss…

    10. #10 bonade

      22:11 Uhr, 1.9.2010, Link

      also die organisation war unter aller sau. da läuft wohl noch einiges falsch, wenn einem nach 3h anstehen am eingang, beim bierbestellen die dame hinter dem tresen sagt“ „sorry, wir haben gerade kein bier, ich muss auf den chef warten, bis dieser wieder ein bierfass anschliessen kann“.

      auch die soundqualität war nicht nur bei maximo park scheisse sondern auch bei mando diao oder dEUS eher mässig.

      die disco war zudem typisch rockstar, dick aufgetragen, jedoch extrem schlecht aufgelegt und abgemischt.

      dafür waren kashmir, the xx und auch autokratz grossartig.

    11. #11 Iwon

      14:36 Uhr, 2.9.2010, Link

      Das Weekend war wirklich toll! Klar, gab es Dinge die nicht gepasst haben. Aber alles in allem zählt doch einfach die gute Musik und der Spass – und davon war reichlich vorhanden :)
      Hoffentlich nächstes Jahr wieder!

    12. #12 pee

      23:08 Uhr, 4.9.2010, Link

      sehr züri-like, wenn die organisatoren am selben wochenende wie die musikfestwochen (gibts auch schon 30jahre) so ganz ohne kommunikation 15km entfernt ein solches ding auf die beine stellen. („wir haben’s ja nicht nötig“).

      alle anderen veranstaler sprechen sich datumsmässig untereinander ein bischen ab…

    13. #13 flo

      16:30 Uhr, 6.9.2010, Link

      «Ja. das mit den Musikfestwochen ist wirklich nicht schön. Aber es gab wirklich kein anderes Datum. (Anlässe in der Stadt Zürich, andere grosse Festivals…)»

      Quelle:
      http://www.indienet.ch/board/index.php?page=Thread&postID=197534#post197534

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