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  • Die drei Ausrufezeichen im dicken B

    Von    |   26. August 2010   |   1 Kommentar

    Die New Yorker Disco-Rocker von !!! legen ihr Berlin-Album vor. „Strange Weather, Isn’t It?“ groovt leider ziemlich blutleer.

    Wie klingt das Berlin der Gegenwart? Vermutlich nicht wie Lou Reed’s „Berlin“ und ganz bestimmt nicht wie David Bowie’s „Low“. Mit ihrem vierten Album stellen sich !!! in die lange Tradition der Berlin-Alben. Allerdings setzen die Amerikaner mit „Strange Weather, Isn’t It?“ (Warp) ganz im Gegensatz zu Bowie und Reed auf Tanzbarkeit.

    Die New Yorker verweilten für einen Teil der Aufnahmen, die unter anderem im Keller des Festsaals Kreuzberg stattfanden, in der Hauptstadt und liessen sich vom lokalen Clubsound beeinflussen. Die Vorab-Single „AM/FM“ klingt jedoch wie gesagt eher nach Madchester als nach Berlin. Auch der Rest des Albums bietet eine Mischung aus Funk-infizierter Rockmusik und elektronischen Grooves, die so ähnlich durchaus auch in den frühen 90ern in Manchester entstanden sein könnten.

    Im Gegensatz zum Laptop-Minimalismus der Berliner Elektronik-Szene, der auf dem Album lediglich im einen oder anderen stampfenden Beat zum Ausdruck kommt, musizieren !!! organisch wie gewohnt. Mit Schlagzeug, Gitarre, Bass, Syntheszier und Saxophon und elektronsichem Zubehör erzeugen sie eine Musik, die mitunter an den Electro-Funk von International Pony erinnert, allerdings haben die New Yorker nicht den Humor der Hamburger. Stellenweise tauchen Hot Chip als Referenz auf, nur fehlen !!! deren Hooks.

    Spurenelemente der Post-Punk-Wurzeln der Band lassen sich zwar noch ausmachen, doch man vermisst die rohe Energie des Debüts, die bereits auf „Myth Takes“ abhanden gekommen war. Was bleibt, ist kalkulierte Tanzbarkeit. Die Afro-Beat-Anbiederung „Steady As The Sidewalk Cracks“ ist der Tiefpunkt dieses Albums, das bestätigt, was man insgeheim längst vermutet hat: !!! sind zwar eine flotte Groovemaschine, können aber keine zwingenden Songs schreiben. Statt Dynamik dominiert Beliebigkeit. Nach einem endlosen „Don’t Stop“ zu einem plakativen House-Beat ist man froh, dass nach einer Dreiviertelstunde schliesslich Schluss ist.

    Ein Berlin-Album zum Vergessen. Die beste Tanzplatte des Jahres bleibt „24/7“ von Die Sterne. Aber die sind ja bekanntlich auch aus Hamburg.

    > Albumstream

    Eine Reaktion

    1. #1 Matthias P

      14:23 Uhr, 26.8.2010, Link

      Mann muss die Soundanlage nur ordentlich aufdrehen, dann groovt es auch ;-)

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