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  • Tom Jones: Der altersmilde Tiger

    Von    |   27. Juli 2010   |   1 Kommentar

    Tom Jones schmachtet auf seinem neuen Album nicht mehr für das andere Geschlecht, sondern singt den Gospel im Namen des Herrn. „Praise And Blame“ strahlt eine altersmilde Weisheit aus, die an den späten Johnny Cash erinnert.

    Als Tom Jones seine neuen Songs der Plattenfirma vorstellte, war man bestürzt. Er habe doch einen Mercedes bestellt, nun aber habe er einen Leichenwagen erhalten, kommentierte Island-A&R David Sharpe das neue Material des millionenschweren Vertragspartners in einer E-Mail, die an die Öffentlichkeit gelangte. Statt über weltliche Versuchungen singt ‚The Tiger‘, wie man Jones auf dem Zenit seiner Karriere zu nennen pflegte, auf seinem 39. Studioalbum über himmlische Offenbarungen.

    Natürlich kommt man nicht umhin, beim pastoralen Grundton von „Praise And Blame“ an die „American Recordings“ von Johnny Cash zu denken. Dass mit „Ain’t No Grave“ der Titelsong von dessen letztem Vermächtnis auf dem Album vertreten ist, ist laut Tom Jones reiner Zufall. „Praise And Blame“ sei nicht, wie überall geschrieben werde, bewusst den „American Recordings“ nachempfunden, lässt der Waliser auf seiner Website verlauten. Trotzdem klingt die Platte über weite Strecken so.

    Kein Wunder, sind mit „Run On“ und „If I Give My Soul“ doch gleich zwei weitere Songs vertreten, die Johnny Cash ebenfalls gecovert hat. Die spartanischen Arrangements mit Gitarren, Banjo, Piano und dezenter Perkussion klingen ebenso zeitlos wie die Aufnahmen, die der Man in Black mit Rick Rubin eingespielt hat. Auch der britische Produzent Ethan Johns lässt der Stimme viel Raum. Diese ist in Bestform und klingt entwaffnend authentisch.

    Doch auch wenn Tom Jones bisweilen so altersmilde klingt wie der Man in Black, ist „Praise And Blame“ letztendlich eben doch mehr als eine Kopie der „American Recordings“. Denn der 70-Jährige begnügt sich nicht mit der Rolle des Waisen im Schaukelstuhl. Mit jugendlicher Energie erklimmt seine Stimme anstrengungslos die höchsten Höhen. In den rockigen Blues-Nummern „Burning Hell“, „Lord Help“ und „Don’t Knock“ wird deutlich, dass die Libido des Tigers noch nicht erlahmt ist.

    Tom Jones gelingt mit „Praise And Blame“ ein Spagat, den schon der junge Ray Charles beherrschte. Er macht Rock’n’Roll im Namen des Herrn. Und klingt dabei um einiges glaubwürdiger wie wenn er an seinem „Sex Bomb“-Image festgehalten hätte.

    > Albumstream „Praise And Blame“

    Eine Reaktion

    1. #1 zotto

      10:41 Uhr, 7.8.2010, Link

      wahrlich ein grossartiges album. knochiger blues & gospel treffen aufeinander, dank tom jones stimme aber hängt alles zusammen. ^tres jolie!

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