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  • Platte der Woche: Lower Dens – Twin-Hand Movement

    Von    |   23. Juli 2010   |   4 Kommentare

    Aus Texas nach Baltimore übergesiedelt gründet Jana Hunter mit drei Jungs die Band Lower Dens. Mit ihren Gefährten begibt sie sich auf eine Reise, die den Weg zum Ziel hat und dabei immer wieder geheimnisvolle Gegensätze zu Tage fördert.

    Sie scheinen die richtigen Töne getroffen zu haben, die beiden Begleitmusiker, die sich Jana Hunter 2008 auf ihrer Solo-Tour zur Unterstützung mit auf die Bühne geholt hat. Quasi on the road gründet sie zusammen mit dem Drummer Abram Sanders und dem Bassisten Goeff Graham die Band Lower Dens, deren Line-Up kurz darauf mit der Aufnahme des Gitarristen Will Adams komplettiert werden soll.

    Mit reduziertem Weird-Fi und einer kreidetrockenen Stimme hatte sich Hunter zuvor im Dunstkreis von Devendra Banhart und Konsorten einen Namen erspielt. Doch wer glaubt, die Singer/Songwriterin hätte die Mitmusiker zur blossen Verdichtung und Ausstaffierung ihrer kargen Kompositionen an Bord geholt, der irrt. Hunter schreibt neues Material und die Band verhilft ihrem Songwriting, in dem sie sich früher gut und gerne mit stoischer Gelassenheit verloren hat, zu neuer Dynamik.

    Seite an Seite scharwenzeln Gitarren, Drums und Vocals durch die Songs und wie in jeder Wandergruppe, sind sie auch hier zu finden: die Zugpferde, die Streuner, die Bremsklötze. Abwechslungsweise übernehmen die Instrumente die Führung und sind um den nötigen Drive besorgt, während andere auf wilde Streifzüge gehen oder sich zurückfallen lassen. So ist es mal der konstante Basslauf, der einen Song vorantreibt, die Gitarren auf Entdeckungsreise schickt und sie – bevor sie endgültig vom Weg abkommen – wieder back on track holt oder es sind Hunter und Graham, die einem Beat, der die Zügel schleifen lässt, im Duett unter die Arme greifen. Die Musik von Lower Dens spielt nach dem Motto: Der Weg ist das Ziel.

    Auf dem Papier wird der Sound der Band häufig mit den Labels New Wave oder Drone Pop behaftet, immer wieder schaut er sich allerdings auch mal in bester Shoegaze-Manier die Zehenspitzen wund. Wie man es auch nennen will, mit „Twin-Hand Movement“ ist Lower Dens ein atmosphärischer Wurf gelungen, dessen dunkel schimmernde Songperlen allesamt einen Gegensatz bergen: vorwärtsgerichtete Dynamik wirkt hier ungemein hypnotisch, raue Gitarren streicheln sanft die Sinne und „unheimlich“ hat sich noch nie so unheimlich beruhigend angefühlt.

    Und wenn man sich in „I Get Nervous“, einem Traumfänger aus verwaschenen Gitarren und dem steten Chick-Chick eines Hi-Hats, verfängt und aus der Ferne aus Hunters Mund die warmen Worte „in the same rich path, you and I align“ vernimmt, dann wird klar, dass hier vier Musiker auf Augenhöhe eine Reise angetreten haben, auf der es auch in Zukunft eine Menge zu entdecken geben wird. Und insgeheim hofft man, dass der eingeschlagene Weg die Band ewig weiterführt.

    > „Twin-Hand Movement“ ist am 20. Juli auf Gnomonsong erschienen.

    Lower Dens – Tea Lights

    [audio:http://downloads.pitchforkmedia.com/Lower%20Dens%20-%20Tea%20Lights.mp3]

    Lower Dens – Hospice Gates

    [audio:http://www.gnomonsong.com/mp3s/10%20Hospice%20Gates.mp3]

    Lower Dens – I Get Nervous

    4 Reaktionen

    1. #1 Ralf

      18:59 Uhr, 25.7.2010, Link

      Fantastische Platte. Danke für den Tipp.

    2. #2 PopSociety

      15:49 Uhr, 5.9.2010, Link

      Im Dezember wahrscheinlich auch live zu erleben…

    3. #3 Stephen Frost

      23:11 Uhr, 7.11.2010, Link

      wirklich wunderbar Punkt – ich hatte nicht von dieser Musik, wie die Arbeit von einer Person in einer Band umgewandelt, und dann die ganze Band zu einer neuen Einheit gedacht.

    4. #4 Nordicjack

      20:48 Uhr, 10.8.2011, Link

      Gestern in London gehört und gleich begeistert….

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