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  • Wovenhand: Alter Wein in neuen Schläuchen

    Von    |   11. Mai 2010   |   0 Kommentare

    Auf David Eugene Edwards ist Verlass. Mit „The Threshingfloor“ verkündigt der unermüdliche Wanderprediger das sechste Evangelium von Wovenhand.

    „Bara Devlam / devlam bara / devlam bara / istenem“ – David Eugene Edwards spricht mal wieder in fremden Zungen. Die Gitarre im Titelstück von „The Threshingfloor“ klingt wie von einer Sitar besessen. Hypnotische Tablas erklingen und ein Dudelsack lamentiert in den gottverlassenen Gassen von Sodom und Gomorrha.

    „Devlam bara“ heisst in der Sprache der Roma „grosser Gott“, „Istenem“ bedeutet „mein Herr“. Dass auch das sechste Album von Wovenhand ganz im Zeichen des Allmächtigen steht, ist keine Überraschung. Edwards fährt mit seiner Predigt dort weiter, wo er vor zwei Jahren stehen geblieben ist.

    Aus der Distanz betrachtet erscheint der Split von 16 Horsepower wie eine unnötige Zäsur in der Karriere des Ausnahmesongwriters aus Denver, Colorado. Edwards war das Mastermind des legendären Trios, genauso wie er nun Wovenhand in Eigenregie führt. Abgesehen vom Namenswechsel scheint alles beim Alten. 16-HP-Bassist Pascal Humbert begleitet die One-Man-Show auch auf der aktuellen Tour.

    Woven Hand hat sich über die Jahre von der Folkband zurück zur Rockband entwickelt, aus der das Projekt 2001 hervorgegangen ist. Zwar gibt es auf „The Threshingfloor“ auch einige magische ruhige Momente, doch die druckvollen Songs überwiegen. Das Album vereint den fiebrigen Zorn von „Ten Stones“ mit der schamanischen Energie von „Mosaik“. Die Heimwehhymne „Denver City“ bietet fast schon lüpfigen Rock’n’Roll, doch die übrigen Rocknummern klingen so unheilschwanger wie man es sich vom Gothic-Dichterfürsten gewohnt ist.

    Die Jünger von Wovenhand werden sich mit Wonne am alten Wein laben, den Edwards in neue Schläuche abgefüllt hat. Eine Überraschung bietet „The Threshingfloor“ nichtsdestotrotz – das New Order-Cover „Truth“. Die Drums und der Synthesizer klingen wie ein Echo des Originals, doch sobald Edwards‘ Stimme einsetzt, scheint es als stamme der Song aus seiner eigenen Feder.

    Wovenhand – Truth

    [audio:http://www.78s.ch/wp-content/uploads/2010/05/Wovenhand_-_The_Truth.mp3]

    > Wovenhand live:
    13. Mai, Theatre De L’Alhambra, Genf
    20. Mai, Columbia Club Berlin
    21. Mai, Orange Blossom Special-Festival, Beverungen (veranstaltet vom Label Glitterhouse, wo auch der Backkatalog von Wovenhand erhältlich ist)

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