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  • 78s has left the building. ¯\_(ツ)_/¯

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  • Alternativ-Radios versus Majors: Heulsusen unter sich

    Von    |   28. April 2010   |   34 Kommentare

    Schweizer „Alternativ-Radios“ wehren sich gegen das elektronische Bemusterungsportal MPN von „Major-Labels“. Was wie ein Witz klingt, ist traurige Realität. (Jetzt mit Replik von Leo Niessner).

    Die Vorwürfe von Kanal K, Radio 3fach und weiteren Lokalradios an die Adresse der Major-Labels EMI, Universal, Sony Music und Warner haben es in sich. In einem Communiqué teilen sie mit, dass die Plattenfirmen die Zusammenarbeit mit den Radiostationen per Ende März «faktisch eingestellt» haben. Grund: die digitale Bemusterung von Tonträgern. Statt die Radiosender weiterhin mit physischen CDs zu bemustern, würden die Radiostationen auf die Plattform Music Promotion Network (MPN) geschickt. Der Haken daran: Das MPN kostet gemäss Radiostationen zu viel Geld, u.a. für Einrichtung einer fixen IP-Adresse. Sprich, die Promo für Labels und ihre Klienten kostet die Radiosender nun eine Stange Geld, die sich nicht haben. Darum haben sie sich nun zusammengeschlossen und protestieren.

    Was als eine Krise der Distributoren im Musiksektor begonnen hat, weitet sich nun in Richtung Multiplikatoren, in diesem Beispiel, auf die Alternativ-Radios aus. Eine an und für sich logische Konsequenz, die ironischerweise aufzeigt, dass die Alternativ-Radios noch weniger weit im digitalen Zeitalter angekommen sind als die Majors. Und das ist ein sehr grosses Armutszeugnis. Das soll die Zwangsgebühr und die Interview-Verbote der Majors keineswegs rechtfertigen. Die wird von den Radios zurecht angefochten, das ist schlicht und einfach eine Frechheit. Die Radiostationen werden für Werbung zur Kasse gebeten, das ist Unsinn. Nichtdestotrotz haben die Alternativ-Radios ihre Hausaufgaben ebenfalls nicht gemacht.

    Soweit die Fakten und die Einschätzung. Nun die Fragen: Wozu sind „Alternativ-Radios“ auf „Major-Label“-Bemusterungen angewiesen? Wieso spielen sie nicht einfach alternative Musik, wie es per definitionem sowieso ihre Absicht wäre? Wieso benötigen professionell arbeitende Musikredaktionen überhaupt noch Bemusterungen? Bemusterungen treffen im Zeitalter der „Neuen digitalen Veröffentlichungsterminen“ aka Leaks sowieso viel zu spät ein. Und auch das Qualitätsargument zieht nur bedingt: Zwischen einem 190er mp3-File und einem FLAC-File gibt es für den geneigten UKW- und Internet-Radio-Hörer sowieso keinen Unterschied. Und wenn ihr nunmal Rihanna, Robbie Williams oder Lunik spielen möchtet, dann rippt den Scheiss doch einfach. Zieht ihn euch in der schlechtesten Qualität von Youtube herunter und lasst ihn über den Sender „brösmelen“. Da werden dann die Majors ihre helle Freude dran haben.

    Wieso liebe Alternativ-Radios seid ihr überhaupt noch auf den Input von Majors angewiesen? Es wird Zeit, dass ihr euch emanzipiert, kreativ mit der Situation umgeht. Werdet unabhängig, wie ihr es euch ja sowieso schon lange auf die Fahne schreibt. Die MPN-Diskussion zeigt jedoch auf, dass ihr es mitnichten seid und fast noch hilfloser auf die neuen Gegebenheiten in der Musikindustrie reagiert als es die Majors tun. Denn eine Musikberichterstattung ohne Majors ist möglich.

    REPLIK: DJ Leo/Indie-Team (www.djleo.net)

    Als Vertreter der Unikom-Radios und Mitverfasser des Communiqués muss
    ich leider feststellen: Mathias Menzl hat die Medienmitteilung
    offenbar nicht richtig gelesen oder sie nicht verstanden – im
    Gegensatz zu den meisten anderen Journalisten, die in der Presse
    daraus zitiert haben. Dadurch entsteht ein falscher Eindruck über die
    alternativen Radios, was der Sache nicht gerade förderlich ist. Zumal
    78s mit seiner Blog-Funktion für die Musikszene eine ähnliche
    Funktion ausübt wie unsere Sendungen und Sender.

    Aus unser Mitteilung geht ganz klar hervor, dass die alternativen
    Radios nichts gegen eine digitale Bemusterung mit Musik haben. Im
    Gegenteil: Uns ist völlig klar, dass dies zukunftsgerichtet ist.
    Bereits wird in vielen Sendern auch emsig mit digitalen Dateien
    gearbeitet. Als Beispiele werden in der Pressemitteilung gut
    funktionierende Bemusterungs-Download-Plattformen wie diejenige vom
    Musikvertrieb oder promofabrik.de zitiert, mit denen wir arbeiten.
    Zentraler Punkt ist aber, dass uns die Musik kostenlos zur Verfügung
    gestellt wird. Keine der finanziell schwach dotierten Sender und
    Presseagenturen ist bereit, für vier Labels zu zahlen, deren Musik nur
    gerade zwischen 10 und 30 Prozent des Programmes ausmacht! Wir
    arbeiten mit unzähligen anderen kleinen Plattenfirmen zusammen, die
    längst gemerkt haben, wie man richtig bemustert. Wie die
    Medienmitteilung besagt, würde für sie ein Präzedenzfall geschaffen,
    sollten die Unikom-Sender bei MPN unterschreiben. Jeder würde dann für
    die Musikbemusterung Geld verlangen. Das können sich unsere Sender
    schlichtweg nicht leisten.

    Replik auf:
    «Soweit die Fakten und die Einschätzung. Nun die Fragen: Wozu sind
    “Alternativ-Radios” auf “Major-Label”-Bemusterungen angewiesen? Wieso
    spielen sie nicht einfach Alternative Musik, wie es per definitionem
    sowieso ihre Absicht wäre? Wieso benötigen professionell arbeitende
    Musikredaktionen überhaupt noch Bemusterungen? Bemusterungen treffen
    im Zeitalter der “Neuen digitalen Veröffentlichungsterminen” aka Leaks
    sowieso viel zu spät ein».

    Antwort:
    Erstens mal stellt sich da natürlich die Frage: Was ist «Alternative
    Musik»? Soll ich nun Coldplay (EMI) oder die Manic Street Preachers
    (Sony) zB. in meinen «Indie-Block»-Sendungen nicht mehr spielen, nur
    weil sie bei einem Majoroder in die Charts gekommen sind? Dabei waren
    wir in den 90ern die ersten in der Schweiz, die sie am Radio
    vorstellten! Dasselbe gilt für Oasis: Ich hatte sie einen Tag nach
    Release der «Supersonic»-Debütsingle in GB bereits exklusiv in der
    Schweiz in meiner Show, weil ich sie gut fand. Geht die Definition von
    «Alternative» oder «Indie» wieder zurück zu ihren Wurzeln? Das hiesse:
    «Nur was nicht bei einem Major-Label ist, gehört in diese Kategorie».
    Nein, bestimmt nicht! Wir lassen uns von den Majors zudem nicht
    vorschreiben, was alternativ ist und was nicht.

    Ansonsten gilt: Angewiesen sind wir auf die Major-Bemusterung zwar
    nicht, es gibt genug andere Bands, die noch so gerne am Radio gespielt
    werden wollen. Die Leidtragenden der ganzen Debatte sind aber die
    kleinen und mittelgrossen Bands der Majors, sowie die Clubs und
    Veranstalter, welche diese Acts buchen wollen. Für sie sind Sendungen
    wie mein „Indie-Block“ und die einzelnen alternativen Radios oft die
    einzige Plattform, die nun aber wegbricht. Die ersten Veranstalter
    haben sich denn auch bereits zu Wort gemeldet und überlegen sich
    ernsthaft, zukünftig keine Major-Bands mehr zu buchen.

    In dem Sinne ist es schade, wenn das Communiqé auf Mathias Menzl
    weinerlich gewirkt hat. Es sollte eigentlich auch dazu dienen, den
    Betroffenen, den Musikschaffenden, aufzuzeigen, was in der Branche
    passiert. Offenbar haben die Majors nämlich ihre Bands und Managements
    nicht über ihre Politik informiert. Nur so ist es zu verstehen, dass
    regelmässig ausländische Bands aus allen Wolken fallen, wenn wir ihnen
    mitteilen, dass wir ihre Musik nicht spielen können, weil wir sie
    nicht erhalten: Die Labels hätten ihnen versichert, sie prioritär zu
    behandeln und hätten die Musik bei MPN eingestellt, heisst es von den
    konsternierten Künstlern dann.

    Was Downloads über Rapidshare & Co. betrifft: Wir sind zwar
    alternative Sender. Das heisst aber noch lange nicht, dass wir alle in
    irgendwelchen Graubereichen arbeiten. Abgesehen davon, dass man noch
    längst nicht alle CDs so einfach im Internet findet, ist es für ein
    Radio heikel, mit Dateien zu arbeiten, die irgendjemand irgendwo
    illegal hoch geladen hat. Vor allem, weil manchmal die Qualität nicht
    gut ist (man darf nicht vergessen, dass der Sound am Radio noch massiv
    komprimiert wird, da tönt manches schnell mies!). Ausserdem gibt es
    geklaute Dateien im Netz, die irgendwelche Watermarks besitzen. Bisher
    wollte man sich damit nicht die Finger verbrennen (auch die
    alternativen Radios werden zT. getract, dh. mit Computern abgehört –
    es gab auch schon Reklamationen an die Urheberrechtsgesellschaften,
    und die Konzession will auch niemand aufs Spiel setzen).
    Grundsätzlich wird sich die Frage stellen, ob wir Radios und
    Journalisten selber ein Musikbemusterungs- und Medienportal aufbauen
    müssen. Wenn die Majors uns natürlich nicht mehr mit uns zusammen
    arbeiten, werden auch irgendwelche Release-Termine, auf die man bisher
    noch geachtet hat, bald niemanden mehr interessieren. Klar ist, dass
    sich die vier Plattenfirmen mit ihrer aktuellen Politik ein grosses
    Stück weiter überflüssig gemacht haben – zumindest die Schweizer
    Ableger.

    Ich hoffe, mit diesen Zeilen die 78s Berichterstattung etwas zu
    relativieren. Mit radioaktiven Grüssen, DJ Leo / www.djleo.net

    34 Reaktionen

    1. Majors rupfen kleine Lokalradios « Just News
    1. #1 jdw

      08:49 Uhr, 28.4.2010, Link

      naja, sachen wie band of horses, mgmt oder passion pit erscheinen halt bei majors. dumm von den majors dass die nicht merken dass das nie bei den kommerzradios gespielt werden wird, und sie deshalb auch auf unterstützung der alternativ-radios angewiesen sind.

      aber natürlich hast du recht, es gibt alternativen für die alternativen. liebe unikümmer, fragt einfach uns nach guter musik. wir haben zwar meist zuwenig promo-cds, aber ihr kriegt die songs auch als mp3 oder ich brenn sie euch auf CD…

    2. #2 Torrez

      08:54 Uhr, 28.4.2010, Link

      schön und recht, was du sagst mit der „emanzipation“. aber das mit den interviews finde ich schon eine frechheit. soll man die etwa auch lenwinfkln?

    3. #3 Thom Nagy

      08:56 Uhr, 28.4.2010, Link

      ich würde behaupten, de facto kommen die meisten alternativ-radios längst via hypem an neue musik. aber inwiefern das rechtlich ok ist, scheint mir noch unklar. ich nehme an, dieser aufschrei hängt damit – und mit dem interview-embargo zusammen.

      dass die unikom-radios ihre digital-kompetenz massiv aufbohren müssen, ist unbestritten. man darf aber nicht vergessen, dass sie im gegensatz zu blogs extrem ins copyright-system vergangener zeiten eingebunden sind.

      anywayz: cleverer storytitel!

    4. #4 peter

      09:59 Uhr, 28.4.2010, Link

      versuchs nochmal, aber dann etwas fundierter.
      radios funktionieren komplizierter als ein blog. man muss sich an konzessionen halten, hat also einen gewissen auftrag. gleichzeitig müssen viele alternative radios auch wirtschaftlich auf eigenen beinen stehen. man bezahlt auch suisa gebühren, hat teure studios etc… dann soll man auch noch werbung bezahlen?
      ich glaube nicht, dass ihr cede.ch dafür bezahlt, damit sie bei euch werbung schalten, oder?
      bezüglich illegale beschaffung von musik: ich denke kaum die SRG leitung wäre erfreut wenn sie wüsste, dass ihr am dienstag jeweils „geklaute“ musik spielt, aber man kann gerne mal anfragen.
      es gibt übrigens tatsächlich alernative radios, die seriös arbeiten. klar kommt am ende jeder zu seinen songs, aber das muss nicht sein. zusätzlich geht es bestimmt auch ein stück weit ums prinzip. die majors sollen ihren job machen, da gibt es nichts zu diskutieren.

    5. #5 Dominique Marcel Iten

      10:34 Uhr, 28.4.2010, Link

      Dein Appell hinkt an mehreren Ecken und Enden Mathias.
      Erstens ist es von den Majors schlichtweg irrsinn, für die eigene Promo und Unterstützung der Künstler die Radiostationen zur Kasse zu bitten. Das ist wohl das Dümmste, was sich die Majors in den letzten 3 Jahren geleistet haben.
      Du verlangst nicht Geld von dem, der dir von sich aus hilft, Geld zu verdienen. Das ist bescheuert und beweist wieder einmal, dass die Majors unfähig sind, mit anderen „zusammen zu arbeiten“.
      Hinzu kommt, dass viele Acts mit Indiestatus trotzdem auf Majors sind.
      Und deiner Aussage nach müssen ja dann auch alle grossen Major Bands wie Coldplay, Oasis, Kings Of Leon und Co. „zu Mainstream“ für ein Alternativradio sein. Come on, das hinkt, nicht?
      Ich kann bei Kanal K aus eigener Erfahrung sagen, dass man sich dort ganz und gar nicht gegen das digitale Zeitalter sträubt. Der digitale Umstieg ist natürlich die Zukunft, erfordert aber einen immensen zeitlichen und vor allem auch finanziellen Aufwand, welche Ausbildungsradios wie Kanal K, 3Fach oder Rabe sich nun mal nicht so schnell leisten können.
      Zudem hat ein Radio wie Kanal K oder 3Fach zum Teil einfach schlichtweg nicht die Kapazität, ganze Platten komplett im System digital zu erfassen.
      Und das macht grundsätzlich kein Radio, weil die Datenmenge irgendwann alle Kapazitäten sprengt.
      Brauchst du jetzt aber für eine Spezialsendung diese Songs oder jemand hat diesen Wunsch, bist du heilfroh, wenn du kurz im CD Archiv die entsprechende CD holen kannst.
      Und das mit dem runterladen….ich bitte dich, die Radios haben, auch wenn sie „Alternativradios“ sind, nach wie vor einen Leistungsauftrag zu erfüllen und sind auf eine Konzession der Bakom angewiesen. Natürlich macht man das auch ab und an, wenn gerade Musik nicht da ist. Dann ist man über Youtube oder andere Wege heilfroh, den betreffenden Track zu ergattern.
      Die Schweiz darf heilfroh über Radios wie Kanal K, 3Fach, RadioX oder Toxis sein. Die kleinen Brüder des Virus sind in musikalischer Hinsicht unglaublich spannend…auch wenn sie ab und an bekannte Songs wie „On Call“ von den KOL spielen.
      Die Mischung machts. Und es ist schlichtweg ein unglaublich schwieriger Spagat für diese Radios, Leistungsauftrag und Ausbildungsauftrag zu erfüllen und zugleich stets musikalisch und technisch am Puls der Zeit zu sein. Dafür haben diese Radios schlichtweg keine Kapazität, in mehrerer Hinsicht.
      Aber dafür muss man zuerst mal hineinsehen.

    6. #6 Mathias Menzl

      11:53 Uhr, 28.4.2010, Link

      @peter und DMI:
      1. Im Artikel wird die Aktion der Majors nicht gutgeheissen, das sollte klar sein. Auch wird die Daseinsberechtigung der Alternativ-Radios auf keine Art und Weise bestritten, im Gegenteil. Ich bin aber der Meinung, dass die Alternativ-Radios mit diesem MPN-Zwang spielerisch und kreativ umgehen sollten und nicht mittels einem Communiquée, das bei mir einen „weinerlichen“ Eindruck hinterlassen hat (Der Empfänger bestimmt die Botschaft).
      2. Dass CH Majors auch Vertrieb für ausländische Indies sind, ist mir klar. Ich behaupte auch nicht, dass es eine klare Trennung gibt. Allerdings gibt es alternative Wege an die Musik zu kommen.
      3. Was als „legal“ oder „illegal“, geklaut oder offiziell zugeschickt gilt ist kein schwarz-weiss-Spiel. Ist ein Track der auf mergerecords.com als legaler Download zur Verfügung steht für euch nicht spielbar, weil ihr die offizielle Promo von Universal noch nicht erhalten habt? Wenn ja, dann seid ihr selber schuld. Ist es illegal via Rapidshare die neue MGMT herunterzuladen? Nein, ist es nicht. Ist es illegal ein geleakter Track auf Youtube via filsh.net in ein mp3 zu konvertieren und am Radio zu spielen? Wird euch Universal Music verklagen, weil ihrvon einer geleakten CD einen Song vor dem offiziellen Release spielt? Was heisst denn „geklaute“ Musik? Wenn Jonathan Winkler von Irascible mich auf einen Coco Rosie-Vorabtrack hinweist, ist das dann legal zugespielt? Wenn mich Carlo Pozzi von EMI nicht auf einen offiziellen Vorabtrack der neuen Empire of the Sun hinweist, die australische Dependance per Newsletter aber darauf hinweist, darf ich in dann nicht spielen oder anbieten? Darum: Emanzipiert euch! Musikdistribution ist nicht mehr durch nationale Grenzen oder Unternehmensorganisations-Einheiten begrenzt, sondern Musikdistribution passiert global. Was als illegal und legal gilt kann niemand sagen, es gibt dermassen viele „inoffizielle“ Wege wie ihr an Musik herankommen könnt, bei der die Rechtssprechung nicht up to date ist.
      4. Der Unterschied eine Promo-CD einzulesen und einen Track herunterzuladen und einzulesen ist keiner. Weder zeitlich noch monetär. Ganze Alben einlesen macht ja keinen Sinn, wird von mir auch nicht behauptet.
      5. Was heisst „die Majors sollten ihren Job machen“. Frag die doch mal was ihr Job überhaupt ist. Alle Job-Felder sind im Fluss vor allem im Musikbereich. Da gilt es kreativ auf protektionistiche Major-Gebahren zu reagieren.
      6. Ich möchte auch nicht den Eindruck erwecken, dass ich den Alternativ-Radio vorwerfe, nicht seriös zu arbeiten. Der Heulsusen-Vorwurf ist kein Qualitäts-Vorwurf.

      Last but not least: Wir sind gerne bereit, eine Replik zu publizieren. Bitte via info[ät]78s.ch melden.

    7. #7 starttomelt

      12:56 Uhr, 28.4.2010, Link

      Wir wurden übrigens schon offiziell von Sony gerügt, weil wir die Julian Casablancas-Single vor CH-VÖ (obwohl sie in den Staaten schon legal zu haben war) gespielt haben.

    8. #8 David Bauer

      13:23 Uhr, 28.4.2010, Link

      @starttomelt
      Ja, natürlich werdet ihr gerügt. Jedes Unternehmen ist darauf bedacht, möglichst viel Kontrolle über seine Produkte zu behalten. Aber es liegt vollkommen in euren Händen, wie ihr mit solchen Forderungen oder Versuchen der Einflussnahme umgeht. Als Journalist erlebe ich täglich, wie verschiedenste Leute mir sagen wollen, was ich wie machen muss und wie nicht. Aber ich heule deswegen doch nicht rum, sondern halte den Rücken gerade und mache meine Arbeit, wie ich sie für richtig und korrekt halte.

    9. #9 Stefan

      13:31 Uhr, 28.4.2010, Link

      Die Musikredaktion bei Radio 3Fach arbeitet schon lange so wie du es, Matthias, oben beschreibst.

      Gerade deswegen ist es stossend einen vierstelligen Betrag zu zahlen für eine Plattform, die für uns keinen Nutzen hat. Und dies nur um die Absolution zu erlangen, weiterhin mal einige CD’s von einer Band aus dem COOP Verbund bei Universal für eine Verlosung zu bestellen oder einen Interview Termin zu erhalten.

    10. #10 Cornelius

      13:32 Uhr, 28.4.2010, Link

      Nur als kleine Anmerkung, den Radios geht es keineswegs darum das die digitale Bemusterung schlecht ist, respektive aus technischen Gründen für sie nicht möglich ist. Die sind da schon im digitalen Zeitalter angekommen.

      Das Problem sind die Kosten die für die Bemusterung via MPN entstehen, welche sich pro Sender auf rund 3000 CHF / Jahr belaufen. Für einen kommerziellen Sender wie DRS3 ist das kein Problem. Für ein kleines Radio LoRa hingegen schon!

      Und was die Musik angeht, viele mittelgrosse Bands haben heutzutage Major-Deals, werden aber nicht bei den Kommerziellen gespielt. So z.B. die Schweizer Band The Beauty of Gemina. Sind zwar bei Universal Schweiz unter Vertrag, aber welches Radio spielt schon schweizer Dark-Rock ausser die Alternativen ??

    11. #11 Dominique Marcel Iten

      13:33 Uhr, 28.4.2010, Link

      20 Minuten ist auch schon darauf aufmerksam geworden:
      http://www.20min.ch/life/musik/story/Kleine-Radios-gegen-grosse-Labels-16507173

      Und betreffend, die Radios hätten das digitale Zeitalter verpasst: dem widerspricht die Aussage des Kanal K Musikredaktors:
      „Dem widerspricht Oliver Miescher von Kanal K: Die Radios beziehen von vielen kleineren Labels gratis Musik in Form von digitalen Downloads in hoher Qualität.“
      Die ganze Diskussion ist halt vor allem eine Geld- und Budgetfrage. Die Grundidee der Majors ist ja an und für sich nicht einmal schlecht, aber die Radios und die Majors müssten sich hier gegenseitig finden.
      @Mathias: Ich habe deine Aussage auch nicht als Angriff auf die Alternativradios aufgenommen. Ich finde einfach, dass man zuerst einmal in die Radios hineinsehen sollte, bevor man lauthals „emanzipiert euch“ oder „ihr habt den Anschluss verpasst“ schreit. Das ist alles =)

    12. #12 dani

      14:58 Uhr, 28.4.2010, Link

      WORD: Ich finde einfach, dass man zuerst einmal in die Radios hineinsehen sollte, bevor man lauthals “emanzipiert euch” oder “ihr habt den Anschluss verpasst” schreit.

    13. #13 Mathias Menzl

      15:47 Uhr, 28.4.2010, Link

      @dani und DMI: Da habt ihr sicherlich Recht, das hab ich nich gemacht respektive ich habe keine Kenntnis darüber wie die Workflows bei den Alternativ-Radios aussehen. Aber auch wir haben mit monetären und zeitlichen Engpässen zu kämpfen ;) Ich wiederhole mich: Ich habe aus dem Communiqué mir meinen Reim gebildet. Wer solch ein Communiqué verfasst, das einem Hilferuf gleich kommt, und uns schickt, der muss darauf vorbereitet sein, dass es dementsprechend zurückhallt.

    14. #14 Kussi

      16:00 Uhr, 28.4.2010, Link

      Ich finde die Diskussion überflüssig. Eigentlich ist die Rollenverteilung doch ganz klar:
      Majors vertreiben die Musik und die Radios wollen sie spielen. Da muss man sich halt mal an einen Tisch setzten und gemeinsam einen gescheiten Weg finden.

    15. #15 Dominique Marcel Iten

      16:05 Uhr, 28.4.2010, Link

      Kann schon sein, dass die Sache vielleicht hätte anders angegangen werden müssen. Aber ich finde, dass man hier jetzt keinen Kindergarten veranstalten soll. Den Interview und Informationsstop von Seitens der Majors finde ich ein wenig krass.
      Spannend wäre zu wissen, ob die Majors zuerst bei den Radios angefragt haben, warum denn diese da nicht mitmachen wollen, oder ob man gleich den beleidigten Hahn spielte.
      Los Majors, meldet euch! =)
      @Kussi: So einfach wie du das jetzt da so sagts, ist die Ganze Angelegenheit leider nicht.

    16. #16 dani

      16:09 Uhr, 28.4.2010, Link

      Ein bisschen mehr Auseinandersetzung mit dem Thema deinerseits, Mathias, hätte dem Artikel sicher gut getan. Jedoch dient er als gute Diskussionsgrundlage. Nur eben schade, dass ‚wir‘ als Stümper dargestellt werden. Denn das sind wir sicher nicht und das wüsstest du auch, wenn du regelmässig z.B. 3FACH hören würdest.

    17. #17 Tinu

      16:30 Uhr, 28.4.2010, Link

      Schön das der Artikel soviel Diskusion auslöst, da sieht man, dass das Thema interessiert.

      @Dominique: Ich kann dir genau sagen wir das gelaufen ist mit dem Hahn zudrehen Seitens der Majors:
      Als erstes haben die Majors den Alternativradios, ohne jeglliche Vorankündigung und von einem Tag auf den anderen, keine CDs mehr geschickt und mitgeteilt, dass die Musik ab sofort bei MPN zu bezeihen sei.Die Majors haben die Radios eben gar nichts gefragt, nicht einmal darauf hingewiesen. Bis an dem Tag, als sie aufhörten zu bemustern. Das ist nicht gerade die sogenannt feine englische Art.

      @Matthias: Du solltes dir trotz Zeitdruck für deine Berichte mehr Zeit nehmen. Und auch für das lesen von Pressemittelungen. Trotz allem hat dein Bericht viel Gutes und Wahres drin (mal abgesehen davon, dass du die Alternativradios alle in den selben Topf schmeisst und fälschlicherweise als Rückständig betitelst)

      @Kusi: Du hast Recht; die Rollenverteilung sollte klar sein. Den Majors steht das Wasser bis zum Hals oder weiter, daher kommen die auch auf so absurde Ideen. Dass sie gerade auf die kleinsten losgehen ist einerseits typisch (wir erinnern uns Beispielsweise an grossen Taten wie die Milionenklagen gegen die Schulkinder in den USA wegen Filesharing) , andererseits zeigt es auch ihre aussichtslose Situation. Hier das Beispiel von EMI http://www.manager-magazin.de/it/artikel/0,2828,686926,00.html

    18. #18 Mathias Menzl

      17:27 Uhr, 28.4.2010, Link

      @Tinu: Vielleicht solltet ihr, sofern du auch beteiligt warst am Verfassen des Communiqués, mehr Zeit nehmen bei der Formulierung dieser Communiqués. Wie bereits erwähnt: Der Eindruck, der dieses Communiqué bei mir hinterlässt ist ein durch und durch Weinerlicher und Hilfloser. Das lässt sich nicht wegdiskutieren. Und das wiederum führt zu obenstehenden Schlussfolgerungen.

      @Dani: Tja, daran hättet ihr denken müssen bevor ihr das Communiqué verschickt.

    19. #19 dani

      17:35 Uhr, 28.4.2010, Link

      ich habe das communique nicht geschrieben. ich schreibe hier nur als radiöler, der deine schlussfolgerungen, die du nur aus dem communique nimmst, nicht versteht, weil ich nur weiss, wies hier läuft.

    20. #20 BS

      13:39 Uhr, 29.4.2010, Link

      Als „alternativ Radio“ wär ich zu Beginn auch angepisst…aber wie es so schön heisst: Armut macht erfinderisch – von daher right on Mathias Menzl! Es ist traurig und immer wieder ernüchternd daran erinnert zu werden welche Bedeutung und Gewicht unsere Offstream Radios u.a. für Künstler u. den CH-Musikmarkt haben. Andererseits: bei dem Repetoire das es mittlerweile aus diesem Sektor zu spielen und hören gäbe erstaunt es halt auch das die Deutschschweiz es bis anhin „nur“ schafft ein paar „Mitmach- und Jugendsender“ zu betreiben.

    21. #21 fakken polls

      17:20 Uhr, 29.4.2010, Link

      danke. ich bin ganz dmi’s meinung.

    22. #22 Johannes

      09:07 Uhr, 30.4.2010, Link

      > Wozu sind “Alternativ-Radios” auf “Major-Label”-Bemusterungen angewiesen?
      Um informiert zu sein.

      >Wieso spielen sie nicht einfach alternative Musik, wie es per definitionem sowieso ihre Absicht wäre?
      Weil du nicht «Alternative Radios» mit «Alternative Musik» gleichsetzen kannst.

      >Wieso benötigen professionell arbeitende Musikredaktionen überhaupt noch Bemusterungen?
      Um sich für die breite Masse eine Meinung bilden über die Produkte, die morgen Markt beherrschen. Und mir ist für wahrlich lieber, wenn das die Jungs von Kanal K nicht dem Radio Enegry überlassen.

      Ich kann mich nur DMI anschliessen: Menzls Kritik an den Radios basiert auf einem Kurzschluss.

    23. #23 torrez

      11:23 Uhr, 1.5.2010, Link

      ich bin der meinung, man sollte die majors diskrepieren. oder lenwinfkln, wäre eigentlich nur gerecht.

    24. #24 xenia

      22:26 Uhr, 9.5.2010, Link

      was soll den das lenwinfkln????

    25. #25 torrez

      22:36 Uhr, 10.5.2010, Link

      lenwinfkln bedeutet soviel wie ignorieren oder boykotieren. kommt aus dem polnischen, übrigens.

    26. #26 vlado kumpan

      10:31 Uhr, 2.6.2010, Link

      lenwinfkln…ist ein sehr schönes wort. sehr aussagekräftig und gnadenlos. ich muss zugeben, schade das es soweit kommen musste das es sogar zur debatte steht es zu lenwinfkln.

    27. #27 xenia

      10:40 Uhr, 3.6.2010, Link

      ich kann das nicht wirklich glauben das lenwinkfln wirklich etwas bedeutet. oder das, dies polnisch ist.

    28. #28 torrez

      14:45 Uhr, 3.6.2010, Link

      Ich habe 7 Monate in Polen studiert und dort wurde dieses Wort ständig gebraucht. In diesem Falle also: „Przepraszam, jestem za pózno. Pra din a lenwinkfln?“.

    29. #29 xenia

      21:43 Uhr, 3.6.2010, Link

      und was bedeutet das?

    30. #30 torrez

      10:29 Uhr, 4.6.2010, Link

      „Ich bin zu spät dran. Kannst du mir verzeihen?“. Hier hat das Wort lenwinkfln mehrere Bedeutungen, es kann in verschiedenen Zusammenhängen gebraucht werden.

    31. #31 xenia

      17:05 Uhr, 4.6.2010, Link

      ok ja in dem Fall muss ich das fast glauben.
      Mir kam es am Anfang so vor als ob man ein anderes wort schreiben wollte und sich vertippt hat und es einfach stehen gelassen hat. :D

    32. #32 vlado kumpan

      10:06 Uhr, 5.6.2010, Link

      Ich hab mich auch ein bisschen schlau gemacht bei meinen verwandten in polen. Die kommen aus Otwock und haben mir genau das gleiche gesagt, was torrez hier schon gepostet hat.
      super hat sich das geklärt!

    33. #33 xenia

      13:30 Uhr, 5.6.2010, Link

      okey. dan muss das wohl so sein :P

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